Wie ist das Eiserne Kreuz entstanden? Wie veränderte sich die Bedeutung, insbesondere im Rahmen kriegerischer Auseinandersetzungen? Und welche historischen Argumente gibt es für den Erhalt als Erkennungszeichen der Bundeswehr?
Ziel dieser Arbeit ist es folglich, ausgehend von einer Skizzierung des historischen Kontextes, die Entstehung und veränderte Bedeutungen des Eisernen Kreuzes in Wechselwirkung mit den konkreten Ereignissen herauszustellen. Weiterhin geht es um historische Evaluation beziehungsweise Erklärung dafür, warum das Kreuz heute nicht mehr als reine Kampfauszeichnung vergeben wird.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Hauptteil: Das Eiserne Kreuz im Wandel der Zeit
2.1. Entstehungsgeschichte: Befreiungskriege (1813- 1815) als Antrieb für das Eiserne Kreuz?
2.2. Wiedereinführung im deutsch- französischen Krieg 1870/1871: vom preußischen zum deutschen Ehrenzeichen?
2.3. Das Eiserne Kreuz im Ersten Weltkrieg: Inflation oder historische Kontinuität?
2.4. Der Zweite Weltkrieg: Anfang vom Ende für das Eiserne Kreuz?
3. Schluss
4. Literatur
4.1. Quellen
4.2. Darstellungen
4.3. Internetquellen
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung und den Bedeutungswandel des Eisernen Kreuzes von seiner Stiftung 1813 bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs, um zu eruieren, wie sich die Symbolik im Kontext kriegerischer Ereignisse und politischer Machtansprüche veränderte und warum der Orden trotz seiner wechselvollen Geschichte bis heute als Identitätssymbol fortbesteht.
- Historische Genese des Eisernen Kreuzes in den Befreiungskriegen.
- Wandel von der preußischen zur gesamtdeutschen Auszeichnung 1870/71.
- Phänomen der inflationären Verleihung während des Ersten Weltkriegs.
- Instrumentalisierung und propagandistische Nutzung durch das NS-Regime.
- Fortbestehen des Eisernen Kreuzes als Hoheitszeichen der Bundeswehr.
Auszug aus dem Buch
2.1. Entstehungsgeschichte: Befreiungskriege (1813- 1815) als Antrieb für das Eiserne Kreuz?
Unter den Begriff der Befreiungskriege werden alle Auseinandersetzungen subsumiert, die von 1813 bis 1815 um die Vorherrschaft der Franzosen unter Napoleon auf dem europäischen Kontinent und im damals zersplitterten Deutschland ausgetragen wurden. Bereits im Vorfeld hatte Napoleon mit entsprechenden Aufständen zu kämpfen. Auch in den kleineren deutschen Staaten und insbesondere in Preußen wuchs der Widerstand gegen die französische Besatzung bzw. Vorherrschaft. Die Forschung postuliert dabei nicht zuletzt ein gesteigertes Nationalbewusstsein als einen wichtigen Faktor für die Mobilmachung gegenüber der französischen Armee. Auch die preußischen Reformen, in dessen Rahmen sich der Staat zu einem Industriestaat weiterentwickelte, trugen ihren Teil dazu bei.
Inmitten dieser allgemeinen Gemengelage muss auch die Entstehung des Eisernen Kreuzes eingebettet werden. Ein erster Vorschlag zur Initiierung eines neuen, militärischen Abzeichens kam bereits 1811 von Oberst August Neidhardt von Gneisenau. Bemerkenswert ist dabei, dass die Bestimmung des Zwecks bereits zu einem früheren Zeitpunkt durch den König Friedrich Willhelm III. erfolgte, wenn er davon sprach, dass ein „vielleicht bloß kriegerischer Orden wie pour le mérite“ geschaffen werden soll. Der endgültige Entschluss ist dann zwischen dem 22- und 26. März 1813 vom König selbst mitgeteilt worden. Am 17 März wurden zudem die Statuten des Eisernen Kreuzes sowie die auf den Geburtstag von Königin Luise vordatierte Stiftungsurkunde publiziert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Bedeutung und aktuelle Relevanz des Eisernen Kreuzes ein und formuliert die Forschungsfragen hinsichtlich seiner Entstehung und seines Bedeutungswandels.
