Clara Hohraths „Hannelore erlebt die Großstadt – Eine vorzügliche Geschichte von den heutigen Schwaben“ als Adoleszenzroman der Neuen Sachlichkeit


Examensarbeit, 2007

89 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Die Weimarer Republik
1.1. Zur Weimarer Republik – Einer Idee auf der Suche nach Verwirklichung
1.2. Alltag in den zwanziger Jahren
1.2.1. Allgemeines zur Erwerbstätigkeit und zum Privatleben
1.2.2. Zur Stellung der Frau im alltäglichen Leben
1.3. Jugend in der Weimarer Republik

2. Die Neue Sachlichkeit
2.1. Zum Begriff der Neuen Sachlichkeit
2.2. Zur literarischen Produktion
2.3. Zur Jugendliteratur
2.3.1. Allgemeines zur Jugendliteratur
2.3.2. Die Großstadt als Topos
2.3.3. Die ‚Neue Frau’ als Topos

3. Der Adoleszenzroman
3.1. Die Adoleszenz als Entwicklungsstufe
3.2. Zur Begriffsklärung des Adoleszenzromans
3.3. Topoi von Adoleszenzromanen der Neuen Sachlichkeit

4. Analyse des Adoleszenzromans „Hannelore erlebt die Großstadt“ von Clara Hohrath
4.1. Über die Autorin Clara Hohrath
4.2. Inhaltsangabe
4.3. Erzählweise
4.4. Zur Entwicklung der Protagonistin
4.4.1. Der Entwicklungsverlauf der Protagonistin
4.4.2. Die Familie als prägende Entwicklungsinstanz
4.4.3. Leitfiguren in Hannelores Leben
4.5. Tradition versus Innovation – die tugendhafte Protagonistin gegenüber der ‚Neuen Jugend’
4.6. Der Roman als authentisches Dokument seiner Zeit
4.6.1. Die Bekanntschaft mit alternativen Lebenskonzepten
4.6.2. Die architektonische Widerspiegelung des Zeitgeistes
4.6.3. Kulturerleben in der Stadt
4.7. Zusammenfassung der Analyseergebnisse

5. Abschließende Bemerkungen

Literaturverzeichnis

Anhang

Einleitung

Der Mythos der Zwanziger – geprägt von Mode, Lebenslust, Neugier, Traditionsbruch und der Bedrohung durch den Nationalsozialismus. Im kollektiven Gedächtnis ist das Bild einer jungen Generation vorhanden, die die Moderne feierte und das Leben, trotz aller Schwierigkeiten, genoss.

Selbst während der Weimarer Republik wurde die Jugend mehr als je zuvor als Motor der Gesellschaft angesehen – sie galt als urban, durchsetzungsfähig und selbstsicher. Die Neue Jugend war nicht mehr von der älteren Generation abhängig, sie findet sich allein im Leben zurecht.

Die Vorstellung der Neuen Jugend, welche damals wie heute in den Köpfen verankert ist, wurde unter anderem durch die Literaturproduktion jener Zeit geprägt. Dem Stil der Neuen Sachlichkeit folgend, griffen Autoren den Typ des unabhängigen, selbstsicheren Jugendlichen auf und verarbeiteten ihn in ihren Romanen. Erstmals entstand eine Jugendliteratur weitab der traditionellen Rollenmuster, der jugendliche Protagonist wird als Mitglied der Gesellschaft gezeigt, der sein Leben selbstständig meistert.

Neu ist der Topos der Großstadt, in welcher sich die jungen Helden solcher Romane bewegen. Die Romane diagnostizieren durch Alltagsdarstellungen, Stadt- und Gesellschaftsbeobachtungen den Zeitgeist der Zwanziger Jahre.

Ein Beispiel für die Zeitdiagnostik mittels eines Adoleszenzromans der Neuen Sachlichkeit liefert Clara Hohrath mit ihrem Werk „Hannelore erlebt die Großstadt“ (1932).

Allein der Titel dieser Arbeit wirft begriffliche Schwierigkeiten auf, die dringend erklärt werden müssen. So dient der erste Teil der Arbeit der Bildung eines theoretischen Rahmens, um begriffliche Grundlagen zu schaffen, die in der darauf folgenden Analyse des Romans „Hannelore erlebt die Großstadt“ von Clara Hohrath benötigt werden.

