Ziel der Arbeit ist es, die herausfordernde Situation von E-Learning und dem selbstorganisierten Lernen in der Pflegeausbildung näher zu betrachten. E-Learning ist an den Pflegeschulen gegenwärtig ein viel diskutiertes und strittiges Thema. Das Pflegeberufereformgesetz (PflBRefG) sorgt für ein verändertes Lehr-Lern-Verständnis. Zudem hat der Unterricht in den letzten Monaten aufgrund der Corona-Pandemie starke Veränderungen erfahren. E-Learning wurde rasant implementiert, um den Unterricht trotz der strengen Kontaktbeschränkungen und getrennten Lernorte zwischen der Schule und den Lernenden im häuslichen Umfeld aufrechtzuerhalten. Dabei waren weder die Lehrenden noch die Lernenden auf diese Situation ausreichend vorbereitet. Die Lernenden wurden fortan zu Hause unterrichtet. Arbeitsaufträge und Lernbriefe wurden per E-Mail an die Lernenden verschickt, mit dem Ziel, dass die Lernenden sich die Inhalte selbstständig erarbeiten und aneignen. Verschiedene Lernplattformen wurden nach und nach in den Unterricht eingeführt, um das Lernen zu unterstützen. Als eine Herausforderung stellte sich die mediale Ausstattung der Lernenden dar, denn nicht alle waren so „gut“ digital aufgestellt, dass sie am Unterricht problemlos teilnehmen konnten. Zudem musste der Umgang mit den digitalen Medien zuvor erst erlernt werden.
Anliegen dieser Arbeit ist die Beantwortung der folgenden Forschungsfragen im Hinblick auf die veränderte Situation an den Pflegeschulen: Welchen Einfluss hat E-Learning auf das selbstorganisierte Lernen? Wie kann E-Learning das selbstorganisierte Lernen unterstützen?
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretischer Hintergrund
2.1 Begriffsdefinition
2.1.1 E-Learning
2.1.2 Selbstorganisiertes Lernen
2.2 E-Learning und die Corona-Pandemie
2.3 Ausgewählte Konzepte zum selbstorganisierten Lernen
2.3.1 Das SOL-Lernkonzept nach Herold
2.3.2 Die „Lehr-Lern-Konzeption selbstorganisiertes Lernen nach Sembill“
2.3.3 Vergleich der ausgewählten Konzepte vom selbstorganisierten Lernen
2.4 Selbstorganisiertes Lernen und E-Learning in der Pflegeausbildung
2.5 Voraussetzungen für selbstorganisiertes Lernen im E-Learning
3 Ausgewählte Formen des E-Learnings zur Förderung von selbstorganisiertem Lernen
3.1 Blended Learning
3.2 Virtuelles Klassenzimmer
3.3 Microsoft Teams als Best-Practice-Beispiel
4 Ausgewählte Befunde zum E-Learning anhand ausgewählter Studien
4.1 Eine Delphi-Erhebung – E-Learning in der hochschulischen Pflegeausbildung
4.2 Befunde einer Befragung von Lernenden während der zweiten Schulschließung
4.3 Diskussion der Studien im Hinblick auf die Forschungsfragen
5 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Herausforderungen und Potenziale von E-Learning im Kontext des selbstorganisierten Lernens innerhalb der generalistischen Pflegeausbildung, insbesondere unter Berücksichtigung der durch die Corona-Pandemie forcierten Digitalisierungsschübe.
- Grundlagen des E-Learnings und des selbstorganisierten Lernens (SOL).
- Vergleich pädagogischer SOL-Konzepte nach Herold und Sembill.
- Analyse digitaler Lernformen wie Blended Learning und Virtuelle Klassenzimmer.
- Auswertung empirischer Studien zur Effektivität von E-Learning in der Pflegeausbildung.
- Bedeutung der Lehrerrolle und technischer Voraussetzungen für den Lernprozess.
Auszug aus dem Buch
2.1.1 E-Learning
Der Begriff E-Learning ist Gegenstand vieler wissenschaftlicher Disziplinen (siehe Abbildung 1). Kerres definiert E-Learning als einen „[…] Oberbegriff für alle Varianten der Nutzung digitaler Medien zu Lehr- und Lernzwecken, sei es auf digitalen Datenträgern oder über das Internet, etwa um Wissen zu vermitteln, für den zwischenmenschlichen Austausch oder das gemeinsame Arbeiten an digitalen Artefakten.“ (Kerres, 2013, S. 6) Diese Definition zeigt die Vielfalt von E-Learning auf. Kerres hebt mit seiner Definition den Nutzen von E-Learning für den Unterricht hervor, dabei geht es gezielt um die Interaktion und die Wissensvermittlung. Heutzutage lässt sich E-Learning in das Unterrichtsgeschehen gut integrieren, um die Lernenden schrittweise in das selbstorganisierte Lernen (siehe Kapitel 2.1.2) einzuführen.
