Porters Five-Forces-Modell stammt aus den 1980er Jahren und stellt ein Instrument zur Bestimmung der strategischen Position eines Unternehmens dar. Es konkretisiert die Theorie, dass der Erfolg eines Unternehmens von der Wettbewerbsintensität der Branche abhängig ist, welche sich wiederum durch die jeweilige Stärke beziehungsweise Ausprägung der fünf Wettbewerbskräfte definiert. Es werden die Rivalität unter den bestehenden Unternehmen, die Bedrohung durch neue Konkurrenten sowie durch Substitutionsprodukte und die Verhandlungsstärke / Macht von Kunden und Lieferanten betrachtet.1 Für ein neu entstehendes Unternehmen ist es essenziell zu wissen, wie die Umweltbedingungen in dem angepeilten Marktsegment sind. Dieses Essay soll die Anwendbarkeit der five forces von Porter in Bezug auf das sich in der Gründungsphase befindliche Unternehmen „Bring A Drink“ darlegen, mit welchen Methoden hierbei vorgegangen wird, welche Entscheidungen daraus resultieren und wie benutzerfreundlich das Modell ist. Weiterhin werden Meinungen aus der Literatur zu diesem Modell diskutiert. Die Gründer sind überzeugt, eine Marktlücke füllen zu können, indem sie die Lieferung von Kaltgetränken aller Art bis spät in die Nacht garantieren und in diesem Markt nicht mehr bewandert als ein Bürger, der sich mithilfe der ihm zur Verfügung stehenden Hilfsmittel über die Teilnehmer informiert. Weiterhin wird von ihnen das kostenlose Tool Strategisches Management von der Firma iManagement verwendet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Einblick in die Anwendung
3. Diskussion des Modells aus theoretischen sowie praktischen Gesichtspunkten
4. Die Wirtschaftlichkeit
5. Eine Frage der Sichtweise
6. Benutzerfreundlichkeit
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die praktische Anwendbarkeit und den Nutzen des Five-Forces-Modells von Michael Porter für ein Unternehmen in der Gründungsphase. Ziel ist es, die Stärken und Schwächen des Modells in Bezug auf Datenverfügbarkeit, strategische Entscheidungsunterstützung und Benutzerfreundlichkeit kritisch zu beleuchten.
- Analyse der Five Forces für ein Getränke-Startup ("Bring A Drink")
- Diskussion über die Wirtschaftlichkeit und den praktischen Nutzwert der Analyse
- Kritische Würdigung der methodischen Grenzen, wie der mangelnden Berücksichtigung von Synergieeffekten
- Bewertung der Benutzerfreundlichkeit und Notwendigkeit unterstützender Management-Tools
- Sichtweisen auf die strategische Entscheidungsfindung
Auszug aus dem Buch
Diskussion des Modells aus theoretischen sowie praktischen Gesichtspunkten
Nachteilig anzurechnen ist, dass die sich aus der Analyse ergebenen Chancen nicht ausreichend beleuchtet werden. Das Modell konzentriert sich lediglich auf die zukünftigen und existierenden Risiken sowie auf das Verteidigen von Marktanteilen und lässt dabei fast keinen Raum für die Chancen, die sich durch die dynamische Interaktion zwischen den einzelnen Markteilnehmern sowie eventuelle Partnerschaften ergeben können.4
In der Unternehmenspraxis eröffnete sich für die Gründer ein ähnliches Problem. Ein örtlicher Großhändler begegnet dem Getränke-Lieferservice auf drei Ebenen. Zum einen liefert er seit der Corona-Pandemie ab einem Mindestbestellwert von „sechs Kisten“ die Getränke kistenweise in der gesamten Kleinstadt aus. Die Bestellungen werden dafür per Festnetz oder Fax entgegengenommen. Zum anderen bedient der Großhandel in seinem Hauptgeschäft größere Veranstaltungen von privater oder kommerzieller Natur. Weiterhin ergab eine genauere Analyse des Firmengeflechts, dass eine Mosterei dazugehört, welche wiederum über eine eigene Website für Vertriebspartner ihrer Produkte wirbt.
Wie die Gründer auf diese Situation reagieren können, scheint ins Auge zu springen. Das eigene, hochwertige Bestellsystem inklusive der Listung auf etablierten Plattformen wie Lieferando, stellt einen Mehrwert hinsichtlich der Reichweite für das familiengeführte, mittelständische Unternehmen dar. Eine Partnerschaft bezogen auf den Vertrieb der Mosterei-Produkte sowie auch einen Ausbau des nächtlichen Liefergeschäfts durch das junge Unternehmen. Logistische Vorteile durch das Etablierte Unternehmen würden einen weiteren Mehrwert für die Gründer darstellen. Die Umsätze beider Unternehmen würden profitieren. So wären diese Ebenen der fokussierten Marktsegmente bereits Maßnahmentechnisch abgedeckt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in das Five-Forces-Modell und Vorstellung des Zielunternehmens sowie der Aufgabenstellung.
2. Einblick in die Anwendung: Erläuterung der Hürden bei der Datenerhebung für Neugründungen und des Nutzens bei der Strukturierung komplexer Marktinformationen.
3. Diskussion des Modells aus theoretischen sowie praktischen Gesichtspunkten: Kritische Analyse der mangelnden Berücksichtigung von Chancen und Synergieeffekten am Beispiel eines konkreten Lieferservices.
4. Die Wirtschaftlichkeit: Erörterung der Frage, inwiefern der Aufwand der Analyse in einem angemessenen Verhältnis zum erzielten Nutzen steht.
5. Eine Frage der Sichtweise: Betrachtung der Einschränkungen des Modells hinsichtlich der Wertschöpfungskette und der Notwendigkeit heuristischer Entscheidungsunterstützung.
6. Benutzerfreundlichkeit: Bewertung der strukturellen Leitfaden-Funktion des Modells für Startups im Vergleich zum Bedarf an unterstützenden Tools.
7. Fazit: Zusammenfassende Bewertung, dass das Modell zwar einen Weg zur Strategiebildung aufzeigt, aber nicht ausreicht, um diese allein zu definieren.
Schlüsselwörter
Five-Forces-Modell, Porter, Branchenstrukturanalyse, Strategisches Management, Unternehmensgründung, Wettbewerbsintensität, Marktsegment, Entscheidungsunterstützung, Wettbewerbsvorteile, Synergieeffekte, Marktumfeld, Strategische Positionierung, Business Administration.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie das Five-Forces-Modell von Michael Porter in der Praxis von einem Startup genutzt werden kann, um eine Marktanalyse durchzuführen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Themen sind die Anwendbarkeit der Porter-Analyse, die Herausforderungen bei der Datengewinnung, die Wirtschaftlichkeit solcher Analysen sowie die Grenzen des Modells bei der Identifikation von Marktchancen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es darzulegen, wie ein Unternehmen in der Gründungsphase die Five Forces nutzt, mit welchen Methoden dabei gearbeitet wird, welche Entscheidungen daraus folgen und wie hoch der praktische Nutzen sowie die Benutzerfreundlichkeit des Modells sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um einen Scientific Essay, der eine Kombination aus Literaturrecherche und der praktischen Anwendung des Modells auf ein Fallbeispiel eines Getränke-Lieferservices („Bring A Drink“) nutzt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit den praktischen Herausforderungen, den theoretischen Mängeln des Modells (z. B. Vernachlässigung von Synergien), der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung der Analyse und der Rolle von Management-Tools.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Five-Forces-Modell, Branchenstrukturanalyse, strategische Positionierung, Wettbewerbsvorteile und Entscheidungsunterstützung.
Wie bewertet der Autor die Datenverfügbarkeit für Startups?
Der Autor stellt fest, dass für ein Startup oft keine spezifischen Daten über Wettbewerber öffentlich zugänglich sind, was die Analyse erschwert und zu einem ständigen Aktualisierungsbedarf führt.
Warum ist das Modell laut Arbeit ein "Fluch und Segen zugleich"?
Es ist ein Segen, weil es eine klare Struktur für unübersichtliche Märkte bietet; ein Fluch, weil es zu allgemein gehalten ist, um ohne eigene Interpretation und zusätzliche Tools direkt umsetzbare Strategien zu liefern.
Welche Rolle spielt die Kombination mit der SWOT-Analyse?
Die Kombination wird erwähnt, um strategische Positionen besser zu bestimmen, da die SWOT-Analyse die im Porter-Modell oft fehlende interne Perspektive oder Chancen-Orientierung ergänzen kann.
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- Hauke Hümpel (Autor), 2020, Anwendbarkeit Porters Five Forces in der Praxis, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1191594