Um zur Einordnung des analysierten Romans und weiterer Jugendliteratur jener Zeit einen historischen Rahmen zu schaffen, wird im ersten Kapitel dieser Arbeit auf die Zeit der Weimarer Republik eingegangen. Dem Leser sollen geschichtliche Grundlagen von den politischen und gesellschaftlichen Verhältnissen der Zwanziger Jahre vermittelt werden, wobei besonders auf das alltägliche Leben der Menschen eingegangen wird. Dabei soll es im Speziellen um die Erwerbstätigkeit und Freizeitgestaltung der Arbeiter und Angestellten gehen, die den Großteil der Bevölkerung in der Weimarer Republik ausmachten. Zudem ist es zur Schaffung einer Analysegrundlage unabdingbar, Informationen zur allgemeinen Lebenssituation der Jugend sowie zur Stellung der Frau in der Weimarer Republik zu geben, da die Protagonistin des zu analysierenden Romans eine Jugendliche ist, die sich zu einer erwachsenen Frau entwickelt.

Das darauf folgende Kapitel widmet sich der literarischen Strömung der Neuen Sachlichkeit, welcher auch der Roman Hohraths angehört. Von der Begriffsklärung der Neuen Sachlichkeit wird auf die allgemeine literarische Produktion näher eingegangen, um dann Aussagen zur Jugendliteratur dieser Strömung zu treffen. Aufgrund des mangelhaften Zustands der Sekundärliteratur - bis dato gibt es keine überblicksartige Darstellung zur Jugendliteratur der Weimarer Republik - ist Recherchearbeit erforderlich, um einen kleinen Einblick in das weite Feld der neusachlichen Jugendliteratur zu geben, wobei Literatur eine Rolle spielen soll, die nicht vordergründig politisch inspiriert ist. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die modernen Topoi der Großstadtdarstellung und der ‚Neuen Frau’ gelegt, welche erst mit der Neuen Sachlichkeit Verbreitung in den literarischen Werken fanden.

Der Titel dieser Arbeit impliziert überdies eine allgemeine theoretische Begriffsklärung des Adoleszenzromans, zu welchem Hohraths Werk ebenfalls gehört. Es wird im dritten Kapitel daher die Adoleszenz als Entwicklungsstufe betrachtet, um dann zu der Begriffsklärung des Adoleszenzromans überzugehen. Der letzte Punkt dieses Kapitels dient der Spezifizierung der Adoleszenzthematik hinsichtlich ihrer Umsetzung in den Jugendromanen der Neuen Sachlichkeit (dieser Bezug kann erst mit der Begriffsklärung des Adoleszenzromans hergestellt werden – daher wird die Thematik nicht schon im vorhergehenden Punkt 2.3. ‚Jugendliteratur der Neuen Sachlichkeit’ ausgearbeitet, sondern erst an dieser Stelle).

Nachdem der theoretische Rahmen geschaffen ist, soll es im zweiten Teil der Arbeit um die bereits erwähnte Analyse des Adoleszenzromans „Hannelore erlebt die Großstadt“ von Clara Hohrath gehen. Neben obligatorischen biografischen Daten zur Autorin, der Inhaltsangabe und Aussagen zur Erzählweise wird die Entwicklung der Protagonistin verfolgt. Nach einer Angabe des Entwicklungsverlaufes soll auf die Familie und die Leitfiguren als Entwicklungsinstanzen in Hannelores Leben eingegangen werden.

Die charakterliche Konstitution der Protagonistin steht im Gegensatz zu manchen Nebenfiguren, die dem Bild der Neuen Jugend der Weimarer Republik entsprechen. Die Diskrepanzen aber auch Gemeinsamkeiten werden in Kapitel 4.5. thematisiert.

Aufgrund der Adoleszenzthematik und der gleichzeitigen Zeitdiagnostik des Romans ist es unverzichtbar, neben der Entwicklung der Hauptfigur auch auf die Bedeutung des Romans als authentisches Zeitdokument einzugehen. Die Darstellung alternativer Lebenskonzepte, das Kulturerleben der Protagonistin sowie die Verbindung von moderner Architektur als Zeugnis des Zeitgeistes der Weimarer Republik sind Hinweise dafür, dass es sich bei dem zu analysierenden Roman um ein authentisches Zeitdokument von Jugendliteratur während der Neuen Sachlichkeit handelt.