E-Learning dominiert andere Begriffsdefinitionen und fasst diese zusammen, wie „[…] das Lernen mithilfe und Nutzung von Computern, wie z. B. multimediales Lernen, in Wissenschaft und Praxis […].“ (P. Arnold, Kilian, Thillosen & Zimmer, 2018, S. 22). E-Learning steht dabei stellvertretend für elektronisches Lernern oder Electric Learning (ebd.). Hierbei wird auch die Rolle von Lernenden und Lehrenden neu definiert, da Unterricht weniger ortsabhängig stattfindet und sich das Lehr-Lern-Verhalten wandelt. Der Lernende hat hierbei die Möglichkeit, seinen Lernprozess durch multimedial aufbereitete Lerngegenstände wie z. B. Simulationsprogramme und visuell aufbereitete Fallstudien oder auch Telekommunikationsnetze wie z. B. E-Mail oder virtuelle Klassenzimmer zu unterstützen (Euler & Seufert, 2005, S. 5). Hierbei sei die hohe Selbstverantwortung seitens der Lernenden zu beachten, die ihr Lernen selbst organisieren müssen. In der Literatur werden die Begriffe E-Learning und Blended Learning oftmals als unterschiedliche Dimensionen beschrieben.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Vorstellung der Problematik von E-Learning und selbstorganisiertem Lernen in der Pflegeausbildung vor dem Hintergrund des Pflegeberufereformgesetzes und der Corona-Pandemie.
2 Theoretischer Hintergrund: Definition der zentralen Begriffe E-Learning und selbstorganisiertes Lernen sowie Gegenüberstellung theoretischer Konzepte zur methodischen Gestaltung.
3 Ausgewählte Formen des E-Learnings zur Förderung von selbstorganisiertem Lernen: Untersuchung praktischer E-Learning-Formate wie Blended Learning und Virtuelles Klassenzimmer unter besonderer Betrachtung von Microsoft Teams.
4 Ausgewählte Befunde zum E-Learning anhand ausgewählter Studien: Analyse aktueller Delphi-Erhebungen und Befragungen zur Wirkung und Akzeptanz digitaler Lehr-Lern-Arrangements.
5 Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse sowie Ableitung von Empfehlungen für eine strukturierte und begleitete Implementierung von E-Learning in der Pflege.
Schlüsselwörter
E-Learning, Selbstorganisiertes Lernen, SOL, Pflegeausbildung, Blended Learning, Virtuelles Klassenzimmer, Corona-Pandemie, Digitalisierung, Kompetenzentwicklung, Handlungskompetenz, Medienkompetenz, Lernarrangement, Lehrerrolle, Microsoft Teams, Selbstreflexion
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Herausforderungen, die sich bei der Implementierung von E-Learning im Rahmen des selbstorganisierten Lernens in der generalistischen Pflegeausbildung ergeben.
Welches sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Themen sind die pädagogische Fundierung von E-Learning-Modellen, die Bedeutung der Medienkompetenz sowie die notwendige Transformation der Lehrerrolle vom Dozenten zum Lernberater.
Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage?
Die Arbeit untersucht, welchen Einfluss E-Learning auf das selbstorganisierte Lernen hat und wie digitale Medien dieses Lernkonzept gezielt unterstützen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die theoretische Ansätze mit aktuellen empirischen Befunden aus Delphi-Erhebungen und Lernendenbefragungen diskutiert.
Welche Inhalte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil deckt die theoretischen Grundlagen des SOL-Lernkonzepts, die Analyse digitaler Plattformen wie Microsoft Teams und die Diskussion konkreter Studien zur Unterrichtspraxis ab.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die wesentlichen Begriffe sind selbstorganisiertes Lernen (SOL), E-Learning, Blended Learning, Pflegeausbildung, Handlungskompetenz und digitale Lernumgebungen.
Warum ist das "SOL-Haus" nach Herold für die Arbeit relevant?
Das SOL-Haus dient als ganzheitliches Modell, um die komplexen Rahmenbedingungen für erfolgreiches selbstorganisiertes Lernen im digitalen Kontext zu visualisieren und zu verstehen.
Inwieweit spielt die Corona-Pandemie eine Rolle für die Argumentation?
Die Pandemie fungierte als Katalysator für die Digitalisierung an Pflegeschulen und zwang Lehrende wie Lernende zu einem abrupten Wechsel in den Distanzunterricht, was als Fallstudie für die Erfordernis von Struktur diente.
Wird die Rolle der Lehrenden kritisch betrachtet?
Ja, die Arbeit betont, dass Lehrende trotz technischer Digitalisierung unverzichtbar bleiben, um Sicherheit zu geben und Lernprozesse durch Feedback-Schleifen zu begleiten.
Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin bezüglich der Eignung von E-Learning in der Pflege?
E-Learning wird als sinnvolle Ergänzung bewertet, sofern es in einem Blended-Learning-Konzept stattfindet, das den persönlichen Kontakt und die fachpraktische Übung nicht vollständig ersetzt.
- Citation du texte
- Sabine Sender (Auteur), 2021, E-Learning in der Pflegeausbildung. Eine Herausforderung im Hinblick auf das selbstorganisierte Lernen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1190998