Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, zunächst herauszuarbeiten, weshalb das Philosophieren als Unterrichtsprinzip wertvoll sein kann und welche Rolle dabei Bilderbüchern zukommen kann. Aus dieser theoretischen Diskussion soll hervorgehen, welche Kriterien ein Bilderbuch gegebenenfalls erfüllen sollte, um als Ausgangspunkt zum Philosophieren geeignet zu sein. In einem zweiten Schritt soll dann das Buch "Das ist nicht mein Hut" von Jon Klassen auf sein philosophisches Potenzial hin analysiert und bewertet werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Philosophieren mit Kindern
2.1 Zum Philosophieren als Unterrichtsprinzip
2.2 Philosophieren mit Bilderbüchern
3. Bilderbuchanalyse
4. Fazit
5. Literatur
6. Anhang
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial von Bilderbüchern als Impulsgeber für philosophische Gespräche im Sachunterricht der Grundschule. Das primäre Ziel ist es, Kriterien für die Auswahl philosophisch geeigneter Bilderbücher zu definieren und diese exemplarisch anhand der Analyse des Werks „Das ist nicht mein Hut“ von Jon Klassen anzuwenden und zu bewerten.
- Philosophieren als methodisches Unterrichtsprinzip
- Die Rolle von Bilderbüchern im philosophischen Dialog mit Kindern
- Methodische Anforderungen an die Lehrkraft zur Gesprächsführung
- Kriteriengeleitete Analyse von Literatur hinsichtlich ihres philosophischen Potenzials
Auszug aus dem Buch
3. Bilderbuchanalyse
Im folgenden Abschnitt soll nun die Analyse des Buches Das ist nicht mein Hut von Jon Klassen stattfinden, um zu beurteilen, ob das Buch das Potenzial für philosophische Gespräche mit Kindern bietet. Im vorigen Abschnitt wurde bereits gezeigt, dass dies insbesondere dann der Fall, wenn diese Bücher „Leerstellen bieten“ (Alt 2018, 157) und nicht moralisieren. Darüber hinaus orientiert sich die Analyse an den Kriterien nach Haynes und Murray, die Alt für die deutschsprachige Forschung übersetzt hat.
Die Protagonisten im Buch sind allesamt Tiere, sodass ein wesentliches Kriterium bereits auf den ersten Blick erfüllt zu sein scheint. Wie bereits dargelegt, sind Tiere oftmals geeigneter als menschliche Protagonisten, um Kindern Problemstellungen zu präsentieren. Die Handlung des Buches ist relativ unkompliziert und leicht zusammenzufassen: Der Protagonist, ein kleiner Fisch, erzählt dem Leser, dass er den Hut eines großen Fisches gestohlen hat, während dieser schlief. Dabei führt er immer weiter aus, warum es aus seiner Perspektive unproblematisch war, den Hut zu nehmen: Der große Fisch schläft, er merkt es nicht, er wird nicht wissen, wer den Hut gestohlen hat und zuletzt hätte er dem großen Fisch sowieso nicht gepasst. Man begleitet den kleinen Fisch auf der „Flucht in sein Versteck“, während dieser nicht ahnt, dass der große Fisch aufgrund der Hilfe einer Krabbe genau weiß, wer seinen Hut hat und wo der kleine Fisch sich befindet. Die Krabbe hatte dem kleinen Fisch dabei zuvor versprochen, nicht zu verraten, wo er sich versteckt. Das Buch endet schließlich, als der kleine Fisch sich in einem dichten Gebüsch wähnt und der große Fisch ins Gebüsch schwimmt. Er kommt zuletzt mit dem Hut heraus und schläft weiter. Was mit dem kleinen Fisch passiert, erfährt man nicht.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz philosophischer Fragen ein und definiert das Ziel der Arbeit, Bilderbücher als mediale Ausgangspunkte für das Philosophieren mit Kindern zu untersuchen.
2. Philosophieren mit Kindern: Dieses Kapitel erläutert das Unterrichtsprinzip des Philosophierens und die spezifische Funktion von Bilderbüchern als geeignetes Medium zur Förderung von Denkprozessen.
3. Bilderbuchanalyse: Hier erfolgt die konkrete Anwendung der erarbeiteten Kriterien auf das Bilderbuch „Das ist nicht mein Hut“ von Jon Klassen hinsichtlich seines philosophischen Gehalts.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass Bilderbücher bei entsprechender Auswahl und Vorbereitung ein hervorragendes Medium für philosophische Unterrichtsgespräche darstellen.
5. Literatur: In diesem Abschnitt sind die für die Arbeit herangezogenen Primär- und Sekundärquellen aufgeführt.
6. Anhang: Der Anhang enthält ergänzende Informationen, die zur Unterstützung der durchgeführten Analyse dienen.
Schlüsselwörter
Philosophieren mit Kindern, Sachunterricht, Bilderbuchanalyse, Jon Klassen, Didaktik, Hebammentheorie, philosophische Gespräche, moralische Offenheit, Unterrichtsprinzip, Deutungsoffenheit, ethisches Urteilen, kriteriengeleitete Analyse, Primarstufe.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, inwiefern Bilderbücher als Ausgangspunkt für philosophische Gespräche mit Kindern im Unterricht geeignet sind.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zu den zentralen Themen zählen die Didaktik des Philosophierens mit Kindern, die Auswahl geeigneter Bilderbücher sowie die methodische Gesprächsführung durch die Lehrkraft.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist die Evaluierung des Potenzials von Bilderbüchern für den Philosophieunterricht, exemplarisch dargestellt an der Analyse von Jon Klassens „Das ist nicht mein Hut“.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird eine kriteriengeleitete Analyse angewandt, die auf theoretischen Standards von Haynes, Murray und Alt basiert.
Was steht im Hauptteil der Untersuchung im Fokus?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung des Philosophierens mit Kindern und die praktische Anwendung von Analysekriterien auf das gewählte Bilderbuch.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Untersuchung?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Deutungsoffenheit, philosophisches Potenzial, ethische Reflexion und die Hebammenrolle der Lehrkraft.
Warum eignet sich das Buch „Das ist nicht mein Hut“ besonders gut für die Analyse?
Das Buch bietet durch seine Ambivalenz, das Fehlen einer moralischen Belehrung und die offene Handlung vielfältige Anknüpfungspunkte für kindliche Denkanstöße.
Wie sollte sich eine Lehrkraft bei philosophischen Gesprächen verhalten?
Die Lehrkraft sollte eine „Hebammenrolle“ einnehmen, das Gespräch moderieren, statt es stark zu lenken, und die Kinder dazu anregen, eigene Fragen und Positionen zu formulieren.
- Arbeit zitieren
- Stephan Jaskolla (Autor:in), 2020, Bilderbücher als Ausgangspunkt für philosophische Gespräche im Unterricht. Eine Analyse von Jon Klassens "Das ist nicht mein Hut", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1193172