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Das Commitment junger Talente in Unternehmen - Mit einem Praxisbeispiel

Title: Das Commitment junger Talente in Unternehmen - Mit einem Praxisbeispiel

Diploma Thesis , 2008 , 72 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Melanie Schmidt (Author)

Psychology - Work, Business, Organisation
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Die längerfristige Mitarbeiterbindung von Organisationsmitgliedern insbesondere von jungen Talenten an ein bestimmtes Unternehmen, das so genannte organisationale Commitment, gewinnt in der Arbeitswelt stetig an Bedeutung. Vor dem Hintergrund des organisationalen Wandels, der u.a. durch Globalisierung sowie durch flexiblere Organisations und Beschäftigungsformen gekennzeichnet ist, wird die Bindung an ein Unternehmen zum einen erschwert, zum anderen aber für Organisationen auch essentiell (Felge, 2005, S.12ff.). Vor allem in diffizilen und konjunkturell unsicheren Zeiten sind Organisationen zunehmend auf den organisationalen Einsatz und auf die Treue ihrer MitarbeiterInnen angewiesen, da diese einen erheblichen Erfolgsfaktor für die Organisation darstellen (Pepels, 2002, S.130). Die Bereitschaft für ein solches Engagement der MitarbeiterInnen sowie für eine geringe Fluktuationsneigung dürfte bei einer emotionalen Verbundenheit zur Organisation größer sein als ohne (Felfe, 2008, S.26). Eine irreversible Bevölkerungsschrumpfung in Deutschland von 82,5 Millionen Einwohnern/Einwohnerinnen (2005) auf ca. 6974 Millionen (2050) wird vom Statistischen Bundesamt (2006, S.5) prognostiziert. Laut den Demografieforschern Ernst Kistler und Andreas Huber (2002, S.23) soll sich ab ca. 2010 eine Arbeitskräfteverknappung ergeben, d.h. der Bevölkerungsrückgang spiegelt sich ebenfalls in der Entwicklung des Erwerbspersonenpotentials wider. Die Belegschaft altert und daher ist mit einem zunehmenden Mangel an jüngeren Nachwuchskräften zu rechnen (Rimser, 2006, S.26f.). Was ist unter diesen jungen Talenten zu verstehen? Es handelt sich um sehr wertvolle Nachwuchskräfte für das Unternehmen mit überdurchschnittlichen Leistungen und Studienergebnissen sowie hohem Engagement. Hinsichtlich des Alters bewegt sich die Personengruppe ungefähr zwischen 2535 Jahren, da ihr durchschnittlicher Lebenslauf Studium, Praktika, Auslandsaufenthalt und bspw. Teilnahme an einem Traineeprogramm beinhaltet und sie nun seit Kurzem in ihrer ersten, maximal zweiten Arbeitsstelle tätig sind. Solchen High Potentials sind nach einer Umfrage von Kirchgeorg (2005, S.8ff.) zu ihren Werthaltungen bezüglich ihres Lebens und ihres Berufes folgende Faktoren besonders wichtig: gutes und ehrliches Arbeitsklima, herausfordernde Aufgaben, gute Aufstiegsmöglichkeiten sowie ihre WorkLifeBalance. Diese Aspekte finden im Hinblick auf das organisationale Commitment junger Talente hier besondere Beachtung.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis der Arbeit