1. Die Weimarer Republik

1.1. Zur Weimarer Republik – Einer Idee auf der Suche nach Verwirklichung

Die Weimarer Republik war Folge des verlorenen ersten Weltkrieges und musste während ihrer Existenz mit der politischen Last des Versailler Vertrages leben. Vom Wilhelminismus wurden dabei die ungelöste soziale Frage und die Frage nach der Errichtung eines demokratischen Staates übernommen. Die Novemberrevolution 1918 brachte eine bürgerlich-parlamentarische Republik hervor, in welcher auch Frauen von nun an das Wahlrecht zugestanden wurde. Es wurden elementare politische und soziale Rechte erkämpft, wie die Presse- und Versammlungsfreiheit, die Anerkennung von Gewerkschaften als Tarifpartner und die Durchsetzung des Achtstundentages für Arbeiter.[1]

Die Nationalversammlung, in welcher die Verfassung für die erste parlamentarische Demokratie Deutschlands ausgearbeitet wurde, fand in der historischen Kleinstadt Weimar in Thüringen statt, daher die Bezeichnung ‚Weimarer Republik’. Man hatte den Tagungsort wegen seiner geografisch günstigen Lage gewählt, die Tagung konnte unbehelligt von den in Berlin demonstrierenden Arbeitern in einer kleinen Stadt in den Bergen stattfinden, geschützt vor befürchteten Angriffen von Revolutionären.[2] Da in der Nationalversammlung keine Partei die absolute Mehrheit erhielt, wurde die Weimarer Verfassung ein Kompromiss: sie enthielt neben dem allgemeinen Wahlrecht soziale Grundrechte, wie den Schutz der Arbeitskraft. Es wurde auch der bedeutsame Artikel 48 erlassen, der dem Reichspräsidenten das Regieren mittels Notstandsvollmachten erlaubte. Die Nationalversammlung wählte Friedrich Ebert zum Reichspräsidenten, der, wie auch das Parlament – im Gegensatz zum Reichskanzler – enorme politische Macht hatte.[3]

Es fehlt in den ersten Nachkriegsjahren an Kaufkraft, Krediten und Rohstoffen, die Menschen leiden an Armut und Hunger. Die Republik veranlasst, Geld zu drucken, denn öffentliche Ausgaben müssen bezahlt werden. Dadurch verliert die Mark an Wert. 1923 eskaliert dann diese Entwicklung und die folgende Inflation zerstört das Geldvermögen aller Deutschen. Sparguthaben sowie Lebensversicherungen werden wertlos. Es folgen Plünderungen und Hungerdiebstähle.

Mitte des Jahres 1923 hatte die Wirtschaftskrise in Deutschland ihren Tiefpunkt durchschritten und es entwickelte sich ein noch nicht sofort sichtbarer wirtschaftlicher und politischer Aufschwung. Die Inflation wurde durch eine Währungsreform beendet, statt einer Billion alter Mark gab es jetzt die Rentenmark.[4]

Der anschließende Aufschwung, der knapp sechs Jahre dauert, bringt die Moderne mit sich. Menschen sind technik-begeistert, fasziniert von Radio und Kino, mobil durch Autos und Motorräder und sportliche Ereignisse fesseln die Zuschauer.

Fülberth verdeutlicht, dass die Bezeichnung ‚goldene Zwanziger’ nur den Zeitraum des konjunkturellen Aufschwungs von 1924 – 1928 umfasst. Es wurde der ‚Dawesplan’ ausgearbeitet: Grundlage war ein Kredit der USA, welcher als Finanzspritze gedacht war und belebend auf Investoren wirkte. Die Infrastruktur verbesserte sich und wurde ausgebaut. Zudem versuchte man durch öffentliche Interventionen soziale Folgen krisenhafter Entwicklungen zu mindern. Man entwickelte die staatliche Arbeitslosenversicherung und den sozialen Wohnungsbau.[5]

Die Periode der „goldenen Zwanziger“ war geprägt durch Amerikanisierung: Auch in der Außenpolitik orientierte man sich gen Westen und der Kapitalismus konnte vollends greifen.[6]

