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Medienwirkungen - Review zum Einfluss von Massen- und Individual-Medien auf die sozialkognitive Entwicklung von Kindern

Title: Medienwirkungen - Review zum Einfluss von Massen- und Individual-Medien auf die sozialkognitive Entwicklung von Kindern

Diploma Thesis , 2008 , 123 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Diplom Psychologin Lena Hofmann (Author)

Psychology - Media Psychology
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Summary Excerpt Details

Die interdisziplinäre Medienforschung hat im letzten Jahrhundert eine Entwicklung vom einfachen Stimulus-Response-Modell der Medienwirkungen, hin zu differenzierten Modellen der Medienrezeption hinter sich gebracht. Das handlungstheoretische Rezeptionsmodell fällt in die zweite Kategorie und wurde in den 90er Jahren von Charlton und Neumann-Braun entwickelt. Es
geht von einem Rezipienten aus, der - im Kontext seiner Lerngeschichte und aktuellen Situation - aus dem Medienangebot aktiv etwas für ihn thematisch Passendes auswählt und zur Lebensbewältigung und Identitätsbewahrung nutzt.
In der aktuellen öffentlichen Debatte stehen jedoch Aussagen der Hirnforscher Spitzer und Hüther und des Kriminologen Pfeiffer im Vordergrund, die ein bedrohliches Bild der negativen Medienwirkungen zeichnen: Der Konsum von Bildschirmmedien verursache unter anderem Schulversagen, soziale Isolation, Krankheit und schließlich den Tod. Aus dieser Diskrepanz zwischen der Entwicklung der Medienforschung und der aktuellen Debatte ergeben sich die Fragen, inwieweit diese aktuellen und mit modernen wissenschaftlichen Methoden
gewonnenen Aussagen das handlungstheoretische Rezeptionsmodell widerlegen können bzw. vor dem Hintergrund der kognitionswissenschaftlichen Forschung adäquat sind. Die Recherche im Rahmen dieser Arbeit hat gezeigt, dass die zugrunde liegenden Wirkungsmodelle der drei Wissenschaftler zu großen Teilen nicht den Erkenntnissen der Rezeptionsforschung entsprechen und die Datengrundlage, auf die sich die Neurowissenschaftler beziehen, nicht aus
ihrem eigenen Labor stammt. Dementsprechend gering ist die Aussagekraft der aus den Aussagen abgeleiteten Handlungsanweisungen. Während die Methoden neurowissenschaftlich sind, ist die Argumentation mehrheitlich pädagogisch.
Die Kriminologische Forschung von Pfeiffer bewegt sich mehr im Feld der sozialen Ungleichheitsforschung und weniger im Medienforschungsrahmen. Deswegen sollten die aus dieser Forschung stammenden Aussagen eingeschränkt verallgemeinert werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Historische Entwicklung der Massenmedienforschung

1.1. Phase der wirkungsstarken Medien

1.2. Phase der wirkungsschwachen Medien

2. Kritik an der Massenmedienwirkungsforschung

3. Grundbegriffe

3.1. Nutzung

3.1.1. Forschungsansätze

3.1.2. Aktuelle Befunde der Mediennutzung bei Kindern

3.2. Rezeption

3.3. Aneignung

3.3.1. Folgekommunikation

4. Ansatz der strukturanalytischen Rezeptionsforschung – das handlungstheoretische Rezeptionsmodell

4.1. Rezeption

4.2. Handlungsleitendes Thema

4.3. Aufbau des Modells

4.3.1. Strukturmerkmale

4.3.2. Prozessmerkmale

4.4. Aneignung

4.4.1. Vermittlung

4.4.2. Involvement

4.4.3. Para-soziale Interaktion

4.4.4. Folgekommunikation

5. Implikationen für die Wirkungsforschung

5.1. Begrenzungen von Medienwirkungen

5.2. Methodisches Vorgehen

6. Fragestellungen

Aktuelle Forschung

Grundlagenforschung

7. Spitzer

7.1. Mechanismen des Gehirns

7.2. Problematik nach Spitzer

7.2.1. Körperliche Folgen

7.2.2. Virtuelle Realität

7.2.3. Lernen mit dem Computer?

7.3. Lösungsansätze nach Spitzer

7.4. Kritik

7.4.1. Medienwirkungsmodell

7.4.2. Methodisches Vorgehen

7.4.2.1. Neuroimaging

7.4.3. Menschenbild

7.4.4. Fazit zur Medienwirkungsforschung von Spitzer

7.4.4.1. Abgleich mit dem handlungstheoretischen Struktur- und Prozessmodell

7.4.4.2. Aussagekraft

8. Hüther

8.1. Problematik nach Hüther

8.1.1. Gesellschaft und frühkindliche Erfahrungen

8.1.2. Gehirnentwicklung

8.1.3. Der Computer

8.2. Konsequenz

8.3. Lösungsansätze nach Hüther

8.4. Kritik

8.4.1. Medienwirkungsmodell

8.4.2. Methodisches Vorgehen

8.4.3. Menschenbild

8.4.4. Charakteristik von Computerspielen

8.4.5. Fazit zur Medienwirkungsforschung von Hüther

8.4.5.1. Abgleich mit dem handlungstheoretischen Struktur- und Prozessmodell

8.4.5.2. Aussagekraft

9. Fazit zur Hirnforschung im Rahmen der Medienwirkungsforschung

Angewandte Forschung

10. Pfeiffer

10.1. Problematik nach Pfeiffer

10.2. Lösungsansätze nach Pfeiffer

10.3. Kritik

10.3.1. Medienwirkungsmodell

10.3.2. Menschenbild

10.3.3. Methodisches Vorgehen

10.3.4. Abgleich mit dem handlungstheoretischen Struktur- und Prozessmodell

10.3.5. Abgleich mit Ergebnissen anderer Studien

10.3.6. Aussagekraft

10.4. Fazit zur kriminologischen Forschung von Pfeiffer im Rahmen der Medienwirkungsforschung

11. Diskussion

11.1. Beantwortung der Fragestellungen

11.2. Kritische Betrachtung dieser Arbeit

11.3. Ausblick

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit zielt darauf ab, eine fundierte Einschätzung des aktuellen Forschungsstandes zur Medienwirkung auf Kinder zu geben. Dabei wird untersucht, inwieweit die oftmals populärwissenschaftlich verbreiteten negativen Thesen von Forschern wie Spitzer, Hüther und Pfeiffer vor dem Hintergrund moderner kognitionswissenschaftlicher Rezeptionsforschung Bestand haben und auf welcher methodischen Basis diese Aussagen getroffen werden.

  • Historische Entwicklung und Kritik der Medienwirkungsforschung
  • Strukturanalyse des handlungstheoretischen Rezeptionsmodells
  • Kritische Auseinandersetzung mit neurobiologischen und kriminologischen Medienwirkungsmodellen
  • Vergleich zwischen medienkonservativen Ansätzen und handlungstheoretischer Rezeptionsforschung
  • Diskussion der Bedeutung von Mediennutzung, Aneignung und sozialem Kontext

Auszug aus dem Buch

1. Historische Entwicklung der Massenmedienforschung

Die Theoriebildung innerhalb der Medienwissenschaft ist nach Bonfadelli (2004, S. 27) „schwankend, diskontinuierlich und fragmentarisch“. Das liegt unter anderem daran, dass sich sowohl das Forschungsobjekt als auch die theoretischen Ansätze geändert haben. Erschwerend kommt überdies die Multidisziplinarität dieses Forschungsfeldes hinzu. Nach Brosius und Esser (1998) wurden die Konzepte der Medienwirkungsforschung auch durch die jeweilige aktuelle politische Kultur beeinflusst. Fernseher, Computer und Internet sind zu einem „zentralen Faktor der Gesellschaft“ (Brosius & Esser, 1998, S. 353) geworden und deswegen von großer Bedeutung für die Forschung, vor allem die Auftragsforschung durch Werbeträger.

Es gibt unterschiedliche Arten der Einteilung der verschiedenen Ansätze der Medienwirkungs- und Rezeptionsforschung. Sehr verbreitet ist die grobe Unterteilung in eine Phase der wirkungsstarken Medien (anzusiedeln etwa 1910-1945) und eine Phase der wirkungsschwachen Medien (1945 bis heute). Während man in der ersten Hälfte des 20. Jahrhundert von Wirkungsforschung sprach, hat sich mittlerweile der Begriff der Rezeptionsforschung bewährt. Letztere fußt auf der Erkenntnis, dass unterschiedliche Menschen unterschiedlich reagieren (Charlton, 2007), und unterscheidet sich von der Medienwirkungsforschung insofern, als dass sie „die Interaktion von RezipientInnen mit Texten bzw. Bildern entweder als einen kognitiven Prozess oder eine besondere Form des sozialen Handelns versteht“ (Charlton & Barth, 1995, Zusammenfassung).

Der Ursprung dieses grundsätzlichen begrifflichen Wandels liegt in den 70er Jahren: es fand eine generelle Akzentverschiebung hin zu einem aktiven Rezipienten, symmetrischer Kommunikation und der Rezeption mit Prozesscharakter statt. Die Phasen der Medienforschung unterscheiden sich in der Beurteilung der Wirkungsproblematik und der jeweils postulierten Stärke des Mediums. Letztere steht in direktem Zusammenhang mit der Publikumskonzeption, was bedeutet, dass eine geringe Medienstärke mit einem starken Rezipienten einhergeht und vice versa (Bonfadelli, 2004). Zusammenfassend siehe Tabelle 1.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik der Medienwirkung auf Kinder ein und stellt die Diskrepanz zwischen populärwissenschaftlichen Warnungen und der aktuellen Rezeptionsforschung dar.

1. Historische Entwicklung der Massenmedienforschung: Dieses Kapitel skizziert den Wandel der Medienforschung von der Annahme massiver Medieneffekte hin zur Anerkennung aktiver Rezipienten.

2. Kritik an der Massenmedienwirkungsforschung: Hier werden methodische und theoretische Schwachstellen der klassischen Wirkungsforschung sowie der Begriff der "Medienwirkung" problematisiert.

3. Grundbegriffe: Das Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Mediennutzung, Rezeption und Aneignung und beleuchtet aktuelle Forschungsansätze.

4. Ansatz der strukturanalytischen Rezeptionsforschung – das handlungstheoretische Rezeptionsmodell: Es erfolgt eine detaillierte Einführung in das Modell von Charlton und Neumann-Braun, welches Mediennutzung als aktives, lebensweltliches Handeln begreift.

5. Implikationen für die Wirkungsforschung: Dieses Kapitel leitet aus dem vorgestellten Modell Konsequenzen für eine differenzierte Erforschung von Medienwirkungen ab.

6. Fragestellungen: Basierend auf den vorangegangenen Kapiteln werden die zentralen Forschungsfragen formuliert, die im weiteren Verlauf an der Forschung von Spitzer, Hüther und Pfeiffer überprüft werden.

7. Spitzer: Es wird die Forschung von Manfred Spitzer zur Hirnforschung und die Problematisierung von Bildschirmmedien dargestellt und kritisch bewertet.

8. Hüther: Die Position von Gerald Hüther wird analysiert, wobei der Fokus auf frühkindlichen Erfahrungen, der Gehirnentwicklung und der Problematik der "Computersucht" liegt.

9. Fazit zur Hirnforschung im Rahmen der Medienwirkungsforschung: Eine zusammenfassende Bewertung des Beitrags der Hirnforschung zur Medienwirkungsdebatte.

