Seit einigen Jahren wird man mit dem Begriff „War for Talents“ in einschlägigen Zeitschriftenartikeln
oder Berichten über die heutige Personalbeschaffung konfrontiert.
Diese Definition stellt den Kampf der Unternehmen bildlich dar, qualifizierte und geeignete
Bewerber für eine zu besetzende Stelle zu finden. Aufgrund des Wirtschaftswachstums
und der damit verbundenen gestiegenen Zahl an Aufträgen in
Deutschland, hat sich die Bewerberanzahl auf eine Stelle stark vergrößert. Die
Hauptaufgabe der Personalbeschaffung besteht unter anderem darin, dieses immens
hohe Bewerberaufkommen zu bewältigen und potentielle Kandidaten kostengünstig
und zeitnah zu gewinnen.
Eingeführte Systeme und Prozesse aus den Zeiten angespannter Personalmärkte
müssen daher heute ihre Tauglichkeit für hohe Bewerberaufkommen mit den unterschiedlichsten
Qualifikationsprofilen beweisen. Neue Aspekte der Personalrekrutierung
gewinnen an Relevanz, effiziente Personalprozesse sind heute mehr denn je
ein Faktor erfolgreicher Personalarbeit. Diese Anforderungen können z. B. mit der
Papierablage nicht mehr mithalten. Die Aspekte der Rekrutierung, z. B. die Personalbeschaffung
im Internet, geraten immer mehr in den Fokus, da die Arbeit im
Personalmanagement so effizienter gestaltet werden kann. Viele Unternehmen entscheiden
sich deshalb für die Automatisierung dieser Prozesse. Unter den genannten
Aspekten gewinnt das E-Recruiting fortlaufend an Bedeutung, jedoch sind bei der
Implementierung eines derartigen Systems einige Gegebenheiten zu beachten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.2 Zielsetzung
1.3 Vorgehensweise
2. Personalbeschaffung
2.1 Interne Personalbeschaffung
2.2 Externe Personalbeschaffung
3. Nutzung von Internet-Stellenbörsen
4. Online-Recruiting als Personalbeschaffungsmaßnahme
4.1 Begriffsdefinition und Historie
4.2 Anbietertypen im Internet
4.2.1 Kommerzielle Stellenmärkte im Internet
4.2.2 Stellenmärkte von Tageszeitungs-/Zeitschriftenverlagen
4.2.3 Nichtkommerzielle Initiativen, Verbände und Behörden
4.2.4 Unternehmen mit eigenem Internet-Service
4.3 Vorteile Online-Recruiting
4.4 Nachteile Online-Recruiting
4.5 Klärung der Rentabilitätsfrage
6. Lösung
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Optimierung der Bewerberauswahl eines spezifischen Unternehmens mit ca. 380 Mitarbeitern, das bislang ausschließlich auf klassische Personalbeschaffungswege angewiesen ist. Ziel ist es, durch die Implementierung von Online-Recruiting-Prozessen die Effizienz der Personalgewinnung zu steigern und den administrativen Aufwand bei hohem Bewerberaufkommen zu senken.
- Grundlagen der internen und externen Personalbeschaffung
- Analyse von Online-Recruiting als moderne Rekrutierungsmaßnahme
- Vergleich der Vor- und Nachteile webbasierter Bewerbungssysteme
- Entwicklung einer Lösung zur Implementierung eines Bewerber-Management-Systems
- Kriterien für eine erfolgreiche Gestaltung von Online-Bewerbungsformularen
Auszug aus dem Buch
4.4 Nachteile Online-Recruiting
Zwar ist die Resonanz auf das Online-Recruiting zum Großteil positiv, dennoch gibt es einige Kritikpunkte. Beispielsweise sind Online-Bewerbungen oftmals zu wenig aussagefähig, unvollständig oder unübersichtlich. In vielen Personalabteilungen wird das Medium noch nicht effektiv genutzt. Ein möglicher Grund dafür ist das für den zusätzlichen Aufwand kein weiteres Personal für die Pflege des Systems eingesetzt wird. Hinzu kommen fehlende IT-Standards und mögliche Softwareprobleme. Die Karrierebereiche der Unternehmen sind meist zwar leicht aufzufinden, das Handling der Online-Bewerbungsformulare ist jedoch oft verbesserungswürdig. Ein weiteres Manko findet sich bei der Kommunikation der Unternehmen. Viele Antwortschreiben hinterlassen wegen Unpersönlichkeit einen negativen Eindruck für den Bewerber. Dadurch, dass der Bewerbungsvorgang ziemlich schnell von statten geht kommt es bei vielen Firmen zu einem „Informationsoverload“. Ein Grund, der die Frage zur Gleichwertigkeit der klassischen Bewerbungswege in Frage stellt. Von Bedeutung ist auch der Sicherheitsaspekt bei persönlichen Daten. Nur knapp drei Viertel der Unternehmen bieten eine sichere SSL-Verschlüsselung während der Eingabe bzw. für die Übertragung an.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Herausforderungen im modernen „War for Talents“ und die Notwendigkeit, aufgrund steigender Bewerberzahlen ineffiziente Prozesse zu automatisieren.