1. Einleitung

1.1 Untersuchungsgegenstand der Arbeit

1.2 Aufbau der Arbeit

2. Theoretische Grundlagen zu Commitment

2.1 Definitorisches zu Commitment

2.2 Grundkonzepte organisationalen Commitments

2.3 Abgrenzung von Commitment zu ähnlichen Konstrukten: Identifikation, Involvement und Arbeitszufriedenheit

3. Einflussfaktoren auf Commitment

3.1 Wichtige Einflussfaktoren auf Commitment

3.1.1 Fairness, Führung und sonstige Einflussfaktoren

3.1.2 Arbeitszufriedenheit

3.2 Der Psychologischer Vertrag

3.2.1 Theoretische Grundlagen zum Psychologischen Vertrag

3.2.2 Determinanten des Psychologischen Vertrages

3.2.3 Transformation und Verletzung des Psychologischen Vertrages

3.2.4 Reaktionen auf den Psychologischen Vertrag

3.3 Zwischenfazit bezüglich der Einflussfaktoren auf Commitment

4. Interventions- und Präventionsmaßnahmen zur Steigerung von organisationalem Commitment

4.1 Maßnahmen basierend auf der subjektiven Bedeutung der eigenen Arbeitsaufgabe - am Beispiel von Arbeitszufriedenheit

4.2 Maßnahmen zur beruflichen Weiterbildung

4.3 Ausgewählte Maßnahmen zur Ausbalancierung des Psychologischen Vertrags

4.4 Ausgewählte Maßnahmen zur Ausbalancierung des Berufs- und Privatlebens

5. Ein Praxisbeispiel zum organisationalen Commitment

5.1 Problemstellung und Zielformulierung

5.2 Handlungsempfehlung der Personalabteilung zur Lösung des Praxisbeispiels

6. Schlussbetrachtung und Ausblick

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, theoretisch fundierte Interventions- und Präventionsmaßnahmen zur Steigerung des organisationalen Commitments bei jungen Talenten zu identifizieren und abzuleiten. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, wie die emotionale Bindung leistungsstarker Nachwuchskräfte an ihr Unternehmen vor dem Hintergrund eines demografischen Wandels und zunehmenden Wettbewerbs um Fachkräfte gestärkt werden kann.

  • Grundlagen des organisationalen Commitments und dessen Abgrenzung zu verwandten Konstrukten.
  • Analyse zentraler Einflussfaktoren wie Fairness, Führung und Arbeitszufriedenheit.
  • Bedeutung des Psychologischen Vertrags für die Bindung von High Potentials.
  • Entwicklung praktischer Personalbindungsmaßnahmen (z.B. Job Enrichment, Mentoring, I-Deals).
  • Anwendung der theoretischen Erkenntnisse auf ein fiktives Praxisbeispiel im Marketing-Bereich.

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Theoretische Grundlagen zum Psychologischen Vertrag

Erstmals wurde im Jahr 1960 der Begriff „psychological work contract“ von Argyris (S.96) eingeführt. Hiermit erläutert er die Beziehung eines Meisters (Arbeitgeber) in einer Fabrik zu dessen Mitarbeitern, nach der diese optimal produzieren, wenn der Meister die Mitarbeiterwünsche respektiere und unterstütze. Rousseau (1989) entwickelte dieses Konzept weiter und definierte den Psychologischen Kontrakt folgendermaßen: „The term psychological contract refers to an individual's beliefs regarding the terms and conditions of a reciprocal exchange agreement between that focal person and another party.” (S.123).

Wesentlich ist bei dieser verbreiteten Definition, dass nur die Perspektive der MitarbeiterInnen und nicht die der Organisation fokussiert wird. Diese Sichtweise ist auch von der Mehrheit der Literatur adaptiert worden (Festing & Lassalle, 2006, S.7), so auch in dieser Arbeit. Neben der Definition nach Rousseau (1989), bei der der Vertrag als mentales Modell angesehen wird, existiert noch eine weitere bekannte Definition von Manning (1992), bei dem der Psychologische Vertrag als „the achieved state when there has been a matching of what the inidivdual will give with what the organisation expects to receive, and what the organisation will give relative to what the individual expects to receive” (S.60) verstanden wird.

Hier stimmen Erwartungen und Angebote überein, d.h. das bereits thematisierte Soll-Ist-Verhältnis (s. 3.1.1) ist ausgewogen. Bedeutende Psychologische Vertragsbestandteile bilden zum einen die Erwartung (Soll) des/der Mitarbeiters/Mitarbeiterin, fair behandelt zu werden, und zum anderen die Bedürfnisbefriedigung bei der Arbeit (Schanz, 2000, S.29). Als ein weiteres wesentliches Element ist das Vertrauen zwischen den Vertragspartnern zu nennen, das als grundlegende Voraussetzung für die Ausgestaltung des Vertrages gilt (Schubert, 2006, S.81).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beschreibt die Relevanz der Mitarbeiterbindung junger Talente im Kontext des demografischen Wandels und definiert das Ziel der Arbeit.

