Quantitativ zeichnet sich die Ausgabe der Kinderzeitschrift Frösi, Jahrgang 1990, dadurch aus, dass die Zahl der Bildergeschichten, Rätsel, Bastel- und Spielanleitungen von Ausgabe zu Ausgabe immer mehr zunimmt, während die Zahl der Sachtexte und Berichte immer mehr abnimmt und durch eine nahezu unüberschaubare Anzahl von Illustrationen und Fotographien ersetzt wird. Während die Zahl von Sachtexten und Berichten in den Ausgaben 1/90 bis 6/90 zwischen 13 und 9 schwankt, nimmt sie ab Ausgabe 7/90 drastisch ab und schwankt zwischen 4 und 2 Texten dieser Art pro Ausgabe. Auffallend ist, dass auch die Vielfalt der Themen, die auf Sachtexte und Berichte entfallen, sich drastisch reduziert. In den ersten Ausgaben werden diverse Themen behandelt z.B. es werden unterschiedliche Berufe vorgestellt, Interviews mit Prominenten geführt, Umfragen zu verschiedenen Themen veranstaltet, die Fragen von Lesern beantwortet, es gibt Texte, die sich mit Natur und Ökologie, Garten- und Tierpflege, Naturwissenschaften, Geografie und Geschichte befassen. Es gibt auch zahlreiche Beschreibungen von Sehenswürdigkeiten, alten Schlössern, Museen. Es wird also ein sehr breites Spektrum umrissen, um den jungen Leser neugierig zu machen und zu begeistern. Dazu gibt es auch eine „Gripstankstelle“, wo diverse Fragen, die sehr unterschiedliche Themen betreffen, von den Lesern gestellt und von Fachleuten beantwortet werden. Es werden auch Themen angesprochen, die für die Leser in der Pubertät von Bedeutung sind, z.B. die Fragen: „Wann wird man erwachsen?“, „Rauchen macht sympathisch?“ oder „Kussgeflüster“. Etwa ab der Ausgabe 7/90 nimmt sowohl die Anzahl an Berichten und Sachtexten als auch das breite Spektrum der Themen ab. Es dominieren Reisereportagen z.B. in die Türkei und besonders nach Afrika, in das Tansania, zu den Ufern des Tanganjika-Sees, nach Kilimandscharo. Dabei handelt es sich wirklich um Reisebeschreibungen, die sich mit der exotischen Schönheit eines fremden Landes befassen, die Texte entbehren also jeglichen politischen Gehalts. Auch die Interviews mit Prominenten, Sängern oder Musikanten bleiben ab der Ausgabe 8/90 gänzlich aus. Die „Gripstankstelle“ gibt es ab der Ausgabe 6/90 auch nicht mehr. Es bleiben eigentlich nur ein paar Sachtexte zu den Themen Natur und das Tier- und Insektenreich. In der Ausgabe 12/90 gibt es Sachtexte, die sich mit den Themen „Weihnachten in Deutschland“ und „Geschichte des Weihnachtsbaums“ befassen. [...]
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Literarische Texte
1. Kurze Übersicht über literarische Texte
2. Analyse und Interpretation von literarischen Texten
2.1. Gedichte
2.2. Prosa
2.2.1. Märchen
2.2.2. Fabeln
2.2.3. Sagen
2.2.4. Textauszüge
2.3. Geschichten
2.3.1. Alltagsgeschichten
2.3.2. Phantastische Geschichten
2.3.3. Tiergeschichten
2.3.4. Abenteuergeschichten
2.3.5. Kriminalgeschichten
Schlussfolgerungen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die literarische Gestaltung und die thematische Ausrichtung von Texten in der DDR-Kinderzeitschrift "Frösi" während des Jahrgangs 1990, um deren erzieherische Absichten und qualitativen Wandel zu analysieren.
- Quantitativer Wandel der Textgattungen im Jahr 1990
- Analyse literarischer Darstellungsformen wie Gedichte, Märchen und Fabeln
- Untersuchung von Gesellschaftsbildern und Werten in den Geschichten
- Reflexion über den Stellenwert von Mensch-Tier-Beziehungen in Kinderliteratur
- Kritische Betrachtung der politischen und sozialen Botschaften in den Texten
Auszug aus dem Buch
2.2.4. Textauszüge
Es gibt insgesamt fünf Textauszüge aus bekannten Kinderbüchern in dieser Ausgabe: „Im Zeichen des Regenbogens“ von Hans Bentzien in 1/90, drei Auszüge aus dem Kinderbuch „Der Rebell von Kölln“ von Bodo Schulenburg in 1/90, 2/90 und 3/90, und „Primel Schwindula“ von Sybille Durian in 9/90.
„Im Zeichen des Regenbogens“ ist ein Auszug aus dem Kinderbuch „Im Zeichen des Regenbogens“ von Hans Bentzien. Kurz zu der Biographie des Autors.
