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Von der Neuigkeit zu den Nachrichten - Eine kritische Untersuchung der Nachrichtenwert-Theorie auf deren Relevanz für die Medienberichterstattung der Gegenwart

Titre: Von der Neuigkeit zu den Nachrichten - Eine kritische Untersuchung der Nachrichtenwert-Theorie auf deren Relevanz für die Medienberichterstattung der Gegenwart

Thèse de Bachelor , 2004 , 62 Pages , Note: 5,5

Autor:in: M.A. HSG Catherine Baudenbacher (Auteur)

Médias / Communication - Théorie, Modèles, Définitions
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Résumé Extrait Résumé des informations

Gemäss einem ehemaligen dpa-Redakteur (Deutsche Presse-Agentur) erfährt der Zeitungsleser von über 99 Prozent aller Geschehnisse auf der Erde nichts, weil sie einfach nicht zur Kenntnis der Presse gelangen. Weiter bemerkt er, dass über 99 Prozent aller Nachrichten, die schliesslich doch der Presse bekannt werden, nie vor die Augen des Lesers gelangen. Diese Nachrichten werden aussortiert und landen im Papierkorb, weil sie unbedeutend, unvollständig, polemisch oder unsittlich sind. Deshalb kann die massenmediale Berichterstattung niemals ein Abbild der Wirklichkeit liefern und ist weder umfassend noch vollständig. Nachrichten sind demzufolge das Ergebnis von Selektionsentscheidungen und widerspiegeln keineswegs die Realität, sondern nur einen kleinen Ausschnitt davon. In diesem Zusammenhang stellt sich daher die folgende Frage.

Welche Kriterien müssen Ereignisse erfüllen, damit sie zu Nachrichten werden?

Eine mögliche Antwort auf diese Frage liefert die Nachrichtenwert-Theorie, die als Konzept zur Erklärung der Nachrichtenauswahl der Massenmedien bezeichnet werden kann. Aus dieser Problemstellung ergibt sich nun die nachstehende Forschungsfrage, die es zu lösen gilt.

Haben Nachrichtenfaktoren der Nachrichtenwert-Theorie einen Einfluss auf die Medienberichterstattung der Gegenwart?

Um einen allgemeinen Überblick der Thematik zu erhalten, werden die Grundbegriffe der Kommunikationswissenschaften und der Presse erläutert. Weiter werden im Speziellen ein theoretisches Konzept der Nachrichtenauswahl der Massenmedien und die Inhaltsanalyse, als Durchführungsmethode, umfassend betrachtet und erklärt. Dieser theoretische Teil erfolgt anhand der themenspezifischen Kernliteratur und ermöglicht es, die eigene Untersuchung durchzuführen und nachzuvollziehen.
Die aus dem Theorieteil gewonnenen Erkenntnisse werden dann im letzten Kapitel angewendet. Dabei wird die Nachrichtenwert-Theorie mit Hilfe der Inhaltsanalyse in den zuvor gewählten drei Zeitungen überprüft. Damit dies ermöglicht wird, werden alle Ereignisse bewertet und mit der Theorie verglichen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Problemstellung

