Gesundheitsprävention und -förderung. Selbstwirksamkeit, Emotionen und Motivation


Einsendeaufgabe, 2022

27 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Aufgabe 1
1.1 Selbstwirksamkeit als Modell
1.1.1 Selbstwirksamkeit nach Bandura
1.1.2 Grundsätzliches zur Selbstwirksamkeit
1.2 Selbstwirksamkeit in der Gesundheitsprävention
1.2.1 Ansatzpunkte der Selbstwirksamkeit
1.2.2 Gesundheitsbezogenen Kognition
1.3 Psychologische Faktoren und präventive Maßnahmen
1.3.1 Ziele
1.3.2 Optimismus
1.3.3 Kohärenz

Aufgabe 2
2.1 Emotionen und deren Effekte auf Verhalten
2.1.1 Überblick
2.1.2 Einfluss von Emotionen auf Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Weiteres
2.2 Nutzung von Emotionseffekten im Marketing
2.2.1 Auslösen von Emotionen
2.2.2 “IKEA” ein Beispiel zum Nutzen von Emotionen im Marketing
2.3 Social- Media- Kanäle
2.3.1 Social- Media und Influencer als “Botschafter”
2.3.2 Vorteile von Social- Media- Marketing in Unternehmen

Aufgabe 3
3.1 Motivation
3.1.1 Motivationstheorien
3.1.2 Motive
3.1.3 Intrinsische und extrinsische Motivation
3.2 Variable Vergütungssysteme in Unternehmen
3.3 Fehlende intrinsische Motivation bei Mitarbeitern

4 Literatur- und Quellenverzeichnis

5 Abbildungsverzeichnis

6 Tabellenverzeichnis

In der folgenden Arbeit wird aus Gründen der besseren Lesbarkeit ausschließlich Das generische Maskulinum verwendet.

Aufgabe 1

1.1 Selbstwirksamkeit als Modell

Egger (2015, S. 283) definiert Selbstwirksamkeit folgendermaßen: "Die Selbstwirksamkeitserwartung (self-efficacy-belief, perceived self-efficacy) bezeichnet die Überzeugung, durch eigene Fähigkeiten solche Handlungen ausführen zu können, die zu den gewünschten Zielen führen.”

1.1.1 Selbstwirksamkeit nach Bandura

Das Modell der Selbstwirksamkeit beruht auf der sozial- kognitiven Theorie von Bandura (1997, 2001). Dieses Konzept besagt, dass persönliche Überzeugungen, wie Ergebnis- und Selbstwirksamkeitsüberzeugungen, das Denken, die Motivation, die Gefühle und das Verhalten beeinflussen. Selbstwirksamkeit ist also die Überzeugung einer Person, auf Grund der eigenen Kompetenzen, etwas Neues zu erlernen oder eine bestimmte Aufgabe ausführen zu können. “Diese Einschätzung eigener erfolgsversprechender Handlungsmöglichleiten ist die zentrale Komponente von Selbstwirksamkeit.” (Jerusalem 2018, S. 128).

Bandura (1997) unterscheidet drei (Informations-) Quellen der Selbstwirksamkeit (- serwartung).

- Direkte Erfolgserfahrung: d.h. persönliche Erfolge, welche direkt auf die eigenen Anstrengungen und Kompetenzen zurückzuführen sind. Dabei sollte sich die Person zur Bewältigung der Aufgabe/ des Zieles angestrengt haben müssen.
- Indirekte/ stellvertretende Erfahrungen (Modelllernen): Hier werden erfolgreiche Verhaltensmodelle beobachtet. Menschen mit ähnlichem Kontext wie die Person (Alter, Vorwissen, Erfahrungen, Handycaps, etc.), bewältigen durch eigene Anstrengung eine schwierige Aufgabe. D.h. sie lernen am Modell oder machen stellvertretend die Erfahrung, erfolgreich sein zu können.
- Symbolische Erfahrung (soziale Überzeugung): An dieser Stelle geht es vorranging um Bestärkung und Ermutigung von außen.Durch Ermutigungen und durch das Vertrauen in ihre Kompetenzen wird die Person unterstützt, (“Ich bin überzeugt, dass du dieses Referat hervorragend halten wirst!”).