2. Personalbeschaffung: Dieses Kapitel definiert die grundlegenden Aufgaben der Personalbeschaffung und unterscheidet zwischen internen Instrumenten und externen Rekrutierungswegen.
3. Nutzung von Internet-Stellenbörsen: Es wird die zunehmende Bedeutung des Internets als Kanal für die Personalsuche aufgezeigt, belegt durch Statistiken zur Nutzung von Unternehmens-Homepages.
4. Online-Recruiting als Personalbeschaffungsmaßnahme: Dieses Kapitel analysiert die verschiedenen Anbietertypen, die Vor- und Nachteile sowie die Rentabilitätsaspekte von Online-Bewerbungssystemen.
6. Lösung: Der Autor schlägt konkrete Maßnahmen vor, um durch ein Online-Bewerberportal und ein systematisches Workflow-Management die Prozesse des beispielhaften Unternehmens zu optimieren.
7. Fazit: Das Fazit fasst die Notwendigkeit des Online-Recruitings zusammen und gibt Empfehlungen für eine nutzerfreundliche und technische Umsetzung von Bewerbungsformularen.
Schlüsselwörter
Personalbeschaffung, Online-Recruiting, E-Recruiting, Personalmanagement, Bewerberauswahl, Internet-Stellenbörsen, Bewerber-Management-System, Personalmarketing, Personalgewinnung, Prozessoptimierung, War for Talents, HR-Management, digitale Transformation, Personalarbeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit?
Die Projektarbeit beschäftigt sich mit der Optimierung des Bewerbungsprozesses eines Bergbahn-Unternehmens durch den gezielten Einsatz digitaler Recruiting-Methoden.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Fokus stehen die theoretischen Grundlagen der Personalbeschaffung sowie die praktische Implementierung und die kritische Bewertung von Online-Recruiting-Lösungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel besteht darin, darzulegen, wie das Unternehmen seine klassische, manuelle Personalbeschaffung durch eine internetbasierte Lösung modernisieren und effizienter gestalten kann.
Welche methodische Vorgehensweise wird gewählt?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturrecherche zu Recruiting-Prozessen sowie einer Analyse des Ist-Zustandes der Bewerberzahlen des beispielhaften Unternehmens, woraus konkrete Handlungsempfehlungen abgeleitet werden.
Was umfasst der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil analysiert die Möglichkeiten der externen Personalbeschaffung, die Vor- und Nachteile von Internet-Stellenbörsen und die technischen sowie organisatorischen Anforderungen an ein modernes Bewerber-Management-System.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind E-Recruiting, Prozessautomatisierung, Personalmarketing, Bewerbermanagement und Personalbeschaffungsplanung.
Warum ist eine Online-Strategie für das Unternehmen notwendig?
Da das Unternehmen saisonal schwankende und teils hohe Bewerberzahlen aufweist, ermöglicht ein Online-System eine schnellere, kosteneffizientere und strukturiertere Bearbeitung als die bisherige Papierablage.
Welche Rolle spielt die „Dritte Seite“ im Online-Bewerbungsformular?
Die „Dritte Seite“ dient dazu, dem Bewerber Raum für eine Selbsteinschätzung bezüglich seiner Soft Skills und Schlüsselqualifikationen zu geben, was über die bloßen Hardfacts hinausgeht.
- Quote paper
- Andreas Deuring (Author), 2008, Optimierung der Bewerberauswahl durch den Einsatz von Online-Recruiting, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/119227