Welche Gefahren und welche Vorteile gibt es für eine positive Leseentwicklung basierend auf den Faktoren der Lesesozialisation?
In der Arbeit wird zunächst die Bedeutung der (Lese)sozialisation geklärt, um eine Basis für das Verständnis der weiteren Thematik der Arbeit zu schaffen. Danach wird die Einstellung gegenüber dem Lesen der über 15-Jährigen anhand von Ergebnissen einer Umfrage skizziert. Im nächsten Kapitel werden ausgewählte Einflussfaktoren erläutert, nämlich die Faktoren: Familie, Geschlecht, Schule und peer groups sowie der Faktor Medien. Aus den Einflussfaktoren ergeben sich die Gruppierungen der ‚erwarteten‘ bzw. der ‚unerwarteten Leser‘ und der ‚erwarteten‘ oder ‚unerwarteten Wenig-Leser‘. Es werden zuerst die Risikofaktoren für eine positive Lesesozialisation dargelegt, dann werden Faktoren erläutert, bei denen trotz überwiegend vorhandener Risikofaktoren eine erfolgreiche Lesesozialisation gelingen kann. Im Anschluss werden die Begrifflichkeiten „(un)erwartete Leser“ und „(un)erwartete Wenig-Leser“ erklärt. Zuletzt wird ein Ausblick auf die Lesesozialisation in der Adoleszenz gegeben und darauffolgend ein Fazit, mit welchem die Arbeit abschließt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Was bedeutet (Lese)sozialisation?
3. Einstellung gegenüber dem Lesen aus der Sicht von Eltern und Schülerinnen oder Schüler
4. Einflussfaktoren der Lesesozialisation
4.1 Einflussfaktor Familie
4.2 Einflussfaktor Geschlecht
4.3 Einflussfaktoren Schule und peer groups
4.4 Einflussfaktor Medien
5. (Un)erwartete Leser und (un)erwartete Wenig-Leser
6. Ausblick: Lesesozialisation in der Adoleszenz
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die vielfältigen Einflussfaktoren auf die Leseentwicklung von Grundschulkindern, um die zentralen Bedingungen für eine gelungene Lesesozialisation zu identifizieren. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, welche Gefahren und Vorteile für eine positive Leseentwicklung existieren und wie diese in der frühen Bildungsphase gezielt beeinflusst werden können.
- Bedeutung der Lesesozialisation und der Sozialisation als Grundlage
- Einfluss der Familie sowie von Eltern als Lesevorbilder
- Rolle des Geschlechts und geschlechtsspezifische Lesevorlieben
- Wirkung von Schule, Unterricht und Gleichaltrigengruppen (Peer Groups)
- Konkurrenz durch technische Medien und deren Einfluss auf die Lesemotivation
Auszug aus dem Buch
4.3 Einflussfaktoren Schule und peer groups
Die Leseentwicklung startet, wie bereits erwähnt, schon vor dem Lesen-lernen in der Grundschule. Gerade das ‚Bilderbuch-lesen‘ ist essentiell für die Entwicklung der Sprache im Allgemeinen. Das durch Bilderbücher ausgelöste Symbol-begreifen ist sowohl in den Bildern, als auch in der Sprache vorhanden. Rosebrock und Nix fügen noch hinzu, dass die Qualität der vorschulischen Erfahrungen von der Qualität der Kommunikation zwischen den Familienmitgliedern abhängig ist. Zu den Kommunikationspartnern ergänzen Rosebrock und Nix die Gleichaltrigen, die Schule und weitere.
Der Übergang vom Kindergarten in die Grundschule stellt für die Kinder eine Krise dar. Das Verständnis von Texten ist schon weiter entwickelt als die Fähigkeit zu Lesen oder zu Schreiben. Durch die verschiedenen Vorerfahrungen mit dem Lesen ist auch die Leseerfahrung nach Schuleintritt unterschiedlich weit entwickelt, wenn die Kinder mit dem ‘Leselehrgang‘ beginnen. Die Krise zieht sich über mehrere Jahre hinweg. Gute Leser/innen beenden die Krise in der dritten bis vierten Klasse, im Gegensatz zu schwachen Leser/innen, die diesen Stand häufig nicht erreichen. Bis zum Ende der Kindheit sollte das Lesen von einfachen Texten ohne große Anstrengung sein, damit anspruchsvollere Lektüren gelesen werden können.