1928 begann dann eine globale Wirtschaftskrise. Die Nachfrage aus der Verbrauchsgüter-industrie war zurückgegangen, Anlageinvestitionen wurden eingeschränkt. Kurze Zeit später brach auch der Export ein. Die kapitalistischen Länder versuchten sich auf dem Weltmarkt durch die Abwertung ihrer Währungen und Schutzmaßnahmen zu behaupten. Die internationale Situation Deutschlands verschlechterte sich nochmals durch den ‚Young-Plan’, der Reparationszahlungen von Deutschland verlangte, die mit dem ‚Dawesplan’ nicht geleistet wurden. Die Schulden konnten weder bezahlt, noch aufgeschoben werden. Mit dem Börsenkrach in New York 1929 stürzte auch der Unterstützer USA in eine tiefe Wirtschaftskrise. Es kam zu Überproduktionen: Den Investitionen stand keine Kaufkraft mehr gegenüber. Die Defizite in den deutschen Staatskassen sollten mittels des Bürgers relativiert werden: es kam zu Lohnkürzungen sowie zu Kürzungen der Sozialausgaben und Dienstleistungen des Staates. Diese Beschlüsse waren jedoch nur ohne die SPD zu machen, also platzte 1930 die große Koalition und die SPD mitsamt des Reichskanzlers Stresemann schied aus. Bis 1933 gab es dann keinen Reichskanzler mehr, der sich auf die Mehrheit des Reichstages hätte stützen können, es wurde ausschließlich mit Notverordnungen regiert.[7]

Durch die Weltwirtschaftskrise kommt es zu ausbleibenden US-Krediten, die Deutschland zur Stabilisierung benötigte. Der Export-Stopp in die sonst kaufkräftige USA trifft Deutschland hart. Innerhalb von drei Jahren schrumpfen die Exporte Deutschland um 58%, dafür wächst die Massenarbeitslosigkeit in dieser Zeit von 1,9 Millionen auf 6 Millionen Menschen. Die Versorgungslage der Bürger ist katastrophal, denn die Staatskassen sind leer. Dieser perfekte Nährboden für radikale Parteien macht die Nationalsozialisten stark und das Ende der ersten deutschen Republik ist durch den Machtantritt Hitlers besiegelt, der die Weimarer Republik innerhalb weniger Wochen nach seiner Wahl am 30.01.1933 auflöst. Die neu entstandene Diktatur steuert nun unaufhaltsam auf den nächsten Weltkrieg zu und vernichtet auf diesem Weg unzählige anders Denkende.[8]

Gay sieht das Deutschland der zwanziger Jahre als zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite steht eine Republik der militärischen Prahlerei, der aggressiven außenpolitischen Abenteuer und einer Vorliebe für das Formale – auf der anderen Seite ein Deutschland der Dichtung und humanistischen Philosophie und des friedfertigen Weltbürgertums. Er fasst treffend zusammen, dass die Weimarer Republik in einer Niederlage geboren wurde, in Aufruhr gelebt hat und an einer Katastrophe gestorben ist. Eine Zeit lang hatte die Republik eine wirkliche Chance zu überleben, das Ende war nicht unabwendbar, denn es gab Republikaner, die Deutschland als Symbol für ihre Ideale betrachteten und stets bemüht waren, diesem Symbol Inhalt zu verleihen.[9]

Der Versuch einer deutschen Moderne in Form des Konstrukts der Weimarer Republik war unter seinen Teilnehmern nicht konsensfähig.[10] Nach nur wenigen Jahren des Bestehens zeigte die Republik ein desolates Bild – unfähig weiterhin zu bestehen, abgelöst vom Nationalsozialismus.

Die Weimarer Republik wurde im Nachhinein aufgrund der hervorragenden dort lebenden und arbeitenden Wissenschaftler und Künstler, wie Albert Einstein, Wassily Kandinsky oder May Reinhart als etwas Einzigartiges idealisiert, als eine Kultur ohne Belastungen und Spannungen. Diese Idealisierung entstand durch die überschwängliche Schaffenskraft und Experimentierfreude, aber sie nährte sich aus der furchtbaren Vorausahnung des Untergangs. Die Kultur der Republik wurde nach Gay von Begabten und Gelehrten geschaffen, welche für einen kurzen Moment in den Mittelpunkt der Geschichte rückten.[11]

1.2. Alltag in den zwanziger Jahren

1.2.1. Allgemeines zur Erwerbstätigkeit und zum Privatleben

Es ist für diese Arbeit unverzichtbar, einen Einblick in das Leben von Arbeitern und Angestellten zu geben, schließlich bilden sie die Bevölkerungsmehrheit in der Weimarer Republik. Dabei ist der Wohnort der jeweiligen Menschen entscheidend, denn während die Städte florierten, drehten sich auf dem Land die Uhren langsamer.

