Die folgende schriftliche Hausarbeit beschäftigt sich mit den Themen Ernährung und Geschlecht, es liegt den Ausführungen folgende Fragestellung zu Grunde: Wie wird Geschlecht und Geschlechterordnung im kulinarischen Rahmen hergestellt?
Anfänglich unterziehen sich die zentralen Themenkomplexe einer genaueren Betrachtung; zum einen wird vorgestellt, welche Rolle der Ernährung im Leben der Menschen innewohnt und wie diese Rolle in der Gesellschaft erfasst und umgesetzt wird.
Anschließend steht das Geschlecht im Mittelpunkt: Wie ist Geschlecht bestimmbar? Ist es lediglich die Anatomie des Körpers, die die Einteilung Mann/Frau bestimmt? Welche Vorstellungen finden sich im gesellschaftlichen Kontext über die Geschlechter? Wie entstehen die Erwartungshaltungen, die jedes Individuum in Bezug auf die Geschlechter in sich trägt?
Dieser Einleitung, zum Grundverständnis gedacht, folgt eine Annäherung an die Konstruktion von Geschlecht im kulinarischen Rahmen. Erstmals findet eine Zusammenführung der zentralen Themen statt: eine Ernährungsforschung als eine Geschlechterforschung..
Im Folgenden wird die Herstellung der Geschlechterordnung im kulinarischen Kontext beleuchtet. Die allgemeine Einführung in vorhandene Hierarchiestrukturen der Geschlechter in unserer Gesellschaft leitet über zur Realisierung dieser Strukturen im kulinarischen Rahmen.
Schließen werde ich meine Ausführungen mit einem Resümee, welches die wichtigsten Erkenntnisse meiner Arbeit noch einmal aufführt und zusammenfasst. Ein Fazit wird am Ende mit einer persönlichen Bewertung und Einschätzung aufwarten um einen individuellen Abschluss zu geben.
Pierre Bourdieu sprach einst von der Verortung des Menschen im gesell-schaftlichen Raum, das Individuum bemächtige sich dieser Verortung essend und trinkend.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Ernährung und Geschlecht
- Du bist, was du isst - Die Ernährung als Fundament des Individuums (und der Gesellschaft)
- Das Geschlecht - die Zweigeschlechtlichkeit - die Geschlechterdifferenz
- Konstruktion von Geschlecht im kulinarischen Rahmen
- Ernährungsforschung als Geschlechterforschung - Eine Einleitung
- Die Verortung von Männlichkeit und Weiblichkeit in/durch die Ernährung
- Herstellung von Geschlechterordnung im kulinarischen Kontext
- Die (An-)Ordnung der Geschlechter - Eine Einführung
- Die Hierarchieverhältnisse der Geschlechter
- Resümee/Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit untersucht, wie Geschlecht und Geschlechterordnung im kulinarischen Kontext hergestellt werden. Sie beleuchtet zunächst die Rolle der Ernährung im Leben von Individuen und Gesellschaften und analysiert anschliessend die gesellschaftlichen Konstruktionen von Geschlecht. Die Arbeit verbindet Ernährungsforschung und Geschlechterforschung, um die Herstellung von Geschlechterordnungen im kulinarischen Kontext zu untersuchen.
- Die Bedeutung der Ernährung im individuellen und gesellschaftlichen Kontext
- Gesellschaftliche Konstruktionen von Geschlecht und Geschlechterrollen
- Die Rolle der Ernährung in der Konstruktion und Reproduktion von Geschlechterordnungen
- Die Verortung von Männlichkeit und Weiblichkeit im kulinarischen Bereich
- Hierarchieverhältnisse der Geschlechter im kulinarischen Kontext
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in die Thematik ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach der Herstellung von Geschlecht und Geschlechterordnung im kulinarischen Rahmen. Kapitel 1 befasst sich mit der fundamentalen Bedeutung der Ernährung für Individuen und Gesellschaften, beleuchtet historische und gesellschaftliche Perspektiven und thematisiert die Konzepte der Zweigeschlechtlichkeit und Geschlechterdifferenz. Kapitel 2 widmet sich der Ernährungsforschung als Geschlechterforschung und untersucht, wie Männlichkeit und Weiblichkeit durch Ernährung verortet werden. Kapitel 3 analysiert die Herstellung von Geschlechterordnungen im kulinarischen Kontext und untersucht die Hierarchieverhältnisse zwischen den Geschlechtern in diesem Bereich.
Schlüsselwörter
Ernährung, Geschlecht, Geschlechterordnung, Geschlechterrollen, kulinarischer Kontext, Ernährungsforschung, Geschlechterforschung, soziale Konstruktion, Männlichkeit, Weiblichkeit, Hierarchie, Gesellschaft.
Häufig gestellte Fragen
Wie wird Geschlecht im kulinarischen Rahmen hergestellt?
Geschlecht wird durch Essgewohnheiten, die Auswahl von Lebensmitteln und die Rollenverteilung bei der Zubereitung (z. B. Grillen als "männlich") sozial konstruiert und reproduziert.
Gibt es eine Hierarchie der Geschlechter beim Essen?
Die Arbeit untersucht, wie gesellschaftliche Machtstrukturen sich in kulinarischen Vorlieben und Verhaltensweisen widerspiegeln und Männlichkeit oft mit bestimmten "starken" Lebensmitteln verknüpft wird.
Was bedeutet "Ernährungsforschung als Geschlechterforschung"?
Es ist der Ansatz, Ernährungsweisen nicht nur biologisch, sondern als Ausdruck von Geschlechteridentitäten und sozialen Ordnungen zu analysieren.
Welche Rolle spielt die Anatomie bei der Einteilung der Geschlechterrollen?
Die Arbeit hinterfragt, inwieweit die Anatomie tatsächlich die Rollen bestimmt oder ob Erwartungshaltungen und gesellschaftliche Konstruktionen das Verhalten dominieren.
Was meinte Pierre Bourdieu mit der "Verortung im gesellschaftlichen Raum"?
Bourdieu postuliert, dass Individuen durch ihren Geschmack und ihren Konsum (auch beim Essen) ihre soziale Position und Zugehörigkeit in der Gesellschaft signalisieren.
- Arbeit zitieren
- Leonie Ingelbach (Autor:in), 2008, Ernährung und Geschlecht - Die Herstellung von Geschlecht im kulinarischen Rahmen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/119529