Das Lesen in der Schule stellt für die SuS häufig keine Verknüpfung zur Lektüre dar, welche privat gelesen wird. Dies zu verknüpfen gestaltet sich schwierig, da jedes Kind unterschiedliche Leseerfahrungen von zu Hause mitbringt. Positiv wirkt sich generell Lektüre auf die SuS aus, wenn sie gewinnbringend ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Lesesozialisation ein und stellt die Forschungsfrage nach den Einflussfaktoren einer positiven Leseentwicklung bei Grundschulkindern.
2. Was bedeutet (Lese)sozialisation?: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Sozialisation und leitet daraus das Verständnis der Lesesozialisation als Kompetenzerwerb im Umgang mit Medien ab.
3. Einstellung gegenüber dem Lesen aus der Sicht von Eltern und Schülerinnen oder Schüler: Dieser Abschnitt analysiert anhand einer Umfrage die elterliche Einstellung zum Lesen und die Bedeutung, die dem Lesen für die Entwicklung von Kindern beigemessen wird.
4. Einflussfaktoren der Lesesozialisation: Das Kapitel erläutert die verschiedenen, sich teilweise überschneidenden Einflussbereiche wie Familie, Geschlecht, Schule, Peer Groups und Medien auf die Entwicklung von Kindern.
5. (Un)erwartete Leser und (un)erwartete Wenig-Leser: Hier werden basierend auf den Einflussfaktoren vier verschiedene Gruppen von Lesern und Wenig-Lesern differenziert, die trotz unterschiedlicher Voraussetzungen eine erfolgreiche Lesesozialisation durchlaufen können.
6. Ausblick: Lesesozialisation in der Adoleszenz: Dieser Ausblick beleuchtet die zweite Lesekrise beim Eintritt ins Jugendalter und die Verschiebung der Einflussfaktoren, insbesondere durch die stärkere Bedeutung von Peer Groups.
7. Fazit: Das Fazit fasst die komplexen Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit von vorschulischen Maßnahmen und der Vorbildfunktion der Eltern für eine gelungene Lesesozialisation.
Schlüsselwörter
Lesesozialisation, Grundschule, Leseentwicklung, Lesemotivation, Lesevorbilder, Einflussfaktoren, Familie, Geschlechtsunterschiede, Peer Groups, Mediennutzung, Lesekompetenz, Leselektüre, Bildungsbiografie, Lesekrise, Lesefreude.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den verschiedenen Einflussfaktoren, die die Leseentwicklung von Kindern im Grundschulalter prägen und steuern.
Welche zentralen Themenfelder werden in der Arbeit behandelt?
Die zentralen Felder umfassen die Bedeutung der (Lese)sozialisation, die Rolle der Familie, geschlechtsspezifische Unterschiede, den Einfluss von Schule und Peer Groups sowie die Bedeutung technischer Medien.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage dieser Arbeit?
Das Ziel ist es, die Frage zu beantworten, welche Gefahren und Vorteile für eine positive Leseentwicklung basierend auf den verschiedenen Faktoren der Lesesozialisation existieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird für die Arbeit verwendet?
Die Arbeit basiert primär auf einer Literaturanalyse, die theoretische Modelle sowie Ergebnisse relevanter Studien zur Lesesozialisation einbezieht.
Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?
Im Hauptteil werden die Akteure und Ebenen der Lesesozialisation, spezifische Risikofaktoren und die daraus resultierenden unterschiedlichen Lesertypen analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit am besten?
Die wichtigsten Begriffe sind Lesesozialisation, Leseentwicklung, elterliche Vorbildfunktion, Lesemotivation und der Einfluss des sozialen Umfelds.
Wie unterscheidet sich die Rolle der Peer Groups im Vergleich zur Familie?
Während die Familie im Grundschulalter die primäre und wichtigste Instanz darstellt, verlieren die Eltern im Jugendalter an Bedeutung und Peer Groups nehmen einen weitaus größeren Einfluss auf das Leseverhalten ein.
Was kennzeichnet die Gruppe der „unerwarteten Leser“?
Diese Kinder wachsen in Familien auf, in denen Lesen eher unbedeutend ist, entwickeln jedoch durch Anregungen von außerhalb und ein positives, kindzentriertes Familienklima dennoch ein erfolgreiches Leseinteresse.
Warum spielt das Geschlecht eine Rolle bei der Leseentwicklung?
Die Arbeit zeigt, dass Lesesozialisation oft als weiblich geprägt wahrgenommen wird und Jungen sowie Mädchen unterschiedliche Interessen an Textgenres (z.B. Sachtexte vs. Phantasiegeschichten) zeigen.
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- Anonym (Author), 2017, Auswirkungen der Lesesozialisation auf Schüler und Schülerinnen im Grundschulalter, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1193438