Grundzüge der Globalisierung


Seminararbeit, 2007

28 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1 Einleitung

2 Begriffsdefinition „Globalisierung“

3 Historie der Globalisierung

4 Wirtschaftliche Globalisierung
4.1 Voraussetzungen
4.2 Waren- und Produktionsmarkt
4.3 Finanzmarkt

5 Politische Globalisierung
5.1 Internationale Organisationen
5.2 Nichtregierungsorganisationen

6 Soziale und kulturelle Globalisierung
6.1 Clash of Civilizations
6.2 Globalisierungskritik

7 Schluss

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 – Problem der Unterscheidung zwischen Globalisierung und verwandten Begriffen

Abbildung 2 – Entwicklung des Globalisierungsindexes in 1991 und 2004

Abbildung 3 - Die vier Phasen der Globalisierung bis 1970

Abbildung 4 – Die 200 größten Konzerne

Abbildung 5 – Entwicklung Transport- & Kommunikationskosten in konstanten Preisen (1930 = 100)

Abbildung 6 – Entwicklung des Ölpreises seit 1861

Abbildung 7 – Durchschnittliche Zollbelastung und Zollabbau im GATT, 1947 – 1993

Abbildung 8 – Grenzüberschreitender Warenhandel in Prozent (1950 = 1)

Abbildung 9 - Größte Finanzkrisen seit 1970 nach Kreditausfallraten als prozentualer Anteil aller Kredite

Abbildung 10 - Mitgliedstaaten der WTO 2006

Abbildung 11 - Entwicklung der Mitgliedschaft der UN von 1945 bis 2006

Abbildung 12 – Die USA, Hauptschuldner der UN

Abbildung 13 – Anzahl Nicht-Regierungsorganisationen weltweit

Abbildung 14 – Kulturkreise nach Huntington

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1 – Umstrittene Elemente des Globalisierungsbegriffes

1 Einleitung

Die Meinungen und Definitionen zum Thema Globalisierung sind nahezu so vielfältig wie die von ihr betroffenen Menschen. Manche preisen die Errungenschaften des Freihandels, andere fürchten sich vor der ungewissen Zukunft und dem Verlust ihres Arbeitsplatzes durch billige Konkurrenz aus Ostasien. Eindeutig jedoch ist, dass die Diskussion um den Ausdruck Globalisierung sehr emotional ist. 1 Begriffe wie McDonaldisierung, kultureller Identitätsverlust, Turbokapitalismus, Klimawandel, Grenzenlosigkeit oder Heuschrecken fallen.2

Jede Epoche braucht ihren Namen. In den fünfziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts sprach man vom „Atomzeitalter“, in den darauf folgenden zwei Jahrzehnten von „Industriegesellschaft“ und „Spätkapitalismus“. In den achtziger Jahren neigte man zu „Risikogesellschaft“ und „Postmoderne“. Doch anscheinend hat sich keiner dieser Begriffe für die Entwicklungen der vergangenen 50 Jahre durchgesetzt 3 . Erst in den achtziger und neunziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts4 trat der Begriff „Globalisierung“ in seiner heutigen Bedeutung in das Licht der Öffentlichkeit und wird überwiegend definiert als die „zunehmende Internationalisierung des Handels, der Kapital- sowie Produkt- und Dienstleistungsmärkte und die internationale Verflechtung der Volkswirtschaften. Der Globalisierungsprozess der Märkte wird vor allem durch neue Technologien im Kommunikations-, Informations- und Transportwesen sowie neue Organisationsformen der betrieblichen Produktionsprozesse vorangetrieben“5. Eine Fokussierung auf die Ökonomie scheint augenscheinlich. Jedoch zeigt sich bereits durch die Verwendung des Begriffes „Internationalisierung“, dass hier auch andere gesellschaftliche Bereiche einzubeziehen sind.

