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Erlebnisgesellschaft und Risikogesellschaft - Zwei Gegenwartsdiagnosen im Vergleich

Title: Erlebnisgesellschaft und Risikogesellschaft - Zwei Gegenwartsdiagnosen im Vergleich

Seminar Paper , 2008 , 31 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Karin Heiduck (Author)

Sociology - Individual, Groups, Society
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[...] Obwohl Beck und Schulze die bundesdeutsche Gesellschaft von verschiedenen Perspektiven
und mit unterschiedlicher Schwerpunktsetzung betrachten, zeigt ein Vergleich der beiden
Diagnosen in vielen Punkten Überschneidungen bzw. Ergänzungen. Diese sollen in der
vorliegenden Hausarbeit in folgenden Schritten beleuchtet werden:
Das zweite Kapitel dieser Hausarbeit stellt Becks Risikogesellschaft in groben Zügen vor,
wobei der Schwerpunkt nicht auf die Modernisierungsrisiken und deren
Verteilungsproblematik, sondern auf „gesellschaftliche, biographische und kulturelle Risiken
und Unsicherheiten“ (Beck 1986: 115) gelegt wird, die sich für die Individuen durch das
Brüchigwerden des sozialen Binnengefüges der Industriegesellschaft ergeben. Eingehender
betrachtet werden die Enttraditionalisierung und das Verschwimmen der sozialen Schichten,
die fortschreitende Individualisierung, die Herausbildung neuer Handlungsstrategien sowie
die von Beck vorgeschlagenen Wege aus der Risikogesellschaft. Ergänzt wird Becks 1986
veröffentlichte Diagnose durch aktuelle Gedankengänge, die seinem 2007 erschienenen Buch
„Weltrisikogesellschaft“ entnommen sind.
Das dritte Kapitel rückt Schulzes Erlebnisgesellschaft ins Zentrum der Betrachtung. Nach
einer kurzen Beschreibung der Ausgangssituation seiner Untersuchung werden der Wandel
von außenorientierter hin zu innenorientierter Handlungsrationalität sowie die
Erlebnisorientierung, die den Fokus auf das „Projekt des schönen Lebens“ richtet, untersucht.
Beleuchtet werden des weiteren die Herausbildung neuer Strukturen in einer Gesellschaft, in
der Individualität und Kollektivität parallel existieren, sowie die von Schulze aufgezeigten
Wege aus der Erlebnisgesellschaft. Schulzes Analyse aus dem Jahr 1992 wird ergänzt durch
Gedanken, die er im Jahr 2005 der Neuauflage seines Buches „Die Erlebnisgesellschaft“
vorangestellt hat.
Das vierte Kapitel bündelt zentrale Aspekte beider Diagnosen und stellt sie einander
vergleichend gegenüber. Schwerpunkte bilden dabei die Enttraditionalisierung der Moderne,
die Individualisierung, die Herausbildung veränderter Handlungsstrategien und neuer
Gesellschaftsstrukturen sowie die von Beck und Schulze aufgezeigten Wege aus der Risiko-
bzw. Erlebnisgesellschaft.
Das fünfte Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse dieser Hausarbeit zusammen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Risikogesellschaft

2.1. Ausgangssituation

2.2. Enttraditionalisierung und das Verschwimmen der sozialen Schichten

2.3. Individualisierung

2.4. Die Herausbildung neuer Handlungsstrategien

2.5. Wege aus der Risikogesellschaft

2.6. Die Weltrisikogesellschaft des Jahres 2007

3. Die Erlebnisgesellschaft

3.1. Ausgangssituation

3.2. Innenorientierte Handlungsrationalität - Erlebnisorientierung

3.3. Individualität und Kollektivität

3.4. Die Auflösung alter und die Herausbildung neuer Gesellschaftsstrukturen

3.5. Wege aus der Erlebnisgesellschaft

3.6. Ergänzende Gedanken aus dem Jahr 2005

4. Gegenüberstellung der beiden Gegenwartsdiagnosen

5. Schluss

Zielsetzung & Themen

Diese Hausarbeit vergleicht die soziologischen Gegenwartsdiagnosen von Ulrich Beck ("Risikogesellschaft") und Gerhard Schulze ("Erlebnisgesellschaft"), um die gesellschaftlichen Veränderungen der westlichen Moderne zu analysieren. Die zentrale Fragestellung konzentriert sich darauf, wie Individuen auf den Wandel von klassischen Sozialstrukturen hin zur Individualisierung sowie auf neue Risiken und Konsummuster reagieren.

  • Modernisierungsrisiken und deren Verteilung in der Industriegesellschaft.
  • Die Transformation zur reflexiven Moderne und deren Auswirkungen auf den Einzelnen.
  • Individualisierung als Prozess der Herauslösung aus traditionellen Bindungen.
  • Erlebnisorientierung und der Wandel der Konsum- und Freizeitkultur.
  • Die Rolle neuer sozialer Milieus und Strategien zur Bewältigung von Orientierungslosigkeit.

Auszug aus dem Buch

2.2. Enttraditionalisierung und das Verschwimmen der sozialen Schichten

Nach Beck sind wir Augenzeugen eines gesellschaftlichen Bruchs innerhalb der Moderne. Vor dem Hintergrund eines seit dem Zweiten Weltkrieg entstehenden hohen Niveaus an wohlfahrtsstaatlichen Sicherheiten und materiellem Lebensstandard werden Individuen aus traditionellen industriegesellschaftlichen Sozialformen - Klasse, Schicht, Familie, Geschlechtslagen von Männern und Frauen - freigesetzt (1986: 115).

