Das Ziel dieser Arbeit liegt in der Ergründung der Wirksamkeit von bewegtem Lernen auf die Leistung der Schüler*innen anhand von Studienergebnissen. Zunächst wird ein theoretischer Rahmen zum bewegten Lernen (Kapitel 2) errichtet, um ein wissenschaftlich fundiertes Begriffsverständnis aufzustellen. Dafür folgt eine grundlegende Begriffsdefinition zum bewegten Lernen (Kapitel 2.1). Daraufhin werden seine Entstehungsbedingungen prägnant wiedergegeben (Kapitel 2.2). Zur Erweiterung des Begriffsverständnisses werden die Begründungsmuster für eine Integration von bewegtem Lernen in Schulen gesammelt (Kapitel 2.3). Um den schulischen Schwerpunkt zu vertiefen, werden die verschiedenen Formen von Bewegung im Unterricht geschildert (Kapitel 2.4). Aufbauend auf diesen theoretischen Rahmen folgt die Analyse der empirischen Befunde, die nach der zugrundeliegenden Funktion der integrierten Bewegung und den diagnostizierten kognitiven Auswirkungen sortiert werden (Kapitel 3). Die Arbeit endet mit einer zusammenfassenden Diskussion, in der die Wirksamkeit von bewegtem Lernen in Anbetracht der Leistungen der Schüler*innen beleuchtet wird (Kapitel 4).
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretischer Rahmen zum bewegten Lernen
2.1 Verknüpfung von Bewegung und Lernen – eine Begriffsdefinition
2.2 Entstehungsrahmen
2.2.1 Bewegtes Lernen als reformpädagogischer Ansatz
2.2.2 Die Bewegte Schule und ihre Konzeption
2.3 Begründungsmuster für ein bewegtes Lernen in Schulen
2.3.1 Entwicklungs- und lerntheoretische Begründungsmuster
2.3.2 Medizinisch-gesundheitswissenschaftliche Begründungsmuster
2.3.3 Schulprogrammatische Begründungsmuster
2.3.4 Begründungsmuster aus neurowissenschaftlicher Sicht
2.4 Formen von bewegtem Lernen im schulischen Unterricht
2.4.1 Lernbegleitende Funktion
2.4.2 Lernerschließende Funktion
3.1 Studien zu bewegtem Lernen mit lernbegleitender Funktion
3.1.1 Konzentration
3.1.2 Emotion
3.1.3 Motivation
3.2 Studien zu bewegtem Lernen mit lernerschließender Funktion
3.2.1 Fächerschwerpunkt: Sprache
3.2.2 Fächerschwerpunkt: Mathematik
4 Zusammenfassende Diskussion und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Das primäre Ziel dieser Arbeit besteht darin, die Wirksamkeit von bewegtem Lernen auf die schulische Leistung von Schülerinnen und Schülern durch eine fundierte Analyse aktueller Studienergebnisse zu ergründen und theoretisch einzuordnen.
- Grundlagen des bewegten Lernens und dessen Begründungsmuster
- Konzept der "Bewegten Schule" als institutioneller Rahmen
- Differenzierung zwischen lernbegleitenden und lernerschließenden Bewegungsformen
- Analyse der kognitiven Auswirkungen auf Konzentration, Emotion und Motivation
- Fachspezifische Effekte von Bewegung in den Bereichen Sprache und Mathematik
Auszug aus dem Buch
2.4.2 Lernerschließende Funktion
Im Gegensatz zur lernbegleitenden Funktion, liegt bei lernerschließender Bewegung ein inhaltlicher Konsens zwischen dem fachlichen Lerngegenstand und der Bewegungshandlung vor (u.a. Beigel, 2019; Hildebrandt-Stramann et al., 2017). Das Lernen durch Bewegung entspricht dieser Funktion. Dabei dient die Bewegungshandlung dazu, fachliche Inhalte aktiv körperlich-sinnlich aufzunehmen sowie fachinterne Lernprozesse zu unterstützen und gleichzeitig zu vereinfachen (Bauer-Fettah, 2007; Laging et al. 2010). Damit werden die Bewegungen zum Medium des fachlichen Lernens und die konkreten Bewegungshandlungen repräsentativ zu den Fachinhalten, die zeitgleich zum Lernprozess erfolgen (Beigel, 2019; Müller & Schürmann, 2012).
Bauer-Fettah (2007) merkt diesbezüglich an, dass das Lernen durch Bewegung die qualitativ anspruchsvollste Form des bewegten Lernens darstellt, da sie die Erschließung eines Lerngegenstandes überhaupt erst möglich macht. Auch wenn Bewegungen mit lernerschließender Funktion die Vermittlung eines fachlichen Lerngegenstands im Fokus haben, ist in der Praxis nicht auszuschließen, dass solche Bewegungshandlungen auch eine lernbegleitende Funktion einnehmen können. Eine eindeutige Trennung der Funktionen ist im Alltag nicht immer möglich, denn die Formen des bewegten Lernens fließen meist ineinander über (Laging, 2017).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz von Bewegung für die kindliche Entwicklung und schulische Leistung ein und skizziert das Ziel sowie den Aufbau der vorliegenden Arbeit.
