Kann die Reggio-Pädagogik als erfolgreicher Ansatz zum professionellen Umgang mit Vielfalt und Differenz gesehen werden? Führt sie konkrete Strategien für einen kompetenten Umgang mit Heterogenität in der Kindertagesstätte an?
Bevor auf diese Fragen eingegangen wird, stellt die Arbeit zunächst dar, wie und auf welchen Ebenen Heterogenität in Kindertagesstätten in Deutschland erfahrbar ist, um die Thematik genauer zu verdeutlichen. Anschließend wird der Ansatz der Reggio-Pädagogik hinsichtlich seiner Leitprinzipien erläutert, um im darauffolgenden Kapitel darauf einzugehen, inwieweit diese Leitgedanken Inklusion umfassen und/oder fördern. Die Arbeit schließt mit einem resümierenden Fazit ab.
Kindertageseinrichtungen sind Orte der Begegnung, an denen Vielfalt auf unterschiedlichste Weise erfahrbar ist. Mit dem Ziel, jedes einzelne Kind individuell bestmöglich zu fördern, etablierten sich unterschiedliche pädagogische Ansätze in Deutschland, welche einem inklusiven Grundgedanken nachgehen sollen.
Nach dem zweiten Weltkrieg wurde der pädagogische Ansatz der Reggio-Pädagogik in Italien entwickelt und fand nach und nach auch Einzug in die deutsche Pädagogik-Landschaft. Hinsichtlich des Umdenkens im deutschen Bildungs- und Erziehungswesen in Bezug auf Heterogenität von einem Anpassungsstreben hin zu einem inklusiven Leitgedanken stellt sich die Frage, inwiefern die Reggio-Pädagogik auf die Thematik von Vielfalt und Differenz, besonders im Elementarbereich, eingeht.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Vielfalt und Differenz im Elementarbereich
3 Reggio-Pädagogik
4 Inklusion und Reggio-Pädagogik
4.1 Index für Inklusion
4.2 Reggio-Pädagogik = Inklusive Pädagogik?
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial der Reggio-Pädagogik als erfolgreichen Ansatz für einen professionellen Umgang mit Vielfalt und Differenz im Elementarbereich, mit dem Ziel zu klären, inwiefern dieser Ansatz inklusive Bildungsprinzipien unterstützt.
- Reggio-Pädagogik als Bildungsphilosophie
- Umgang mit Heterogenität im Elementarbereich
- Inklusive Ansätze in Kindertageseinrichtungen
- Bedeutung der Partizipation von Kindern und Eltern
- Die Rolle des Raums als "dritter Erzieher"
Auszug aus dem Buch
Charakteristiken der Reggio-Pädagogik
Die Reggio-Pädagogik ist eine Erziehungsphilosophie, nach der Erziehung „als gemeinschaftliche Aufgabe verstanden wird, in die das Kind, die Erzieher[in] und die Eltern gleichermaßen einbezogen werden“ (Lingenauber, 2013, S. 187). Die Kinder, Erzieher/innen und Eltern werden als „konstitutives Sozialaggregat“ (Lingenauber, 2001, S. 10) verstanden, worunter ein System zu verstehen ist, welches sich aus den drei unterschiedlichen einzelnen Systemen zusammensetzt. Diese einzelnen Systeme (Kinder, Erzieher/innen, Eltern) sind jedoch nicht als in sich geschlossen zu verstehen, sondern als offene Systeme, die sich auf wechselseitige Art und Weise beeinflussen. Auch das Sozialaggregat ist nicht als abgeschlossene Gesamtheit zu sehen, sondern steht idealerweise in wechselseitiger Beeinflussung mit der räumlichen Umwelt (z.B. Stadt, Gemeinde etc.) und anderen regionalen Kindertageseinrichtungen.