Das moderne Leben in der Stadt, das geprägt ist von Rationalität und Effizienz aber auch von Vielfalt und Individualität – verlangt von den Menschen Opferbereitschaft, zu Lasten des Privatlebens und der Familienzeit, bietet aber auch neue Entfaltungsmöglichkeiten - vor allem im Freizeitbereich.

So mussten meist beide Elternteile von Arbeiterfamilien mehr als 48 Stunden pro Woche arbeiten. Innerhalb der Woche wurde acht Stunden, am Samstag fünf Stunden gearbeitet, wobei selten nach 19 Uhr Feierabend war. Es musste in den meisten Familien gespart werden, so dass beispielsweise nur selten Fleisch, ein damaliges Luxusgut, gegessen werden konnte.[12] Bei den Angestellten, die nicht wesentlich mehr verdienten, dominierte in den Weimarer Jahren der Beruf des Kaufmanns. Ein wichtiges Arbeitsmittel ergänzte in dieser Zeit die Tätigkeit: die Schreibmaschine, welche nun systematisch angewandt wurde. Sie veränderte das Arbeitsklima, da Arbeitsprozesse rationalisiert und effizienter wurden – die Anforderungen an Qualifikation und Leistung der Angestellten erhöhten sich.[13]

Der gesellschaftliche Wandel war auch auf dem Land spürbar, denn immer mehr Kinder von Bauern wanderten wegen der attraktiven Berufsaussichten im industriellen Bereich in die Städte ab. Zwar hielt auch im landwirtschaftlichen Produktionsbereich die Mechanisierung Einzug, dennoch blieb der Arbeitsaufwand hoch.

Während die ländlichen Gegenden von der Veränderung der Infrastruktur weitgehend unberührt blieben, pulsierte in den Städten eine veränderte Dynamik: Hoch- und U-Bahnen beförderten die Massen und der Automobilkult begann. Das rasche Wachstum der Städte führte zu Problemen auf dem Wohnungsmarkt, vor allem das Proletariat bekam diese zu spüren.[14] Man war fortan im Städtebau um eine menschenfreundlichere Bauweise bemüht, der Trend ging eindeutig zu kleinen, hellen Wohnungen mit einer funktionalen Aufteilung, Komfort und moderner Reinlichkeit. Der Bauhaus – die ‚Neue Sachlichkeit der Architektur’ – wurde gegründet und sorgte für einen schlichten, einheitlichen Baustil. Die kleinen Wohnungen mit maximal drei Zimmern waren sehr begehrt auf dem Wohnungsmarkt und die zukünftigen Mieter mussten lange Wartezeiten auf sich nehmen.[15]

Das ‚goldene’ Image der Zwanziger wurde nach Koch durch die Lebensart der Boheme geformt, diese hatte sich die Kultur zum Beruf gemacht. Die Boheme verbrachte ihre Zeit größtenteils in Cafes der Szene, wobei jede Clique ihren speziellen Treffpunkt hatte, um sich dort über Kultur zu unterhalten, Kontakte zu knüpfen oder einfach die Zeit miteinander zu verbringen. Diese Kreise erschufen auch den Mythos der Sexbesessenheit der Zwanziger, denn bis auf die Lebensgestaltung der Boheme blieben die traditionellen Moralvorstellungen bei dem Gros der Bevölkerung vorhanden, wenn auch etwas gelockert. Die neue Einstellung zum Körper wurde besonders im Tanz ausgedrückt, bei welchem die jungen Menschen alle bürgerliche Sittlichkeit und Zurückhaltung verloren und sich dem ‚anzüglichen’ Charleston hingaben, eine neue Musikrichtung aus Amerika.[16] Bei den jungen und ledigen Männern und Frauen des Kleinbürgertums war das Tanzvergnügen nicht minder beliebt: In den Tanzpalästen, den damaligen Diskotheken, konnte man sich austoben, betrinken, verlieben und entlieben. Man suchte Ablenkung vom Alltag in den Vergnügungsetablissements, aber ledige Frauen hofften auch, dort den Mann zu finden, der ihnen eine schöne Zukunft bietet.[17]

