Budgetierung im stationären Sektor unter dem Einfluss der Corona-Pandemie


Hausarbeit, 2020

23 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

I. Einleitung
1. Ausgangslage
2. Ziele
3. Gliederung

II. Hintergrund
4. Budgetierung im stationären Sektor
4.1 Externe Budgetierung
4.2 Interne Budgetierung
5. Budgetierungsansätze
5.1 Klassische Budgetierung
5.2 Zero-Base-Budgeting
5.3 Better Budgeting
5.4 Advanced Budgeting
5.5 Beyond Budgeting

III. Hauptteil
6. Krankenhausfinanzierung in der Corona Pandemie
6.1 COVID-19-Krankenhausentlastungsgesetz
6.2 Krankenhauszukunftsgesetz

IV. Zusammenfassung
7. Diskussion

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Gliederungsstruktur Hausarbeit, eigene Abb

Abbildung 2: Vergütungsschema von stationären Krankenhausleistungen, eig. Abb

Abbildung 3: Übersicht Budgetierungsmethoden, eig. Abb

I. Einleitung

1. Ausgangslage

Die Budgetierung ist ein wichtiges Instrument des operativen Controllings von Krankenhäusern und soll die Liquidität sowie die Innenfinanzierungskraft der Einrichtungen sichern ( Anja et al., 2019 , Winfried, 2019 ). Mit Beginn der Corona Pandemie im Frühjahr diesen Jahres bestand die wichtigste Prämisse der Gesundheitspolitik darin, eine Überlastung des Gesundheitssystems zu vermeiden, um selbst in einem Worst-Case Szenario die Möglichkeit zu haben, alle Patientinnen und Patienten medizinisch versorgen zu können ( Kohrs, 2020 ). Die Expansion, das Freihalten der vorhanden Intensivkapazitäten und die Reduktion von elektiven Operationen stellten hauptsächliche Ansatzpunkte dieser Politik dar ( Moesta & Schneider, 2020 ).

Mit dem, seit 25. März 2020, gültigen COVID-19-Krankenhausentlastungsgesetz sollten insbesondere die Erlösausfälle durch die Corona Pandemie, als auch die Mehrkosten soweit ausgeglichen werden, dass keine Liquiditätsengpässe in den Häusern entstehen würden ( Bundestag, 2020 , Schröer et al., 2020 ). Eine Vielzahl von finanziell belastenden Regelungen des MDK-Reformgesetzes wurden im gleichen Zuge ausgesetzt ( Schroeder-Printzen & Schroeder-Printzen ). Da sich sowohl die Einnahmen als auch Ausgabenseite durch die neu aufgestellte Gesetzgebung sowie die Pandemielage verhältnismäßig schnell ändern, stehen die grundsätzliche Ausrichtung der zusätzlichen Finanzmittel am DRG-System und die Volatilität des Infektionsgeschehens im Kontrast zum bisherigen Wirtschaften nach einem Gesamtbudget ( Anja et al., 2019 , Gerald, 2019 ).

Wo das Maßnahmenbündel des Krankenhausentlastungsgesetzes den Fokus auf den Cashflow sowie die Betriebskosten setzt, zielt dahingegen das Krankenhauszukunftsgesetz mit einem Volumen von 4,3 Mrd. Euro auf die Investitionsaufwendungen ab ( Kucera, 2020 ). Für die Häuser ist das ein deutlicher Unterscheid zu der üblichen Praxis mit fixen Wirtschaftsplänen, antizipierbaren Leistungsmengen und einer darauf bezogenen Budgetierung ( Klemm & Knieps, 2020 ).

Die Heterogenität im stationären Sektor, in Bezug auf Leistungsniveau, Betriebsgröße und Kostenstruktur, lassen die Auswirkungen der Corona Pandemie sowie der Unterstützungsmaßnahmen durch den Gesetzgeber auf die Finanzlage divergieren ( Gocke, 2020 , Schröer et al., 2020 ). So können einige Leistungserbringer durchaus positive Netto-Effekte verbuchen, wohingegen besonders die Maximalversorger und Uniklinika eine Kostenunterdeckung feststellen ( von Dercks et al., 2020 ).

