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Mündlichkeit und Schriftlichkeit - Unterschiede und Gemeinsamkeiten

Title: Mündlichkeit und Schriftlichkeit - Unterschiede und Gemeinsamkeiten

Seminar Paper , 2003 , 13 Pages , Grade: 2

Autor:in: Markus Friedrich (Author)

Didactics for the subject English - Pedagogy, Literature Studies
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Das Proseminar „Englisch in Texten“ beschäftigte sich mit der Frage, was eigentlich ein Text ist, und welche verschiedenen Funktionen er erfüllt. Im Verlauf des Semesters wurden unter anderem Textualitätskriterien und Mittel der Textverknüpfung sowie unterschiedliche Textsorten und Textgattungen näher betrachtet. Darüber hinaus befassten sich die Kursteilnehmer mit Texten in den neuen Medien, wie e-mail, Internet und Hypertext, und auch mit der Textproduktion, der Textgestaltung, der Textrezeption und dem Verstehen von Texten. Den Ausgangspunkt bei dieser intensiven Textbetrachtung bildete dabei die Untersuchung der beiden Textformen: mündliche und schriftliche Texte.
Die vorliegende Arbeit wird sich mit der Mündlichkeit und der Schriftlichkeit befassen und im ersten Teil mit den Unterschieden und Gemeinsamkeiten der mündlichen und der schriftlichen Sprache beschäftigen. Im Anschluss werden zur Verdeutlichung der zuvor gewonnenen Erkenntnisse verschiedene Sprachstile untersucht und mit Hilfe von konkreten Zahlen präsentiert. Im nächsten Kapitel steht die gesprochene Sprache im Vordergrund und es werden Gründe für deren Vorrang aufgezeigt werden. Hierauf wird das Augenmerk auf die schriftliche Sprache gerichtet und deren Bedeutung im Verlauf ihrer Geschichte betont. Den Abschluss der Arbeit bildet die Zusammenfassung der wichtigsten Kernpunkte sowie die Relativierung der Frage, wer nun eigentlich bedeutender ist: die mündliche oder die schriftliche Sprache.
Diese Arbeit stützt sich auf mehrere Aufsätze und Monographien, die alphabetisch in der Bibliographie aufgeführt sind. Die Untersuchung der verschiedenen Sprachstile beruht im Wesentlichen auf Erkenntnissen von Wallace L. Chafe, die Zahlen wurden von ihm aus zahlreichen verschiedenen Studien gesammelt und übernommen. Des Weiteren stammen die im vierten Kapitel genannten acht Gründe für den Vorrang der gesprochenen Sprache aus dem Abschnitt „Spoken and written language: which is primary?“ von Michael Stubbs Monographie „Language and literacy“, ebenfalls in der Bibliographie aufgeführt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Vergleich von Mündlichkeit und Schriftlichkeit

2.1 Unterschiede und Gemeinsamkeiten

2.2 Untersuchung von verschiedenen Sprachstilen

3. Gründe für den Vorrang der gesprochenen Sprache

4. Bedeutung der schriftlichen Sprache

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die grundlegenden Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen mündlicher und schriftlicher Sprache. Ziel ist es, die Eigenständigkeit beider Kommunikationsformen aufzuzeigen, den chronologischen Vorrang der Mündlichkeit sowie die soziale Bedeutung der Schriftlichkeit zu analysieren und zu hinterfragen, ob eine der beiden Formen als übergeordnet zu betrachten ist.

  • Vergleich der Kommunikationsprozesse von Mündlichkeit und Schriftlichkeit.
  • Empirische Untersuchung von Sprachstilen durch Konjunktions- und Passivanalysen.
  • Diskussion der acht Gründe für den Vorrang der gesprochenen Sprache.
  • Analyse der Funktionen und des historischen Wandels der schriftlichen Sprache.
  • Relativierung des Bedeutungsanspruchs beider Sprachformen.

Auszug aus dem Buch

2.1 Unterschiede und Gemeinsamkeiten

Betrachtet man zunächst den lautsprachlichen Kommunikationsprozess, ist er, wie ihn etwa Günther (1989: 6) darstellt, klar strukturiert und leicht nachvollziehbar. Ein Sprecher A äußert ein Sprachsignal, das ein Hörer B empfängt. Dieser wird daraufhin zum Sprecher B, indem er mit einem Sprachsignal antwortet, das wiederum Hörer A, zuvor Sprecher A, vernimmt. Bei einem Gespräch findet hierbei ein ständiger Rollentausch statt, bei dem sich Sprecher und Hörer ständig abwechseln. Auf ähnliche Weise kann auch der schriftliche Kommunikationsprozess dargestellt werden, wie Günther (1989: 11) dies analog zum mündlichen Kommunikationsprozess macht. Demnach verfasst ein Schreiber A einen Text, den ein Leser B liest. Dieser fertigt nun als Schreiber B ebenfalls einen Text an und diesen liest Leser A. Dieses Schema ist bei der schriftlichen Kommunikation natürlich nicht immer passend, bei einem Briefwechsel wäre es jedoch durchaus denkbar.