Zur Ablenkung von der harten Realität diente auch das allseits beliebte Kino, welches zur Lieblingsbeschäftigung der Deutschen avancierte. Während in der Realität die Kluft zwischen arm und reich immer größer wurde, konnte der Film die Imagination eines Idylls produzieren.[18] Insgesamt lässt sich feststellen, dass Populärkultur in der Weimarer Republik florierte: es wurden in den Großstädten neue Kinopaläste gebaut, Verlage, Theater und Museen gegründet, auch die Cafe- und Revueszene entwickelte sich. Es wurden darüber hinaus neue Leserschaften für Zeitschriften, Tageszeitungen, Sachbücher und Romane erschlossen, da nun auch das Proletariat in den Genuss von Kultur kommen wollte.[19]

Bei den meisten Menschen war auch die Freizeitgestaltung an der frischen Luft beliebt, denn man hatte die Idealvorstellung eines durchtrainierten, elastischen, fettfreien Körpers, was die Wander- und Sportbegeisterung dieser Zeit rechtfertigt. Die wichtigste Freizeiteinrichtung des Proletariats bildete der Sportverein, in welchem man sich körperlich und spielerisch betätigte und nach der Eintönigkeit der Arbeitswoche ein wenig Abwechslung fand. Man amüsierte und unterhielt sich mit Gleichgesinnten bei Ausflügen, Festen und im Vereinsheim.[20]

Aus heutiger Sicht wird die Weimarer Republik vor allem durch die neuen kulturellen Entfaltungsmöglichkeiten als eine Zeit voll Lebenslust idealisiert. Allerdings vergisst man meist, wie hart die Menschen arbeiten mussten, um einen Besuch im Stammlokal finanzieren zu können. In den Medien wird heutzutage ein Bild des Überschwangs und des Vergnügens produziert – es scheint, als feierten die Menschen der Zwanziger Jahre den Einzug der dynamischen Moderne. Doch es war eine anstrengende Zeit, denn die arbeitenden Menschen waren in einer unsicheren politischen Lage meist großem Leistungsdruck ausgesetzt, immer in Sorge arbeitslos werden zu können, an der Grenze zur Armut. Lediglich die Bourgeoisie dürfte das Leben in der Leichtigkeit genossen haben, wie es der Vorstellung, die man heute oftmals von den 20er Jahren hat, entspricht.

1.2.2. Zur Stellung der Frau im alltäglichen Leben

Im kollektiven Gedächtnis assoziiert man mit den Zwanziger Jahren stets die ‚Neue Frau’, die – endlich emanzipiert und urban – alle alltäglichen Aufgaben von Arbeit und Haushalt konsequent bestreitet. In der Realität wurden die Frauen stark, weil sie kämpften. Während sie sich emanzipierten, rückten viele Männer nicht von ihrem traditionellen Geschlechterrollenverständnis ab. So kam es dazu, dass Frauen nicht nur vollerwerbstätig waren, sondern auch den kompletten Haushalt übernahmen und somit enormen Anforderungen gerecht wurden. Die Emanzipation war demnach vor allem finanzielle Unabhängigkeit vom Mann. Auch wenn das ein Vielfaches an Arbeit bedeutete, kam es dem Selbstbewusstsein der Frauen zu Gute.

Durch den Krieg waren die Frauen unabhängig geworden, da sie erfahren hatten, dass sie auch ohne einen Mann die Familie versorgen und die Kinder großziehen konnten. Auch die Verfassung der Weimarer Republik schaffte eine grundlegende Verbesserung für Frauen, denn nun wurden ihnen das Wahlrecht, die gesetzliche Gleichberechtigung mit dem Mann, das uneingeschränkte Koalitionsrecht sowie der Achtstundentag zugesprochen.[21]

