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Die Instrumentalisierung Schillers unter dem NS-Regime und deren Auswirkungen anhand eines Gedichtbeispiels

Titre: Die Instrumentalisierung Schillers unter dem NS-Regime und deren Auswirkungen anhand eines Gedichtbeispiels

Dossier / Travail , 2009 , 20 Pages , Note: 2,0

Autor:in: Sue Lorenz (Auteur)

Philologie Allemande - Divers
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Da Schiller der am höchsten Verehrte und neuer Hero der Nazis bezüglich der Kultur war, soll in dieser Ausarbeitung auch ein Gedicht auf ihn näher analysiert werden. Dabei ist es jedoch unerlässlich, im Vorfeld zu klären, warum gerade Schiller instrumentalisiert wurde und wie es dem NS-Regime letztendlich gelang, einen regelrechten Kult um den Dichter auszulösen.

Überall auf der ganzen Welt werden Personen auch heute noch für fragwürdige politische Machenschaften instrumentalisiert. So nutzte man im Nationalsozialismus beispielsweise Großindustrielle, Medien oder hochrangige Persönlichkeiten für das geplante neue, braune Regime. Inwieweit später diese Diktatur Einfluss genommen hatte, erkennt man, wenn verschiedene Bereiche wie Medizin, Meinungsfreiheit, Forschung oder Bildung im Nachhinein näher analysiert werden. Was jedoch sicherlich nicht gleich mit Nationalsozialismus in Verbindung gebracht wird, ist die Weimarer Klassik. Leider wurden zwischen 1933 und 1945 Größen dieser Zeit instrumentalisiert, um die neue deutsche Kultur glaubhaft und beeindruckend darzustellen. Dabei interpretierte man Werke von Kleist, Goethe, Schiller oder Hölderlin völlig frei und falsch und gestaltete diese um, sodass sie ins braune System passten. Das NS-Regime schaffte es mit dieser fragwürdigen Masche jedoch tatsächlich, Tausende für die neue deutsche Kultur zu begeistern. Somit entstanden auch einige Gedichte auf die Größen der Weimarer Klassik.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Instrumentalisierung Schillers unter dem NS-Regime

3. Entstehung und Thematik des Gedichts „Hymne an Friedrich Schiller“

4. Verzerrung der Wirklichkeit und die damit zusammenhängende Bedeutung von Wortwahl, Klang und Stilfiguren

5. Schlussbetrachtung und Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die ideologische Vereinnahmung des Dichters Friedrich Schiller durch das NS-Regime, insbesondere durch die Analyse von Propagandamaßnahmen und deren Spiegelung in literarischen Werken wie der „Hymne an Friedrich Schiller“ von Max Reuschle.

  • Instrumentalisierung der Weimarer Klassik für NS-Propaganda
  • Kult um Friedrich Schiller als „neuer deutscher Nationalheld“
  • Analyse des Gedichts „Hymne an Friedrich Schiller“ (1934)
  • Stilistische und inhaltliche Verzerrung der literarischen Vorbilder
  • Rezeption und Wirkung der nationalsozialistischen Dichterideologie

Auszug aus dem Buch

4. Verzerrung der Wirklichkeit und die damit zusammenhängende Bedeutung von Wortwahl, Klang und Stilfiguren

Um zu verstehen, auf welch unsinnige Art und Weise Schiller im Gedicht von Max Reuschle für das NS-Regime instrumentalisiert wurde, ist es unerlässlich, sich den Inhalt des Gedichtes, die damit verbundene Wortwahl, den Klang sowie verwendete Stilfiguren und dessen Wirkung näher anzusehen.

Die Hymne ist eine recht offene Form des Gedichtes, in der es möglich ist, wenig oder gar keine Reimschemen zu verwenden, so ist auch das Gedicht hier überwiegend reimfrei. Der Autor verwendete weder weibliche oder männliche Reime, noch Rührende, Identische oder Doppelte. So kann man in Reuschles „Hymne an Friedrich Schiller“ (Ü) überwiegend von Reimlosigkeit sprechen, womit der Autor bewusst verzichtet auf die Möglichkeit üblicher klanglicher Gestaltung. Der Klang in diesem Gedicht wird erreicht durch Einsetzung anderer Mittel; vorwiegend durch das Anbeten oder Anflehen der Person Schiller, besonders in Strophe eins, fünf, zehn und elf.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung legt den historischen Kontext der Instrumentalisierung klassischer Literatur im Nationalsozialismus dar und führt in die zentrale Fragestellung zur Rolle Schillers ein.

