Im Mittelpunkt der Arbeit sollen John Lockes Schlüsse zur politischen Theorie stehen, mit denen er eine Reihe von Philosophen und Staatstheoretikern nachhaltig beeinflusste.
Im ersten Teil der Arbeit wird der historische Kontext der Entstehung der 'Treatises' nur kurz gestreift, so dass die Umstände, in denen Locke seine Ansichten formulierte, eingeschätzt werden können. Anschließend geht es um die Entstehung der 'Treatises'. In der Folge werden dann maßgeblich die Schlagwörter ‚Gesellschaftsgründung’, ‚Naturzustand’ und ‚Sozialvertrag’ erläutert und anhand der wesentlichsten Bestandteile dargestellt. Im Fazit werden schließlich die Teilergebnisse zusammengetragen und seine Leistungen abschließend beurteilt.
Inhaltsverzeichnis
I. Vorbemerkungen
II. Historischer Kontext und Entstehung der Treatises
III. Das politische System der bürgerlichen Gesellschaft
3.1. Herrschaftsrechte und Gesellschaftsgründung
3.2. Der Naturzustand
3.3. Der Sozialvertrag
VI. Fazit
V. Quellen- und Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Das primäre Ziel der Arbeit ist es, die zentralen Aspekte der politischen Theorie von John Locke, wie sie in seinem Hauptwerk "Two Treatises of Government" dargelegt sind, zu analysieren und deren Bedeutung für die Entwicklung eines modernen, bürgerlichen Staates aufzuzeigen.
- Der historische Kontext und die Entstehung von Lockes "Two Treatises of Government".
- Die theoretische Abgrenzung von patriarchalen Herrschaftsmodellen und den Lehren von Thomas Hobbes.
- Die Analyse der zentralen Begriffe Naturzustand und Sozialvertrag.
- Die Bedeutung des Mehrheitsprinzips und der Gewaltenteilung für die Legitimation politischer Herrschaft.
Auszug aus dem Buch
3.2. Der Naturzustand
John Locke stützte die Vorstellung seines politischen Systems maßgeblich auf einen mythischen Urzustand des Menschen. Er war davon überzeugt, dass man das Streben nach (politischen) Herrschaftsverhältnissen nur verstehen kann, wenn man sich dieses Naturzustandes bewusst wird. Zwar war der Begriff schon seit Hobbes geläufig, doch Locke fasste ihn z.T. anders und sehr verzweigt auf.
Demnach sei der Naturzustand ein Zustand der vollkommenden Freiheit und Gleichheit unter den Menschen. Sie könnten darin so leben, „[...] wie es ihnen am besten scheint, ohne dabei jemanden um Erlaubnis zu bitten oder vom Willen eines anderen abhängig zu sein (§ 4).“ Demzufolge sei es auch die natürliche Pflicht der Menschen, sich untereinander die gleiche Zuneigung entgegenzubringen. Aber dieser Urzustand dürfe des weiteren nicht mit Zügellosigkeit verwechselt werden, denn alle Menschen seien das Werk des Schöpfers, der sie in die Welt gesandt habe (§ 6).
Dafür nimmt bei Locke das Gesetz der Natur eine regulierende Funktion ein, das durch die Vernunft motiviert ist. Der Unterschied zwischen Locke und Hobbes ist, so Macpherson, dass Locke die Menschen grundsätzlich für fähig halte, sich Regeln selbst zu geben und dies ohne einen übergeordneten Herrscher zu tun. Doch Locke sah in dieser Freiheit auch eine Gefahr, denn da jeder Mensch in eigener Sache frei richten könne, sei der Missbrauch dieses ‚Richteramts’ durchaus möglich. Das damit verbundene und natürliche Recht zu Strafen leitete er durch das Selbsterhaltungsrecht ab, wobei nur durch zwei Prinzipien gestraft werden dürfe: So räumte er erstens den Schadenersatz und zweitens die Abschreckung als einzige legitime Mittel ein, wobei komplexere Rechtsfälle offen bleiben. „Was aber ‚natürliches Gesetz’ und ‚Recht’ bedeutet, darüber äußern sich the Treatises so spärlich wie über das Verhältnis des Menschen zu Gott als dem Gesetzgeber des ‚natürlichen Gesetzes’“.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Vorbemerkungen: Einführung in die Bedeutung von John Locke für die politische Theorie und Erläuterung des methodischen Vorgehens der Arbeit.
II. Historischer Kontext und Entstehung der Treatises: Darstellung der politischen Umstände in England und der Auseinandersetzung mit zeitgenössischen Denkern wie Thomas Hobbes und Robert Filmer.
III. Das politische System der bürgerlichen Gesellschaft: Untersuchung der zentralen Konzepte, die den Übergang vom Naturzustand zur staatlich organisierten Gesellschaft bilden.
3.1. Herrschaftsrechte und Gesellschaftsgründung: Erläuterung, warum die politische Herrschaft auf der Übereinkunft freier Individuen basiert und nicht auf patriarchaler Ableitung.
3.2. Der Naturzustand: Analyse von Lockes Verständnis eines vorstaatlichen Zustands, der durch Freiheit und das natürliche Gesetz reguliert wird.
3.3. Der Sozialvertrag: Erörterung der staatlichen Gründung durch Mehrheitsentscheidung und der Einführung der Gewaltenteilung als Schutzmechanismus.
VI. Fazit: Zusammenfassende Würdigung von Lockes Beitrag zum modernen Verfassungsstaat und dessen Einfluss auf liberales Denken.
V. Quellen- und Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur zur politischen Philosophie.
Schlüsselwörter
John Locke, politische Theorie, bürgerliche Gesellschaft, Two Treatises of Government, Naturzustand, Sozialvertrag, Mehrheitsprinzip, Herrschaftsrechte, Gewaltenteilung, Naturrecht, Thomas Hobbes, Robert Filmer, Eigentum, Freiheit, Konstitutionalismus.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das politische System nach John Locke, wobei der Fokus auf den zentralen Mechanismen der bürgerlichen Gesellschaftsgründung liegt.
Welche Themenfelder werden zentral behandelt?
Die zentralen Felder umfassen die Historie der "Treatises", den Naturzustand, den Sozialvertrag sowie die Legitimation politischer Herrschaft.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, Lockes Schlüsse zur politischen Theorie im Kontext seiner Zeit darzustellen und ihre Rolle für die Begründung moderner staatlicher Strukturen aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Der Autor nutzt eine textanalytische Herangehensweise, um die philosophischen Argumentationsketten in Lockes Hauptwerk unter Einbeziehung relevanter Sekundärliteratur zu interpretieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Entstehung der Treatises, die Ablehnung patriarchaler Macht, den menschlichen Naturzustand und die Konstruktion des Sozialvertrags.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Naturzustand, Sozialvertrag, Gewaltenteilung, Mehrheitsprinzip und die Konzepte von Eigentum und Freiheit.
Wie unterscheidet sich Lockes Naturzustand von dem des Thomas Hobbes?
Während Hobbes den Naturzustand als „Krieg aller gegen alle“ sieht, interpretiert Locke ihn als einen zwar gefährdeten, aber durch das natürliche Gesetz der Vernunft regulierten Zustand.
Warum ist das Mehrheitsprinzip für Locke so entscheidend?
Es dient als notwendiges Instrument, um die Übereinkunft der Individuen für den Eintritt in eine politische Gesellschaft rechtsverbindlich zu machen und kollektives Handeln zu legitimieren.
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- Christoph Hermes (Author), 2006, John Locke und das System der bürgerlichen Gesellschaft , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/119579