Das Ziel dieser Hausarbeit ist es, dass Staatsverständnis Ronnie Schöbs auf der Grundlage der Betrachtung seiner Ausführungen zu einer "…] neuen [solidarischen] Grundsicherungsarchitektur […]." herauszufiltern und es in Beziehung zu setzen, zu den Staatstheorien selbst gewählter philosophischer Vertreter des 17ten – 19ten Jahrhunderts. Diese Hausarbeit wird sich zuerst einmal mit Ronnie Schöb als Person und seinen Leitgedanken seines Aufsatzes: "Eine neue solidarische Grundsicherung." auseinandersetzen.
Aus diesem wird Ronnie Schöbs Staatsverständnis schlussgefolgert, welches im nächsten Schritt auf die Staatstheorien von Jean-Jacques Rousseau, John Locke und Wilhelm von Humboldt übertragen wird um daraus Parallelen und Abgrenzungen aufzuzeigen. In der Hausarbeit wird die Problemstellung aufgestellt, inwieweit sich die Staatstheorien selbstgewählter klassischer philosophischer Vertreter des 17. – 19. Jahrhundert, mit dem Staatsverständnis, eines Ökonomen des 21. Jahrhunderts decken? Hierzu wird die Hypothese formuliert, dass die ersten Ansätze sozialstaatlicher Perspektiven bereits im 17. – 19. Jahrhundert Anklang fanden.
Im Vorfeld bedarf es einiger klärender begrifflicher Auseinandersetzungen. Ein Sozialstaat, "[…] [ist] 'ein Staat, der bemüht ist, nicht nur soziale Sicherheit, sondern auch soziale Gerechtigkeit, gesellschaftliche Integration und individuelle Freiheit zu gewährleisten.'" Hierbei setzt die Grundsicherung an, welche nach Schöb die Absicherung des Staates betrifft, zu Gunsten des alltäglichen Bedarfs des Einzelnen. Sie garantiert das Minimum an sozialstaatlichem monetärem Schutz und umfasst mehrere Ausprägungen von Sozialleistungen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Biografie Ronnie Schöb
3. Eine neue solidarische Grundsicherung als Lösung des Sozialstaatdilemmas
4. Solidarität als Grundpfeiler des Staatverständnisses Ronnie Schöbs
5. Verknüpfung des Staatsverständnisses Ronnie Schöbs mit denen, klassischer philosophischer Vertreter
5.1 Jean-Jacques Rousseau
5.2 John Locke
5.3 Wilhelm von Humboldt
6. Fazit
7. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das von Ronnie Schöb vorgeschlagene Modell einer „neuen solidarischen Grundsicherung“, um das Dilemma des Sozialstaats zu adressieren. Ziel ist es, Schöbs Staatsverständnis zu analysieren und in einen wissenschaftlichen Dialog mit den klassischen Staatstheorien von Jean-Jacques Rousseau, John Locke und Wilhelm von Humboldt zu setzen, um Parallelen und Abgrenzungen aufzuzeigen.
- Analyse der aktuellen Grundsicherungsstruktur und ihrer Reformbedarfe
- Untersuchung des Konzepts der Solidargemeinschaft als Versicherungsmodell
- Kontrastierung von Schöbs Sozialstaatsverständnis mit klassischer Philosophie
- Vergleich der Rollen von Staat, Freiheit und Eigentum bei Rousseau, Locke und Humboldt
- Bewertung von Anreizsystemen und staatlicher Fürsorge
Auszug aus dem Buch
5.1 Jean-Jacques Rousseau
Rousseau baut sein Staatsverständnis im „Contrat Social“ auf dem Prinzip der Volkssouveränität auf, wo er den Menschen ihre Freiheit und Gleichheit zurückgeben will, die sie durch Sklaverei, Neid, Missgunst und Eigentum verloren haben, weshalb auch große Ungleichheit und Ungerechtigkeit unter den Menschen entstanden ist. Nach Eingang des Gesellschaftsvertrags, wandeln die Menschen ihre natürlichen Freiheiten, mit der Möglichkeit sich generell an allen Besitztümern zu bedienen, von denen sie glauben, sie bräuchten sie, in bürgerliche Freiheiten um, welche durch die Annahme des Gemeinwillen, allerdings auch individuelle Freiheiten sind.