2. Die Instrumentalisierung Schillers unter dem NS-Regime: Dieses Kapitel beleuchtet, warum Schiller als Nationalheld gewählt wurde und wie das Regime seine Werke sowie sein öffentliches Bild für propagandistische Zwecke manipulierte.

3. Entstehung und Thematik des Gedichts „Hymne an Friedrich Schiller“: Hier wird der Autor Max Reuschle vorgestellt und die Entstehung sowie die inhaltliche Ausrichtung seines Werkes im Kontext der Jubiläumsfeierlichkeiten von 1934 analysiert.

4. Verzerrung der Wirklichkeit und die damit zusammenhängende Bedeutung von Wortwahl, Klang und Stilfiguren: Das Kapitel untersucht detailliert die ästhetischen Mittel des Gedichts und zeigt auf, wie durch sprachliche Verzerrungen ein falsches Bild des Dichters im Sinne der nationalsozialistischen Ideologie erzeugt wird.

5. Schlussbetrachtung und Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert über die Gefahren der Medienmanipulation sowie die Bedeutung kritischer historischer Bildung in der Gegenwart.

Schlüsselwörter

Friedrich Schiller, Nationalsozialismus, Weimarer Klassik, Propaganda, Max Reuschle, Hymne, Instrumentalisierung, Nationalheld, Literaturpolitik, Gedichtanalyse, Wilhelm Tell, Dichterkult, Geschichtsbild, NS-Regime, ideologische Manipulation

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der zweckgerichteten Umdeutung und Instrumentalisierung der Weimarer Klassik, speziell des Dichters Friedrich Schiller, durch die Kulturpolitik des Nationalsozialismus.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die Vereinnahmung von Literatur für Propagandazwecke, die Schaffung eines ideologisierten Nationalhelden-Kults und die gezielte Verfälschung literarischer Inhalte.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie das NS-Regime Schiller als Kampfgenossen Hitlers darstellte und welche Auswirkungen dies auf die zeitgenössische Wahrnehmung von Literatur hatte.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, kombiniert mit einer historischen Untersuchung von Propagandamechanismen anhand konkreter Textbeispiele.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Instrumentalisierungsstrategien des Regimes und führt eine detaillierte textimmanente Untersuchung der „Hymne an Friedrich Schiller“ von Max Reuschle durch.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Schiller-Kult, NS-Propaganda, ideologische Vereinnahmung, Dichter-Instrumentalisierung und die Analyse nationalsozialistischer Literaturpolitik charakterisiert.

Welche Rolle spielt das Gedicht von Max Reuschle konkret?

Das Gedicht dient als Paradebeispiel für die missbräuchliche Nutzung von Schillers Werk, da es ihn als mythische Führungsfigur innerhalb der nationalsozialistischen Weltanschauung stilisiert.

Wie bewertet die Autorin die Rolle der Zeitgenossen?

Sie stellt kritisch fest, dass viele Intellektuelle und die breite Masse durch Anpassung, Naivität oder das Streben nach persönlichem Vorteil die Instrumentalisierung Schillers hingenommen haben.

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Résumé des informations

Titre
Die Instrumentalisierung Schillers unter dem NS-Regime und deren Auswirkungen anhand eines Gedichtbeispiels
Université
University of Stuttgart  (Neuere Deutsche Literatur)
Cours
Gedichte über Dichter
Note
2,0
Auteur
Sue Lorenz (Auteur)
Année de publication
2009
Pages
20
N° de catalogue
V1193138
ISBN (PDF)
9783346635235
ISBN (Livre)
9783346635242
Langue
allemand
mots-clé
Schiller Klassiker Gedicht Instrumentalisierung NS-Regime Hymne an Friedrich Schiller 1933-1945
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Sue Lorenz (Auteur), 2009, Die Instrumentalisierung Schillers unter dem NS-Regime und deren Auswirkungen anhand eines Gedichtbeispiels, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1193138
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Extrait de  20  pages
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