In Folge dieser Arbeit wird sich am Anfang mit der Definition und dem Ursprung von Good Governance beschäftigt. Der nächste Schritt betrachtet den Deutschen Olympischen Sportbund in seiner Entstehung und die Rolle, die er als größter Verband in Deutschland für die Gesellschaft und Politik einnimmt. Mit der Einsetzung eines Good Governance Kodex hat der DOSB für sich die Elemente der Integrität, Partizipation, Verantwortung und Transparenz als Leitfaden bestimmt. Diese Komponenten werden in dieser Arbeit allgemein definiert und anschließend damit verglichen, wie sie der DOSB definiert und umsetzt. Dazu fügt sich eine eigene Bewertung jeweils zu den Paradigmen an. Im letzten Kapitel dieser Arbeit werden wichtige Punkte zusammengefasst und sich der Frage angenähert ob oder wie Good Governance die Strukturen vom DOSB ändert. Den Abschluss macht eine Bewertung mit den Vor- und Nachteilen von Good Governance.
Inhaltsverzeichnis
1. Was ist Good Governance ?
2. Die Rolle des Deutschen Olympischen Sportbund zum Staat und der Gesellschaft
3. Der Deutsche Olympische Sportbund und Good Governance
4. Was versteht der Deutsche Olympische Sportbund unter Good Governance und wie wendet er es an?
4.1.Definition von Integrität, Umsetzung durch den Deutschen Olympischen Sportbund und Bewertung
4.2.Definition von Partizipation und Einbindung, Umsetzung durch den Deutschen Olympischen Sportbund und Bewertung
4.3.Definition von Transparenz, Umsetzung durch den Deutschen Olympischen Sportbund und Bewertung
4.4.Definition von Verantwortlichkeit und Rechenschaftspflicht, Umsetzung durch den Deutschen Olympischen Sportbund und Bewertung
5. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht, wie das Konzept von Good Governance die internen Strukturen und die externe Wahrnehmung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) beeinflusst. Ziel ist es, die vom DOSB definierten Leitprinzipien – Integrität, Partizipation, Transparenz sowie Verantwortlichkeit und Rechenschaftspflicht – wissenschaftlich zu analysieren, deren Umsetzung kritisch zu bewerten und den Einfluss auf die Organisationsentwicklung darzulegen.
- Grundlagen und Ursprünge von Good Governance in Politik und Wirtschaft
- Die gesellschaftspolitische Rolle des DOSB als Dachverband
- Analyse und Bewertung der DOSB-internen Implementierung von Good Governance
- Diskussion von Chancen und Grenzen der Governance-Kodizes im Sport
Auszug aus dem Buch
4.1.Definition von Integrität, Umsetzung durch den Deutschen Olympischen Sportbund und Bewertung
Der Begriff von Integrität wird in vielerlei Kontexten verwendet, dennoch kann es in seiner Anwendung für grundsätzlich ungleiche Bedeutungsweisen stehen. „So wird Integrität einerseits oft Personen zugeschrieben, die beispielsweise auf eine bestimmte Weise handeln (besonders moralisch oder ehrlich), wird aber andererseits auch Dingen zugeschrieben, die bestimmte Merkmale aufweisen (z. B. Vollkommenheit eines Kunstwerks oder Intaktheit einer Datenbank) […].“ Eine Annäherung zu dem Inhalt von Integrität, folgt aus dem Oxfort Dictionary „the quality of being honest and having strong moral principles“. So werden in der Literatur als moralische Prinzipen, Ehrlichkeit, Vertrauenswürdigkeit, Aufrichtigkeit, Authentizität, Zuverlässigkeit, Respekt, Gerechtigkeit und Autonomie herangezogen. Zusammenfassend bedeutet Integrität dass ein Akteur beständig, auch gegen Widerstände, sich an den Grundwerten und dem ethisch richtigen orientiert, sowie die Prinzipien und Werte im Handeln konsequent umsetzt.
