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Gedächtnisbildung von Individuen und Gruppen

Das kollektive Gedächtnis

Título: Gedächtnisbildung von Individuen und Gruppen

Trabajo Escrito , 2004 , 17 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: M.A. Martin Piesker (Autor)

Medios / Comunicación: Teorías, modelos, definiciones
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Gibt es Tatsachen, Ereignisse, Begebenheiten oder historische Fakten, an die sich zum Beispiel ein ganzes Volk erinnert oder eine bestimmte Gruppe von Menschen? Und könnte ein solches Ereignis, solch ein historischer Fakt, das Denken und Handeln dieser Gruppe beeinflussen, rechtfertigen oder gar determinieren? Gibt es eine gruppenspezifische Geschichte, welche parallel zur Geschichte verläuft, die ihren Platz in Büchern und Chroniken hat? Wenn ja, wie wird diese Geschichte geschrieben, wer erinnert sich an sie, durch welche Medien wird sie geschrieben, weitererzählt oder am Leben erhalten? Wer ist Geschichtsschreiber, wer Interpret, wer Bewahrer dieser Geschichte? Ist es möglich, dass eine derart spezifische, klar auf ihre jeweilige Gruppe beschränkte Geschichte, die Gruppe selbst überdauert? Wie funktioniert ein Gedächtnis, wie entsteht es? Gibt es nur ein Gedächtnis von Personen oder können Gruppen auch Gedächtnisse haben? Und wie würde sich ein „Gruppen-Gedächtnis“ bilden, so es eins gäbe?
Auf all diese Fragen wird die vorliegende Arbeit versuchen, Antworten zu finden. Es werden Theorien erklärt werden, die das Gedächtnis im Allgemeinen betreffen, jene, die sich dem kollektiven Gedächtnis und seinen Ausprägungen beschäftigen und es soll anhand von Beispielen gezeigt werden, wie und ob ein kulturelles Gedächtnis funktioniert. Dabei werden zuerst die Begriffe Gedächtnis, und insbesondere dessen Bezug und Wechselwirkungen zu den Begriffen Geschichte und Tradition, kollektives Gedächtnis, kommunikatives Gedächtnis und kulturelles Gedächtnis erläutert werden. Diese Begriffe wurden vom französischen Soziologen Maurice Halbwachs vor allem in seinem Buch „Das kulturelle Gedächtnis“ geprägt, welches 1950 erschien. Der Ägyptologe Jan Assmann bezeichnete später die Entdeckung des kollektiven Gedächtnisses als Bahn brechend. Er war hauptsächlich an der Ausarbeitung, Interpretation und Verfeinerung der Thesen von Halbwachs beteiligt.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theorien zu Gedächtnisbildung

3. Das kollektive Gedächtnis

3.1. Das kommunikative Gedächtnis

3.2. Übergang

4. Das kulturelle Gedächtnis

5. Medien des kulturellen Gedächtnisses

6. Erinnerungsorte

6.1. Das Panthéon als Erinnerungsort

6.2. Der Giro d’Italia als Erinnerungsort

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen der Gedächtnisbildung bei Individuen und Gruppen, mit einem besonderen Fokus auf das kollektive sowie kulturelle Gedächtnis. Das primäre Ziel besteht darin, durch die Erläuterung der Konzepte von Maurice Halbwachs und Jan Assmann aufzuzeigen, wie soziale Prozesse das kollektive Erinnern formen und welche Rolle dabei sogenannte „Erinnerungsorte“ als identitätsstiftende Instanzen spielen.

  • Grundlagen der Gedächtnisbildung und Sozialisierung
  • Differenzierung zwischen kommunikativem und kulturellem Gedächtnis
  • Funktionsweise und Bedeutung von Erinnerungsorten
  • Analyse praktischer Beispiele wie dem Panthéon und dem Giro d’Italia

Auszug aus dem Buch

6.1. Das Panthéon als Erinnerungsort

Das Panthéon steht mitten in Paris. Es ist eine ehemalige Kirche, welche auf einer kleinen Anhöhe erbaut wurde und von deren Kuppel man über Paris schauen kann. Steht man davor, blickt man direkt auf den Jardin de Luxembourg, früher Sitz des Parlamentes. Im Jahre 1791, als mit Mirabeau der erste große Mann der Französischen Revolution starb, entschied man, die Kirche Sainte-Geneviève zu einem Ort des öffentlichen Gedenkens an die großen Menschen der französischen Geschichte auszubauen. Als logische Folge aus der Revolution sollten darin natürlich keine Könige ihren Platz finden, sondern Philosophen, Schriftsteller und Staatsmänner. Das unterstreicht auch die Inschrift, welche über dem Portal prangt: „Aux grands hommes la patrie reconnaissante“ – „In Anerkennung für die großen Männer das Vaterland“.

Im Panthéon liegen heute Menschen begraben, welche die französische Geschichte entscheidend geprägt haben, sei es durch ihre politischen Ideen wie Jean-Jacques Rousseau, sei es durch ihre Literatur wie Victor Hugo oder Emile Zola oder durch ihre Erfindungen wie Pierre und Marie Curie. Das Panthéon ist einer der bedeutenden Erinnerungsorte in Frankreich, allein aus der Tatsache heraus, dass der Besucher sich dort den herausragenden Figuren der französischen Geschichte besonders nahe fühlt. Es ist vergleichbar mit der Walhalla bei Regensburg. Der Unterschied besteht darin, dass in der Walhalla der großen Deutschen mit einer Büste oder einer Tafel gedacht wird, im Panthéon diese Größen aber wirklich begraben liegen. In diesem Gebäude ist man der Geschichte so nah wie sonst an kaum einem Ort in Frankreich. Damit dieser Eindruck entsteht, muss man natürlich mit den Namen der Menschen, welche dort liegen, etwas anfangen können, ansonsten wird das Panthéon zu einem Gebäude wie jedes andere auch. Damit ist eine These vom Beginn der Arbeit belegt, nämlich dass die Art und Weise der Erinnerung immer von der Sozialisierung eines Individuums beeinflusst und geprägt ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Fragestellung ein, wie Gruppen Gedächtnisse bilden und durch welche Medien Geschichte bewahrt wird.