Diese Arbeit möchte einen kurzen Überblick über die Grundzüge der Globalisierung geben und der Frage nachgehen, ob diese tatsächlich ein ausschließlich ökonomisches Phänomen ist oder seine Wurzeln auch in anderen Bereichen der menschlichen Gesellschaft hat. Außerdem soll auf die vermeintliche historische Singularität der Globalisierung eingegangen werden und die konkreten Entwicklungen der vergangenen Dekaden.

2 Begriffsdefinition „Globalisierung“

Semantisch leitet sich das Wort von globalisieren, auf die ganze Erde ausdehnen und dem lateinischen Wort Globus, Kugel ab6. Alternativ existiert ein weniger weit verbreiteter Begriff aus dem französischsprachigen Raum, mondialisations oder Mondialisierung, der im Wesentlichen das gleiche ausdrückt und auf das französische Wort monde, Welt, zurückgeht 7 . Das nachfolgend behandelte Problem der inhaltlichen Analyse stellt sich hier genauso.

Weiter stellt sich die Frage nach der etymologischen Relevanz des neuen Begriffes, da sich bereits vielfach verwandte Ausdrücke teilweise deckungsgleich oder überschneidend zum diesem verhalten 8 . Abbildung 1 zeigt die in diesem Zusammenhang wichtigsten Begriffe.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 – Problem der Unterscheidung zwischen Globalisierung und verwandten Begriffen 9

Vergleicht man diese mit der eingangs angeführten Lexikaldefinition, wird die Problematik deutlich. Eine Notwendigkeit für einen neuen Begriff für die Entwicklungen des ausgehenden 20. Jahrhunderts lässt sich hieraus nicht eindeutig ableiten. Selbst der Internationale Währungsfonds – seines Zeichens maßgeblicher Motor der Globalisierung – setzt dem neuen Begriff den des Internationalismus gleichbedeutend entgegen10. Auch ist fraglich, in welcher Weise sich Globalisierung von anderen historischen Begriffen wie Imperialismus oder Kapitalismus unterscheidet (siehe hierzu Kapitel 3). Zur Feststellung des tatsächlichen Charakters von Globalisierung ist auf eine weitere Ebene abzustellen.

Hier knüpfen die Sozialwissenschaften an, indem sie die verschiedenen Deutungsansätze des Globalisierungsbegriffes gegenüberstellen und damit Transparenz in die Begriffsbestimmung zu bringen suchen (siehe Tabelle 1)11. Die nachfolgende Aufzählung ist nicht abschließend, stellt aber das grundsätzliche Problem der Benennung des Alleinstellungsmerkmals der Globalisierung und seiner Konsequenzen anschaulich dar.

Tabelle 1 – Umstrittene Elemente des Globalisierungsbegriffes 12

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

In der Wissenschaft setzt sich zunehmend die Ansicht durch, Globalisierung als multidimensionalen Prozess zu begreifen. Für diese Arbeit wird auf eine Dreidimensionalität abgestellt, bestehend aus einem ökonomischen, einem politischen und einem sozialen beziehungsweise kulturellen Aspekt. Problematisch ist in diesem Zusammenhang weniger die Bestimmung der Dimensionen, als vielmehr deren inhaltliche Definition.

Beispielsweise entwickelte die ETH Zürich im Jahr 2002 auf Basis der drei Dimensionen Ökonomie, Politik und Gesellschaft einen Globalisierungsindex, mittels dessen Staaten anhand ihres Globalisierungsgrades verglichen werden. Hierzu wurden die genannten Dimensionen wie folgt eingegrenzt. Ausschlaggebend waren die zur Verfügung stehenden Daten13.

Die ökonomische Globalisierung beinhaltet zwei betrachtete Ausprägungen. Zum einen die aktuellen Entwicklungen, gemessen anhand nationaler Besitztümer und Verpflichtungen, zum anderen Restriktionen in Form von steuerlichen Handelsbeschränkungen und Kapitalkontrollen.

