Im Rahmen der vorliegenden Seminararbeit soll anhand des Videos der Online-Kampagne #UNHATEWOMEN, die Anfang 2020 startete, untersucht werden, wie die Nicht-Regierungs-Organisation Terre des femmes Frauenverachtung und -diskriminierung in den Medien thematisiert.
Im Verlauf der Arbeit soll die Forschungsfrage „Wie macht die Frauenrechtsorganisation Terre des femmes in dem Video ihrer Online-Kampagne #UNHATEWOMEN auf (verbale) Gewalt gegen Frauen aufmerksam?“ beantwortet werden.
In den Medien, insbesondere in den sozialen Netzwerken, erfahren viele Frauen und Mädchen verbale Erniedrigung und brutale Beleidigungen – dies bezieht sich auf bestimmte Annahmen, wie eine Frau zu sein hat, ihr Äußeres oder aber auch ihr Verhalten. Es soll verdeutlicht werden, dass frauenverachtende Sprache nicht nur gesellschaftlich inakzeptabel ist, sondern schnell auch zu physischer und psychischer Gewalt werden kann. Ziel der Kampagne ist es somit, auf jegliche Formen von Gewalt gegen Frauen aufmerksam zu machen. Darüber hinaus soll die Sichtbarmachung des Ausmaßes von Alltagssexismus auf die Dringlichkeit, nachhaltig Veränderung in Politik und Gesellschaft zu schaffen, hinweisen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Gender Media Studies
2.1. Feministische Öffentlichkeiten und die Sichtbarmachung geschlechtsbezogener Gewalt
2.1.1. Feministische Auseinandersetzungen mit geschlechtsbezogener Gewalt
2.1.2. Feministische Öffentlichkeiten online
3. Hate Speech gegen Frauen
4. Methodik
5. Darstellung der Ergebnisse
6. Analyse der Ergebnisse
7. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht mittels einer semiotischen Medienanalyse, wie die Frauenrechtsorganisation Terre des femmes in ihrem Online-Kampagnenvideo #UNHATEWOMEN auf verbale Gewalt gegen Frauen aufmerksam macht und welche medialen Strategien dabei zur Bedeutungsgenerierung eingesetzt werden.
- Semiotische Analyse von Online-Kampagnen
- Mechanismen der Sichtbarmachung von geschlechtsbezogener Gewalt
- Die Rolle von Gender Media Studies in der öffentlichen Kommunikation
- Wirkungsweise von Sprache und Bildmontage im #UNHATEWOMEN-Video
Auszug aus dem Buch
4. Methodik
Unter Semiotik versteht man „die Wissenschaft von den Zeichen und den Zeichensystemen“ (Lünenborg & Maier 2013: 42). Der Fokus bei einer semiotischen Medienanalyse liegt auf der Art und Weise wie Medientexte Bedeutungen mittels medialer Repräsentationen herstellen.
Analysiert wird das #UNHATEWOMEN-Video mithilfe des Kriterienkatalogs „Mediensemiotik. 24 Kriterien für die Bildanalyse“ von Viallon (2016). Dieser semiotische Ansatz eignet sich, um die Forschungsfrage wie die Frauenrechtsorganisation Terre des femmes (TDF) in dem Video ihrer Online-Kampagne auf (verbale) Gewalt gegen Frauen aufmerksam macht, zu beantworten, da er untersucht, wie im Video Bedeutungen produziert werden. Darüber hinaus liefert er eine nahezu ganzheitliche Betrachtung von (Bewegt)bildern. Hier liegt der Fokus auf den Darstellungsformen (formale und ästhetische Mittel) und dem, was diese reproduzieren (vgl. Lünenborg & Maier 2013: 108). Viallon (2016: 276) zufolge geht es vielmehr darum, die Zusammenwirkung der unterschiedlichen Elemente (Kriterien) zu erfassen und den RezipientInnen Eindrücke darzubieten und weniger darum „den Sinn eines Bildes zu finden“.
Im Folgenden werden die Ergebnisse der 24 Kriterien für die Bildanalyse in derselben Reihenfolge wie in Viallons Kriterienkatalog dargestellt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Arbeit von Terre des femmes vor, definiert die Problematik verbaler Gewalt gegen Frauen und erläutert die Zielsetzung sowie den Aufbau der Arbeit.
2. Gender Media Studies: Dieses Kapitel erläutert den theoretischen Rahmen, indem die Geschlechterforschung sowie die Entstehung und Bedeutung feministischer Öffentlichkeiten off- und online beleuchtet werden.