„Bei Integrität geht es im Kern darum, dass das Verbandshandeln mit den eigenen (kommunizierten) Werten des Verbandes übereinstimmt – also um glaubwürdiges Handeln. Was dazu beiträgt: Einhaltung von Gesetzen, Regeln und Standards (Regeltreue), Von persönlichen Interessen und Vorteilen unabhängige Entscheidungsfindung, Etablierung einer Kultur, die ethisches Verhalten und Fairness fördert und ermutigt (Fair Play), Gewährleistung von Chancengleichheit – Ablehnung jeglicher Diskriminierung.“
Moralisch korrektes Handeln kann nur auf Grundlage von gesetzten Standards, verbindlichen Gesetzen und klar definierten Regeln erfolgen. Aus der Sicht vom DOSB werden diese Paradigmen durch die Verbandssatzung geregelt, an die sich jedes Mitglied, sowie hauptamtlich- oder ehrenamtlich beschäftige Mitarbeiter*innen halten muss. Zur unabhängigen Prüfung wurde die Ethik-Kommission und Ombudsstelle, mit in die Verbandsstrukturen aufgenommen. Aus der Satzung geht hervor, dass sie fernab jeder Beziehung zum DOSB stehen müssen. Dazu folgt die Einberufung beider Geschlechter in die Kommission, sowie dass ein Mitglied das Amt eines Richters innehaben muss. Die Ombudsstelle wird mit einem unabhängige Rechtsbeistand besetzt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Was ist Good Governance ?: Dieses Kapitel erläutert den Ursprung des Governance-Begriffs ausgehend von der Entwicklungshilfe der Weltbank bis hin zum Paradigmenwechsel in staatlichen und wirtschaftlichen Institutionen.
2. Die Rolle des Deutschen Olympischen Sportbund zum Staat und der Gesellschaft: Der Abschnitt analysiert die Funktion des DOSB als größter Freiwilligenverband in Deutschland und seine Interdependenzen mit Politik und Gesellschaft.
3. Der Deutsche Olympische Sportbund und Good Governance: Hier wird der Bedarf an "Guter Verbandsführung" vor dem Hintergrund globaler sportpolitischer Skandale und der Notwendigkeit zur Wertevermittlung diskutiert.
4. Was versteht der Deutsche Olympische Sportbund unter Good Governance und wie wendet er es an?: Das zentrale Kapitel definiert die vier Säulen Integrität, Partizipation, Transparenz und Verantwortlichkeit und vergleicht diese mit den tatsächlichen Strukturen und dem Handeln des DOSB.
5. Fazit und Ausblick: Diese Zusammenfassung reflektiert die strukturellen Veränderungen durch die Ethik-Kommission und bewertet Good Governance als Chance für mehr Vertrauen im Sport, trotz der Schwierigkeit, rechtliche Verbindlichkeit in diesem Kontext zu garantieren.
Schlüsselwörter
Good Governance, DOSB, Integrität, Partizipation, Transparenz, Verantwortlichkeit, Rechenschaftspflicht, Sportpolitik, Ethik-Kommission, Verbandsführung, Compliance, Corporate Governance, Organisationsstrukturen, Stakeholder, Wertevermittlung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit untersucht die Implementierung und Bedeutung von Good Governance im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) zur strukturellen Verbesserung der Verbandsführung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen sind die vier Säulen der Good Governance im DOSB: Integrität, Partizipation, Transparenz sowie Verantwortlichkeit und Rechenschaftspflicht.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Arbeit analysiert, wie Good Governance die internen Strukturen und Prozesse des DOSB verändert und bewertet die Wirksamkeit der getroffenen Maßnahmen kritisch.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Die Autorin verwendet eine politikwissenschaftliche Perspektive, definiert Begriffe theoretisch und gleicht diese mit den praktischen Regelungen und dem Organigramm des DOSB ab.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die theoretischen Grundlagen des Good-Governance-Konzepts erarbeitet und die vier definierten Prinzipien anhand der Satzung und der installierten Kontrollgremien (Ethik-Kommission, Ombudsstelle) des DOSB evaluiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Good Governance, Integrität, DOSB, Transparenz und Verbandsführung charakterisiert.
Welche Rolle spielt die Ethik-Kommission im DOSB laut dieser Untersuchung?
Die Ethik-Kommission agiert laut Untersuchung als unabhängige beratende Instanz, stößt jedoch an Grenzen, da sie nur Empfehlungen aussprechen darf und keine direkte Sanktionsgewalt besitzt.
Wie bewertet die Autorin die Transparenz des DOSB im Internet?
Die Autorin lobt die Nutzung aktueller Kommunikationskanäle, merkt jedoch kritisch an, dass die Entscheidungshoheit darüber, welche Dokumente als "relevant" gelten, ausschließlich beim DOSB selbst liegt.
Warum ist Good Governance für den DOSB laut Autorin so bedeutend?
Aufgrund seiner gesellschaftlichen Relevanz als Dachverband von 27,4 Millionen Mitgliedern benötigt der DOSB ein hohes Maß an Glaubwürdigkeit, um Vertrauen in Politik und Gesellschaft zu sichern.
- Arbeit zitieren
- Daniel Eich (Autor:in), 2019, Wie verändert Good Governance die Strukturen des Deutschen Olympischen Sportbundes?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1192544