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Das Selbstbestimmungsrecht im Kontext der Reform des Betreuungsgesetzes

Auswirkung auf die Qualifikation von Betreuer*innen

Titel: Das Selbstbestimmungsrecht im Kontext der Reform des Betreuungsgesetzes

Seminararbeit , 2022 , 17 Seiten

Autor:in: Mona Fischer (Autor:in)

Soziale Arbeit / Sozialarbeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die rechtliche Betreuung wird vor allem im Volksmund noch bis heute in weiten Kreisen als entmündigend bezeichnet. Dabei ist das Ziel der rechtlichen Betreuung ein anderes: Es steht gerade für die Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderung und Krankheit ein, die aufgrund ihrer aktuellen Einschränkungen ihre Autonomie in der Gesellschaft nicht selbst wahrnehmen können. Um diesen Aspekt zu verdeutlichen und das System der rechtlichen Betreuung immer weiter zu verbessern, wurde eine neue Reform eingeführt, mit der sich diese Arbeit im Kontext der Selbstbestimmung und den Anforderungen daraus an die Soziale Arbeit beschäftigt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Selbstbestimmung im Kontext der rechtlichen Betreuung

1.1 Das Selbstbestimmungsrecht und dessen grundrechtliche Verankerung

1.2 Der Grundrechtsstatus betreuter Personen und die Problematik der Selbstbestimmungsfähigkeit

2. Reform des Vormundschafts- und Betreuungsrechts

2.1 Anlass der Reform

2.2 Der Umfang der Reform

2.3 Wesentliche Reformziele

2.4 Die wichtigsten Änderungen des Betreuungsrechts

2.4.1 Bestellung der Betreuung

2.4.2 Umfang der Betreuung

2.4.3 Innenverhältnis zwischen Betreuer und Betroffenen: Wünsche des Betreuten

2.4.5 Kontrolle und Qualitätssicherung der Betreuung

2.4.6 Qualifikation und Eignung einer betreuenden Person

2.4.7 Weitere wichtige Gesetzesreformen

3. Auswirkungen der Reform und ihre sozialpädagogischen Anforderungen an die Betreuer*innen

3.1 Die pädagogische Dimension der rechtlichen Betreuung

3.2 Schlussfolgerung: Anforderungsprofil für die Betreuer*innen auf der Basis der Reform

3.2.1 Wissenskompetenzen

3.2.2 Pädagogische Kompetenzen

3.2.3 Sonstige Kompetenzen

5. Fazit: Das Betreuungsgesetz in der Waage zwischen Selbstbestimmung und Fürsorge?

5.1 Kritik an das Betreuungsgesetz

5.2 Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Reform des Betreuungsgesetzes im Hinblick auf die Stärkung des Selbstbestimmungsrechts betreuter Personen und analysiert, welche spezifischen Qualifikationsanforderungen sich daraus für Betreuer*innen in der Sozialen Arbeit ergeben.

  • Grundrechtliche Verankerung der Selbstbestimmung bei rechtlicher Betreuung
  • Analyse der zentralen Änderungen durch die Betreuungsrechtsreform
  • Bedeutung der pädagogischen Dimension in der Betreuungspraxis
  • Entwicklung eines Anforderungsprofils für (Berufs-)Betreuer*innen
  • Kritische Würdigung des Spannungsfeldes zwischen Selbstbestimmung und staatlicher Fürsorge

Auszug aus dem Buch

1.1 Das Selbstbestimmungsrecht und dessen grundrechtliche Verankerung

Die schwierige Gratwanderung, der die rechtliche Betreuung ausgesetzt ist, verläuft zwischen Autonomie und Selbstbestimmung auf der einen Seite und einer schützenden Fürsorge auf der anderen Seite. Dabei geht die Selbstbestimmung mit der Gefahr der Selbstschädigung einher und die Fürsorge für Betroffene mit der Gefahr der Fremdbestimmung (Damm 2016, S. 1075).

Es ist entscheidend, die Begriffe eindeutig abzugrenzen und zu analysieren, um die Vorgehensweise in der rechtlichen Betreuung dahingehend zu prüfen.

Die wortwörtliche Übersetzung von Autonomie wird mit Selbstgesetzgebung wiedergegeben (vgl.Klaus Arntz 2018, S. 27). Jede natürliche Person besitzt demnach Autonomie, die sie dadurch befähigt, eigene Entscheidungen für das Leben zu treffen. Dahingehend erlangt sie zur Selbstbestimmung. „Nicht weil und insoweit der Mensch Selbstbestimmung praktiziert, ist er autonom, sondern weil er autonom ist, hat er ein Recht auf die Manifestation seiner Autonomie durch Selbstbestimmung.“ (Klaus Arntz 2018, S. 32).