2.1. Feministische Öffentlichkeiten und die Sichtbarmachung geschlechtsbezogener Gewalt: Hier wird die Notwendigkeit eines inklusiven Gewaltbegriffs diskutiert, der Sexismus als gesellschaftlich verankerte Form der Gewalt begreift.
2.1.1. Feministische Auseinandersetzungen mit geschlechtsbezogener Gewalt: Dieses Kapitel zeichnet die historischen Erfolge der Frauenbewegung nach, insbesondere hinsichtlich der Etablierung von Frauenrechten als Menschenrechte.
2.1.2. Feministische Öffentlichkeiten online: Es wird untersucht, wie digitale Medien neue Räume für feministischen Protest schaffen und die Grenzen zwischen öffentlicher und privater Sphäre verschwimmen lassen.
3. Hate Speech gegen Frauen: Das Kapitel thematisiert die Normalisierung von Hassrede online und fasst die Ergebnisse einer Datenanalyse zu Sexismus im Deutschrap zusammen.
4. Methodik: Hier wird der semiotische Analyseansatz nach Viallon vorgestellt, der als zentrales Instrument für die Untersuchung des Kampagnenvideos dient.
5. Darstellung der Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die detaillierten Untersuchungsergebnisse des Videos anhand der 24 semiotischen Kriterien, von der Kameraperspektive bis hin zur Kinesik.
6. Analyse der Ergebnisse: Die Befunde werden in diesem Kapitel synthetisiert, um die Wirkungsweise der im Video eingesetzten Mittel zur Aufmerksamkeitsgenerierung zu deuten.
7. Fazit und Ausblick: Abschließend wird die Forschungsfrage beantwortet und reflektiert, wie die gewählte Methode zur Analyse weiterer Kampagnen gegen geschlechtsbezogene Gewalt beitragen kann.
Schlüsselwörter
Hate Speech, geschlechtsbezogene Gewalt, Terre des femmes, #UNHATEWOMEN, semiotische Medienanalyse, Gender Media Studies, feministische Öffentlichkeit, Sexismus, Deutschrap, Bildanalyse, mediale Repräsentation, Online-Kampagne, digitale Gewalt, Diskursanalyse, Authentizität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse einer Online-Kampagne gegen verbale Gewalt gegen Frauen, wobei der Fokus auf den ästhetischen und medialen Mitteln liegt, die Aufmerksamkeit für dieses gesellschaftliche Problem erzeugen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zu den zentralen Themen gehören Gender Media Studies, die Entstehung feministischer Gegenöffentlichkeiten im digitalen Raum, das Phänomen Hate Speech sowie die semiotische Analyse von Bewegtbildern.
Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage zielt darauf ab, zu verstehen, durch welche spezifischen semiotischen Strategien die Organisation Terre des femmes im Video #UNHATEWOMEN die Zuschauer für das Ausmaß verbaler Gewalt gegen Frauen sensibilisiert.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Autorin verwendet eine semiotische Medienanalyse, gestützt auf den 24-Kriterien-Katalog zur Bildanalyse von Philippe Viallon, um auditive, narrative und visuelle Ebenen des Videos systematisch auszuwerten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zu Gender Media Studies und Hate Speech, eine methodische Herleitung sowie eine umfassende Darstellung und Analyse der Ergebnisse der Videoauswertung.
Welche Begriffe charakterisieren diese Arbeit maßgeblich?
Wichtige Schlüsselbegriffe sind Hate Speech, feministische Öffentlichkeiten, semiotische Medienanalyse, geschlechtsbezogene Gewalt, mediale Repräsentation und Authentizität.
Warum wird im Video das Genre Deutschrap als Analysebeispiel genutzt?
Deutschrap dient als prominentes Beispiel für ein Feld, in dem frauenverachtende Inhalte gesellschaftlich oft unter dem Deckmantel der Kunstfreiheit normalisiert werden, was die Dringlichkeit der Kampagne unterstreicht.
Welche Rolle spielen die Frauen im Video für die Gesamtwirkung?
Die Frauen fungieren als zentrale Akteurinnen, deren authentische Reaktionen – Mimik, Gestik und Emotionen wie Entsetzen – beim Publikum Empathie erzeugen und die Ernsthaftigkeit der verbalen Gewalt verdeutlichen.
Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin bezüglich der Wirksamkeit der Kampagne?
Die Autorin schlussfolgert, dass die bewusste Herauslösung sexistischer Songzitate aus ihrem musikalischen Kontext einen "Bruch" erzeugt, der die Brutalität der Worte isoliert und dadurch eine hohe mediale Aufmerksamkeit konstruiert.
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- Merle Wendt (Author), 2020, Hate Speech gegen Frauen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1195492