In der Hausarbeit sollen zunächst aus der Literatur die rechtlichen und methodischen Anforderungen an den Lagebericht herausgearbeitet werden. Anschließend erfolgt hieraus die Entwicklung einer Bewertungsmatrix, anhand derer sich die Qualität von Lageberichten in Nordrhein-Westfalen beurteilen lässt. Mit den herausgearbeiteten Anforderungen und der Bewertungsmatrix wird nachfolgend der Lagereport der Gemeinde Dahlem analysiert und die Qualität beurteilt. Zum Schluss werden die Ergebnisse in einem Fazit zusammengefasst.
Im Rahmen des Controllings gewinnt das Berichtswesen immer mehr an Bedeutung. Aufgrund sich ändernder rechtlicher Anforderungen und einem hohen Aufklärungsbedürfnis des Kapitelmarktes muss das Finanz- und Rechnungswesen immer häufiger schnell und qualitativ Daten bereitstellen und publizieren.
Doch auch für die Kommunen in Nordrhein-Westfalen wurden die Anforderungen an das Reporting durch das Neue Kommunale Finanzmanagement erhöht. So regelt die Gemeindeordnung für das Land NRW, dass die Gemeinden im Rahmen des Jahresabschlusses einen Lagebericht aufzustellen haben, der dem Rat zur Prüfung vorzulegen ist. Seine Aufgabe ist es, ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Schulden-, Ertrags- und Finanzlage der Kommune zu vermitteln. Jedoch ist zu berücksichtigen, dass er sich nicht nur an den Rat, sondern im Rahmen der Transparenz auch an Gewerbetreibende oder Bürger richten sollte. Berücksichtigend, dass zahlreiche Ratsmitglieder sowie sonstige Interessierte keine Verwaltungs- und Haushaltsjuristen sind, ist eine allgemein verständliche Sprache neben der richtigen Rechtsanwendung mindestens genauso wichtig. Denn Berichte erfüllen nur bei adressatengerechter Gestaltung ihre Aufgabe.
Das Ziel dieser Hausarbeit ist es, die Qualität dieser Lageberichte in Nordrhein-Westfalen am Beispiel der Gemeinde Dahlem zu beurteilen. Dahlem ist mit 4.244 Einwohnern zum 30. Juni 2020 eine der kleineren Gemeinden in Nordrhein-Westfalen. Da der Gemeinderat entsprechend nur wenige Mitglieder umfasst, ist hier insbesondere davon auszugehen, dass dieser anders als die Räte größerer Kommunen kaum oder keine Haushaltsexperten umfasst. Diese Tatsache macht die (methodischen) Qualitätsanforderungen an den Bericht kleinerer Gemeinden umso bedeutsamer.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Anforderungen an den Lagebericht und Bewertungsmatrix
2.1 Rechtliche Anforderungen
2.2 Methodische Anforderungen
2.3 Entwicklung einer Bewertungsmatrix
3 Beurteilung des Lageberichts der Gemeinde Dahlem
3.1 Beschreibung des Lageberichts
3.2 Rechtliche Beurteilung
3.3 Methodische Beurteilung
3.4 Gesamtbeurteilung
4 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, die Qualität kommunaler Lageberichte in Nordrhein-Westfalen am konkreten Beispiel der Gemeinde Dahlem wissenschaftlich zu bewerten. Dabei soll insbesondere untersucht werden, inwieweit diese Berichte sowohl den rechtlichen Vorgaben als auch methodischen Kriterien zur verständlichen Informationsvermittlung an Bürger und Mandatsträger gerecht werden.
- Rechtliche Grundlagen der kommunalen Rechnungslegung in NRW
- Entwicklung und Anwendung eines Punktbewertungsmodells für Lageberichte
- Sprachliche Gestaltung und Zielgruppenorientierung bei der Berichterstattung
- Visualisierung komplexer Finanzdaten für Laien
- Analyse der Chancen- und Risikoberichterstattung auf kommunaler Ebene
Auszug aus dem Buch
2.1 Rechtliche Anforderungen
Der Lagebericht ist als Anlage Bestandteil des Jahresabschlusses (Mutschler/Stockel-Veltmann 2015: 460). Letzterer soll, nachdem eine Haushaltsperiode abgeschlossen ist, Rechenschaft über das tatsächliche Geschehen liefern. Damit ist er konträr zum Haushaltsplan, der die zukünftige Finanzplanung für ein Jahr darstellt (ebd.: 147). Der Aufbau und die Inhalte des Jahresabschlusses werden in Abbildung 1 dargestellt.