2. Theoretische Grundlagen zu Commitment: Definiert Commitment und grenzt es von Konzepten wie Arbeitszufriedenheit und Identifikation ab, um ein präzises Verständnis zu schaffen.

3. Einflussfaktoren auf Commitment: Analysiert Fairness, Führung und insbesondere den Psychologischen Vertrag als zentrale Determinanten der organisationalen Bindung.

4. Interventions- und Präventionsmaßnahmen zur Steigerung von organisationalem Commitment: Leitet auf Basis der theoretischen Erkenntnisse konkrete Handlungsempfehlungen für die Praxis ab.

5. Ein Praxisbeispiel zum organisationalen Commitment: Demonstriert die praktische Anwendung der Bindungsinstrumente an einem fiktiven Fallbeispiel einer talentierten Mitarbeiterin.

6. Schlussbetrachtung und Ausblick: Fasst die Kernerkenntnisse zusammen und identifiziert weiteren Forschungsbedarf im Bereich des Talent-Managements.

Schlüsselwörter

Organisationales Commitment, Junge Talente, Mitarbeiterbindung, Psychologischer Vertrag, Transformationale Führung, Arbeitszufriedenheit, Equity-Theorie, War for Talents, Personalentwicklung, Mentoring, Work-Life-Balance, Job-Rotation, Idiosyncratic-Deals, Unternehmenskultur, Arbeitgeberimage.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Diplomarbeit befasst sich mit der langfristigen Bindung von hochqualifizierten, jungen Nachwuchskräften an Unternehmen, um sie vor Abwerbung zu schützen und ihr Potenzial nachhaltig zu sichern.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Definition von organisationalem Commitment, den Einfluss von Gerechtigkeit und Führungsstilen sowie die zentrale Rolle des Psychologischen Vertrags.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aus theoretischen Modellen fundierte Maßnahmen abzuleiten, mit denen Unternehmen die Bindung junger Talente effektiv steigern können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender Commitment-Theorien und Studien, ergänzt durch die Ableitung von Handlungsempfehlungen anhand eines praxisorientierten Fallbeispiels.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Einflussfaktoren auf die Bindung, wie etwa den Psychologischen Vertrag, und entwickelt daraus spezifische Interventionsmaßnahmen für die Personalpraxis.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Commitment, Psychologischer Vertrag, Talent-Management, Führung und Mitarbeiterbindung charakterisiert.

Wie spielt das Alter der Zielgruppe eine Rolle?

Junge Talente (25-35 Jahre) stehen oft am Anfang ihrer Karriere und haben spezifische Erwartungen an Weiterbildung, Arbeitsinhalt und Work-Life-Balance, die in der Arbeit detailliert betrachtet werden.

Warum wird der "Psychologische Vertrag" so stark betont?

Weil dieser Vertrag die subjektiven, oft informellen Erwartungen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer regelt und bei Erfüllung das affektive Commitment signifikant stärkt.

Wie geht die Arbeit mit dem Fallbeispiel von "Fr. Mayer" um?

Das Fallbeispiel dient als praktische Illustration, wie ein Vorgesetzter durch den Einsatz von I-Deals, Mentoring und Zielvereinbarungsgesprächen die Bindung einer wertvollen Mitarbeiterin konkret erhöhen kann.

Was sind "Idiosyncratic-Deals"?

I-Deals sind individuelle, personalisierte Vereinbarungen zwischen einem Mitarbeiter und dem Arbeitgeber, die über Standardverträge hinausgehen und die emotionale Bindung festigen können.

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Details

Title
Das Commitment junger Talente in Unternehmen - Mit einem Praxisbeispiel
College
University of Göttingen
Grade
1,0
Author
Melanie Schmidt (Author)
Publication Year
2008
Pages
72
Catalog Number
V119370
ISBN (eBook)
9783640228768
Language
German
Tags
Commitment Talente Unternehmen Praxisbeispiel
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Melanie Schmidt (Author), 2008, Das Commitment junger Talente in Unternehmen - Mit einem Praxisbeispiel, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/119370
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