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Gottsched und Lessing

Zwei Größen der Literaturkritik im 18. Jahrhundert

Título: Gottsched und Lessing

Trabajo , 2008 , 25 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: David Fabian Götz (Autor)

Filología alemana - Literatura alemana moderna
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Noch heute gilt teilweise das Bild, welches Lessing der Nachwelt vom Kunstrichter Gottsched hinterlassen hat, wenngleich die neuere Forschung beginnt den Weg zu einer gerechteren Beurteilung Gottscheds zu beschreiten. Der Beschäftigung mit Gottsched haftete bis ins 20. Jahrhundert sogar ein schaler Beigeschmack an1. Der Todesstoß, den Lessing gegen Gottsched in seinem viel zitierten 17. Literaturbrief führte, ist bis heute – trotz einiger Bestrebungen – nicht ausreichend revidiert worden. Zu einer Rettung Gottscheds ist es noch ein weiter Weg.
Zweifelsohne kann man Gotthold Ephraim Lessing als eine – wenn nicht sogar die – Größe der Literaturkritik im 18. Jahrhundert charakterisieren. Gottsched als eine solche zu bezeichnen bedarf wohl einiger Rechtfertigung. Beide Kritiker unterscheiden sich nicht zuletzt durch die Sprache, die jeweils gewählten Medien und die Methodik ihrer Kritik. Die sprachliche Brillianz, mit welcher Lessing seine Gegner oftmals mundtot machte, ist wohl gerade keine Beschreibung von Gottscheds Kritik. Gottsched legte vielmehr Wert auf ein System der Kritik. Während Lessing in Briefform und mit verschiedenen Rezensionen die jeweiligen Gegner seiner Kritik unterzog, unternahm Gottsched – ganz im Geiste Opitz' – den Versuch, ein System der verschiedenen Gattungen zu verfertigen und dadurch Kritik zu betreiben. Bereits im Ansatz der Kritiken wird deutlich, dass die ohnehin vorhandene Schwierigkeit eines Vergleichs beider Kritiker sowohl durch die Zugehörigkeit zu unterschiedlichen Generationen als auch durch den Unterschied der Definition „Kritik“ gemehrt wird.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Die Kunstrichterfehde zwischen Leipzig und Zürich

III. Lessings Anfänge als Kritiker

1. Lessings Position im Literaturbetrieb

2. Kritik an Gottsched und Bodmer

3. Ein Vade mecum

IV. England versus Frankreich. Oder: Der Tod eines Kunstrichters

1. Die Situation eines Deutschen Nationaltheaters

2. Steigerung der Kritik bis zur Steinigung Gottscheds

V. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe Verhältnis und die literaturkritische Beziehung zwischen Johann Christoph Gottsched und Gotthold Ephraim Lessing im 18. Jahrhundert, wobei der Fokus auf ihrer unterschiedlichen methodischen Herangehensweise und der Entwicklung von Lessings Kritik an Gottsched liegt.

  • Die Kunstrichterfehde zwischen Leipzig und Zürich als Kontext
  • Die methodischen Unterschiede in der Literaturkritik
  • Lessings Polemik und Abkehr von Gottsched
  • Die Bedeutung der Vorbilder für das deutsche Theater
  • Der Versuch einer Neubewertung beider Größen

Auszug aus dem Buch

Die Kunstrichterfehde zwischen Leipzig und Zürich

Zwischen den verhärteten Fronten des Kunstrichterstreits, zwischen Gottsched und den Schweizern vermochte sich Lessing zu profilieren. Lessing ließ sich weder für die eine noch andere Seite gewinnen, er polemisierte gegen beide Seiten; eine stetige Parteilosigkeit lassen seine Rezensionen allerdings nicht erkennen. Durch den heftigen Streit sah sich jeder Kritiker, Rezensent und Literat zu einer Entscheidung zwischen beiden Parteien gezwungen. Gottsched bemühte sich, den „barocken Schwulst“ zu überwinden; aus dieser Einstellung wird seine Aburteilung Klopstocks „Messias“ deutlich, die Schweizer sahen darin im Gegensatz dazu die Verwirklichung ihres Phantasiepostulats. Die kontroversen Standpunkte zeigen sich an den unterschiedlichen Auffassungen des Verhältnisses von Wirklichkeit und deren Nachahmung in der Poesie; nicht die Naturnachahmung an sich wurde Gegenstand der Kontroverse, sondern die „Ähnlichkeit und Wahrscheinlichkeit“.

