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Adornos "Versuch, das Endspiel zu verstehen" und seine Kritik an der Existenzialphilosophie französischer Prägung

Titre: Adornos "Versuch, das Endspiel zu verstehen" und seine Kritik an der Existenzialphilosophie französischer Prägung

Dossier / Travail , 2021 , 14 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Julian Kroth (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Allemande Moderne
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Ziel dieser Hausarbeit ist es, die Kritik Adornos am Existenzialismus, die er im Rahmen seiner Interpretation des Endspiels äußert, herauszuarbeiten. Dazu werden zunächst die grundsätzlichen Positionen der Existenzialphilosophie der 1940er und 1950er Jahre benannt, um Adornos Kritik auf diese zurückbeziehen zu können. Anschließend werden in aller Kürze die wesentlichen Bezüge von Becketts Drama zur Zeit des Zweiten Weltkriegs und den Verbrechen der Nationalsozialisten aufgezeigt, da diesen in Adornos Argumentation große Bedeutung zukommt. Auf dieser Grundlage soll dann die Kritik Adornos am Existenzialismus untersucht werden, die sich im "Versuch, das Endspiel zu verstehen" manifestiert. Da bei Adorno gesellschaftskritische und zeitdiagnostische Motive „aufs engste mit seiner Kritik der Existenzial-Ontologie verbunden“ waren, wird die Untersuchung untergliedert: Zunächst steht die "Abdankung des Subjekts" im Vordergrund, an der Adorno seine Kritik hauptsächlich festmacht. Diese leitet sich aus den zeithistorischen Erfahrungen ab und wird anhand der im Text zahlreich vorkommenden Verweise auf die NS-Zeit deutlich. Darüber hinaus wird auch der von Adorno kritisierte Kulturbetrieb der Nachkriegsgesellschaft thematisiert, sodass seine Kritik an der Existenzialphilosophie ebenfalls in seinen gesellschaftskritischen Kontext eingeordnet werden kann.

Theodor W. Adornos "Versuch, das Endspiel zu verstehen" aus dem Jahr 1961 ist Adornos "gewichtigster Text über Beckett, zugleich einer seiner gewichtigsten Texte zur Literatur überhaupt." Becketts Drama "Endspiel", in welchem sich zahlreiche historische Verweise auf die Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft und die damit verbundenen Gewaltverbrechen befinden, dient Adorno im Rahmen seiner Beckett-Interpretation als Ausgangspunkt dazu, die "Grenzen der Philosophie angesichts jenes durch die Shoah markierten Zivilisationsbruches" zu thematisieren. Dabei bezieht sich Adorno vorrangig auf die von Beckett im Endspiel dargestellte "Abdankung des Subjekts", übt zugleich aber ebenfalls Kritik an Gesellschaft und Kultur der Nachkriegszeit aus. Indem Becketts Werk in Adornos Interpretation "zur Philosophie gravitiert“, dient ihm das Drama als "Prüfstein" für die Existenzialphilosophie französischer Prägung, die er nach 1945 und den historischen Erfahrungen der nationalsozialistischen Herrschaft jedweder Grundlage entzogen sieht.


Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Existenzialphilosophie französischer Prägung der 1940er und 1950er Jahre

3. Historische Anspielungen und Kontextualisierung von Becketts „Endspiel“

4. Die „Abdankung des Subjekts“ als Ausgangspunkt für Adornos Kritik

5. Die Kritik Adornos am Kulturbetrieb der Nachkriegszeit

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Theodor W. Adornos Kritik an der französischen Existenzialphilosophie, wie sie in seinem interpretativen Essay „Versuch, das Endspiel zu verstehen“ zum Ausdruck kommt. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie Adorno unter Rückbezug auf die historischen Erfahrungen der Shoah und die „Abdankung des Subjekts“ in Becketts Drama das existenzialistische Ideal des autonomen Individuums dekonstruiert und als historisch obsolet kritisiert.

  • Grundlagen der Existenzialphilosophie der 1940er und 1950er Jahre
  • Historische Kontextualisierung von Samuel Becketts „Endspiel“ im Licht der NS-Verbrechen
  • Adornos Kritik am Subjektbegriff des Existenzialismus
  • Analyse der Nachkriegs-Kulturpolitik und ihrer Verdrängungstendenzen
  • Die Unvereinbarkeit von totalitärer Vernichtung und existenzialistischem Freiheitsbegriff