2. Theorien zu Gedächtnisbildung: Dieses Kapitel erläutert den Ansatz von Maurice Halbwachs, dass Gedächtnisbildung maßgeblich durch die Sozialisierung innerhalb sozialer Milieus geprägt ist.

3. Das kollektive Gedächtnis: Hier wird das kollektive Gedächtnis als ein nicht greifbares Konstrukt definiert, das kollektive Identität vermittelt.

3.1. Das kommunikative Gedächtnis: Dieser Unterpunkt beschreibt das Alltagsgedächtnis, das auf direkter Kommunikation beruht und einen begrenzten Zeithorizont hat.

3.2. Übergang: Hier wird der theoretische Übergang vom kommunikativen Gedächtnis zur historischen Geschichtsschreibung sowie das Problem der "floating gap" thematisiert.

4. Das kulturelle Gedächtnis: Dieses Kapitel definiert das kulturelle Gedächtnis als zeitlich unbeschränkt und identitätsstiftend durch institutionalisierte Kommunikation.

5. Medien des kulturellen Gedächtnisses: Hier wird die Rolle von Schrift, Symbolen und modernen Speichermedien für das kulturelle Gedächtnis analysiert.

6. Erinnerungsorte: Dieses Kapitel führt den Begriff der Erinnerungsorte als Metaphern für identitätsstiftende Ereignisse, Personen oder Bauwerke ein.

6.1. Das Panthéon als Erinnerungsort: Anhand des Panthéons wird illustriert, wie ein physischer Ort als symbolischer Erinnerungsraum fungiert.

6.2. Der Giro d’Italia als Erinnerungsort: Dieses Fallbeispiel zeigt, wie ein sportliches Ereignis durch Politisierung und mediale Verarbeitung zum kollektiven Erinnerungssymbol wird.

7. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass Sozialisierung der Schlüsselfaktor für jedes Gedächtnis ist und das kollektive Gedächtnis einen hochdynamischen Prozess darstellt.

Schlüsselwörter

Gedächtnisbildung, kollektives Gedächtnis, kulturelles Gedächtnis, kommunikatives Gedächtnis, Sozialisierung, Erinnerungsorte, Identitätsbildung, Maurice Halbwachs, Jan Assmann, Geschichte, Tradition, Gedächtnis der Dinge, Schriftkultur, orale Tradition, kollektive Identität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie Gedächtnis entsteht und wie Gruppen – von kleinen Einheiten bis hin zu ganzen Nationen – eine gemeinsame Vergangenheit rekonstruieren und bewahren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Themen sind die theoretischen Unterscheidungen zwischen individuellem, kommunikativem und kulturellem Gedächtnis sowie die Bedeutung von Erinnerungsorten für die nationale Identität.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Thesen von Maurice Halbwachs und Jan Assmann darzustellen und durch konkrete Beispiele wie das Panthéon in Paris oder den Giro d'Italia zu verdeutlichen, wie diese theoretischen Konzepte in der Realität funktionieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche bzw. theoretische Analyse, die soziologische und kulturwissenschaftliche Ansätze der Gedächtnisforschung zusammenführt und auf Fallbeispiele anwendet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen (Halbwachs/Assmann), die Differenzierung verschiedener Gedächtnisformen sowie eine praktische Analyse von Erinnerungsorten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie kollektives Gedächtnis, Erinnerungsorte, Sozialisierung und kulturelle Identität beschreiben.

Was unterscheidet das kommunikative vom kulturellen Gedächtnis?

Während das kommunikative Gedächtnis auf der unmittelbaren Alltagskommunikation und Zeitzeugenschaft basiert (ca. 80-100 Jahre), ist das kulturelle Gedächtnis alltagsfern, institutionalisiert und reicht weit in die historische Vergangenheit zurück.

Warum wird der Giro d’Italia im Kontext der Gedächtnisforschung analysiert?

Der Giro d’Italia dient als Beispiel für einen "Erinnerungsort", der über den Sport hinaus als Symbol für italienische Identität, Tradition und die Verarbeitung historischer Epochen fungiert.

Final del extracto de 17 páginas  - subir

Detalles

Título
Gedächtnisbildung von Individuen und Gruppen
Subtítulo
Das kollektive Gedächtnis
Universidad
http://www.uni-jena.de/  (Fachbereich Interkulturelle Wirtschaftskommunikation)
Curso
Theorie Interkultureller Wirtschaftskommunikation
Calificación
1,3
Autor
M.A. Martin Piesker (Autor)
Año de publicación
2004
Páginas
17
No. de catálogo
V119666
ISBN (Ebook)
9783640236213
Idioma
Alemán
Etiqueta
Gedächtnisbildung Individuen Gruppen Theorie Interkultureller Wirtschaftskommunikation
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
M.A. Martin Piesker (Autor), 2004, Gedächtnisbildung von Individuen und Gruppen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/119666
Leer eBook
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