In dieser Arbeit werden zunächst die wichtigsten Thesen des Impulstextes von Hochschild „Keine Zeit – Wenn die Firma zum Zuhause wird und zu Hause nur Arbeit wartet“ zusammengefasst und kurz kritisiert. Anschließend wird die eigene Arbeitsbiografie beleuchtet und dann die Thesen Hochschilds mit Bezug auf die eigene Biografie reflektiert. Daraus ergibt sich dann ein Forschungsinteresse, welches für die nächste Aufgabe als Grundlage dient. Ein kurzes Fazit rundet die Arbeit ab.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. „Keine Zeit - Wenn die Firma zum Zuhause wird und zu Hause nur Arbeit wartet“
2.1 Zusammenfassung der wichtigsten Thesen des Textes
2.2 Kritik zum Text
3. Kurze Darstellung zur eigenen Arbeitsbiografie
4. Biografische Reflexion zu den Thesen des Textes
5. Forschungsfrage
6. Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Diese Arbeit befasst sich mit der Vereinbarkeit von Berufs- und Familienleben. Ziel ist es, die von Arlie Russell Hochschild beschriebenen Bewältigungsstrategien („Zeitfalle“) zu analysieren, kritisch zu hinterfragen und mittels einer eigenen biografischen Reflexion auf die Relevanz moderner Arbeitsbedingungen zu untersuchen, um schließlich eine Forschungsfrage für zukünftige Lösungsmodelle zu formulieren.
- Analyse der Hochschild’schen Thesen zur „Zeitfalle“
- Gegenüberstellung von Arbeitswelt und familiärer Reproduktion
- Strategien zur Bewältigung von Zeitmangel (Gefühlsaskese, Warenförmigkeit, Potentielles Ich)
- Biografische Einordnung und Reflexion der eigenen Erwerbstätigkeit
- Kritische Auseinandersetzung mit arbeitszentrierter Lebensführung
Auszug aus dem Buch
2.1 Zusammenfassung der wichtigsten Thesen
Die Hauptthese in Hochschilds Buch ist, dass die Welten von Arbeit und Reproduktion sich im Laufe der letzten 30 Jahre erheblich gewandelt haben, jedoch die Art und Weise, wie die Menschen darüber denken fast unverändert geblieben ist. Das zu Hause der Amerco-Eltern verlagerte sich, so Hochschild, immer mehr in die Firma, wohingegen die Familie zu Hause zunehmend als Belastung und Arbeit wahrgenommen wurde. Für Hochschild ergab sich daraus die Frage, wie die Menschen mit dieser paradoxen Situation, die sie „Zeitfalle“ nennt, umgehen. Dazu befragte sie Amerco-Mitarbeiter*innen mit Kindern, die in unterschiedlichen Positionen tätig waren. Durch ihre Interviews kam sie zu dem Schluss, dass drei Strategien zum Umgehen der Zeitfalle weit verbreitet waren.
Die erste Strategie nennt sie „Gefühlsaskese“, mit anderen Worten eine Strategie der Bedürfnisreduzierung. Die Mitarbeiter*innen redeten sich ein, „dass zu Hause eigentlich alles in Ordnung sei und Familien gar nicht soviel Zeit oder Zuwendung brauchten, wie man immer gedacht hatte.“ (Hochschild, 2006: 241) Durch diese Strategie rechtfertigten sie, dass sie ihre Kinder ohne Aufsicht allein zu Hause ließen. Insbesondere die hochqualifizierteren Fachkräfte begründeten diese Tatsache damit, dass sie ihre Kinder somit zur Selbstständigkeit erziehen wollten (vgl. Hochschild, 2006: 244f). Durch die Gefühlsaskese, so Hochschild, minimierten die Eltern die eigenen Bedürfnisse und auch die Bedürfnisse ihrer Kinder nicht nur, sondern wehrten sie sogar ganz ab. Indem sie die Bedürfnisse gar nicht als Bedürfnisse wahrnahmen, brauchten sie auch keine Zeit für dessen Befriedigung zu investieren (vgl. Hochschild, 2006: 250).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung gibt einen Überblick über das Vorgehen, die inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Impulstext sowie die biografische Reflexion.
2. „Keine Zeit - Wenn die Firma zum Zuhause wird und zu Hause nur Arbeit wartet“: Dieses Kapitel stellt die Thesen von Arlie Russell Hochschild dar und bietet eine kritische Würdigung ihrer Forschung zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf bei Amerco.
3. Kurze Darstellung zur eigenen Arbeitsbiografie: Hier wird der eigene berufliche Werdegang in zwei unterschiedlichen kulturellen Kontexten beschrieben.
4. Biografische Reflexion zu den Thesen des Textes: Der Autor reflektiert das eigene Erleben der „Zeitfalle“ und die Parallelen zur wissenschaftlichen Theorie.
5. Forschungsfrage: Auf Basis der Reflexion wird die zentrale Frage nach zeitgemäßen Modellen für Arbeit und Familie formuliert.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und resümiert die moralischen Zwickmühlen, in denen sich Arbeitnehmer heute befinden.
Schlüsselwörter
Arbeit, Familie, Vereinbarkeit, Zeitfalle, Gefühlsaskese, Arbeitsbiografie, Amerco, Reproduktion, Zeitmangel, Identität, Sozialisation, Arbeitsbedingungen, Erwerbstätigkeit, Reflexion, Lohnarbeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Es geht um die Rezeption und kritische Reflexion des Werkes von Arlie Russell Hochschild zur Problematik der Vereinbarkeit von Beruf und Familie unter dem Aspekt der „Zeitfalle“.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind der Wandel der Arbeitswelt, die Verschiebung familiärer Bedürfnisse sowie psychologische Bewältigungsstrategien bei hoher Arbeitsbelastung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das Ziel ist die kritische Auseinandersetzung mit den Belastungen durch moderne Arbeit. Die Forschungsfrage lautet: „Wie kann ein zeitgemäßes Umdenken zum Thema Arbeit und Familie stattfinden?“
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Kombination aus Literaturrecherche (Thesenanalyse von Hochschild) und einer qualitativen, biografischen Reflexion der eigenen Arbeitsgeschichte.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die von Hochschild identifizierten Strategien der „Gefühlsaskese“, des „Freikaufens von Zeit“ und der Aufspaltung in ein „potentielles Ich“ erläutert und auf die eigene berufliche Situation übertragen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Zeitfalle, Vereinbarkeit, Gefühlsaskese, Arbeitsbiografie und Work-Life-Balance charakterisiert.
Wie unterscheidet sich die eigene Biografie des Autors von der untersuchten Amerco-Studie?
Der Autor vergleicht die Erwerbsbiografie zwischen einem weniger entwickelten Land mit familiärem Absicherungssystem und dem stark arbeitszentrierten System in Deutschland.
Inwiefern beeinflusst der Beruf in der Sozialen Arbeit die Sichtweise auf das Thema „Zeitfalle“?
Aufgrund der hohen emotionalen Inanspruchnahme in der Arbeit mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen erlebt der Autor die beschriebene Zeitnot und die Gefahr, dass der Arbeitsplatz zum Lebensmittelpunkt wird, besonders intensiv.
- Citar trabajo
- Anonym (Autor), 2018, Biografische Rezeption eines Textes von Arlie Russell Hochschild zum Thema Arbeit und Arbeitsbelastung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1193155