Wer kennt nicht den Mythos der schönen Helena, deren Entführung einen 10 Jahre währenden Krieg auslöste? Wer kennt nicht die Namen Agamemnons, Achills, Odysseus, Hektors und Paris´? Wer kennt nicht den Mythos um das Trojanische Pferd, mit dessen Hilfe man die einst so stolze Stadt Troja einnahm?
Ich möchte mich jedoch nicht mit diesem Mythos befassen, sondern vielmehr mit dem Platz Troja.
Durch die Entdeckung Trojas (?) wurde ein bis heute andauernder Streit der Wissenschaftler ausgelöst, ob Schliemanns Troja dem Homerischen Troja identisch sei.
Schliemann versuchte bis zu seinem Tod die Gegner „seines“ Trojas eines Besseren zu belehren, doch schließlich musste auch er einsehen, sich getäuscht zu haben.
Curtius und Boetticher waren die ärgsten Gegner Schliemanns und vertraten die Bunarbaschi–Theorie. Doch auch sie konnten nichts beweisen.
Virchow und Suchhardt waren von der Hisarlik Theorie überzeugt, doch auch diese beiden konnten keine eindeutigen Beweise vorbringen!
Einige Leute wieder setzten Troja mit Platons Atlantis gleich.
Mir fällt daher in dieser Arbeit zu, mich mit der Frage „wo liegt Troja wirklich“ zu befassen.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG:
2 Schliemann und Troja
3 Hisarlik oder der Bali Daği bei Bunarbaschi?
3.1 Die zwei in Frage kommenden Orte
3.2 Erster Besuch der beiden Plätze
3.2.1 Für Hisarlik und gegen Bunarbaschi
3.2.2 Für den Bali Daği bei Bunarbaschi und gegen den Hisarlik
4 Schliemanns Irrtum
4.1 Schliemanns Täuschung und Schliemanns Zweifel
4.2 Wilhelm Dörpfeld
5 Manfred Korfmann
5.1 Seine Entdeckungen
5.2 Atlantis
5.3 Wilusa
6 Trojas Vormachtstellung
7 Geologische Untersuchungen der Troas
8 Schlusswort
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die historisch kontroverse Frage nach der Lokalisierung des homerischen Troja. Ziel ist es, die wissenschaftliche Debatte zwischen den verschiedenen Theorien – insbesondere der Schliemannschen Hisarlik-Theorie und der Bunarbaschi-Theorie – kritisch zu beleuchten und den aktuellen Forschungsstand zu bewerten.
- Die historische Suche nach dem Ort Troja durch Heinrich Schliemann.
- Die Auseinandersetzung zwischen der Hisarlik-Theorie und der Bunarbaschi-Theorie.
- Die Bewertung neuer archäologischer Erkenntnisse durch Manfred Korfmann.
- Die kritische Reflexion über Atlantis- und Wilusa-Identifizierungen.
- Geologische Aspekte als Argumente in der Debatte um das historische Troja.
Auszug aus dem Buch
3 Hisarlik oder der Bali Daği bei Bunarbaschi?
Zu Schliemanns Zeiten gab es zwei Orte, wo das sagenumwobene Troja angeblich liegen könnte. Der erste Ort war der Hügel Bali Daği bei dem Dorf Bunarbaschi (heutiges Pinarbaşi) in der heutigen Türkei am Eingang der Dardanellen gelegen. Diese Theorie wurde von den meisten Wissenschaftlern unterstützt und „Urheber dieser Lokalisierung war der französische Archäologe Jean Baptiste Lechavalier, der 1785 die Gegend mit der Ilias in der Hand erkundet und letztlich den Bali Daği als Ort identifiziert hatte. Der Österreicher Johann Georg Hahn hatte 1864 zuletzt diese Meinung aufgrund seiner Funde bei Ausgrabungen auf dem Bali Daği unterstützt.“
Die zweite Theorie, dass Homers Troja sich am Hisarlik-Hügel (ebenfalls am Eingang zu den Dardenellen nur etwas nördlicher gelegen) befinde, vertrat zur damaligen Zeit nur der amerikanische Konsul Frank Calvert, dem eine Hügelhälfte gehörte. Bei einigen Ausgrabungsversuchen kamen zahlreiche Scherben zum Vorschein, wodurch er seine Vermutung bestätigt glaubte. Es gelang Calvert, Schliemann von seiner Theorie zu überzeugen und von dieser Zeit an setzte sich der Hobbyarchäologe den Kritiken seiner Gegner aus.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Die Einleitung stellt die grundlegende Forschungsfrage nach der tatsächlichen Lage Trojas und dem wissenschaftlichen Streit um die Identität des homerischen Ortes vor.