2. Hauptteil: Das Eiserne Kreuz im Wandel der Zeit: Der Hauptteil analysiert die Stiftung und Entwicklung des Eisernen Kreuzes über vier zentrale Epochen hinweg und untersucht dessen jeweilige militärische und politische Instrumentalisierung.
2.1. Entstehungsgeschichte: Befreiungskriege (1813- 1815) als Antrieb für das Eiserne Kreuz?: Dieses Kapitel beleuchtet die Ursprünge des Ordens im Widerstand gegen Napoleon und die Etablierung eines neuen, leistungsorientierten Auszeichnungssystems in Preußen.
2.2. Wiedereinführung im deutsch- französischen Krieg 1870/1871: vom preußischen zum deutschen Ehrenzeichen?: Hier wird untersucht, wie der Orden im Kontext der Reichsgründung zu einer gesamtdeutschen Auszeichnung aufgewertet wurde und dabei seine Rolle als patriotisches Symbol stärkte.
2.3. Das Eiserne Kreuz im Ersten Weltkrieg: Inflation oder historische Kontinuität?: Das Kapitel diskutiert die massenhafte Verleihungspraxis und die propagandistische Suche nach historischen Verbindungslinien in einer Zeit, in der der Orden seine Exklusivität verlor.
2.4. Der Zweite Weltkrieg: Anfang vom Ende für das Eiserne Kreuz?: Abschließend wird die politische Zweckentfremdung des Eisernen Kreuzes durch das NS-Regime analysiert, die zum Ende des Ordens als Tapferkeitsauszeichnung führte.
3. Schluss: Das Fazit fasst die Entwicklung des Eisernen Kreuzes zusammen und erklärt, warum es trotz des Missbrauchs im Zweiten Weltkrieg seine identitätsstiftende Funktion für die heutige Bundeswehr bewahren konnte.
4. Literatur: In diesem Abschnitt werden die verwendeten Primärquellen und Sekundärdarstellungen übersichtlich aufgelistet.
Schlüsselwörter
Eisernes Kreuz, Preußen, Befreiungskriege, Ordensgeschichte, Militär, Ehrenzeichen, Nationalsozialismus, Bundeswehr, Tapferkeitsauszeichnung, Symbolik, Erster Weltkrieg, Zweiter Weltkrieg, Verleihungspraxis, Patriotismus, historische Kontinuität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit analysiert die historische Entwicklung des Eisernen Kreuzes von der Stiftung 1813 bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs unter Berücksichtigung der sich wandelnden politischen und militärischen Kontexte.
Welche zentralen Themenfelder deckt die Untersuchung ab?
Schwerpunkte sind die Stiftungsgeschichte, die Transformation des Ordens von einer preußischen zu einer nationaldeutschen Auszeichnung sowie die inflationäre Vergabe und propagandistische Nutzung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die veränderte Bedeutung des Eisernen Kreuzes im Zeitverlauf zu erklären und zu verstehen, warum der Orden heute noch als Hoheitszeichen in der Bundeswehr verwendet wird.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf der Auswertung von Fachliteratur, zeitgenössischen Quellen wie Statuten und Stiftungsurkunden sowie politischer Dokumente basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in vier Kapitel, die die Entwicklungsphasen während der Befreiungskriege, des Deutsch-Französischen Krieges sowie der beiden Weltkriege detailliert beleuchten.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Eisernes Kreuz, Identitätssymbol, militärische Tapferkeit, propagandistischer Missbrauch und politische Instrumentalisierung geprägt.
Welche Rolle spielt König Friedrich Wilhelm III. bei der Stiftung?
Er gilt als der Stifter, der durch die Etablierung des Eisernen Kreuzes eine demokratischere Ordenskultur im Militär anstrebte und den Orden als Symbol des nationalen Widerstands gegen Napoleon festigte.
Warum blieb das Eiserne Kreuz trotz nationalsozialistischer Symbolik für die Bundeswehr relevant?
Die Arbeit argumentiert, dass das Eiserne Kreuz eine starke, positive identitätsstiftende Wirkung behielt, da es über den konkreten Ordensmissbrauch hinaus als historisches Symbol einer nationalen Tradition wahrgenommen wird.
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- Nils Tomzak (Autor), 2021, Das Eiserne Kreuz im Wandel der Zeit, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1193158