2 Theoretischer Rahmen zum bewegten Lernen: Dieses Kapitel definiert den Begriff "bewegtes Lernen", beleuchtet dessen reformpädagogische Entstehungsgeschichte und führt die "Bewegte Schule" als umfassendes Konzept ein.
2.1 Verknüpfung von Bewegung und Lernen – eine Begriffsdefinition: Hier wird das Verständnis von bewegtem Lernen als aktiv-konstruktiver Wissenserwerb durch körperliche Interaktion mit der Umwelt anthropologisch hergeleitet.
2.2 Entstehungsrahmen: Dieser Abschnitt beschreibt die historische Entwicklung der Bewegungs-Integration in Schulen, exemplarisch verdeutlicht am reformpädagogischen Ansatz Maria Montessoris.
2.3 Begründungsmuster für ein bewegtes Lernen in Schulen: Dieses Kapitel stellt interdisziplinäre Argumente vor, die eine Einbettung von Bewegung in den Schulalltag legitimieren, unterteilt in entwicklungs-, gesundheitswissenschaftliche, schulprogrammatische und neurowissenschaftliche Perspektiven.
2.4 Formen von bewegtem Lernen im schulischen Unterricht: Hier werden die zwei Hauptfunktionen – die lernbegleitende und die lernerschließende Funktion – sowie die daraus resultierenden methodischen Ansätze differenziert.
3 Forschungsstand zu den kognitiven Auswirkungen von bewegtem Lernen: Dieser Teil präsentiert empirische Befunde, die den Einfluss von Bewegung auf schulische Leistungen, strukturiert nach den zuvor definierten Funktionsbereichen, untersuchen.
4 Zusammenfassende Diskussion und Ausblick: Das Fazit bewertet die Wirksamkeit von bewegtem Lernen kritisch anhand der Studienlage und weist auf bestehende Forschungslücken sowie zukünftige Perspektiven hin.
Schlüsselwörter
Bewegtes Lernen, Bewegte Schule, schulische Leistung, Konzentrationsförderung, Lernmotivation, lernbegleitende Funktion, lernerschließende Funktion, kognitive Entwicklung, Reformpädagogik, Neurowissenschaften, Körper-Geist-Beziehung, Unterrichtsmethodik, motorische Aktivität, Lernfähigkeit, Gesundheitsförderung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Konzept des "bewegten Lernens" und dessen Auswirkungen auf die kognitive Leistungsfähigkeit und Entwicklung von Schülerinnen und Schülern im schulischen Kontext.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Themenfelder umfassen theoretische Begründungsmuster für Bewegung in Schulen, pädagogische Konzepte wie die "Bewegte Schule", die Differenzierung verschiedener Bewegungsfunktionen und die Analyse empirischer Studien zu diesem Bereich.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, auf Basis einer fundierten theoretischen Aufarbeitung und der Analyse vorliegender Studien zu ergründen, inwiefern die Integration von Bewegung in den Unterricht die schulischen Leistungen positiv beeinflusst.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer wissenschaftlichen Literatur- und Theorieanalyse sowie der Sichtung und Auswertung aktueller empirischer Studien, um evidenzbasierte Aussagen über die Wirksamkeit von bewegtem Lernen zu treffen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung (Kapitel 2), die Entstehungsrahmen und Begründungsmuster umfasst, sowie eine Analyse empirischer Befunde (Kapitel 3), welche die Auswirkungen von Bewegung auf Konzentration, Emotion, Motivation und fachspezifische Leistungen betrachtet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind neben "bewegtem Lernen" und "Bewegter Schule" vor allem die Konzepte "lernbegleitende" und "lernerschließende Funktion", die im Zentrum der untersuchten Wirkungszusammenhänge stehen.
Inwiefern unterscheidet sich lernbegleitende von lernerschließender Bewegung?
Lernbegleitende Bewegung dient primär der methodischen Auflockerung oder Entspannung ohne direkten inhaltlichen Bezug zum Lernstoff, während lernerschließende Bewegung das fachliche Wissen direkt durch körperliche Handlungen erschließt und vertieft.
Was zeigen die Forschungsergebnisse zur mathematischen Leistung durch Bewegung?
Die Studienlage deutet darauf hin, dass insbesondere lernerschließende Bewegungsansätze (z.B. bei der Multiplikation) die Leistungen fördern können, wobei diese Effekte bei leistungsschwächeren Schülerinnen und Schülern besonders deutlich beobachtet wurden.
- Citation du texte
- Koray Eski (Auteur), 2021, Bewegtes Lernen und dessen Auswirkungen auf die Leistungen der Schüler*innen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1189583