2 Schliemann und Troja: Dieses Kapitel behandelt die Jugend Schliemanns, seinen Lebenstraum, Troja zu finden, und seinen frühen Entschluss, die Mauern der Priamos-Feste freizulegen.
3 Hisarlik oder der Bali Daği bei Bunarbaschi?: Hier werden die zwei konkurrierenden Theorien zur Lokalisierung Trojas sowie die ersten Besuche und Grabungsversuche Schliemanns an beiden Orten beschrieben.
4 Schliemanns Irrtum: Dieser Abschnitt analysiert Schliemanns Fehler bei der zeitlichen Einordnung der archäologischen Schichten sowie die Rolle von Wilhelm Dörpfeld bei der wissenschaftlichen Neubewertung.
5 Manfred Korfmann: Das Kapitel widmet sich den modernen Ausgrabungen unter Manfred Korfmann, der Entdeckung der Unterstadt sowie den Identifizierungstheorien mit Atlantis und Wilusa.
6 Trojas Vormachtstellung: Dieser Teil erörtert die strategische und wirtschaftliche Bedeutung Trojas als Hafenstadt sowie den Einfluss der vorherrschenden Windverhältnisse.
7 Geologische Untersuchungen der Troas: Hier werden geologische Argumente, insbesondere die Wasserversorgung und die Lage des griechischen Lagers im Kontext der Ilias, diskutiert.
8 Schlusswort: Das Schlusswort zieht ein Fazit über die Schwierigkeit, ein wissenschaftliches Urteil über Troja zu fällen, und betont die Bedeutung von Schliemanns Pionierarbeit.
Schlüsselwörter
Troja, Hisarlik, Schliemann, Bunarbaschi, Korfmann, Ilias, Archäologie, Ausgrabungen, Homer, Bronzezeit, Atlantis, Wilusa, Priamos, Hellespont, Stratigraphie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der wissenschaftlichen und historischen Suche nach der tatsächlichen geographischen Lage der Stadt Troja, wie sie in Homers Epos „Ilias“ beschrieben wird.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die historische Identifizierung der Grabungsstätte Hisarlik, der wissenschaftliche Streit um die Bunarbaschi-Theorie sowie die Interpretation archäologischer Befunde in der Troas.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Entwicklung der Troja-Forschung von Heinrich Schliemann bis zur Moderne nachzuvollziehen und die Plausibilität der verschiedenen Lokalisierungstheorien abzuwägen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine historisch-archäologische Untersuchung, die Literaturanalysen, den Vergleich historischer Quellen mit Grabungsberichten sowie die kritische Auswertung geographischer Daten kombiniert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Entdeckungen Schliemanns, die Korrekturen durch Wilhelm Dörpfeld und Manfred Korfmann sowie moderne Debatten zu Atlantis-Bezug und anatolischen Stadtidentitäten wie Wilusa.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Troja, Hisarlik, Heinrich Schliemann, Homer, Archäologie, Ausgrabung, Bronzezeit und die geographische Lagebestimmung charakterisiert.
Warum war die Bunarbaschi-Theorie so lange populär?
Die Bunarbaschi-Theorie wurde von vielen Wissenschaftlern des 18. und 19. Jahrhunderts bevorzugt, da sie bestimmte landschaftliche Merkmale mit den Beschreibungen in der Ilias zu vereinbaren glaubten.
Welche Bedeutung hatte der Fund des Goldschatzes für Schliemann?
Der Schatzfund diente für Schliemann als vermeintlicher endgültiger Beweis, dass er das „echte“ homerische Troja entdeckt hatte, obwohl die Wissenschaftswelt dies stark anzweifelte.
Inwiefern beeinflussten moderne Geologen die Debatte?
Moderne Untersuchungen der geologischen Gegebenheiten und der Wasserversorgung vor Ort lieferten wichtige Hinweise, um zu beurteilen, ob ein großes Heer wie bei Homer dort tatsächlich kampieren konnte.
Was unterscheidet das moderne Bild Trojas von Schliemanns Auffassung?
Während Schliemann glaubte, Troja II oder III sei das homerische Troja, zeigen moderne Grabungen, dass die zeitliche Einordnung komplexer ist und Troja VI oder VII als wahrscheinlichere Kandidaten für den historischen Kern der Sage gelten.
- Citar trabajo
- Sigrid Vollmann (Autor), 2000, Schliemanns Troja - Auseinandersetzung mit dem homerischen Ilion, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/118845