Dieses Selbstbestimmungsrecht ist das fundamentale Recht eines jeden Einzelnen, in Freiheit eigenständige Entscheidungen über sein Leben zu treffen und ist im Grundgesetz der Verfassung und der Europäischen Menschenrechtskonvention gesetzlich verankert (vgl.Tormin 2019, S. 11).

Hierbei sind vor allem Artikel 1 Grundgesetz über die Menschenwürde in Verbindung mit Artikel 2 Absatz 1, dem Persönlichkeits- und Freiheitsrecht, zu nennen. Jeder Mensch hat das Anrecht auf die freie Entfaltung der Persönlichkeit sowie auf Unversehrtheit in Artikel 2 Absatz 2 und dem Verbot der Diskriminierung des Einzelnen in Artikel 3 Absatz 3 Satz 2.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Selbstbestimmung im Kontext der rechtlichen Betreuung: Einführung in die Problematik der rechtlichen Betreuung als Spannungsfeld zwischen dem Schutzbedürfnis und dem Recht auf Autonomie.

2. Reform des Vormundschafts- und Betreuungsrechts: Darstellung der wesentlichen gesetzlichen Neuerungen, die darauf abzielen, die Selbstbestimmung der Betroffenen stärker zu gewichten und die Qualität der Betreuung zu sichern.

3. Auswirkungen der Reform und ihre sozialpädagogischen Anforderungen an die Betreuer*innen: Analyse der veränderten Anforderungen, die sich aus der Reform für Betreuer*innen ergeben, mit Fokus auf ein pädagogisch fundiertes Kompetenzprofil.

5. Fazit: Das Betreuungsgesetz in der Waage zwischen Selbstbestimmung und Fürsorge?: Kritische Reflexion der Reform, die trotz Fortschritten beim Selbstbestimmungsrecht noch Schwachstellen bei der einheitlichen Qualifizierung offenbart.

Schlüsselwörter

Rechtliche Betreuung, Selbstbestimmungsrecht, Reform des Betreuungsrechts, Autonomie, Fürsorge, Sozialpädagogik, Betreuer*innen, Anforderungsprofil, UN-Behindertenrechtskonvention, Qualifikation, Selbstbestimmungsfähigkeit, Wunschbefolgungspflicht, Gesetz zur Reform des Vormundschafts- und Betreuungsrechts.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Reform des Betreuungsgesetzes und deren Auswirkungen auf die rechtliche Praxis sowie die fachlichen Anforderungen an Betreuer*innen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die Stärkung der Selbstbestimmung, die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention, die Qualitätssicherung der Betreuung und die pädagogische Professionalisierung.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die Auswirkungen der Reform auf das Selbstbestimmungsrecht aufzuzeigen und ein Anforderungsprofil für professionelle Betreuer*innen zu entwickeln.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung mit dem Gesetzestext, ergänzt durch eine Literaturanalyse zur Einordnung sozialpädagogischer Kompetenzen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die Gesetzesänderungen, deren Auswirkungen auf das Innenverhältnis zwischen Betreuer und Betreuten sowie die notwendigen Wissens-, Pädagogik- und Sozialkompetenzen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Selbstbestimmungsrecht, Betreuungsreform, Professionalisierung, Pädagogik und Einzelfallhilfe charakterisiert.

Wie unterscheidet sich die neue Reform von bisherigen Regelungen?

Die Reform legt einen stärkeren Fokus auf die Wünsche des Betreuten, führt ein verbindliches Registrierungsverfahren für Berufsbetreuer ein und betont die pädagogische Unterstützung zur Selbstermächtigung.

Welche Kritik äußert die Autorin am neuen Betreuungsgesetz?

Die Autorin kritisiert insbesondere, dass trotz der Reform Zwangsmaßnahmen weiterhin möglich sind und die Qualifikationsanforderungen für ehrenamtliche Betreuer noch nicht ausreichend vereinheitlicht wurden.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Das Selbstbestimmungsrecht im Kontext der Reform des Betreuungsgesetzes
Untertitel
Auswirkung auf die Qualifikation von Betreuer*innen
Hochschule
Evangelische Hochschule Nürnberg; ehem. Evangelische Fachhochschule Nürnberg
Autor
Mona Fischer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2022
Seiten
17
Katalognummer
V1188911
ISBN (PDF)
9783346738233
ISBN (Buch)
9783346738240
Sprache
Deutsch
Schlagworte
selbstbestimmungsrecht kontext reform betreuungsgesetzes auswirkung qualifikation betreuer*innen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Mona Fischer (Autor:in), 2022, Das Selbstbestimmungsrecht im Kontext der Reform des Betreuungsgesetzes, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1188911
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  17  Seiten
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