Politikwissensenschaftliche Geschlechterforschung war in Deutschland bisher weitestgehende identisch mit politikwissenschaftlicher
Frauenforschung und wurde de meis eist mit feministischer Frauenforschung geichgesetzt (vgl. gl. Dögen 2004: 61). Kritische
Männerforschung will nun die Innenperspektive männnlicher Macht
analysieren und die Frage nach Blockaden eines allgemeinen
Wandels der vorherrschende den Männerrolle untersuchen und betont dabei stark die Unterschiedlichkeit männlicher Lebenszusmmenhänge und –entwürfe (vgl. gl. Döge 2001: 01: 25 f.) Dies erweitert die Perspektive der Geschlechterforschung gesamt, denn bisher wurden sowohl Frauen als auch Männer noch
weitestgehend als homogener Geschlechterblock angesehen,
weswegen die Binnenheterogenität der Geschlechterblöcke unterbelichtet blieb. Es wurde in der Regel von einer einmütigen
Männerdoinanz ausgegangen, wobei analog dazu das Kollektiv-
Subjekt „Frau“ kontruiert wurde. Um nicht unterkomplex zu bleiben,
müssen auch Interaktionen unterschiedlicher Differenzen und
Diskriminierungstatbestäne im Prozess des Politischen stärker
berücksichtigt werden (vgl. Döge 2004: 61 f.)
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung
- 2. These
- 3. Argumentation und Hintergrund
- 3.1 Hegemoniale Männlichkeit
- 3.2 Kultur und Natur
- 3.3 Triple-Oppression-Ansatz
- 4. Neue Perspektiven
- 5. Resümee
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit untersucht die kritische Männerforschung und ihre neuen Perspektiven für die Geschlechterforschung. Sie hinterfragt die bisherige Gleichsetzung von Geschlechterforschung mit Frauenforschung und beleuchtet die Heterogenität männlicher Lebensrealitäten und Machtstrukturen.
- Hegemoniale Männlichkeit und ihre Auswirkungen
- Die Hierarchie verschiedener Männlichkeiten
- Der Einfluss von sozialen Kategorien wie Klasse und Ethnie auf Machtverhältnisse
- Kritik an der traditionellen Dichotomie von Natur und Kultur
- Die Bedeutung der Binnenheterogenität innerhalb der Geschlechter
Zusammenfassung der Kapitel
Kapitel 1 (Einleitung): Die Einleitung stellt den Forschungsstand der politikwissenschaftlichen Geschlechterforschung in Deutschland dar und kritisiert die bisherige Fokussierung auf Frauenforschung. Sie betont die Notwendigkeit einer kritischen Männerforschung, die die Innenperspektive männlicher Macht analysiert und die Heterogenität männlicher Lebensentwürfe berücksichtigt.
Kapitel 2 (These): Die These der Arbeit postuliert, dass Geschlechterhierarchie nicht nur ein System der Macht von Männern über Frauen ist, sondern auch ein hierarchisches Machtverhältnis zwischen verschiedenen Gruppen von Männern und Männlichkeiten.
Kapitel 3 (Argumentation und Hintergrund): Dieses Kapitel analysiert verschiedene Männlichkeitsmuster und ihr hierarchisches Verhältnis zueinander, insbesondere das Konzept der hegemonialen Männlichkeit. Es diskutiert den Einfluss von Faktoren wie Sexualität und Ethnizität auf die Ausprägung von Männlichkeit und die Rolle der patriarchalen Dividende. Weiterhin wird die traditionelle Trennung von Natur und Kultur kritisch hinterfragt und der „Triple-Oppression-Ansatz“ erläutert, der die Bedeutung von Geschlecht, sozialer Schicht und Ethnie für Machtverhältnisse betont.
Schlüsselwörter
Kritische Männerforschung, Hegemoniale Männlichkeit, Geschlechterforschung, Patriarchat, Männlichkeitskonstruktionen, Triple-Oppression-Ansatz, Natur und Kultur, Differenzierung, Machtverhältnisse.
Häufig gestellte Fragen
Was ist kritische Männerforschung?
Sie analysiert die Innenperspektive männlicher Machtstrukturen und untersucht die Vielfalt männlicher Lebensentwürfe jenseits stereotyper Rollenbilder.
Was bedeutet "hegemoniale Männlichkeit"?
Es beschreibt ein kulturell dominantes Muster von Männlichkeit, das die Vorherrschaft von Männern über Frauen sowie über andere Formen von Männlichkeit sichert.
Was besagt der Triple-Oppression-Ansatz?
Dieser Ansatz untersucht das Zusammenwirken von drei Unterdrückungsformen: Geschlecht (Sexismus), soziale Schicht (Klassismus) und Ethnie (Rassismus).
Warum ist die Binnenheterogenität der Geschlechter wichtig?
Männer und Frauen sind keine homogenen Blöcke; Unterschiede in Herkunft, Alter und Sexualität führen zu sehr unterschiedlichen Macht- und Diskriminierungserfahrungen.
Welchen Beitrag leistet die Männerforschung zur Geschlechterforschung?
Sie erweitert den Fokus von einer reinen Frauenforschung hin zu einer umfassenden Analyse beider Geschlechter und deren wechselseitigen Machtverhältnissen.
- Quote paper
- M.A. Carsten Bobe (Author), 2006, Männerforschung - neue Perspektiven für die Geschlechterforschung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/119094