1.1.2 Grundsätzliches zur Selbstwirksamkeit

Selbstwirksamkeit ist die Überzeugung, aus eigener Kraft schwierige Anforderungen bewältigen zu können, d. h. an sich zu glauben, “Ich werde den Halbmarathon erfolgreich laufen!”. Motivation, Verhalten, Bewältigungsergebnisse, Wohlbefinden und Selbstregulation werden durch die Selbstwirksamkeit unterstützt. “Ich habe diesen Halbmarathon erfolgreich bewältigt! Das kann ich auch beim nächsten Mal schaffen.”

Selbstwirksamkeit kann in den Dimensionen Spezifität und Generalität sowie Individualität und Kollektivität unterschieden werden. Allgemeine Selbstwirksamkeit (Generalität) gibt dem Individuum die Sicherheit, ein auftretendes Problem lösen zu können. Diese Art der Selbstwirksamkeit führt bei der Person zu einer optimistischen Einschätzung der allgemeinen Lebensbewältigungskompetenz. (“Ich schaffe es auftretende Probleme zu bewältigen.”). Situationsspezifische Selbstwirksamkeit bezieht sich auf konkrete Handlungen oder Hindernisse (“Ich werde es schaffen den Halbmarathon zu laufen!”).

Ein kollektives Selbstwirksamkeitsempfinden kann in Gruppen entstehen, welche eng zusammenarbeiten. In Teams (oder Familien), welche schwierige Aufgaben lösen müssen, indem sich die Mitglieder beispielsweise Rückhalt geben. Die wahrgenommene Kombination und Zusammenstellung verschiedener Stärken (Individualität) führen zur Zuversicht, auch herausfordernde Probleme lösen zu können. Individualität bezeichnet das Vertrauen in die eigenen Stärken und Kompetenzen. Gruppenselbstwirksamkeit zeigt sich im Glauben der Einzelnen in Teamressourcen, das Wirkungspotentials des Teams und die damit einhergehende hohe Bereitschaft zu Anstrengung und Ausdauer.

Wie bereits angeführt, sind persönliche Erfolgserfahrungen, Verhaltensmodelle von “Vorbildern” und Ermutigung aus dem sozialen Kontext wichtig zur Stärkung und dem Aufbau der Selbstwirksamkeit. Unterstützend zur Ermutigung kann und sollte mit zeitnahem Feedback gearbeitet werden. Erfüllt ein Mitarbeiter eine schwierige Aufgabe, welche ein Vorgesetzter ihm gestellt hat, sollte diese auch mit Lob untermauert werden (“Ich bin sicher, dass Sie die Schulung der Teams bezüglich der Arbeitssicherheit gut vorbereiten und umsetzen werden.” -> “Das war wirklich hervorragende Arbeit! Die Präsentation war gut strukturiert.”).

Förderlich zur Stärkung der Selbstwirksamkeit ist das Setzen von Nahzielen. Diese sollten herausfordern aber nicht überfordernd sein. Das Ziel Halbmarathon lässt sich somit mit kleinen Zielen besser erreichen “Ich laufe zuerst 5 km, in zwei Wochen 7 km, in vier Wochen 10 km, etc.!” (vgl. Jerusalem 2018, S. 136).

Dies alles sind Maßnahmen, welche Anwendung in der Gesundheitsprävention finden.

1.2 Selbstwirksamkeit in der Gesundheitsprävention

In der Gesundheitsprävention gehört die Selbstwirksamkeit zu den bedeutendsten Faktoren bezüglich des Gesundheitsverhaltens einer Person. Die Selbstwirksamkeit zählt zu den kognitiv kontrollierten Persönlichkeitsmerkmalen, welche Einfluss auf präventives Gesundheitsverhalten und Meidung von Risikoverhalten nimmt. (Kohlmann 2003, S. 39) Eine wichtige Rolle kommt der Selbstwirksamkeit auch bei der Bewältigung von Krankheiten zu.