Aber auch die Budgetverhandlungen 2020/21 werden ein Novum sein. Bisheriger Bezugsrahmen der Verhandlungen waren die Leistungsmengen des vergangenen Jahres ( Vetter & Hoffmann, 2005 , Anja et al., 2019 ). Von ‚Normalbetrieb‘ kann aber im Jahr 2020 keine Rede sein ( Schröer et al., 2020 ). Die Auswirkungen des Krankenhauszukunftsgesetzes, aber auch der an die Corona Pandemie angepasste Krankenhausentgeltkatalog sorgen für eine zusätzlich komplexe und vor allem ungewohnt neue Ausgangssituation ohne Vergleichsmaßstab.

2. Ziele

Die vorliegende Studienarbeit soll klären, welchen Einfluss die COVID-19 Pandemie auf die Finanzlage und Budgetierung der stationären Leistungserbringer hatte. Dabei sollen besonders die Auswirkungen der Pandemie als solche sowie die Effekte der gesundheitspolitischen Maßnahmen analysiert werden. Zudem soll der Fokus auf die veränderten gesetzlichen Rahmenbedingungen gelegt werden.

3. Gliederung

Das Kapitel I ‚Einleitung‘ enthält eine Erläuterung der Ausgangslage sowie eine Überleitung zu den Zielen und der Gliederung dieser Hausarbeit.

In Kapitel II ‚Hintergrund‘ werden die für die Beantwortung der Forschungsfrage notwendigen Grundlagen zielorientiert und themenspezifisch erläutert.

Kapitel III ‚Hauptteil‘ beschäftigt sich mit den finanztechnischen Auswirkungen des COVID-19-Krankenhausenlastungsgesetz und dem Krankenhauszukunftsgesetz auf die Krankenhäuser, vor dem aktuellen Hintergrund der Corona Pandemie.

Im abschließenden Kapitel IV ‚Zusammenfassung‘ werden die Ergebnisse in Zusammenschau mit den erarbeiteten theoretischen Grundlagen eingeordnet und mit den Zielen dieser Studienarbeit in Beziehung gesetzt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Gliederungsstruktur Hausarbeit, eigene Abb.

II. Hintergrund

4. Budgetierung im stationären Sektor

Seit dem Jahre 1986 und dem Inkrafttreten der B undes pf legesatz v erordnung (BPflV), gilt im deutschen Gesundheitssystem bei allen stationären Leistungserbringern das Prinzip des prospektiven Erlösbudgets. Auf Grundlage einer L eistungs- und K alkulations a ufstellung (LKA) sowie der A ufstellung von E ntgelten und B udgetermittlung (AEB), werden für einen Zeitraum von einem Jahr Kosten und Leistungsmengen ermittelt und geplant ( Chen & Zimmermann, 1995 , Mis, 1996 ).

Mit dem 1993 eingeführten Gesundheitsstrukturgesetzes und der Novellierung der Bundespflegesatzverordnung 1995, wurde das System der Budgetierung weiter manifestiert, wessen Grundlage die pauschalierten und leistungsorientierten Entgelte darstellten ( Henke et al., 1995 , Manow, 1994 ). Das dadurch resultierende Mischsystem aus tagesgleichen Pflegesätzen und Fallpauschalen, wurde im Jahre 2003 durch das Krankenhausfinanzierungsgesetz sowie die Einführung des DRG-Systems durch ein reines leistungsorientiertes Fallpauschalen-System, mit diagnosebezogenen Fallgruppen, ersetzt ( Mühlbauer, 2004 , Neubauer & Ujlaky, 2006 ).

Bei der Budgetierung gilt es externe sowie interne Rahmenbedingungen und Einflussfaktoren auf das Gesamtbudget zu differenzieren, die konsekutiv zu zwei unterschiedlichen Budgetierungsarten führen – nämlich der externen und internen Budgetierung ( Mis, 1996 , Winfried, 2019 ).

Budgetierung im Gesundheitswesen ist demnach ein durch den Gesetzgeber obligates Instrument des operativen Controllings, welches die antizipierbaren Leistungsmengen, Erlöse und Kosten des jeweiligen Kalenderjahres plant und steuert ( Neubauer & Ujlaky, 2006 ).

