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Vlad Ţepeş „Dracula“ - Ein Vorbild für Machiavellis „Fürst“?

Title: Vlad Ţepeş „Dracula“ - Ein Vorbild für Machiavellis „Fürst“?

Seminar Paper , 2008 , 21 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: M.A. Sebastian Schäffer (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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„Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben“ - Gennadi Gerassimow

Dieser berühmte Satz wird Mihail Gorbatschow zugeschrieben, den er angeblich auf seinem Staatsbesuch in der damaligen Deutschen Demokratischen Republik anlässlich zu deren 40. Geburtstag gesagt haben soll. Ursprünglich wurde dieser Satz aber von Gennadi Gerassimow, persönlicher Sprecher des sowjetischen Staatschefs, formuliert und zwar „auf englisch und wahrscheinlich auf russisch“ . Gesagt hat er ihn nachdem er vor die zufällig auf Nachrichten wartenden internationalen Presseleute getreten war. Die deutsche Übersetzung entstand dann – wie zu solchen Anlässen wohl üblich – im „sprachlichen Pingpong unter Journalisten“. Die Problematik, die sich hier ergibt, ist der teilweise gravierende Unterschied zwischen Geschichtsschreibung und – wie ich sie nenne – Geschichtenzuschreibung. Während die Geschichtsschreibung sich mit der Entwicklung der Menschheit beschäftigt, wird dem Menschen in der Geschichtszuschreibung eine Geschichte zugeschrieben, die so nicht passiert ist, aber gut in seine Biographie einzufügen ist.
Der Schmale Grat zwischen Geschichtsschreibung und Geschichtenzuschreibung wird deutlich, wenn man sich die so genannte Dracula-Korrektur von Dieter Schlesak betrachtet. Diese musste von Michael Kroner seinerseits wiederum korrigiert werden. Interessant in diesem Punkt ist eine Zuschreibung Schlesaks an Vlad Ţepeş Dracula, dass sich unter den Büchern in seiner Bibliothek auch Werke von Machiavelli befunden hätten. Schlesak stört sich dabei nicht an der Tatsache, dass Machiavelli zum Zeitpunkt des Todes von Ţepeş erst acht Jahre alt war. Hinzu kommt die Tatsache, dass die Werke Machiavellis wiederum erst kurz vor oder kurz nach dessen Tod im Jahre 1527 und somit über ein halbes Jahrhundert nach dem Tod Vlad Ţepeş’ veröffentlicht wurden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Forschungsfrage

1.2. Quellenlage und Quellenkritik

1.3. Vorgehensweise und Aufbau der Arbeit

2. Vlad Ţepeş „Dracula“

2.1. Auf Draculas Spuren

2.2. Zeitgenössische Darstellungen

3. Niccolò Machiavelli „Der Fürst“

3.1. Eine kleine politische Theorie des Niccolò Machiavelli in „Der Fürst“

3.2. Mögliche Vorbilder für Machiavellis Fürst vs. der Fürst existiert nicht

3.2.1. Cesare Borgia

3.2.2. Castruccio Castracani

3.2.3. Moses

3.2.4. Vlad Ţepeş

4. Versuch einer Zusammenführung: Hat Machiavelli Kenntnisse von Vlad Ţepeş haben können?

4.1. Personen

4.2. Quellen

5. Schluss

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Forschungsfrage, ob der walachische Herrscher Vlad Ţepeş, bekannt als „Dracula“, als historisches Vorbild für Niccolò Machiavellis Werk „Der Fürst“ gedient haben könnte. Dabei wird kritisch hinterfragt, ob eine tatsächliche Kenntnis von Vlad Ţepeş’ Handeln in Machiavellis politisches Denken eingeflossen sein kann oder ob es sich um eine spätere Projektion handelt.

  • Kritische Analyse der Quellenlage zu Vlad Ţepeş und deren Historizität.
  • Darstellung der politischen Theorie Machiavellis in „Der Fürst“.
  • Vergleich der Herrschaftsmethoden von Vlad Ţepeş mit Machiavellis Idealbild.
  • Prüfung möglicher historischer Vorbilder für den „Principe“ (u.a. Cesare Borgia).
  • Untersuchung der Zugangsmöglichkeiten Machiavellis zu Informationen über Vlad Ţepeş.