1.2.1 Ansatzpunkte der Selbstwirksamkeit

Bezüglich des Gesundheitsverhaltens und auch bei der Bewältigung von Krankheiten können verschiedene Ansatzpunkte der Selbstwirksamkeit genutzt werden. Grundsätzlich kann davon ausgegangen werden, dass die Selbstwirksamkeit enge Verbindungen zu Antonovskys (1979, 1987) Modell der Salutogenese aufweist. Die Salutogenese beschäftigt sich mit der Frage: “Wie entsteht Gesundheit?”

Jerusalem (2018, S. 135) beschreibt verschiedene Ansatzpunkte der Selbstwirksamkeit. Der Autor unterscheidet motivationale Selbstwirksamkeit, welche sich auf das Aufnehmen eines bestimmten (gesundheitsförderlichen) Verhaltens bezieht, Bewältigungsselbstwirksamkeit, welche “zuständig” ist für das Durchhaltevermögen einer Person und der Wiederaufnahmeselbstwirksamkeit, welche “als Ressource für langfristige Verhaltensänderungen” notwendig ist.

Beispiele für motivationale Selbstwirksamkeit sind “Ich höre mit dem Rauchen auf!” oder “Ich werde mehr Sport in meinen Alltag integrieren”. Die Bewältigungsselbstwirksamkeit kann bei der Umsetzung der Vorsätze beobachtet werden “Ich gehe joggen, obwohl das Wetter schlecht ist” oder “Ich nehme meine Medikamente trotz der Nebenwirkungen, da ich gesund werden will”. Von Wiederaufnahmeselbstwirksamkeit wird nach einem Rückfall in alte Verhaltensmuster gesprochen, welche rückgängig gemacht werden sollen. Das bedeutet, die Person hat trotz gegenteiligem Vorsatz geraucht oder ihre Medikamente abgesetzt. Die Wiederaufnahmeselbstwirksamkeit ist verantwortlich für die (schnelle) Rückkehr zum beabsichtigten (positiven) Verhalten (Raucherentwöhnung, Medikamenteneinnahme).

1.2.2 Gesundheitsbezogene Kognition

Zu den verschiedenen Quellen der Selbstwirksamkeit nach Bandura gehört u.a. die symbolische Erfahrung (soziale Überzeugung). Dies ist ein Punkt, an welchem die gesundheitsbezogene Kognition einer Person “umprogrammiert” bzw. verändert werden kann.

Bestimmte Persönlichkeitsmerkmale, wie beispielsweise Optimismus, werden als relativ stabil angesehen. Grundsätzlich kann ein Verhalten oder Denken beeinflusst und verändert werden. Diese Veränderungen geschehen auf “natürliche” Art und Weise oder werden bewusst induziert (Weber 1994, S. 195).

“Natürliche” Veränderungen unterscheidet Weber (1994, S. 196) in intrapsychische (innerhalb der Psyche ablaufend, ohne Interaktion mit anderen) und sozialpsychologische Prozesse. Zu den intrapsychischen Prozessen zählen u.a. Abwehr und Stimmung. Abwehr gilt als wesentlicher Faktor bei der Wahrnehmung und dem Umgang mit der Gesundheitsgefärdung (“Ich muss jeden zweiten Tag 5 km joggen, sonst bekomme ich Herz- Kreislauf- Erkrankungen").

Stimmungen beeinflussen grundsätzlich die Sichtweise von Individuen. Ist eine Person in guter Stimmung, schätzt sie auch ihre Gesamtsituation positiver ein. In schlechter Stimmung wird die Person auch ihr Gesundheitsverhalten negativer einschätzen. Weber stellt dazu fest “ (...), sie schätzen ihre Selbstwirksamkeit im Hinblick auf gesundheitsprotektives Verhalten niedriger ein, (...)” (ebd., S. 197). Daraus ergibt sich der Gedanke, die Stimmung einer Person zu verbessern, damit auch ihr gesundheitsförderliches Verhalten verbessert wird.