Von zentraler Bedeutung sind hierbei die Rechte der Kinder sowie ein reflektiertes Bild vom Kind. Dem Kind wird als Entdecker, eifrigem Forscher und Konstrukteur seiner Entwicklung und seines eigenen individuellen Wissens große Wertschätzung entgegengebracht. Als Ko-Konstrukteure werden die anderen Kinder in der Reggio-Pädagogik als ein wichtiger Bestandteil für den individuellen Wissens- und Erfahrungserwerb gesehen, da sie nicht nur miteinander sondern auch voneinander lernen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der Vielfalt in Kindertageseinrichtungen ein und stellt die Forschungsfrage nach der Eignung der Reggio-Pädagogik als inklusiver Ansatz.
2 Vielfalt und Differenz im Elementarbereich: Dieses Kapitel beleuchtet die historische Entwicklung des inklusiven Umgangs mit Heterogenität und verdeutlicht die Notwendigkeit, gesellschaftliche Benachteiligungen abzubauen.
3 Reggio-Pädagogik: Es werden die Ursprünge und die zentralen Charakteristiken der Reggio-Pädagogik erläutert, wobei insbesondere das Kind als Ko-Konstrukteur und das Sozialaggregat im Fokus stehen.
4 Inklusion und Reggio-Pädagogik: Hier wird die Schnittmenge zwischen den Leitideen der Inklusion, dem "Index für Inklusion" und den Prinzipien der Reggio-Pädagogik kritisch hinterfragt.
4.1 Index für Inklusion: Dieser Abschnitt beschreibt das Instrument des Index für Inklusion als demokratische Orientierungshilfe zur inklusiven Gestaltung von Kindertagesstätten.
4.2 Reggio-Pädagogik = Inklusive Pädagogik?: Das Kapitel führt die vorangegangenen Analysen zusammen und prüft, ob die Reggio-Pädagogik den Anforderungen einer inklusiven Pädagogik in der Praxis gerecht wird.
5 Fazit: Das Fazit resümiert die Arbeit und kommt zu dem Schluss, dass die Reggio-Pädagogik aufgrund ihres Menschenbildes und der Partizipationsmöglichkeiten eine Bereicherung für die inklusive Pädagogik darstellt.
Schlüsselwörter
Reggio-Pädagogik, Inklusion, Vielfalt, Elementarbereich, Heterogenität, Kindertageseinrichtung, Sozialaggregat, Partizipation, Bildungsphilosophie, Ko-Konstruktion, Index für Inklusion, Differenz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht den Beitrag der Reggio-Pädagogik zum professionellen Umgang mit Vielfalt und Heterogenität im Bereich der frühkindlichen Bildung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zu den zentralen Themen gehören die Grundlagen der inklusiven Pädagogik, die theoretischen Prinzipien der Reggio-Pädagogik sowie der Vergleich zwischen inklusiven Leitideen und dem reggianischen Ansatz.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu bewerten, ob und inwiefern die Reggio-Pädagogik als erfolgreiches inklusives Konzept verstanden und in deutschen Kindertagesstätten angewendet werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Auseinandersetzung mit der Fachliteratur und pädagogischen Konzepten, um die Vereinbarkeit der Ansätze zu prüfen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert den gesellschaftlichen Umgang mit Differenz, die Charakteristiken der Reggio-Pädagogik und deren Bezugnahme zu Inklusionsinstrumenten wie dem Index für Inklusion.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich vor allem durch die Begriffe Inklusion, Reggio-Pädagogik, Vielfalt, Partizipation und Elementarbereich charakterisieren.
Was zeichnet das "Sozialaggregat" in der Reggio-Pädagogik aus?
Das Sozialaggregat beschreibt das Zusammenwirken von Kindern, Erziehern und Eltern als offenes System, das in einem ständigen Austausch mit dem sozialen Umfeld steht.
Warum spielt der Raum in der Reggio-Pädagogik eine besondere Rolle?
Der Raum wird als "dritter Erzieher" begriffen, da er die Umgebung für Bildungsprozesse schafft und den Austausch zwischen den Akteuren sowie die eigenständige Forschung des Kindes maßgeblich beeinflusst.
- Quote paper
- Mila Behrendt (Author), 2016, Umgang mit Vielfalt und Differenz in der Kita. Reggio-Pädagogik als erfolgreicher Ansatz?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1194496