1.2 Abgrenzung

1.3 Zielsetzung

1.4 Vorgehensweise

2 Grundbegriffe der Kommunikationswissenschaften

2.1 Kommunikation

2.1.1 Definition des Kommunikationsbegriffs

2.1.2 Merkmale der Kommunikation

2.1.3 Kommunikationsprozessmodell

2.2 Massenkommunikation

2.2.1 Begriff der Massenkommunikation

2.2.2 Massenkommunikationsprozessmodell

2.3 Wirkungen der Kommunikation

3 Presse

3.1 Pressewirtschaft

3.2 Zeitung als Medium der Massenkommunikation

3.2.1 Merkmale der Zeitung

3.2.2 Nachricht

4 Theoretische Konzepte der Nachrichtenauswahl

4.1 Nachrichtenwert-Theorie

4.1.1 Entstehung und historische Entwicklung

4.1.2 Probleme

4.2 Veränderungen in der Berichterstattung

5 Inhaltsanalyse

5.1 Definition der Methode

5.2 Verwendungsmöglichkeiten

5.3 Bedingungen

5.4 Forschungsfrage und Hypothese

5.5 Auswahl des Untersuchungsmaterials

5.6 Kategoriensystem

5.7 Test- und Auswertungsphase

5.8 Vorteile und Nachteile der Inhaltsanalyse

6 Eigene Untersuchung

6.1 Festlegung der Hypothesen

6.2 Untersuchungsmethode

6.2.1 Untersuchungsmaterial und Untersuchungszeitraum

6.2.2 Auswahl-, Analyse- und Messeinheiten

6.2.3 Kategorien

6.3 Hintergründe der Ereignisse

6.4 Durchführung und Ergebnisse

6.4.1 Ereignisse und ihre Nachrichtenwerte

6.4.2 Formale Merkmale der Ereignisse

6.4.3 Verdichtung der Ergebnisse

6.4.4 Überprüfung der Hypothesen

7 Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Bachelor-Arbeit untersucht die Relevanz der Nachrichtenwert-Theorie für die heutige Medienberichterstattung. Das primäre Ziel ist es, die in der Theorie postulierten Faktoren zur Nachrichtenselektion mit der tatsächlichen Berichterstattung in Schweizer Tageszeitungen zu vergleichen, um Übereinstimmungen oder Diskrepanzen aufzuzeigen.

  • Grundlagen der Kommunikationswissenschaft und Massenkommunikation
  • Strukturen der Pressewirtschaft und die Zeitung als Medium
  • Kritische Analyse der Nachrichtenwert-Theorie und ihrer Entwicklung
  • Methodik der Inhaltsanalyse als wissenschaftliches Instrument
  • Empirische Untersuchung von Nachrichtenereignissen in drei Schweizer Zeitungen

Auszug aus dem Buch

4.1 Nachrichtenwert-Theorie

Die Nachrichtenwert-Theorie ist vor allem im europäischen Raum am weitesten verbreitet. Die Problematisierung der Selektion von Ereignissen aus dem Weltgeschehen durch die Medien und die Skepsis gegenüber den medialen Auswahlkriterien bilden den wissenschaftlichen Hintergrund für die Formulierung der Nachrichtenwert-Theorie. Wie erwähnt, spiegeln Nachrichten nicht die Realität, sondern sind das Ergebnis von Selektionsentscheidungen. Lippmann verweist hier auf die Unmöglichkeit, die Wirklichkeit vollständig zu erfassen und wirft in diesem Zusammenhang folgende Frage auf (vgl. Kapitel 1.1).

Welche Kriterien müssen Ereignisse erfüllen, damit sie zu Nachrichten werden?

Dabei wurde erstmals der Begriff des Nachrichtenwerts verwendet. Lippmann versteht unter dem Nachrichtenwert die Publikationswürdigkeit von Ereignissen, die aus dem Vorhandensein und der Kombination verschiedener Ereignisaspekte resultieren. Dieses Ereignispaket betrachtet er als Stereotypen, die das Interesse und die Emotionen der Rezipienten wecken sollen, indem sie ihnen Identifikationsmöglichkeiten bieten. Schliesslich entscheidet der Nachrichtenwert eines Ereignisses darüber, ob das Ereignis berichtenswert ist und, wie stark es von den Medien durch Platzierung, Umfang und Aufmachung herausgestellt wird. Die „wichtigen“ Nachrichten erhalten mehr Platz (Umfang) in den Medien und werden an herausragender Stelle platziert (Platzierung). Hinzu kommt, dass auch bestimmte Präsentationsmerkmale (Aufmachung) zur Unterstreichung der Bedeutung einer Nachricht dienen können.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Definiert die Problemstellung der Nachrichtenselektion, grenzt die Untersuchung ein, nennt die Forschungsfrage und erläutert die methodische Vorgehensweise.

2 Grundbegriffe der Kommunikationswissenschaften: Legt das theoretische Fundament durch Definitionen von Kommunikation, Massenkommunikation und deren Wirkungsmodellen.