Beck bezeichnet diesen Prozess, der einerseits die persönlichen Handlungsspielräume des Einzelnen erweitert und andererseits neue Risiken wie Arbeitslosigkeit, Versorgungsengpässe im Alter bzw. für Alleinerziehende mit sich bringt, als Individualisierung.

Als Ursachen für die Auflösung traditioneller Strukturen betrachtet Beck den wirtschaftlichen und industriellen Aufschwung der 1950er und 1960er Jahre, die Bildungsexpansion, die sozial- und wohlfahrtsstaatliche Absicherung des Einzelnen sowie die gestiegene Bedeutung von Konsum und Freizeit. Mit den neuen Handlungsspielräumen ging die Lockerung traditioneller Normen und Werte einher. Die alten Verteilungskonflikte zwischen Besser- und Schlechtergestellten verloren ihre prägende Wirkung im Alltagsleben, Klassen und Schichten büßten ihre Gruppen konstituierende und sozial integrierende Funktion ein (Volkmann 2006: 231).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die soziologischen Diagnosen von Beck und Schulze ein und erläutert die Zielsetzung des Vergleichs ihrer Ansätze.

2. Die Risikogesellschaft: Das Kapitel analysiert den Übergang in die reflexive Moderne, in der selbst erzeugte Modernisierungsrisiken und die Freisetzung aus traditionellen Bindungen im Vordergrund stehen.

3. Die Erlebnisgesellschaft: Der Fokus liegt hier auf der mikrosoziologischen Untersuchung des Konsum- und Freizeitverhaltens, bei der das "Erlebnisprojekt" die neue Handlungsrationalität bestimmt.

4. Gegenüberstellung der beiden Gegenwartsdiagnosen: Dieses Kapitel bündelt die zentralen Aspekte wie Individualisierung und Enttraditionalisierung und stellt Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede in den Diagnosemodellen gegenüber.

5. Schluss: Hier werden die Ergebnisse der Arbeit zusammengefasst und die Bedeutung der Eigeninitiative für die Bewältigung gesellschaftlicher Belastungspotenziale hervorgehoben.

Schlüsselwörter

Risikogesellschaft, Erlebnisgesellschaft, Individualisierung, Enttraditionalisierung, Moderne, reflexive Moderne, Erlebnisorientierung, soziale Milieus, Handlungsstrategien, Modernisierungsrisiken, Konsum, Freizeit, Orientierungslosigkeit, Soziologie, Gegenwartsdiagnose.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit vergleicht die zwei einflussreichen soziologischen Diagnosen "Risikogesellschaft" von Ulrich Beck und "Erlebnisgesellschaft" von Gerhard Schulze, um moderne gesellschaftliche Entwicklungen in der Bundesrepublik Deutschland zu durchleuchten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Arbeit befasst sich schwerpunktmäßig mit den Folgen der Modernisierung, dem Verschwinden traditioneller Schichtungen, dem Wandel in der Lebensführung sowie der Bedeutung von Erlebnissen und Risiken im Alltag.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den Analysen von Beck und Schulze aufzuzeigen, insbesondere in Bezug auf die Art und Weise, wie Individuen ihre Identität in einer enttraditionalisierten Gesellschaft konstruieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine vergleichende Literaturanalyse soziologischer Fachliteratur, welche die theoretischen Ansätze von Beck und Schulze einander gegenüberstellt und ihre Kernbegriffe interpretiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Darstellung von Becks Risikokonzept, Schulzes Modell der Erlebnisgesellschaft sowie eine vergleichende Analyse, die den Fokus auf die veränderten Lebens- und Handlungsmöglichkeiten legt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Schlagworte sind Individualisierung, Risikogesellschaft, Erlebnisgesellschaft, reflexive Moderne und soziale Milieus.

Wie unterscheidet sich die Erlebnisrationalität von der Risikowahrnehmung?

Die Erlebnisrationalität nach Schulze beschreibt den Wunsch nach individueller Glückssteigerung durch Konsum, während die Risikowahrnehmung nach Beck das Bewusstsein für gesellschaftlich erzeugte Bedrohungen fokussiert.

Was bedeutet der "Fahrstuhl-Effekt" bei Ulrich Beck?

Der Begriff beschreibt, dass sich trotz allgemeiner Hebung des Lebensstandards die relative soziale Ungleichheit zwischen den Schichten in der modernen Gesellschaft nicht auflöst.

Welche Bedeutung kommt der Beziehungswahl in der Erlebnisgesellschaft zu?

Schulze argumentiert, dass soziale Milieus heute nicht mehr primär durch Herkunft oder Klasse entstehen, sondern durch die bewusste Wahl von Lebensstilen und Vorlieben, um Orientierungssicherheit zu finden.

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Details

Title
Erlebnisgesellschaft und Risikogesellschaft - Zwei Gegenwartsdiagnosen im Vergleich
College
University of Hagen  (Soziologie III)
Course
Modul 7 - B.A. Kulturwissenschaften, Kultursoziologische Analysen
Grade
1,3
Author
Karin Heiduck (Author)
Publication Year
2008
Pages
31
Catalog Number
V118975
ISBN (eBook)
9783640225446
ISBN (Book)
9783640227129
Language
German
Tags
Erlebnisgesellschaft Risikogesellschaft Zwei Gegenwartsdiagnosen Vergleich Modul Kulturwissenschaften Kultursoziologische Analysen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Karin Heiduck (Author), 2008, Erlebnisgesellschaft und Risikogesellschaft - Zwei Gegenwartsdiagnosen im Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/118975
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