Wie trifft man eine „gute“ Entscheidung?

Erklärungen aus der Sicht verschiedener Ansätze


Seminararbeit, 2008

22 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Zusammenfassung

2 Einleitung

3 Hauptteil
3.1 Was ist eine gute Entscheidung?
3.2 Entscheidung mit Pro-Contra-Liste?
3.3 Die Prospect Theory
3.3.1 Der Framing-Effekt
3.3.2 Konfliktsituationen
3.4 Der Umgang mit Wahrscheinlichkeiten
3.5 Die begrenzte Verarbeitungskapazität des menschlichen
Verstandes
3.6 Bessere Entscheidungen ohne bewusstes Denken
3.7 Bounded Rationality
3.7.1 Die Gaze Heuristik
3.7.2 Die Recognition Heuristik
3.7.3 Der Weniger-ist-mehr-Effekt
3.7.4 Die Take-The-Best-Heuristik

4. Diskussion

5 Literaturverzeichnis

1 Zusammenfassung

In dieser Seminararbeit werden empirische Befunde und logische Überlegungen bezüglich verschiedener Aspekte der Entscheidungsfindung vorgestellt. Es wird erläutert, welche Faktoren eine Entscheidung beeinflussen, wie z.B. der Framing Effekt, über wie viel Verarbeitungskapazität der menschliche Verstand verfügt und auf welchen Wegen man eine gute Entscheidung treffen kann. Unter bestimmten Bedingungen ist es besser Alternativen bewusst gegeneinander abzuwägen, unter anderen Bedingungen kann es vorteilhaft sein, eine Entscheidung ohne bewusstes Überlegen zu treffen. Im Hinblick auf die beschränkte bewusste Verarbeitungskapazität ist es wahrscheinlich, dass der Mensch Abkürzungen und Heuristiken verwendet, wobei insbesondere die Take-The-Best-Heuristik äußerst vorteilhaft ist, um zukünftige Daten vorherzusagen (Gigerenzer 2001). Gute Entscheidungen beinhalten meistens Überlegungen, die sich auf zukünftige Ereignisse oder Zustände beziehen.

2 Einleitung

Jeden Tag sieht sich der Mensch mit einer Vielzahl von Ereignissen konfrontiert, die oft das Treffen einer Entscheidung verlangen. Entscheiden müssen wir also ständig. Im Kleinen, wie zum Beispiel, ob man nun diese Arbeit zu Ende liest, oder im Großen, wenn man sich fragt, ob man heiraten will, Kinder bekommen will, welchen Beruf man ausführen möchte. Doch wann ist eine Entscheidung eine gute Entscheidung? Wie entscheidet der Mensch? Wie trifft er die richtige Entscheidung? Soll er vernünftig alle möglichen Konsequenzen durchdenken oder einfach seinem Bauchgefühl folgen? Zum Thema Entscheidungsfindung gibt es eine große Anzahl von Theorien, die Antworten auf diese Fragen suchen.

Ziel dieser Seminararbeit ist es, darzulegen, wie, aus der Sicht verschiedener Ansätze, eine Entscheidung getroffen wird und inwiefern diese Entscheidung auch als „gut“ bewertet werden kann. Im Großen und Ganzen werden hier zwei verschiedene Theorien näher betrachtet – die Prospect Theory und die Theorie der Bounded Rationality. Weiter soll dargestellt werden, welche Aspekte und Prozesse bei einer guten Entscheidung zu berücksichtigen sind.

Bevor jedoch genauer darauf eingegangen werden kann, wie eine gute Entscheidung getroffen wird, wird im ersten Teil des Hauptteiles zuerst darauf eingegangen, was unter dem Begriff „gute Entscheidung“ überhaupt verstanden werden kann.

Anschließend wird Benjamin Franklins Idee zum Treffen einer guten Entscheidung dargestellt. Franklin verwendete als Entscheidungshilfe eine Pro und Contra Liste.

Anschließend folgen zwei Studien von Tversky und Shafir (1992, zitiert nach Shafir, Simonson& Tversky, 1993) die sich mit Entscheidungen aus der Sicht der Prospect Theory beschäftigen. Die erste der beiden Studien beschäftigt sich mit dem Framing Effekt, die zweite Studie mit Entscheidungen in Konfliktsituationen.

Nachdem dargestellt sein wird, dass Entscheidungen durch vom Bezugsrahmen abhängige Informationen beeinflusst werden können, wird versucht, Möglichkeiten zu finden, eine bessere Entscheidung zu treffen, wenn Wahrscheinlichkeitsinformationen zu bewerten sind. Ein Beispiel hierfür wäre das Übersetzen von Wahrscheinlichkeitsinformationen in natürliche Häufigkeiten (Gigerenzer, 2003/ 04).

Beim Treffen einer Entscheidung und beim Umgang mit Risiken und Wahrscheinlichkeiten ist auch die Verarbeitungskapazität des bewussten rationalen Verstandes wichtig. Der bewusste menschliche Verstand besitzt keine unbegrenzte Verarbeitungskapazität (Birnbaumer & Schmidt, 2006, Kast, 2007). Auch der unbewusste Verstand nimmt Einfluss auf den Prozess der Entscheidungsfindung. Um die Bedeutung des unbewussten Verstandes bei Entscheidungen näher zu erläutern, folgt eine Studie von Dijksterhuis et al. (2006, zitiert nach Kast).

