Durch die intensive und komplexe Arbeit mit Menschen, ergeben sich für Sozialarbeiter*innen immer wieder unvorhergesehene, neue Situationen in ihrem beruflichen Alltag, denen nicht mit Arbeitsroutine begegnet werden kann. Um diesen Situationen professionell begegnen zu können, bedarf es eines gewissen Methodenreservoirs, welches zwar keine Routine garantiert aber die Grundlage für selbstsicheres, professionelles Auftreten bildet. Zunächst werde ich genauer betrachten, was Methoden in der Sozialen Arbeit darstellen und welche Schwierigkeiten damit verbunden sind. Anschließend stelle ich die Methode der ressourcenorientierten kollegialen Fallberatung vor und stelle einen Bezug zu meinem Arbeitskontext her. Ein abschließendes Fazit rundet diese Arbeit ab.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Methoden in der Sozialen Arbeit
3. Ressourcenorientierte kollegiale Fallberatung
3.1 Vorstellung der Methode
3.2 Vergleich zur Fallberatung in der eigenen Berufspraxis
4. Reflexion und Fazit
Zielsetzung & Themen
Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die Methode der ressourcenorientierten kollegialen Fallberatung theoretisch zu fundieren und ihren Nutzen für die berufliche Praxis in der Sozialen Arbeit, insbesondere im Kontext der Arbeit mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen, kritisch zu reflektieren.
- Grundlagen und Herausforderungen methodischen Handelns in der Sozialen Arbeit
- Das Konzept der ressourcenorientierten kollegialen Fallberatung
- Bedeutung der Perspektivwechsler*in im Beratungsprozess
- Vergleich bestehender Fallberatungspraxis mit der ressourcenorientierten Methode
- Rolle der Selbstreflexion und Fallwahrnehmung bei Sozialarbeiter*innen
Auszug aus dem Buch
3.1 Vorstellung der Methode
Wie schon angedeutet, zeichnet sich die ressourcenorientierte kollegiale Fallberatung dadurch aus, dass die Fälle nicht aus einem Defizitwinkel betrachtet werden (vgl. Lüttringhaus/Streich, 2011: 398). Im Zentrum stehen vor allem das Ressourcenspektrum der Klient*innen mit den Fragen, wie das soziale Umfeld mit einbezogen werden kann, welche Möglichkeiten der Sozialraum bietet, welche materiellen Ressourcen vorhanden sind und insbesondere über welche Fähigkeiten und Eigenschaften die Klient*in selbst verfügt (vgl. ebd.). Erst unter Einbezug des gesamten persönlichen, sozialen, materiellen und infrastrukturellen Ressourcenspektrums „können maßgeschneiderte und lebensweltnahe Lösungswege gestaltet werden“ (ebd.).
Die ressourcenorientierte kollegiale Fallberatung zeichnet sich auch dadurch aus, dass die Sichtweise der Klient*innen strukturell in der Beratung berücksichtigt und maßgeblich mit einbezogen wird. Als Ausgangspunkt gilt hier die Frage, wie die Klient*in ihren Alltag so schnell wie möglich unter Einbeziehung aller Ressourcen ohne professionelle Hilfe bewältigen kann (vgl. ebd.).
Die Ressourcenorientierung dieser Art von kollegialer Fallberatung beginnt bereits bei der Haltung während der Beratung gegenüber den Teammitgliedern. Das Team wird bei dieser Methode als eine Ressource betrachtet, was von den einzelnen Teammitgliedern eine offene Haltung gegenüber den Aussagen, Ideen und Begründungen der anderen Teammitglieder verlangt. Nur so kann eine freie, kreative Atmosphäre entstehen, die Konkurrenz und eine „Scheinveranstaltung“ (Lüttringhaus/Streich, 2011: 400) verhindert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung umreißt die Notwendigkeit eines Methodenreservoirs für Sozialarbeiter*innen angesichts komplexer Berufsalltage und führt in die Thematik der ressourcenorientierten kollegialen Fallberatung ein.
2. Methoden in der Sozialen Arbeit: Dieses Kapitel beleuchtet die wissenschaftliche Fundierung und die spezifischen Herausforderungen methodischen Handelns in der Sozialen Arbeit unter Berücksichtigung des gesellschaftlichen Wandels.
3. Ressourcenorientierte kollegiale Fallberatung: Hier wird das spezifische Modell der ressourcenorientierten Beratung vorgestellt und eine kritische Auseinandersetzung mit der eigenen Berufspraxis vorgenommen.
4. Reflexion und Fazit: Die Autorin reflektiert ihren persönlichen Lernprozess und leitet konkrete Handlungsempfehlungen für die Arbeit mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen aus der Theorie ab.
Schlüsselwörter
Soziale Arbeit, Methoden, Ressourcenorientierung, kollegiale Fallberatung, Perspektivwechsler*in, Fallberatung, Professionalität, Handlungsmodelle, Klient*innen, Jugendhilfe, Reflexion, Methodenrepertoire, Soziale Diagnose, Fallarbeit, Flüchtlingshilfe.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Bedeutung von Methoden in der Sozialen Arbeit und stellt die ressourcenorientierte kollegiale Fallberatung als ein Instrument vor, um professionell und reflexiv mit komplexen Fällen umzugehen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die theoretische Einbettung sozialarbeiterischer Methodik, das spezifische Modell der ressourcenorientierten Fallberatung sowie der Transfer dieser Methode in die Praxis.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es zu untersuchen, inwiefern die ressourcenorientierte kollegiale Fallberatung die Qualität der Hilfeplanung verbessern kann und wie die Autorin dies für ihren Arbeitskontext nutzen kann.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse zur theoretischen Fundierung sowie einen reflexiven Vergleich zwischen dem wissenschaftlichen Modell und der praktischen Anwendung in einer stationären Wohngruppe.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Methoden in der Sozialen Arbeit, die detaillierte Vorstellung der ressourcenorientierten Beratung und einen Praxisvergleich.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie Ressourcenorientierung, Fallberatung, Perspektivwechsler*in, professionelles Handeln und die Arbeit mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen aus.
Was macht die Rolle der Perspektivwechsler*in so besonders?
Diese Rolle ist essenziell, da sie explizit dazu dient, die Sichtweise, den Willen und die Bedürfnisse der Klient*innen zu wahren und zu schützen, besonders in Abhängigkeitsverhältnissen.
Warum ist die Arbeit für den Kontext unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge relevant?
Da Vorurteile und Vermutungen gegenüber dieser Klientel oft falsch sein können, hilft die ressourcenorientierte Methode, Fakten über subjektive Interpretationen der Fachkräfte zu stellen.
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- Anonym (Author), 2020, Die Methode der ressourcenorientierten kollegialen Fallberatung. Ein Portfolio, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1194708