In dieser Arbeit wird die gemeinsame Position Deutschland und Frankreichs anhand der Erklärung von Meseberg sowie die Sichtweise einer supranationalen Nichtregierungsorganisation (der Union Europäischer Föderalisten) vergleichend betrachtet. Hierbei wird sich auf drei ausgewählte Politik- und Reformbereiche der jeweiligen Konzepte fokussiert: Wirtschaft und Währung, Asyl und Migration sowie Sicherheit und Verteidigung. Seit über einem Jahrzehnt geprägt von der Staatsschuldenkrise, der Migrationskrise und der Covid-19-Pandemie steht die Europäische Union (EU) fast permanent an einer kritischen Weggabel und muss entscheiden, auf welchem Weg das europäische Projekt voranschreiten soll. Daher wurde die Debatte über die Zukunft Europas und der europäischen Integration mit dem "Weißbuch zur Zukunft Europas" von der Europäischen Kommission erneut eröffnet.
Nach einer kurzen Darstellung des krisengeschädigten Status der Union (Kapitel 2) und der Vorstellung der ausgewählten Reformkonzepte für die Zukunft der EU (Kapitel 3) erfolgt eine vergleichende Analyse der einzelnen Reformvorschläge für die ausgewählten Politikbereiche (Kapitel 4). Diese dient dazu, herauszufinden, auf welche Art und Weise die Verfasser der Konzepte beabsichtigen, die Union zu reformieren und welche Zielsetzung sie damit verfolgen: eine simple Reparatur oder eine Neugründung der EU. Daraufhin erfolgt eine Beurteilung der einzelnen Reformvorschläge, inwiefern sie die vorher herausgearbeiteten Mängel der EU beheben oder sogar verschlechtern würden. Des Weiteren wird erläutert, ob die Vorschläge überhaupt in direktem Bezug zu den Mängeln stehen oder abgehoben davon formuliert wurden. Sodann ist es möglich, im Fazit die folgende Forschungsfrage zu beantworten: Ist eine Reparatur des europäischen Hauses ausreichend oder tatsächlich eine radikale Neugründung der Union notwendig für die Beseitigung der krisenbedingten Schäden der EU und die Zukunft der europäischen Integration?
Inhaltsverzeichnis
- Die Reformdebatte über die Zukunft der Europäischen Union
- Darstellung der Auswirkungen der Krisen auf den Status quo der Europäischen Union
- Vorstellung der Reformkonzepte verschiedener Akteure für die zukünftige europäische Integration
- Die Europäische Kommission: „Weißbuch zur Zukunft Europas“
- Die deutsch-französische Perspektive mit Fokus auf der Erklärung von Meseberg
- Die Union Europäischer Föderalisten: “A united Europe now more than ever”
- Analytischer Vergleich der ausgewählten Reformkonzepte
- Art der Reformvorschläge und Zielsetzung der Gesamtkonzepte
- Verhältnis der Reformvorschläge zu den krisenverursachten Mängeln
- Fazit: Reparatur oder Neugründung?
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit analysiert die Reformkonzepte für die Zukunft der europäischen Integration im Kontext der aktuellen Krisen. Sie untersucht, welche Reformvorschläge von der Europäischen Kommission, Deutschland und Frankreich sowie den Union Europäischer Föderalisten erarbeitet wurden und welche Zielsetzungen diese verfolgen. Der Fokus liegt auf drei zentralen Politikbereichen: Wirtschaft und Währung, Asyl und Migration sowie Sicherheit und Verteidigung. Ziel ist es, die Reformvorschläge hinsichtlich ihrer Eignung zur Bewältigung der krisenbedingten Schwächen der EU zu bewerten und zu beurteilen, ob eine Reparatur oder eine Neugründung der Union notwendig ist.
- Die Reformdebatte über die Zukunft der EU im Kontext von Krisen
- Analyse von Reformkonzepten verschiedener Akteure
- Vergleich der Reformvorschläge in den Bereichen Wirtschaft und Währung, Asyl und Migration sowie Sicherheit und Verteidigung
- Bewertung der Reformvorschläge hinsichtlich ihrer Eignung zur Bewältigung von Krisen
- Diskussion der Notwendigkeit einer Reparatur oder Neugründung der EU
Zusammenfassung der Kapitel
Kapitel 1 eröffnet die Arbeit mit einer Einleitung in die Reformdebatte über die Zukunft der Europäischen Union. Es werden die wichtigsten Akteur*innen und ihre Beiträge zur Debatte vorgestellt und der wissenschaftliche Diskurs in Bezug auf die Analyse der Reformvorschläge umrissen.
Kapitel 2 analysiert die Auswirkungen der Krisen auf den Status quo der Europäischen Union. Es werden die krisenbedingten Mängel der Union dargestellt, die als Grundlage für die spätere Bewertung der Reformvorschläge dienen.
Kapitel 3 stellt die Reformkonzepte der Europäischen Kommission, Deutschlands und Frankreichs sowie der Union Europäischer Föderalisten vor. Dabei werden die jeweiligen Reformvorschläge in den Bereichen Wirtschaft und Währung, Asyl und Migration sowie Sicherheit und Verteidigung im Detail erläutert.
Kapitel 4 bietet einen analytischen Vergleich der ausgewählten Reformkonzepte. Es wird untersucht, auf welche Art und Weise die Verfasser der Konzepte beabsichtigen, die Union zu reformieren und welche Zielsetzung sie damit verfolgen. Des Weiteren werden die Reformvorschläge hinsichtlich ihrer Eignung zur Behebung der in Kapitel 2 dargestellten Mängel der EU bewertet.
Schlüsselwörter
Europäische Union, Reformdebatte, Krisen, Integration, Reformkonzepte, Weißbuch, deutsch-französische Perspektive, Union Europäischer Föderalisten, Wirtschaft und Währung, Asyl und Migration, Sicherheit und Verteidigung, Reparatur, Neugründung, Mängel, Widerstandsfähigkeit.
- Quote paper
- Theresa Gödde (Author), 2020, Die Europäische Union am Scheideweg. Ein analytischer Vergleich dreier Reformkonzepte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1188694