3 Presse: Beleuchtet die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der periodischen Presse und die spezifischen Wesensmerkmale einer Zeitung sowie den Begriff der Nachricht.

4 Theoretische Konzepte der Nachrichtenauswahl: Detaillierte Auseinandersetzung mit der Nachrichtenwert-Theorie, ihrer Historie und den Problemen bei der Anwendung auf heutige Medien.

5 Inhaltsanalyse: Erklärt die methodische Vorgehensweise der Inhaltsanalyse, vom Kategoriensystem bis zur Auswertung, als empirisches Forschungswerkzeug.

6 Eigene Untersuchung: Wendet die Inhaltsanalyse auf ausgewählte Ereignisse in drei Schweizer Zeitungen an, um die Hypothesen der Nachrichtenwert-Theorie zu testen.

7 Fazit: Fasst die theoretischen Erkenntnisse zusammen und diskutiert die Ergebnisse der empirischen Studie im Hinblick auf die Zukunftsfähigkeit der Theorie.

Schlüsselwörter

Nachrichtenwert-Theorie, Kommunikationswissenschaft, Inhaltsanalyse, Nachrichtenselektion, Journalismus, Massenmedien, Nachrichtenwerte, Berichterstattung, Medienrealität, Nachrichtenfaktoren, Zeitungsanalyse, Selektionsprozess, Medienwirkung, Schweiz, Nachrichtenfluss.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelor-Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht kritisch, nach welchen Kriterien Medien Ereignisse auswählen und als Nachrichten präsentieren, basierend auf der Nachrichtenwert-Theorie.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Im Fokus stehen die Kommunikationswissenschaft, die Struktur von Zeitungen als Massenmedien und die Anwendung der Inhaltsanalyse als empirische Methode zur Untersuchung der Nachrichtenauswahl.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die Beantwortung der Forschungsfrage, ob die theoretischen Faktoren der Nachrichtenwert-Theorie einen nachweisbaren Einfluss auf die tatsächliche Medienberichterstattung in der Gegenwart haben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt die quantitative Inhaltsanalyse, um eine Stichprobe von Nachrichtenbeiträgen aus drei Schweizer Zeitungen systematisch zu untersuchen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil zur Nachrichtenwert-Theorie und eine empirische eigene Untersuchung, in der zehn ausgewählte Ereignisse mittels Nachrichtenfaktoren bewertet und verglichen werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Die Kernbegriffe sind Nachrichtenwert-Theorie, Inhaltsanalyse, Nachrichtenselektion, Nachrichtenfaktoren und Medienberichterstattung.

Wie unterscheidet sich die NZZ in der Studie von den anderen Zeitungen?

Die NZZ wird als qualitatives Qualitätsblatt mit nationalem Anspruch charakterisiert, während das St. Galler Tagblatt regional verankert ist und der Blick als Boulevard-Zeitung agiert.

Welches Hauptergebnis liefert die empirische Untersuchung?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass sich die Nachrichtenwert-Theorie in der Untersuchung nur teilweise bestätigt und dass die Nachrichtengebung stark durch die medientypische Ausrichtung (Qualität vs. Boulevard) beeinflusst wird.

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Résumé des informations

Titre
Von der Neuigkeit zu den Nachrichten - Eine kritische Untersuchung der Nachrichtenwert-Theorie auf deren Relevanz für die Medienberichterstattung der Gegenwart
Université
University of St. Gallen
Note
5,5
Auteur
M.A. HSG Catherine Baudenbacher (Auteur)
Année de publication
2004
Pages
62
N° de catalogue
V119530
ISBN (ebook)
9783640236190
ISBN (Livre)
9783640238279
Langue
allemand
mots-clé
Neuigkeit Nachrichten Eine Untersuchung Nachrichtenwert-Theorie Relevanz Medienberichterstattung Gegenwart
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
M.A. HSG Catherine Baudenbacher (Auteur), 2004, Von der Neuigkeit zu den Nachrichten - Eine kritische Untersuchung der Nachrichtenwert-Theorie auf deren Relevanz für die Medienberichterstattung der Gegenwart, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/119530
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Extrait de  62  pages
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