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Die FDP auf dem Weg in die sozialliberale Koalition 1969

Machtorientierte Politik oder programmatische Konvergenz zur SPD?

Título: Die FDP auf dem Weg in die sozialliberale Koalition 1969

Trabajo Escrito , 2006 , 26 Páginas , Calificación: 1,7

Autor:in: Sebastian Knecht (Autor)

Política - Sistema político de Alemania
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Die sozialliberale Koalition 1969 war bisher das einzige Mal in der bundesdeutschen Geschichte, dass sich SPD und FDP auf Bundesebene zusammenfanden, um gemeinsam eine Regierung zu bilden. Damit stellt sie in fast 60 Jahren Bundesrepublik-Geschichte einen absoluten Präzedenzfall dar. Sie zeigt die Möglichkeit und Realisierbarkeit einer solchen Koalition, aber auch die Notwendigkeit günstiger Umstände. Die Voraussetzungen für eine derartige Koalitionsbildung stellen somit einen Betrachtungsschwerpunkt dar, schließlich würden sich daraus Rückschlüsse über andere Parteientwicklungen und vor allem Koalitionsbildungen unter Beteiligung der FDP ziehen lassen. Das 1969 gebildete sozialliberale Bündnis ist also auch für das heutige Parteienspektrum von Interesse.

Zweitens erweckt die SPD/FDP-Koalition den Eindruck der Flexibilität und Offenheit des Parteiengeflechts für verschiedenste Koalitionen. Immerhin gingen diesem Zusammenschluss 20 Jahre CDU-Regierung - größtenteils mit der FDP - voraus. Die parteisystematische Varianz schließt eine Koalition aus Frei- und Sozialdemokraten mit ein, deren Grundlage hier untersucht werden soll. Schließlich bleibt noch die Frage, welche Umstände überhaupt zur Bildung einer Koalition führen. Anhand der sozialliberalen Koalition ist dies für historische Vergleichsanalysen anderer Koalitionsbildungen relevant.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Entfremdung der FDP von der CDU zwischen 1955 und 1966

2.1 Die 50er Jahre: Zerwürfnis mit der CDU

2.1.1 Richtungsstreit innerhalb der FDP zwischen „entschiedener“ und „gemäßigter“ Opposition

2.1.2 Bruch der christliberalen Koalition

2.1.3 Liberale Oppositionsjahre 1956-1961

2.2 Die FDP auf Konfrontationskurs mit den Christdemokraten

2.2.1 „Mit der CDU, aber ohne Adenauer!“

2.2.2 Die FDP in der Spirale eines neuen Parteienspektrums der 60er Jahre

2.3 Der Reaktionär Erich Mende übernimmt den Parteivorsitz

2.3.1 Richtungswechsel: Deutschlandpolitik

2.3.2 „Liberales Korrektiv“ oder „Dritte Kraft“?

2.3.3 Austritt der FDP-Minister aus der Koalition

3 Die FDP in der parlamentarischen Opposition 1966-1969

3.1 Warum scheiterte die sozialliberale Koalition 1966?

3.2 Risiken und Chancen der „Mini-Opposition“

3.3 Von Erich Mende zu Walter Scheel

3.3.1 Der „Schollwer-Plan“ als Zeichen der Neuausrichtung

3.3.2 Walter Scheel: Die FDP auf neuen Wegen

3.3.3 Dahrendorf und der Linksliberalismus

4 Die erste sozialliberale Koalition in der Geschichte der BRD

4.1 SPD/FDP-Bündnisse in den Landesparlamenten

4.2 Die Bundespräsidentenwahl Heinemanns als Ausdruck sozialliberaler Koalitionsorientierung

4.3 Sozialliberale Wahlplattform

4.3.1 Deutschlandpolitik als wesentliches Fundament der Koalitionsbildung

4.3.2 Divergenzen zwischen Linksliberalismus und Sozialdemokratie

4.3.3 Über die Möglichkeiten der Regierungsbildung

4.4 Ergebnis der Bundestagswahl 1969

4.4.1 Wahldebakel für die Freidemokraten

4.4.2 Die FDP nimmt erneut die Position als „Zünglein an der Waage“ ein

4.4.3 Scheel und Brandt im Schulterschluss

5 Schluss

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Wandlung der FDP von einem langjährigen Koalitionspartner der CDU hin zum Partner der SPD bei der ersten sozialliberalen Koalition im Jahr 1969. Dabei wird analysiert, ob dieser Kurswechsel primär machtpolitisch motiviert war oder auf einer programmatischen Annäherung zur SPD basierte.