So könnte man meinen, dass Mündlichkeit und Schriftlichkeit zumindest vom Ablauf her sehr ähnlich sind, bei genauerer Betrachtung jedoch werden diese Gemeinsamkeiten hinfällig. Während die Lautsprache kontinuierlich und flüchtig ist und sich in der Zeit erstreckt, hat die Schrift dagegen eine segmentale Struktur, räumliche Ausdehnung und ist nicht flüchtig. Des weiteren ist bei der mündlichen Kommunikation die raumzeitliche Koinzidenz von Sprecher, Hörer und Signal notwendig, das heißt, dass das Sprachsignal nicht unabhängig vom Sprecher gedacht werden kann. Sonst würde nämlich kein Gespräch zustande kommen, was man auch als kanonische bzw. face to face Kommunikationssituation bezeichnet. Bei der schriftlichen Kommunikation ist dies eher der Sonderfall. Texte scheinen „aus eigener Kraft“ (Günther 1989: 12) zu existieren, vom Schreibprozess bekommt der Leser in der Regel nichts mit. Ein weiterer Unterschied ist, dass schriftliche Texte mit Werkzeugen angefertigt werden, damit also zwischen Schreiber und Leser stehen und eine gewisse Distanz schaffen. Daraus ist leicht ersichtlich, dass schriftliche und mündliche Sprachprozesse sehr unterschiedlich organisiert sind. Das Modell des schriftlichen Kommunikationsprozesses ist von daher sehr treffend, als es die Verselbständigung des Textes gegenüber Schreiber und Leser betont.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein, definiert den Rahmen des Proseminars und stellt die zentralen Forschungsfragen sowie die verwendeten Quellen vor.

2. Vergleich von Mündlichkeit und Schriftlichkeit: Hier werden die strukturellen Unterschiede und Gemeinsamkeiten beider Sprachformen sowie deren spezifische Sprachstile mittels quantitativer Daten analysiert.

3. Gründe für den Vorrang der gesprochenen Sprache: Das Kapitel erläutert acht linguistische Gründe, die für die primäre Bedeutung der gesprochenen Sprache im Laufe der menschlichen Geschichte sprechen.

4. Bedeutung der schriftlichen Sprache: Dieses Kapitel beleuchtet die historische Entwicklung, die Funktionen und den sozialen Status der Schriftlichkeit sowie deren Eigenständigkeit gegenüber der Mündlichkeit.

Schlüsselwörter

Mündlichkeit, Schriftlichkeit, Kommunikationsprozess, Sprachstile, Konjunktionen, Passivkonstruktionen, gesprochene Sprache, schriftliche Sprache, Sprachforschung, Sprachgeschichte, Sozialprestige, Linguistik, Kommunikationsinstrument, Sprachrealisierung, Medien.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit im Kern?

Die Arbeit befasst sich mit der linguistischen Untersuchung der Unterschiede und Gemeinsamkeiten von mündlicher und schriftlicher Sprache.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf den Kommunikationsabläufen, den syntaktischen Unterschieden, der historischen Entwicklung sowie der funktionalen Differenzierung beider Medien.

Welche Forschungsfrage steht im Mittelpunkt?

Die Arbeit untersucht, ob eine der beiden Sprachformen – Mündlichkeit oder Schriftlichkeit – bedeutender oder primär gegenüber der anderen ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär angewandt?

Es wird eine deskriptive und vergleichende Analyse durchgeführt, die durch die Auswertung quantitativer Daten und linguistischer Studien von Forschern wie Chafe, Stubbs und Biber gestützt wird.

Welche Aspekte werden im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Unterschiede im Kommunikationsablauf, die statistische Verteilung von Konjunktionen und Passivformen sowie acht wesentliche Gründe für den Vorrang der gesprochenen Sprache.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Zentrale Begriffe sind Mündlichkeit, Schriftlichkeit, Sprachstile, Kommunikationsprozesse und funktionale Differenzierung.

Warum wird im Dokument zwischen "Homographie" und "Homophonie" unterschieden?

Die Begriffe dienen zur Verdeutlichung der orthographischen und phonologischen Komplexität, da Schrift und Lautsprache jeweils eigene Unterscheidungskriterien aufweisen, die vom anderen System nicht abgedeckt werden.

Welche Rolle spielen die von Chafe präsentierten statistischen Tabellen?

Die Tabellen dienen als empirischer Beleg, um die theoretisch hergeleiteten Unterschiede in der Sprachverwendung (z.B. Konjunktionshäufigkeit) zwischen informeller Mündlichkeit und formaler Schriftlichkeit zu quantifizieren.

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Details

Title
Mündlichkeit und Schriftlichkeit - Unterschiede und Gemeinsamkeiten
College
LMU Munich  (Institut für Englische Philologie)
Course
Englisch in Texten
Grade
2
Author
Markus Friedrich (Author)
Publication Year
2003
Pages
13
Catalog Number
V119262
ISBN (eBook)
9783640228461
Language
German
Tags
Mündlichkeit Schriftlichkeit Unterschiede Gemeinsamkeiten Englisch Texten
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Markus Friedrich (Author), 2003, Mündlichkeit und Schriftlichkeit - Unterschiede und Gemeinsamkeiten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/119262
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