Dieser Essay beschäftigt sich mit der Wüstungsforschung im Allgemeinen und den spätmittelalterlichen Wüstungen in Lippe im Speziellen. Aufgrund des beschränkten Umfangs dieser Arbeit, können viele Ansätze und Erkenntnisse lediglich kurz im Kern erfasst werden. Jedoch dienen die umfangreichen Literaturangaben dazu, das Einarbeiten in diesen Forschungskomplex zu vereinfachen.
Zuerst sollen die wissenschaftlichen Disziplinen und deren Beitrag zur Wüstungsforschung kurz vorgestellt und eine mögliche Kategorisierung und Periodisierung gegeben werden. Im Anschluss daran geht es darum, die spätmittelalterlichen Wüstungen näher zu beleuchten. Hierzu werden die Themen Lage, Größe, Verteilung, Ursachen und die Wiederbesiedlung der Wüstungen dargestellt.
Erwähnt sei noch, dass aufgrund regionaler Unterschiede die Untersuchung auf den Raum Lippe beschränkt ist und sie sich nur mit dem spätmittelalterlichen Wüstungsprozess beschäftigt. Zwar war dieser ein europäisches Phänomen, doch „jedes Land hat eben individuelle naturgeographische Voraussetzungen, die sich mit spezifischen historischen, insbesondere wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und territorialgeschichtlichen Situationen verbinden“ , weshalb die Wüstungsvorgänge in einzelnen Regionen durchaus unterschiedlich verlaufen konnten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Wüstungsforschung als interdisziplinäre Wissenschaft
2.1 Disziplinen und Methoden
2.2 Kategorien und Periodisierung
3. Spätmittelalterliche Wüstungen in Lippe
3.1 Charakteristika
3.2 Ursache
3.3 Wiederbesiedlung
4. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die spätmittelalterlichen Wüstungsprozesse, wobei der Fokus auf dem Gebiet des heutigen Kreises Lippe liegt. Ziel ist es, die interdisziplinären Ansätze der Wüstungsforschung darzustellen und die spezifischen Ursachen sowie die anschließende Wiederbesiedlung der wüst gefallenen Siedlungen in der Region zu analysieren.
- Interdisziplinäre wissenschaftliche Methoden in der Wüstungsforschung
- Kategorisierung und Periodisierung mittelalterlicher Siedlungsgeschichte
- Charakteristika und räumliche Verteilung von Wüstungen im Kreis Lippe
- Ursachen für den Wüstungsprozess (u.a. Pest, Fehden, demographischer Wandel)
- Rekultivierung und Wiederbesiedlungsprozesse am Ende des Mittelalters
Auszug aus dem Buch
3.1 Charakteristika
Wüstungen können in ihrer Art sehr unterschiedlich sein. Besonders in der Größe variieren die ehemaligen Siedlungen sehr stark. Sie können aus einem oder mehreren Höfen bestanden haben, wobei die Ausdehnung der Höfe ebenfalls beträchtlich schwankt, was durch archäologische Ausgrabungen bewiesen wurde.13
Gemeinsamkeiten zeigen sich jedoch, wenn man die hydrologische Lage der Wüstungen betrachtet. So stellte Gerking fest, dass die Entfernung zwischen den Wüstungen und einem fließenden Gewässer lediglich zwischen 10 und 250 Metern betrug.14
Auch bei der Lage in bezug auf Städte ließen sich Parallelen finden. Viele Wüstungen bildeten sich im Umkreis von Städten, weshalb man auch von Wüstungskränzen spricht. Das mag damit zusammenhängen, dass die Bauern mit der Hoffnung, die Hörigkeit hinter sich zu lassen und Bürger zu werden, in die Städte zogen. Doch auch andere Ursachen, wie beispielsweise der Schutz vor kriegerischen Auseinandersetzungen, scheinen plausibel.15
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Wüstungsforschung ein und beschreibt den methodischen Ansatz sowie die räumliche Beschränkung der Untersuchung auf den Raum Lippe.
2. Wüstungsforschung als interdisziplinäre Wissenschaft: Dieses Kapitel erläutert die verschiedenen beteiligten Disziplinen wie Geschichtswissenschaft und Archäologie und stellt etablierte Kategorisierungs- und Periodisierungsschemata vor.
3. Spätmittelalterliche Wüstungen in Lippe: Hier werden die spezifischen Merkmale der Wüstungen im Kreis Lippe analysiert, ihre Ursachen beleuchtet und der Prozess der Wiederbesiedlung untersucht.
4. Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel fasst die wesentlichen Erkenntnisse über die interdisziplinäre Forschung, die lippischen Wüstungen und deren historische Ursachen sowie die anschließende Rekultivierung zusammen.
Schlüsselwörter
Wüstungsforschung, Spätmittelalter, Lippe, Siedlungsgeschichte, Wüstungsquote, Demographischer Wandel, Pest, Fehden, Wiederbesiedlung, Ortswüstung, Flurwüstung, Mediävistik, Interdisziplinarität, Agrarkrise, Siedlungsarchäologie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem historischen Phänomen der spätmittelalterlichen Wüstungen, also Siedlungen, die im Mittelalter aufgegeben wurden, mit besonderem Fokus auf die Region Lippe.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Themen sind die methodische Herangehensweise der interdisziplinären Wüstungsforschung, die Kategorisierung von Siedlungsverlusten und die spezifischen regionalen Bedingungen in Lippe.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den Wüstungsprozess in Lippe zu beleuchten, die Ursachen für das Wüstfallen von Siedlungen zu identifizieren und die spätere Wiederbesiedlung historisch einzuordnen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es wird ein interdisziplinärer Ansatz verfolgt, der die Auswertung schriftlicher Quellen (Urkunden, Karten) mit archäologischen und geografischen Untersuchungsmethoden kombiniert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Forschungsmethodik, die systematische Kategorisierung von Wüstungen sowie eine detaillierte Betrachtung der lippischen Wüstungen hinsichtlich ihrer Lage, Ursachen und Wiederbesiedlung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Wüstungsforschung, Spätmittelalter, Kreis Lippe, Siedlungsarchäologie, Pest, Fehden und Wiederbesiedlung definiert.
Welche Rolle spielte die Pest für den Wüstungsprozess in Lippe?
Obwohl die Pest erst 1484 für das Kloster Falkenhagen urkundlich belegt ist, wird angenommen, dass die Pestwellen des 14. Jahrhunderts maßgeblich zum lippischen Wüstungsprozess beitrugen.
Warum war die Wiederbesiedlung der wüsten Orte für die Landesherren attraktiv?
Die Landesherren und Klöster förderten die Rekultivierung, da sie sich dadurch eine Steigerung der Einnahmen durch Abgaben der neuen Siedler sowie eine bessere Sicherung ihrer Grenzgebiete erhofften.
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- Daniel Hitzing (Author), 2008, Die spätmittelalterlichen Wüstungen unter besonderer Berücksichtigung des Kreises Lippe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/119081