  • Entwicklung der FDP zwischen 1955 und 1969
  • Der innerparteiliche Machtkampf und die Rolle der FDP als "Zünglein an der Waage"
  • Der Einfluss der Deutschland- und Außenpolitik auf Koalitionsbildungen
  • Die Strategien der Führungspersonen Erich Mende, Walter Scheel und Ralf Dahrendorf
  • Die Auswirkungen der Bundestagswahl 1969 auf die Regierungsbildung

Auszug aus dem Buch

3.3.1 Der „Schollwer-Plan“ als Zeichen der Neuausrichtung

Noch am Tag der Kanzlerwahl Kiesingers beauftragte Mende den Referenten für Außen- und Deutschlandpolitik der FDP, Wolfgang Schollwer, damit, alternative Thesen zur Wirtschafts-, Bildungs- und Deutschlandpolitik zu verfassen. Dessen Postulierungen bedeuteten für die FDP einen radikalen Schwenk: Anerkennung des Status Quo und der DDR, Aufnahme diplomatischer Beziehungen zu den Staaten des Ostblocks, Verzicht auf die Ostgebiete und Aufgabe der Hallstein-Doktrin. Mende, „um ein Höchstmaß an Gemeinsamkeit [mit der Bundesregierung]“ bemüht, lehnte das Schollwer-Papier komplett ab. Mit diesem Weg machte Mende für die Oppositionspartei FDP die große Chance der Etablierung im Parteiensystem zunichte. Statt eine zeitgemäße Entspannungspolitik zu versuchen, verfiel er in alte Rechtspositionen der 50er Jahre zurück. Nachdem Rudolf Augstein, Chefredakteur des Spiegels und FDP-Parteimitglied, ihn im April 1967 öffentlich aufgefordert hatte, den Parteivorsitz abzugeben, kam er noch im Herbst desselben Jahres nach anhaltendem öffentlichem Druck dieser Bitte nach.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Vorstellung der Forschungsfrage zur Motivation der FDP für den Koalitionswechsel 1969 und der methodischen Vorgehensweise.

2 Die Entfremdung der FDP von der CDU zwischen 1955 und 1966: Analyse der innerparteilichen Konflikte und der zunehmenden Distanzierung der Liberalen vom christdemokratischen Partner.

3 Die FDP in der parlamentarischen Opposition 1966-1969: Untersuchung der Oppositionszeit, des Wechsels an der Parteispitze und der programmatischen Öffnung zum Linksliberalismus.

4 Die erste sozialliberale Koalition in der Geschichte der BRD: Darstellung der Wahl von 1969 und der entscheidenden politischen Weichenstellungen für das Regierungsbündnis mit der SPD.

5 Schluss: Zusammenfassende Beantwortung der Ausgangsfrage, wobei das Machtinteresse der FDP als wesentlicher Treiber identifiziert wird.

Schlüsselwörter

FDP, sozialliberale Koalition, SPD, CDU, Deutschlandpolitik, Machtwechsel, Parteiprogrammatik, Erich Mende, Walter Scheel, Ralf Dahrendorf, Oppositionsrolle, Bundestagswahl 1969, Linksliberalismus, Machtinteresse, Regierungsbildung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den historischen Prozess, der zur ersten sozialliberalen Koalition zwischen FDP und SPD im Jahr 1969 geführt hat.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die politische Neuorientierung der FDP, ihre Abkehr von der CDU, die Rolle innerparteilicher Flügelkämpfe sowie die Bedeutung der Deutschland- und Außenpolitik.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die zentrale Forschungsfrage lautet, ob die Entscheidung der FDP für die SPD auf einer inhaltlichen, programmatischen Konvergenz beruhte oder primär machtorientiert, also aus einer Existenznot heraus, motiviert war.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine historisch-analytische Methode, basierend auf einer Auswertung der einschlägigen Fachliteratur und zeitgenössischer Quellen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich chronologisch: Er beginnt mit der Entfremdung von der CDU, beleuchtet die Oppositionsjahre 1966-1969, die personellen Wechsel an der Parteispitze und endet bei den Koalitionsverhandlungen nach der Bundestagswahl 1969.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen FDP, sozialliberale Koalition, Machtwechsel, Parteiprogrammatik, Deutschlandpolitik und die führenden Akteure Mende, Scheel und Dahrendorf.

Welche Rolle spielte der "Schollwer-Plan" für die innerparteiliche Entwicklung der FDP?

Der Schollwer-Plan forderte eine radikale Wende in der Deutschlandpolitik (u.a. Anerkennung der DDR). Seine Ablehnung durch Erich Mende führte zu einer Vertiefung des Konflikts an der Parteispitze und trug letztlich zu Mendes Rücktritt bei.

Warum wird das Bündnis von 1969 im Fazit als "Gelegenheitsheirat" bezeichnet?

Der Autor argumentiert, dass die SPD für die FDP zum gegebenen Zeitpunkt zwar ein hinreichender, aber kein notwendiger Partner war; die Koalition entstand vor allem aus der Alternativlosigkeit und dem Willen zur Macht, nicht aus einer idealen programmatischen Übereinstimmung.

Final del extracto de 26 páginas  - subir

Detalles

Título
Die FDP auf dem Weg in die sozialliberale Koalition 1969
Subtítulo
Machtorientierte Politik oder programmatische Konvergenz zur SPD?
Universidad
Free University of Berlin  (Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft)
Curso
Die Regierung im politischen System der Bundesrepublik
Calificación
1,7
Autor
Sebastian Knecht (Autor)
Año de publicación
2006
Páginas
26
No. de catálogo
V119606
ISBN (Ebook)
9783640233014
ISBN (Libro)
9783640235988
Idioma
Alemán
Etiqueta
Koalition Regierung System Bundesrepublik
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Sebastian Knecht (Autor), 2006, Die FDP auf dem Weg in die sozialliberale Koalition 1969, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/119606
Leer eBook
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