Der Budgetierungsprozess kann dabei in einen top-down, bottom-up bzw. Gegenstromverfahren-Ansatz klassifiziert werden, wobei die zentralen Säulen die Leistungs-, Erlös- und Kostenplanung darstellen ( Zapp et al., 2015 ). Durch das, zu einem bestimmten Zeitpunkt determinierte, externe Budget, schließt sich im Planungsjahr eine kontinuierliche Budgetüberwachung mit einer eventuellen Anpassung von Leistungsniveau und Kosten an ( Zapp et al., 2015 ).

4.1 Externe Budgetierung

In der Verhandlung mit Kostenträgern ist die externe Budgetierung ein Ausdruck des prospektiv vereinbarten sowie zugesicherten Finanzvolumens für das jeweilige Krankenhaus und korrespondiert dabei mit einem pauschalierten Leistungsniveau und einer dazugehörigen Leistungsmenge ( Ott & Maier, 2020 ). Um ein möglichst hohes Budget verhandeln zu können, kommt vor allen Dingen dem Controlling – in Vorbereitung für die Budgetverhandlungen mit den Kostenträgern – eine zentrale Funktion zur Bereitstellung von Leistungszahlen des abgelaufenen Wirtschaftsjahres zu ( Zapp et al., 2015 ). Zugehörige Rechtsnormen der externen Budgetierung, stellen die BPflV und das K ranken h aus entg elt g esetz (KHEntgG) mit der Aufstellung der Entgelte sowie Budgetberechnung dar. Letztere gilt allerdings nur für Krankenhäuser, die nach DRGs abrechnen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Vergütungsschema von stationären Krankenhausleistungen, eig. Abb.

Unter allgemeinen Krankenhausleistungen versteht man gemäß §2 des Krankenhausentgeltgesetzes Leistungen, die für eine ausreichende und zweckmäßige medizinische Versorgung notwendig sind und i.d.R. auf dem Fallpauschalensystem der DRGs basieren, vorausgesetzt es handelt sich um Einrichtungen der somatischen Medizin ( Tuschen & Trefz, 2009 ). Wahlleistungen beinhalten demzufolge medizinische und nicht-medizinische Leistungen, die für eine Behandlung nicht zwingend notwendig wären, aber dem bestehenden Regelanspruch in einer gesonderten Wahlleistungsvereinbarung zwischen Krankenhaus und Patient hinzugefügt werden können ( Tuschen & Trefz, 2009 ). Zu den typischen Leistungen zählen unter anderem die Chefarztbehandlung, die Unterbringung in einem Einbett- bzw. Zweibettzimmer oder entsprechend ausgestatteten Komfortstationen – aber auch alle medizinischen Behandlungen, die nicht durch die G esetzliche K ranken v ersicherung (GKV) übernommen werden, wie beispielweise ästhetische Eingriffe. Diese ärztlichen Wahlleistungen müssen nach der G ebühren o rdnung für Ä rzte (GOÄ) abgerechnet werden und gelten demzufolge als Privat zu entrichten ( Tuschen & Trefz, 2009 ).

Nach der AEB ergeben sich im Detail nachfolgend aufgeführte Posten ( Tuschen & Trefz, 2009 ):

- E1: Fallpauschalen
- E2: Zusatzentgelte
- E3: Krankenhausindividuell verhandelte Entgelte (nach §6 KHEntgG)
- E3.1: Fallbezogene Entgelte
- E 3.2: Zusatzentgelte
- E3.3: Tagesbezogene Entgelte
- B1: Erlösbudget und Basisfallwert (§4 KHEntgG)

Diese Posten ergeben unter Beachtung von Menge und Art der Leistung das externe Gesamtbudget. Verhandeltes, externes Budget eines Hauses ist nicht mehr veränderbar und bedarf daher einer Budgetüberwachung und Erlössteuerung. Sämtliche Erlöse eines stationären Leistungserbringers ergeben sich aus der Multiplikation des Case-Mix mit dem L andes b asis f all w ert (LBFW). Weichen diese Erlöse von dem verhandelten externen Gesamtbudget ab, kommen spezifische Minder- bzw. Mehrerlösausgleiche zum Tragen. In diesem Zusammenhang ist das Krankenhauscontrolling gefragt, wobei der Case-Mix und die Kosten der Leistungserbringung Steuerungsinstrumente für die interne Budgetierung widerspiegeln ( Tuschen & Trefz, 2009 , Vetter & Hoffmann, 2005 ).