10. Pfeiffer: Das Kapitel befasst sich mit der kriminologischen Forschung von Christian Pfeiffer und dessen Thesen zur Medienverwahrlosung.

11. Diskussion: Abschließend werden die Ergebnisse zusammengeführt, die Fragestellungen beantwortet und eine kritische Reflexion der Arbeit vorgenommen.

Schlüsselwörter

Medienwirkung, Rezeptionsforschung, handlungstheoretisches Rezeptionsmodell, Hirnforschung, Computersucht, Medienverwahrlosung, Mediennutzung, Sozialisation, kognitive Entwicklung, Neuroimaging, Bildschirmmedien, Medienkompetenz, Jugendkriminalität, Identitätsbildung, qualitative Forschung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den wissenschaftlichen Diskurs über den Einfluss von Massen- und Individualmedien auf die sozialkognitive Entwicklung von Kindern. Dabei wird besonders das Spannungsfeld zwischen neurobiologischen Warnmeldungen und soziologisch-handlungstheoretischen Rezeptionsmodellen beleuchtet.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen umfassen die historische Entwicklung der Medienforschung, die Analyse spezifischer handlungstheoretischer Modelle der Medienrezeption sowie die kritische Auseinandersetzung mit der aktuellen Forschung von Spitzer, Hüther und Pfeiffer.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist eine realistische Einschätzung des derzeitigen Forschungsstandes. Die Arbeit fragt, ob die medienkritischen Positionen der drei genannten Wissenschaftler vor dem Hintergrund moderner Rezeptionsforschung haltbar sind und ob sie adäquate methodische Ansätze verwenden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin verwendet ein qualitatives, review-basiertes Vorgehen. Sie analysiert und vergleicht existierende Forschungsmodelle (insbesondere das handlungstheoretische Rezeptionsmodell von Charlton und Neumann-Braun) mit den aktuellen Studien und Postulaten der genannten Hirnforscher und Kriminologen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in die Rezeptionsforschung und eine detaillierte, kritische Prüfung der Argumentationen von Spitzer, Hüther und Pfeiffer hinsichtlich ihrer Medienwirkungsmodelle, Menschenbilder und methodischen Vorgehensweisen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Medienwirkung, Rezeptionsforschung, handlungstheoretisches Modell, Hirnforschung, Medienverwahrlosung, Computersucht, Mediennutzung und Sozialisation.

Warum kritisiert die Autorin die medienkritischen Ansätze von Spitzer und Hüther so stark?

Die Kritik richtet sich vor allem gegen die methodische Reduzierung der Mediennutzung auf monokausale Wirkungsmodelle, die Vernachlässigung des aktiven Rezeptionsprozesses und die mangelnde externe Validität der im Labor gewonnenen Erkenntnisse für den komplexen Alltag von Kindern.

Was genau versteht man unter dem "handlungstheoretischen Rezeptionsmodell"?

Es ist ein Modell, das Mediennutzung nicht als passiven Konsum, sondern als aktives, zielgerichtetes Handeln betrachtet, das in soziale Kontexte und die individuelle Lebensbewältigung der Nutzer eingebettet ist.

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Details

Title
Medienwirkungen - Review zum Einfluss von Massen- und Individual-Medien auf die sozialkognitive Entwicklung von Kindern
College
University of Freiburg
Grade
1,7
Author
Diplom Psychologin Lena Hofmann (Author)
Publication Year
2008
Pages
123
Catalog Number
V119189
ISBN (eBook)
9783640226009
ISBN (Book)
9783640227433
Language
German
Tags
Medienwirkungen Review Einfluss Massen- Individual-Medien Entwicklung Kindern
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Diplom Psychologin Lena Hofmann (Author), 2008, Medienwirkungen - Review zum Einfluss von Massen- und Individual-Medien auf die sozialkognitive Entwicklung von Kindern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/119189
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