Biographie des Autors: Bentzien, Hans, geboren am 4.1.1927 in Greifswald, 1944 Mitglied der NDAP, 1946 Mitglied der SED, Neulehrer, Studium der Gesellschaftswissenschaften in Jena; tätig in verschiedenen Ämtern der SED-Kreis- und Bezirksleitung; 1955-1958 Studium an der Parteihochschule, anschließend Mitglied der Kulturkommission beim Politbüro des ZK der SED; war Kulturminister der DDR, bis er wegen „Sabotage der Parteibeschlüsse“ 1966 abgesetzt wurde. Danach wurde er Verlagsleiter bei „Neues Leben“ und anschließend stellvertretender Vorsitzender des staatlichen Komitees für Fernsehen. 1989/90 war er letzter Fernsehintendant der DDR. Er veröffentlichte mehrere Fernsehspiele, historische Bücher und seine Memoiren „Meine Sekretäre und ich“. (Quelle: Internet)
Zum Thema seines Buches hat der Autor den Bauernaufstand auf dem „Schlachtberg“ unter der Führung von einem gewissen Müntzer gewählt. Kurz zum Inhalt: Die Bauern bauen eine Wagenburg auf dem Hausberg, um sich vor Angriffen der Landsknechte zu schützen. Der Landgraf Philipp vereinigt sich mit anderen Edelleuten, um den Bauernaufstand zu unterdrücken. Am 15. Mai werden die Bauern vor eine Entscheidung gestellt, entweder liefern sie ihren Anführer mit seinen Anhängern aus und werden verschont oder sie müssen alle sterben. Die Bauern entscheiden sich natürlich für ihren Anführer Müntzer, erhalten einen Überraschungsangriff von der Armee des Landsherrn und werden alle abgeschlachtet.
Zusammenfassung der Kapitel
Kurze Übersicht über literarische Texte: Dieses Kapitel gibt einen statistischen Überblick über die Verteilung und Entwicklung der 25 literarischen Texte im Jahrgang 1990 der Zeitschrift Frösi.
Analyse und Interpretation von literarischen Texten: Hier erfolgt eine detaillierte Auseinandersetzung mit den verschiedenen literarischen Gattungen wie Gedichten, Märchen, Fabeln, Sagen, Geschichten und Textauszügen hinsichtlich ihrer inhaltlichen und pädagogischen Intentionen.
Schlüsselwörter
Frösi, DDR-Kinderliteratur, Literaturanalyse, Märchen, Fabeln, Gesellschaftsbilder, Kinderzeitschrift, Wertevermittlung, Tiergeschichten, Textauszüge, Pädagogik, DDR, Historische Romane, Leserbindung, Interkulturelle Erziehung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die literarischen Inhalte der Kinderzeitschrift "Frösi" im Jahr 1990 und beleuchtet, wie sich deren Umfang und inhaltliche Qualität im Kontext gesellschaftlicher Veränderungen in der DDR gewandelt haben.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Zentrum stehen die Gattungsanalyse (Gedichte, Prosa, Fabeln, Sagen, Geschichten), die Vermittlung von moralischen Werten sowie das Verhältnis zwischen Mensch und Natur.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie literarische Texte genutzt wurden, um jungen Lesern Verhaltensweisen, Charaktereigenschaften und weltanschauliche Positionen (wie Gehorsam oder Tierliebe) zu vermitteln.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die qualitative Inhaltsanalyse und Interpretation der Texte, ergänzt durch biographische Kontextualisierung der Autoren und quantitative statistische Auswertungen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Untersuchung und Interpretation von Gedichten, verschiedenen Prosa-Formen wie Märchen, Fabeln und Sagen sowie einer differenzierten Einordnung diverser Kurzgeschichten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen gehören "DDR-Kinderzeitschrift", "Wertevermittlung", "Gattungsanalyse" und "literarische Erziehung".
Warum ist das Jahr 1990 für die Analyse der "Frösi" besonders relevant?
1990 markiert einen historischen Wendepunkt in der DDR, der sich in der Zeitschrift durch eine deutliche Veränderung der Themenauswahl, eine Reduktion politischer Inhalte und einen Anstieg an Unterhaltungsformaten widerspiegelt.
Wie werden Fabeln in der Untersuchung interpretiert?
Fabeln werden hier als erzieherisches Instrument verstanden, das mittels Tierfiguren moralische Verhaltensweisen wie Gemeinschaftssinn oder Vorsicht lehrt.
Welche Rolle spielen historische Figuren wie Hans Kohlhase?
Historische Figuren dienen der Vermittlung von Werten wie Gerechtigkeit und Widerstand, wobei sie oft in ein historisches, aber ideologisch gefärbtes Narrativ eingebettet werden.
Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin über den Stellenwert der Texte?
Die Autorin stellt fest, dass neben der reinen Unterhaltung eine starke pädagogische Intention vorliegt, Kindern feste moralische und soziale Normen durch literarische Vorbilder zu vermitteln.
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- Magistra Artium Julia-Maria Warkentin (Autor), 2006, Zu den literarischen Texten in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR (Zeitschrift Frösi, Jahrgang 1990), Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/119363