Sozialpsychologische Prozesse entstehen bei Vergleichen mit Personen, welche uns ähnlich sind. Das können Personen sein, welche beispielsweise denselben Fitnessgrad haben wie die betreffende Person oder von derselben Krankheit betroffen sind (“Wenn Herr Meier es schafft, einen Halbmarathon zu laufen, kann ich das auch schaffen!” oder“Frau Müller ist nach einem Herzinfarkt wieder gesundet. Dann kann ich das auch!”). Hier finden sich Bezüge zum “Modelllernen” im Aufbau der Selbstwirksamkeit. Des Weiteren gehört zu den sozialpsychologischen Prozessen die Laienkonsultation. D.h. ich frage in meinem Umfeld um Rat oder gebe selber Hinweise, welches Verhalten beispielsweise bei einer neu diagnostizierten Herz- Kreislauf- Erkrankung förderlich sein kann.

Induzierte Veränderungen betreffen entweder einzelne Individuen oder Gruppen. Diese induzierten Veränderungen können Face- to- Face oder medial (über Massenmedien) herbeigeführt werden. Über kognitive Interventionen sollen u.a. kritische Situationen entschärft oder Vertrauen in die eigene Handlungsfähigkeit aufgebaut werden (z.B. im Umgang mit Stress). Dazu gehört auch die Selbstwirksamkeit. In Face- to- Face Situationen kann der “Sender” seine Interventionen direkt kontrollieren. Dies fehlt bei der medialen kognitiven Intervention. An dieser Stelle kann allerdings gute präventive Aufklärungsarbeit, welche eine breite Masse erreichen soll, geleistet werden, wie “Rauchen bedingt koronare Herzerkrankungen!”.

1.3 Psychologische Faktoren und präventive Maßnahmen

In der Gesundheitsprävention wird von verschiedenen psychologischen Faktoren ausgegangen, welche im Zusammenhang mit präventiven Maßnahmen Beachtung finden sollten. Dazu gehören u.a. Ziele, Optimismus, Kohärenz oder das Selbstwertgefühl einer Person (Weber 2005 zitiert nach Schneider 2006, S. 422). Diese Konstrukte korrelieren in Studien positiv miteinander.

1.3.1 Ziele

Renner und Weber stellen fest, dass: ” (...) gesundheitsbezogene Ziele in erster Linie generiert (werden), wenn Gesundheit ein hoher persönlicher Wert ist” (Renner & Weber 2003, S. 18). Zum Setzen von Zielen ist es für Individuen wichtig, ihre persönlichen Werte zu kennen. Diese variieren und sind zentrale Bestandteile des jeweiligen Selbstkonzeptes. Die Autoren gehen davon aus, dass Ziele nur dann effektiv generiert und gesetzt werden können, wenn sie der Person wichtig sind oder einen persönlichen Wert haben. Des Weiteren spielt die Erwartung bei der Zielerreichung eine gewichtige Rolle. Erwartungshaltungen gegenüber der Zielsetzung können günstig und optimistisch oder ungünstig und pessimistisch gesehen werden.

Einer der entscheidenden Faktoren in der Umsetzung der Ziele ist, diese spezifisch und handlungsorientiert zu formulieren. Spezifisch und handlungsorientiert formuliert ist: ”Ich gehe ab sofort jeden zweiten Tag 5 km joggen” anstatt unspezifisch “Ich möchte mehr Sport treiben”.

[...]

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten

Details

Titel
Gesundheitsprävention und -förderung. Selbstwirksamkeit, Emotionen und Motivation
Hochschule
SRH Hochschule Riedlingen
Note
1,7
Autor
Jahr
2022
Seiten
27
Katalognummer
V1196289
ISBN (Buch)
9783346646682
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Selbstwirksamkeit, Gesundheitsprävention, Emotion, Motivation
Arbeit zitieren
Jacqueline Sander (Autor:in), 2022, Gesundheitsprävention und -förderung. Selbstwirksamkeit, Emotionen und Motivation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1196289

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