Auszug aus dem Buch

2.1. Auf Draculas Spuren

Um seine Treue zum Osmanischen Reich zu beweisen gab Vlad Dracul, der Vater von Vlad Ţepeş, ihn und seinen Bruder Radu in Geiselhaft zu Sultan Murad II. Die Jahre in türkischer Gefangenschaft sind für McNally und Florescu der „Schlüssel zum Verständnis seines verschlagenen Charakters und seiner perversen Persönlichkeit. Nach diesem Erlebnis hielt Dracula nicht mehr viel von der menschlichen Natur“. Hier könnte man bereits die erste Parallele zwischen Vlad Ţepeş und Machiavelli aufzeigen. Denn auch der Italiener war von der Schlechtigkeit der menschlichen Natur überzeugt. Im Bezug auf die Eigenschaften des Fürsten rät er diesem sein Wort zu brechen, wenn ihm dies sonst zum Nachteil gereichen würde. „Wären alle Menschen gut, dann wäre diese Regel schlecht; da sie aber schlecht sind und ihr Wort dir gegenüber nicht halten würden, brauchst du dein Wort ihnen gegenüber nicht zu halten“. Allerdings muss man hier vorsichtig sein, um eben nicht der Geschichtszuschreibung zu verfallen. In demselben Absatz über die Meinung Vlad Ţepeş’ über die menschliche Natur schreiben McNally und Florescu: „Er [Vlad Ţepeş] brauchte keinen Machiavelli, um ihn über die Amoralität der Politik aufzuklären“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Geschichtsschreibung versus Geschichtenzuschreibung ein und begründet die Forschungsfrage hinsichtlich einer möglichen Orientierung Machiavellis an Vlad Ţepeş.

2. Vlad Ţepeş „Dracula“: Das Kapitel befasst sich mit den historischen Quellen zu Vlad Ţepeş und analysiert dessen Charakter sowie sein Vorgehen als Herrscher im Lichte zeitgenössischer Berichte.

3. Niccolò Machiavelli „Der Fürst“: Hier werden die theoretischen Grundlagen des machiavellistischen Fürstenbildes dargestellt und prominente historische Persönlichkeiten als potenzielle Vorbilder auf ihre Tauglichkeit hin überprüft.

4. Versuch einer Zusammenführung: Hat Machiavelli Kenntnisse von Vlad Ţepeş haben können?: In diesem Teil wird die reale Wahrscheinlichkeit eines Wissenstransfers untersucht, indem persönliche Kontakte und die Verfügbarkeit von Quellen zu Machiavellis Lebzeiten analysiert werden.

5. Schluss: Die Arbeit fasst zusammen, dass zwar Parallelen in den Handlungen existieren, eine historische Vorbildfunktion jedoch nicht zweifelsfrei belegbar ist.

Schlüsselwörter

Vlad Ţepeş, Dracula, Niccolò Machiavelli, Der Fürst, Geschichtsschreibung, politische Theorie, Vorbildfunktion, Amoralität, Quellenkritik, Cesare Borgia, Osmanisches Reich, Walachei, Macht, Herrschaft, Historie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die These, ob der historische Vlad Ţepeş (Dracula) als Vorbild für Machiavellis „Der Fürst“ gedient hat.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die historische Persönlichkeit Vlad Ţepeş, die politische Theorie des Niccolò Machiavelli und der Abgleich beider hinsichtlich politischer Strategien und Grausamkeit.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet: „War Vlad Ţepeş ‚Dracula’ ein Vorbild für Machiavellis ‚Der Fürst’?“

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine quellenkritische Analyse durchgeführt, die historische Berichte über Vlad Ţepeş mit den theoretischen Ausführungen in „Der Fürst“ vergleicht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Quellenlage zu Vlad Ţepeş, legt Machiavellis Theorie dar, prüft bekannte Vorbilder wie Cesare Borgia und untersucht die faktische Zugangsmöglichkeit Machiavellis zu Informationen über Vlad Ţepeş.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Vlad Ţepeş, Dracula, Machiavelli, Fürstenherrschaft, Quellenkritik, Macht, Amoralität und historische Vorbilder.

Was besagt die These von Dirk Hoeges, auf die sich die Arbeit bezieht?

Hoeges vertritt die Ansicht, dass es kein konkretes, lebendes Vorbild für Machiavellis „Principe“ gab, da alle historischen Kandidaten den hohen Anforderungen des Werkes nicht entsprachen.

Wie bewertet der Autor die Schlesaksche Behauptung über Machiavellis Werke in Draculas Bibliothek?

Der Autor weist diese Behauptung als historisch unmöglich zurück, da Machiavellis Werke erst lange nach dem Tod von Vlad Ţepeş veröffentlicht wurden.

Zu welchem Ergebnis kommt die Arbeit bezüglich der Vorbildfunktion?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die These als historisch nicht belegbar abzulehnen ist, wenngleich Ähnlichkeiten in den Methoden der Herrschaftsausübung existieren.

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Details

Title
Vlad Ţepeş „Dracula“ - Ein Vorbild für Machiavellis „Fürst“?
College
University of Regensburg
Course
Vlad Ţepeş „Dracula“ – Tyrann oder Volkstribun?
Grade
1,7
Author
M.A. Sebastian Schäffer (Author)
Publication Year
2008
Pages
21
Catalog Number
V119073
ISBN (eBook)
9783640225781
Language
German
Tags
Vlad Vorbild Machiavellis Vlad Tyrann Volkstribun
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.A. Sebastian Schäffer (Author), 2008, Vlad Ţepeş „Dracula“ - Ein Vorbild für Machiavellis „Fürst“?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/119073
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