Der Lagebericht ergänzt den Jahresabschluss dahingehend, dass nicht nur das abgeschlossene Jahr betrachtet wird. Vielmehr werden auch Ereignisse und Geschehnisse aus der Vergangenheit betrachtet, die sich erst zukünftig auswirken (Heller 2010: 313). Nach § 49 Satz 1 KomHVO NRW hat der Lagebericht die tatsächlichen Verhältnisse der Vermögens-, Schulden-, Finanz- und Ertragslage einer Gemeinde darzustellen. Nach Satz 2 ist zudem ein Überblick über die wichtigen Ergebnisse des Jahresabschlusses und Rechenschaft über die Haushaltswirtschaft im abgelaufenen Jahr zu geben. Das wichtigste Ergebnis des Jahresabschlusses ist das Jahrergebnis. Dies ist im Lagebericht mit einem Hinweis des geplanten Verwendungszweckes darzustellen (Diebel 2019: 2). Nach Diebel (2019: 3) sollten als wichtigste Ergebnisse des Jahresabschlusses die in Tabelle 1 dargestellten Themen schwerpunktmäßig abgebildet werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die steigende Bedeutung des kommunalen Berichtswesens ein und definiert das Ziel, die Qualität des Lageberichts der Gemeinde Dahlem zu evaluieren.
2 Anforderungen an den Lagebericht und Bewertungsmatrix: Es werden die rechtlichen Rahmenbedingungen der Kommunalhaushaltsverordnung sowie methodische Standards für eine adressatengerechte, visuelle Aufbereitung von Berichten erarbeitet und ein Bewertungsmodell entworfen.
3 Beurteilung des Lageberichts der Gemeinde Dahlem: In diesem Kapitel wird der spezifische Bericht der Gemeinde Dahlem anhand der zuvor entwickelten Matrix rechtlich und methodisch detailliert bewertet.
4 Fazit und Ausblick: Das Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Eignung der entwickelten Bewertungsmatrix für zukünftige Analysen kommunaler Berichte.
Schlüsselwörter
Kommunales Finanzmanagement, Lagebericht, Jahresabschluss, Gemeinde Dahlem, KomHVO NRW, Bewertungsmatrix, Haushaltswirtschaft, Berichtswesen, Bürgerinformation, Transparenz, Rechnungswesen, Kennzahlen, Visualisierung, Kommunalrecht, Bilanzanalyse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Qualität von kommunalen Lageberichten in Nordrhein-Westfalen und deren Fähigkeit, die finanzielle Lage für Außenstehende verständlich darzustellen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die rechtlichen Anforderungen an den Jahresabschluss, die methodische Gestaltung von Berichten, die visuelle Aufbereitung von Daten sowie die Beurteilung der Chancen- und Risikoberichterstattung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Entwicklung einer Bewertungsmatrix, mit der die inhaltliche und formale Qualität kommunaler Lageberichte objektiv beurteilt werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird ein Punktbewertungsmodell angewendet, das rechtliche Kriterien (60 %) und methodische Kriterien (40 %) gewichtet kombiniert, um den Lagebericht der Gemeinde Dahlem zu analysieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die gesetzlichen Grundlagen und Anforderungen an die Sprache und Visualisierung erläutert, gefolgt von einer detaillierten Anwendung des Bewertungsmodells auf den Jahresabschluss 2019 der Gemeinde Dahlem.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Schlüsselbegriffe sind Kommunales Finanzmanagement, Lagebericht, KomHVO NRW, Bewertungsmatrix, Transparenz und Haushaltswirtschaft.
Wie schneidet die Gemeinde Dahlem in der Gesamtbewertung ab?
Die Gemeinde Dahlem erreicht in der Analyse 22,6 von 30 Punkten, was einem Erfüllungsgrad von etwa 75 Prozent entspricht.
Warum wird die visuelle Aufbereitung im Bericht kritisiert?
Kritisiert wird, dass die grafische Darstellung, wie etwa die Abbildung der Passiva ohne entsprechende Gegenüberstellung der Aktiva, nicht stringent ist und die Lesbarkeit für Laien erschwert.
- Arbeit zitieren
- Simon Winzer (Autor:in), 2021, Lageberichte zum Haushaltsabschluss. Ihre Qualität in Kommunen in NRW, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1190794