Während Gottsched die Einbildungskraft der Vernunft unterordnete und sie unter Zuhilfenahme einer Wahrscheinlichkeitsprüfung als Nachahmung der Natur zu verwirklichen wünschte, strebten die Schweizer nach dem reinen Ausdruck der Einbildungskraft in der Poesie. Die Phantasie ist jedoch nicht als von der Vernunft losgelöst zu betrachten. Beide Parteien erhoben die Nachahmung der Natur als eines der grundlegendsten Prinzipien. Bei Gottsched jedoch wurde die Wahrscheinlichkeit als Maßstab für die Nachahmung postuliert, wobei auch eine „Historie aus einer anderen Welt“ nachgeahmt werden konnte, sofern sie nur wahrscheinlich war. Nach Gottsched muss es keine Nachahmung dieser Welt sein; oftmals kann es der Sache sogar zuträglicher sein, wenn die erdichtete Handlung in einer möglichen Welt wahrscheinlich wäre.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die langjährige negative Prägung des Bildes von Gottsched durch Lessing und skizziert die methodischen Unterschiede zwischen beiden Kritikern.

II. Die Kunstrichterfehde zwischen Leipzig und Zürich: Dieses Kapitel analysiert die kontroversen Standpunkte zur Naturnachahmung und Wahrscheinlichkeit, die den Streit zwischen Gottsched und den Schweizern prägten.

III. Lessings Anfänge als Kritiker: Das Kapitel untersucht Lessings zunehmende Abwendung von Gottsched und seine ersten eigenständigen Schritte als Kritiker, insbesondere anhand von Rezensionen und dem „Vade mecum“.

IV. England versus Frankreich. Oder: Der Tod eines Kunstrichters: Hier wird der Einfluss ausländischer Vorbilder auf die deutsche Theaterentwicklung thematisiert und die Zuspitzung der Kritik bis zum „Todesstoß“ durch Lessings 17. Literaturbrief beschrieben.

V. Schluss: Die Schlussbetrachtung würdigt beide Kritiker als Gelehrte, die trotz unterschiedlicher methodischer Ansätze maßgeblich zur Entwicklung einer deutschen Literatur beitrugen.

Schlüsselwörter

Gottsched, Lessing, Literaturkritik, Kunstrichterstreit, Aufklärung, Dramentheorie, Wahrscheinlichkeit, Naturnachahmung, Polemik, Literaturbetrieb, Theaterreform, 18. Jahrhundert, Ästhetik, Schweizer, Vernunft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das literaturkritische Verhältnis zwischen Gottsched und Lessing im 18. Jahrhundert und zeigt auf, wie Lessing sich methodisch von Gottscheds Systematik löste.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Kontroverse um die Kunstrichter, die unterschiedlichen Dramentheorien, die Bedeutung von Regeln in der Literatur und die Entwicklung der Literaturkritik im 18. Jahrhundert.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Beziehung beider Kritiker exemplarisch darzulegen und aufzuzeigen, wie sich Lessing durch und gegen Gottsched profilierte, um eine gerechtere Beurteilung beider zu ermöglichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit folgt einer literaturwissenschaftlichen, diskursanalytischen Vorgehensweise, indem sie Rezensionen, Schriften und historische Kontexte auswertet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Kunstrichterstreits, die Analyse von Lessings kritischen Anfängen sowie den Vergleich der Orientierung an englischen versus französischen Vorbildern.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselwörter sind u.a. Literaturkritik, Gottsched, Lessing, Aufklärung, Dramentheorie, Polemik und Wahrscheinlichkeit.

Welche Bedeutung hatte das „Vade mecum“ für Lessings Karriere?

Es markierte einen entscheidenden Erfolg Lessings als neuer Kritiker, in dem er Lange mit philologischer Akribie und beißender Polemik angriff.

Warum wird Lessing als „Wetzstein“ für Gottsched bezeichnet?

Da Lessings stetige und scharfe Kritik an Gottscheds Systematik und Dramentheorie ihn dazu zwang, sich im Literaturbetrieb permanent zu positionieren und zu behaupten.

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Detalles

Título
Gottsched und Lessing
Subtítulo
Zwei Größen der Literaturkritik im 18. Jahrhundert
Universidad
University of Augsburg
Curso
Hauptseminar: Lobpreis und Verriss
Calificación
1,3
Autor
David Fabian Götz (Autor)
Año de publicación
2008
Páginas
25
No. de catálogo
V119600
ISBN (Ebook)
9783640232802
ISBN (Libro)
9783640232888
Idioma
Alemán
Etiqueta
Gottsched Lessing Hauptseminar Lobpreis Verriss
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
David Fabian Götz (Autor), 2008, Gottsched und Lessing, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/119600
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