Zusätzlich erhalten die Bürger ein Recht auf Eigentum, an dem, was sie vorher als Besitz kannten. Folglich wird deutlich, dass Rousseau mit seinem Verständnis eines Staates und der Freiheit, vor allem auf das Prinzip der Selbstbestimmung der Menschen setzt, indem sie sich selbst Gesetze geben. „Jeder von uns stellt gemeinschaftlich seine Person und ganze Kraft unter die oberste Leitung des allgemeinen Willens; und wir nehmen in die Gesellschaft jedes Mitglied als untrennbaren Teil des Ganzen auf." Hierzu zählt auch der Besitz, welcher der Bürger dem Souverän abzugeben hat.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in das Hartz-IV-Dilemma und die Zielsetzung, Schöbs Reformvorschläge philosophisch einzuordnen.
2. Biografie Ronnie Schöb: Kurzer Abriss über den akademischen Werdegang und die Forschungsschwerpunkte von Prof. Dr. Ronnie Schöb.
3. Eine neue solidarische Grundsicherung als Lösung des Sozialstaatdilemmas: Vorstellung der konkreten Reformmaßnahmen Schöbs zur Neugestaltung der Grundsicherung.
4. Solidarität als Grundpfeiler des Staatverständnisses Ronnie Schöbs: Erläuterung der Grundsicherung als Sozialversicherung auf Gegenseitigkeit und die Rolle der Solidarität.
5. Verknüpfung des Staatsverständnisses Ronnie Schöbs mit denen, klassischer philosophischer Vertreter: Detaillierter Vergleich von Schöbs Thesen mit den Ansätzen von Rousseau, Locke und Humboldt.
6. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der These, dass sozialstaatliche Ansätze bereits in der Geschichte angelegt waren.
7. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Monografien und Zeitschriftenaufsätze.
Schlüsselwörter
Sozialstaat, Grundsicherung, Ronnie Schöb, Solidarität, Hartz IV, Rousseau, Locke, Wilhelm von Humboldt, Sozialversicherung, Umverteilung, Eigentum, Volkssouveränität, Sozialstaatdilemma, Reform, Philosophie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit analysiert Ronnie Schöbs Entwurf für eine moderne, solidarische Grundsicherung und stellt diesen in den Kontext klassischer Staatstheorien.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Zentrum stehen die Konzepte der sozialen Sicherheit, der Eigenverantwortung, die Legitimation staatlicher Eingriffe und das Prinzip der Solidargemeinschaft.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, herauszufinden, inwieweit Schöbs moderner Ansatz des Sozialstaats mit den klassischen Idealen von Rousseau, Locke und Humboldt korrespondiert oder kollidiert.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt eine komparative Methode, um theoretische Konzepte (Staatsverständnisse) zu vergleichen und auf Basis der Fachliteratur zu bewerten.
Was bildet den Kern des Hauptteils?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung des Modells von Schöb und die anschließende philosophische Gegenüberstellung mit drei bedeutenden Denkern des 17. bis 19. Jahrhunderts.
Welche Schlagworte charakterisieren das Werk?
Die Arbeit lässt sich am besten über Begriffe wie Sozialstaatlichkeit, Solidarprinzip und politökonomische Reformansätze beschreiben.
Wie unterscheidet sich Rousseau von Schöb hinsichtlich des Eigentums?
Während Rousseau staatliche Eingriffe in das Eigentum fordert, um extreme Ungleichheit zu vermeiden, fokussiert Schöb primär auf ein bedarfsgerechtes Sicherungssystem bei erhaltener Eigenverantwortung.
Welche Kritik übt Humboldt an einer solchen Grundsicherung?
Humboldt lehnt eine staatliche Rundum-Absicherung ab, da er sie als Einschränkung der individuellen Selbststätigkeit und als Gefahr für die Freiheit des Einzelnen wahrnimmt.
- Citation du texte
- Elisabeth Leddin (Auteur), 2021, Ronnie Schöbs Verständnis eines Sozialstaates. Kontrast zu Staatstheorien klassischer philosophischer Vertreter des 17. bis 19. Jahrhunderts, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1191332