Ein weiterer Ansatz der sich mit Entscheidungsfindung beschäftigt, ist die Theorie der Bounded Rationality. Im letzten Teil des Hauptteiles werden diese Theorie und die Idee der Adaptive Toolbox näher erläutert werden.

Um die Idee der Adaptive Toolbox näher zu beschreiben, werden zuerst die Gaze- Heuristik, dann die Recognition- Heuristik näher beschrieben. Zur Recognition- Heuristik werden eine Studie von Gigerenzer und Goldstein (1999, zitiert nach Gigerenzer, 2001) und eine Studie von Ayton und Önkal (1997, zitiert nach Gigerenzer 2001) dargestellt. Darauf folgt eine Studie von Gigerenzer und Goldstein (1999, zitiert nach Gigerenzer 2001) zum Weniger-ist-mehr-Effekt. Das letzte „Werkzeug“ der Adaptive Toolbox, welches in dieser Seminararbeit genauer beschrieben werden soll, ist die Take-The-Best-Heuristik. Hierzu wird auf eine Studie eingegangen werden, in welcher die Akkuratheit dieser Heuristik mit der von linearen Modellen verglichen wird (Czerlinski, Gigerenzer & Goldstein, 1999, zitiert nach Gigerenzer, 2001).

Im Anschluss auf den Hauptteil folgt schließlich eine Diskussion, in der zu den vorgestellten Ansätzen und Studien kritisch Stellung bezogen wird.

3 Hauptteil

3.1 Was ist eine gute Entscheidung

Eine gute Entscheidung ist ganz allgemein gesehen das Wählen einer Option, die individuell und/ oder objektiv besser ist als die eine oder die andere.

Eine gute Entscheidung umfasst eine höchst mögliche Zufriedenheit oder auch eine Optimierung des Ressourcenmanagements, des Zeitmanagements und einer Kosten- Nutzen Relation oder das Minimieren des Aufwandes für das Treffen einer Entscheidung.

Eine individuell gute Entscheidung kann, muss aber nicht, auch eine objektive gute Entscheidung bedeuten. Was für eine Person eine treffende gute Entscheidung ist, muss nicht auch für alle Personen eine gute Entscheidung darstellen.

3.2 Entscheidung mit Pro-Contra-Liste?

Es gibt mehrere Möglichkeiten, wie man eine Entscheidung treffen kann. Eine Idee, eine gute Entscheidung zu treffen, kam Ende des 18. Jahrhunderts auf. Benjamin Franklin der damalige Präsident der Vereinigten Staaten traf seine Entscheidungen, indem er zu gegebenen Alternativen jeweils das Für und Wieder aufschrieb. Danach überlegte er erst einmal 3 oder 4 Tage und schrieb dann zu jedem Punkt Gedanken und Argumente auf, warum er diese Punkte in diese Liste mit eingebracht hatte. Als weiteren Schritt versuchte er die Wichtigkeit der jeweiligen Punkte abzuschätzen. Wenn dann alle Möglichkeiten sowohl einzeln als auch im Vergleich erwogen waren, half ihm das beim Treffen einer guten Entscheidung (Schafir, Simonson & Tversky, 1993).

Shaukun (2001) hat eine ähnliche Auffassung. Seiner Ansicht nach bildet der Mensch zwei Hierarchien von Beziehungen, also zwei hierarchische Listen jeweils mit subjektiven und objektiven Werten, Zielen und Kontrollvariablen, um den bestmöglichen Outcome (also eine gute Entscheidung) zu erlangen.

Aber kommt man so wirklich zu einer treffenden Entscheidung? Um dieser Frage nachzugehen, soll zuerst die Prospect Theory kurz erläutert werden und dann einige Faktoren genannt werden, die aus der Sicht dieser Theorie eine Entscheidung beeinflussen.

3.3 Die Prospect Theory

Die Prospect Theory ist eine von Kahneman und Tversky entwickelte Alternative zum SEU (subjective expected utility, also subjektive erwarteter Nutzen) Modell, mit folgenden Annahmen:

(1) der subjektive Nullpunkt für den Nutzen ist bezugsystemabhängig […] (2) die Funktion im positiven Teil und im negativen Teil der Nutzenfunktion sind unterschiedlich steil, sodass bei positivem Nutzen das Verhalten risikoaversiv ist und bei negativem Nutzen risikofreudig, (3) an die Stelle der subjektiven Wahrscheinlichkeiten tritt eine gekrümmte Gewichtsfunktion, die für die Werte nahe 0 und 1 nicht definiert ist. (Häcker& Stapf, 2004, S. 737)

[...]

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Details

Titel
Wie trifft man eine „gute“ Entscheidung?
Untertitel
Erklärungen aus der Sicht verschiedener Ansätze
Hochschule
Université de Fribourg - Universität Freiburg (Schweiz)  (Lehrstuhl für allgemeine Psychologie)
Autor
Jahr
2008
Seiten
22
Katalognummer
V119196
ISBN (eBook)
9783640228386
ISBN (Buch)
9783640230327
Dateigröße
582 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Entscheidung
Arbeit zitieren
Dominic Vogt (Autor), 2008, Wie trifft man eine „gute“ Entscheidung?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/119196

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