4.2 Interne Budgetierung

Die Funktion der internen Budgetierung ist die möglichst kongruente Erreichung des externen Budgets. Die aus den Pflegesatzverhandlungen jährlich neu festgesetzte, externe Budgetmasse, macht mit über 80% den Großteil des Gesamtbudgets eines Krankenhauses aus; lediglich ca. 20% werden durch das interne Teilbudget generiert. Zuflüsse des internen Budgets sind u.a. Einnahmen aus Wahlleistungen, Drittmitteln für Forschung und Lehre oder Einnahmen aus Selbstzahlerleistungen ausländischer Patienten ( Bauer et al., 1999 , Greiling, 2000 ).

Der mit 20% relativ kleine Anteil des internen Teilbudgets am Gesamtbudget lässt eine weitere Funktion der internen Budgetierung an Dominanz gewinnen, nämlich die betriebswirtschaftliche und finanztechnische Regulation ( Greiling, 2000 ). Da das externe Teilbudget nach den Verhandlungen fixiert und an entsprechende Leistungsarten- und mengen geknüpft ist, ist es erforderlich, das wichtigste Steuerungsinstrument bei den Kosten zu ausfindig zu machen. Je geringer diese ausfallen, desto mehr Gewinn bleibt vom vergüteten Umsatz übrig. Dieses Ziel wird erreicht, indem die Kostenverantwortung divisional distribuiert wird ( Lüngen et al., 2009 ). Es bilden sich durch diese Struktur einzelne Budgetverantwortliche mit einem festgelegten finanziellen Entscheidungsspielraum, welche die Kosten in ihrem Handlungsbereich koordinieren, steuern und kontrollieren. Maßgebende Budgetverantwortliche bei stationären Leistungserbringern sind Chefärzte und Leitende Ärzte, Pflegedirektion, Einkauf, Apotheke, IT oder auch Bau und Technik, um nur eine begrenzte Auswahl aufzuführen ( Bauer et al., 1999 , Gerald, 2019 ).

Um in seiner Wirkung effektiv und nachhaltig sein zu können, darf das Kostenmanagement nicht einfach nach dem Prinzip ‚Sparen um des Sparens Willen‘ ausgerichtet sein. Begründend lässt sich an dieser Stelle festhalten, dass die notwendige Akzeptanz sowie Motivation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sehr wahrscheinlich unzureichend ausfallen würde. Zudem muss der Budgetverantwortliche angemessene Handlungsspielräume zur Verfügung haben, um Umstrukturierungen und mittelfristig angelegte Strategien umsetzen zu können. Als entscheidender Faktor ist aber die Beeinflussbarkeit der Kosten- und Leistungsgrößen zu nennen ( Neubauer & Ujlaky, 2006 , Zapp et al., 2015 ).

Im medizinischen Bereich sind mögliche Ansatzpunkte:

- Personalkosten
- Stellenplan
- Leiharbeiter
- Überstunden
- Ausfallzeiten
- Dienstmodell
- Überstunden
- Belegungs-, Fallzahlen
- Verweildauer
- Kosten Fort- und Weiterbildung

Im Bereich der Pflege sind mögliche Ansatzpunkte:

- Personalkosten
- Mindestbesetzung
- Leiharbeiter
- Dienstmodell
- Überstunden
- Ausfallzeiten
- Sachkosten
- Pflegestandards
- Pflegeplanung

[...]

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
Budgetierung im stationären Sektor unter dem Einfluss der Corona-Pandemie
Hochschule
Hochschule Wismar  (Fakultät für Wirtschaftswissenschaften)
Veranstaltung
Kaufmännisches und Medizinisches Controlling
Note
1,3
Autor
Jahr
2020
Seiten
23
Katalognummer
V1192740
ISBN (Buch)
9783346631398
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Budgetierung, Krankenhaus, Stationärer Sektor, Zero-Base-Budgeting, Advanced Budgeting, Beyond Budgeting, Krankenhausentlastungsgesetz, Krankenkenhauszukunftsgesetz, Stationäre Leistungserbringer, Pflegenotstand, Gesundheitsreform, Kostenunterdeckung, Wirtschaftspläne, Corona-Pandemie
Arbeit zitieren
Sandro Lorenz (Autor:in), 2020, Budgetierung im stationären Sektor unter dem Einfluss der Corona-Pandemie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1192740

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Budgetierung im stationären Sektor unter dem Einfluss der Corona-Pandemie



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden