Die Hausarbeit befasst sich mit der Namenstheorie Saul Kripkes und der Frage, worin sie eigentlich besteht und ob die Namenstheorie für den Physikalismus geeignet ist. Zunächst wird Kripkes Namenstheorie aufgezeigt und mit der kontrafaktischen Welt als auch mit der Erklärungslücke in Verbindung gesetzt. Danach wird Kripkes Namenstheorie auf den Physikalismus bezogen und ihr Potenzial deutlich werden. Schließlich wird eine Rekapitulation im Fazit folgen, worin die Aussicht für Kripkes Namenstheorie ersichtlich werden soll.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Kripkes Namenstheorie
2.1 Kontrafaktische Welt
2.2 Umgang mit der Erklärungslücke
3. Die Auswirkungen von Kripkes Namenstheorie
3.1 Ausblick für Kripkes Namenstheorie
4. Fazit
5. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht Saul Kripkes Namenstheorie und analysiert deren Eignung für den Physikalismus. Dabei steht insbesondere die Frage im Mittelpunkt, ob Kripkes starre Bezeichner in Verbindung mit der Erklärungslücke eine konsistente Identität zwischen mentalen und physischen Zuständen ermöglichen.
- Grundlagen der Kripkeschen Namenstheorie und kontrafaktische Welten
- Analyse der Erklärungslücke (Explanatory Gap) innerhalb der Philosophie des Geistes
- Untersuchung der psychophysischen Identitätsbehauptung
- Debatte um Typen- und Token-Identität
- Kritische Reflexion der Vereinbarkeit von Namenstheorie und physikalistischer Reduktion
Auszug aus dem Buch
2.1 Kontrafaktische Welt
Zu der aktuellen Welt, in der sich z. B. der Name „Gödel“ auf Gödel bezieht, kann eine mögliche Welt entworfen werden, in der Gödel völlig andere Eigenschaften (Anatomie, die Errungenschaften, die Nationalität usw.) besitzt im Gegensatz zum Gödel aus der aktuellen Welt. Nun stellt sich die Frage, worauf sich "Gödel" nun bezieht. Nach Saul Kripke bezieht sich „Gödel“ auch auf den Gödel aus der kontrafaktischen Welt. Der Name „Gödel“ kann sich folglich in einer kontrafaktischen Welt auf einen Gödel beziehen, der keine Brille trägt, blond ist, aus Rumänien stammt und zudem die Goldmedaille im Stabhochsprung gewann. Eine direkte Referenz vom Namen „Gödel“ zu Gödel ist gewährleistet, egal welche Eigenschaften Gödel in der kontrafaktischen Welt besitzt. Das Objekt, auf das der Name referiert, wird somit immer direkt angesteuert, muss keinen Umweg über Eigenschaften einschlagen und bleibt immer und überall und auch über modale Kontexte hinweg auf dasselbe Objekt gerichtet. Veranschaulichen lassen lässt es sich mit der folgenden Abbildung anhand von dem Namen „Viereck“:
Es ist egal, welche Eigenschaften das Objekt hat; Es kann rund sein und keine Kanten haben, doch bleibt es „Viereck“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Fragestellung vor, inwieweit die Namenstheorie nach Saul Kripke mit dem Physikalismus vereinbar ist.
2. Kripkes Namenstheorie: Hier werden die Grundlagen von Namen als starre Bezeichner sowie das Konzept der kontrafaktischen Welten und der Umgang mit der Erklärungslücke erläutert.
3. Die Auswirkungen von Kripkes Namenstheorie: Dieses Kapitel diskutiert die Implikationen der Theorie auf psychophysische Identitätsbehauptungen und die Problematik der multiplen Realisierbarkeit.
4. Fazit: Das Fazit zieht eine Bilanz über die Konsistenz von Kripkes Theorie im Hinblick auf mentale und physische Prozesse.
5. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Quellen und Fachliteratur.
Schlüsselwörter
Namenstheorie, Saul Kripke, Physikalismus, starre Bezeichner, kontrafaktische Welten, Erklärungslücke, Explanatory Gap, Psychophysische Identität, multiple Realisierbarkeit, Typen-Identität, Token-Identität, Bewusstsein, Identitätsaussagen, modale Kontexte, Philosophie des Geistes.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Untersuchung der Kripkeschen Namenstheorie und deren Rolle bei der Begründung physikalistischer Identitätstheorien im Bereich der Philosophie des Geistes.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Sprachphilosophie Kripkes, die Konzepte von kontrafaktischen Welten, die Problematik des Bewusstseins (Explanatory Gap) sowie die Debatten um Identität von mentalen und physischen Zuständen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es zu klären, ob Kripkes Konzept der starren Bezeichner eine konsistente Brücke zwischen mentalen Phänomenen und physischen Prozessen schlagen kann oder ob dies zu unauflösbaren Widersprüchen führt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die primär auf der Auswertung philosophischer Fachliteratur (unter anderem von Kripke, Beckermann und Pauen) basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert, wie Kripkes Definition von Namen als starre Bezeichner die Identitätstheorie beeinflusst, insbesondere durch die Anwendung auf Beispiele wie Wasser/H2O und Schmerz/C-Fasern.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?
Die Begriffe "starre Bezeichner", "kontrafaktische Welten", "Erklärungslücke" und "psychophysische Identität" bilden das theoretische Gerüst der Untersuchung.
Warum ist das Beispiel "Schmerz = Feuern von C-Fasern" für Kripke problematisch?
Laut Kripke sind Namen starre Bezeichner. Da das Feuern von C-Fasern und das Schmerzempfinden in kontrafaktischen Szenarien auseinanderfallen könnten, erscheint eine notwendige Identität zwischen beiden problematisch.
Was besagt das Konzept der multiplen Realisierbarkeit in diesem Kontext?
Es besagt, dass derselbe mentale Zustand durch unterschiedliche physische Strukturen realisiert werden kann, was die Annahme einer strikten Identität zwischen einem spezifischen mentalen Typ und einem physischen Zustand erschwert.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2019, Ist Saul Aaron Kripkes Namenstheorie mit dem Physikalismus vereinbar? Verbindung zur kontrafaktischen Welt und Umgang mit der Erklärungslücke, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1188079