Die Dimensionen der sozialen Globalisierung beinhalten drei Kategorien. Zum einen menschliche Kontakte, also in welcher Weise Menschen international miteinander kommunizieren, des weiteren die Möglichkeit der Informationsnutzung, in Form der Verfügbarkeit von Internet, internationalem Fernsehen, Radio und Zeitungen und zum dritten die kulturelle Nähe, gemessen an ausländischen Filmen, importierten und exportierten Büchern und beispielsweise der Anzahl von McDonald's-Restaurants in einem Land.

Der politische Aspekt berechnet sich aus der Anzahl der Botschaften und Hochkommissionen in einem Land, der Anzahl der Mitgliedschaften in internationalen Organisationen und der Teilnahme an UN-Friedensmissionen14.

Nachfolgend sind zur Verdeutlichung die Jahre 1991 und 2004 exemplarisch ausgewählt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2 – Entwicklung des Globalisierungsindexes in 1991 und 2004 15

3 Historie der Globalisierung

Wie eingangs bemerkt, ist die historische Einordnung des Konzeptes der Globalisierung heute nicht abschließend geklärt. Vielmehr gibt es zahlreiche Ansätze, die den Beginn der Globalisierung je nach Definition auf verschiedene Zeitpunkte der vergangenen 500 Jahre datieren. Auch der Internationale Währungsfonds betrachtet die Weltwirtschaft heute als genauso globalisiert wie vor 100 Jahren16.

Analytisch herrscht gemeinhin Einigkeit bezüglich verschiedener Vorraussetzungskriterien, wie der Verdichtung von Raum und Zeit in Form einer Intensivierung und Beschleunigung grenzüberschreitender Transaktionen bei gleichzeitiger räumlicher Expansion17, der durch technische Entwicklungen in den Bereichen Transport und Kommunikation vorangetrieben kulturellen Mischung, die sich durch das Aufkommen von globalistischen Protestbewegungen in den vergangenen Jahren von einer eher amerikanisch geprägten Homogenisierung in Richtung eines neuen Bedeutungsgewinnes lokaler Eigenheiten entwickelt hat und der Veränderung grundsätzlicher und territorialer nationalstaatlicher Bedeutung18. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Begriff des Netzwerkes und dessen Interaktionsraum im Rahmen der wissenschaftlichen Eruierung des Begriffes Globalisierung von großer Bedeutung ist19.

[...]


1 IWF (2000)

2 http://www.datum.at/0906/stories/2760960, Stand: 01.10.2007

3 OSTERHAMMEL, J., Petersson N. P., (2003), S. 7

4 TEUSCH, U. (2004), S. 21

5 DIE ZEIT-Lexikon, Bd. 5 (2005), S. 521

6 DIE ZEIT-Lexikon, Bd. 18 (2005), S. 933 f.

7 http://www.mondialisations.org/php/public/art.php?id=14433&lan=DE, Stand: 12.10.2007

8 TEUSCH, U. (2004), S. 26

9 In Anlehnung an: TEUSCH, U. (2004), S. 26 ff.

10 IWF (2000)

11 TEUSCH, U. (2004), S. 19 ff.

12 In Anlehnung an: TEUSCH, U. (2004), S. 19 ff.

13 DREHER, A. (2006)

14 ebd.

15 DREHER, A. (2006)

16 IWF (2000)

17 http://www.bpb.de/publikationen/5G4WQM,0,Grundz%FCge_der_Globalisierung.html, Stand: 01.10.2007

18 OSTERHAMMEL, J., Petersson N. P., (2003), S. 10 ff.

19 OSTERHAMMEL, J., Petersson N. P., (2003), S. 20 ff.

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten

Details

Titel
Grundzüge der Globalisierung
Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Berlin früher Fachhochschule
Veranstaltung
Internationales Wirtschaftsrecht
Note
1,0
Autor
Jahr
2007
Seiten
28
Katalognummer
V119409
ISBN (eBook)
9783640228775
Dateigröße
1025 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
27 Quellen, davon 16 online-Fundstellen
Schlagworte
Grundzüge, Globalisierung, Internationales, Wirtschaftsrecht
Arbeit zitieren
Philipp Kardinahl (Autor), 2007, Grundzüge der Globalisierung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/119409

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