Auszug aus dem Buch

Die „Abdankung des Subjekts“ als Ausgangspunkt für Adornos Kritik

Im Kontrast dazu war es „Adornos Verdienst, auf die Katastrophen, die das Endspiel inspiriert hatten, geschichtsphilosophisch hinzuweisen.“ In Becketts Drama wird der Existenzialismus konterkariert, da das Subjekt bzw. das Individuum in diesem nicht mehr existent ist. Diesen Deutungsansatz greift Adorno ebenfalls auf und führt diesen durch seine ideologiekritische Auseinandersetzung mit dem Existenzialismus weiter aus, sodass auch er das Stück als „Ausdruck einer Verfallsgeschichte des Subjekts“ interpretiert. Die historischen Anspielungen in Becketts Stück bilden dabei den Ausgangspunkt für Adornos Kritik an der Existenzialphilosophie im Rahmen seiner Interpretation des Endspiels: „Die Katastrophen, die das Endspiel inspirieren, haben jenen Einzelnen aufgesprengt, dessen Substantialität und Absolutheit das Gemeinsame zwischen Kierkegaard, Jaspers und der Sartreschen Version des Existenzialismus war.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in Adornos Beckett-Interpretation ein und umreißt die Zielsetzung, die Kritik am Existenzialismus anhand des Dramas „Endspiel“ zu untersuchen.

2. Die Existenzialphilosophie französischer Prägung der 1940er und 1950er Jahre: Dieses Kapitel erläutert die Grundkonzepte des Existenzialismus, insbesondere die Vorstellung eines autonomen, sich selbst entwerfenden Subjekts.

3. Historische Anspielungen und Kontextualisierung von Becketts „Endspiel“: Hier werden die Verweise des Dramas auf den Zweiten Weltkrieg und die nationalsozialistischen Verbrechen, insbesondere das Bild der Mülleimer, detailliert analysiert.

4. Die „Abdankung des Subjekts“ als Ausgangspunkt für Adornos Kritik: Das Kapitel arbeitet heraus, wie Adorno Becketts Drama nutzt, um die Unhaltbarkeit des existenzialistischen Subjektbegriffs nach den Erfahrungen der Konzentrationslager aufzuzeigen.

5. Die Kritik Adornos am Kulturbetrieb der Nachkriegszeit: Der Autor untersucht hier die gesellschaftliche Verdrängung des Zivilisationsbruchs nach 1945 und Adornos Diagnose einer zerstörten Kultur.

6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, warum Adorno den Existenzialismus aufgrund der historischen Realität der Shoah für obsolet hält und die „Absurdität“ bei Beckett als Resultat beschädigter Subjektivität deutet.

Schlüsselwörter

Theodor W. Adorno, Samuel Beckett, Endspiel, Existenzialismus, Subjektbegriff, Nachkriegszeit, Zivilisationsbruch, Shoah, Kritische Theorie, Kulturkritik, Faschismus, Existenzphilosophie, Verdrängung, Individuum, Mülleimer

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert Theodor W. Adornos kritische Auseinandersetzung mit dem französischen Existenzialismus, basierend auf seiner Interpretation von Samuel Becketts Drama „Endspiel“.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Felder sind die Philosophiegeschichte der Nachkriegszeit, die literarische Aufarbeitung historischer Katastrophen und die soziologische Kritik an der Subjektphilosophie.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist es, herauszuarbeiten, warum Adorno die existenzialistische Grundannahme eines freien, autonomen Individuums nach den historischen Erfahrungen des Nationalsozialismus als obsolet und illusionär betrachtet.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär angewandt?

Es handelt sich um eine literatur- und ideologiekritische Analyse, die geschichtsphilosophische Argumente mit der Textanalyse von Becketts „Endspiel“ verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Definition des Existenzialismus, der Analyse der NS-Verweise in Becketts Drama, der Dekonstruktion des Subjekts bei Adorno sowie der Kritik an der Verdrängungskultur der Nachkriegsgesellschaft.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Besonders prägend sind Begriffe wie Adorno, Existenzialismus, Subjekt, Shoah, Verdrängung und die kritische Analyse des „Endspiels“.

Warum sieht Adorno im „Endspiel“ eine Kritik an der Existenzialphilosophie?

Da das Drama die existenzialistische Idee der Selbstverwirklichung durch das reale Elend und die totale Entmenschlichung in den Konzentrationslagern als hinfällig entlarvt.

Welche Rolle spielen die „Mülleimer“ in der Argumentation der Arbeit?

Sie dienen als zentrale Metapher für die Entmenschlichung und die „unnützen Esser“ im Nationalsozialismus, die den existenzialistischen Freiheitsbegriff ad absurdum führen.

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Résumé des informations

Titre
Adornos "Versuch, das Endspiel zu verstehen" und seine Kritik an der Existenzialphilosophie französischer Prägung
Université
RWTH Aachen University
Note
1,0
Auteur
Julian Kroth (Auteur)
Année de publication
2021
Pages
14
N° de catalogue
V1188372
ISBN (PDF)
9783346631589
ISBN (Livre)
9783346631596
Langue
allemand
mots-clé
adornos versuch endspiel kritik existenzialphilosophie prägung
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Julian Kroth (Auteur), 2021, Adornos "Versuch, das Endspiel zu verstehen" und seine Kritik an der Existenzialphilosophie französischer Prägung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1188372
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Extrait de  14  pages
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