„Die Neue Frau betritt die Bühne des gesellschaftlichen Lebens: Verfassungsrechtlich seit 1919 erstmals mit dem Mann gleichgestellt, erhält die Frau das Wahlrecht. Kurz zuvor läßt die Universität sie zum Studium zu. Massenhaft strömen die Frauen in Fabriken und Büros. […] Eigenständig und selbstbewusst wartet sie nicht mehr auf die Ehe als «Versorgungsinstitut», weil sie sich selbst ernährt. Heiratet sie dennoch, hält sie zum Partner Distanz. Zugleich wandeln sich ihre sexuellen Einstellungen. Denn ebenso wie der Mann nimmt sich die Neue Frau das Recht zu sexuellen Beziehungen vor der Ehe und manchmal auch neben der Ehe heraus.“[22]

In der Weimarer Republik entstanden, neben den traditionellen Arbeiten als Hausfrau, Fabrikarbeiterin oder Hausangestellte, neue Berufsfelder für Frauen: Durch die Gebrauchsgüterproduktion entstand ein großes Netz an Groß- und Einzelhandelsbetrieben, das Bank- und Verkehrswesen wurde ausgeweitet. Frauen wurden eingestellt als Kontorinnen, Buchhalterinnen, Kassiererinnen, Telefonistinnen, Stenotypistinnen, Verkäuferinnen und Ladenmamsells. Bemerkenswert ist aber, dass etwa 80% der weiblichen Handels- und Büroangestellten unter 30 Jahre alt waren. Das zeigt, dass die meisten sich nach der Heirat ihrem Haushalt und der Kindererziehung widmeten.[23]

Frauen aus dem proletarischen Milieu waren viel stärker als die Angestellten oder bürgerlichen Frauen von den Entwicklungen der industriekapitalistischen Produktionsweise betroffen. Lange Arbeitszeiten, gesundheitsschädliche Arbeitsbedingungen, eine zu niedrige Entlohnung und minderwertige Wohnbedingungen führten zu einer Überforderung der Arbeiterinnen, die zudem den gesamten Haushalt versorgen mussten:

„Proletarische Mütter hatten noch nach der ermüdenden Erwerbsarbeit, die nicht selten Gelegenheitsarbeit war, Wohnung, Wäsche und Kinder zu versorgen. Müde und abgespannt arbeiteten sie bis in die Nacht hinein, um wenigstens den äußeren Anschein einer Ordnung herzustellen. Ursächlich dafür waren nicht nur traditionelle Vorstellungen über weibliche Zuständigkeit für die Hausarbeit; hinzu kam hier, daß die männlichen Verhaltensmuster unter den bedrängenden Ausbeutungsverhältnissen besonders autoritäre Ausformungen erhielten.“[24]

Die Geburtenrate in der Weimarer Republik sank, da es allein für die Angestellten, die meist nicht mehr als Arbeiter verdienten und geringe Aufstiegsmöglichkeiten hatten, kaum möglich war, mehr als zwei Kinder zu ernähren.[25]

Eine Art Auszeit stellte in dem Leben von arbeitenden Frauen die Zeit zwischen dem Schulaustritt und der Heirat dar, in welcher die eigenen Belange zählten.[26] Während dieser Jahre konnten die Frauen zwar ihren persönlichen Interessen nachgehen, doch stets bestimmte die finanzielle Lage der Frauen auch deren Freizeitverhalten. Für die Angestellten war schon ein Kinobesuch oder ein neuer Mantel eine Investition, die jungen Frauen erlebten es als Vergnügen, von ihrem hart verdienten Lohn kleine Modeartikel zu kaufen. Es waren Gegenstände zum Ausdruck und zur Steigerung ihres Selbstwertgefühls; gleichzeitig symbolisierten sie die Hoffnung auf eine bessere Zukunft.[27] Frauen der Arbeiterklasse wollten trotz ihres schmalen Budgets ein modisches Äußeres, so arbeiteten sie selbst bereits getragene Kleidung aufwändig um. Die Damenbekleidung wandelte sich extrem, denn die Frauen, die durch den Krieg notgedrungen unabhängig wurden und scheinbar politisch gleichberechtigt waren, demonstrierten ihre neue Position durch ihr Äußeres. Sie legten ihre Korsetts ab und die vorher figurbetonte Silhouette verschwand. Stattdessen zeigten weich fallende Stoffe, kürzere Kleider und tief sitzende Taillen auf subtile Weise Figur. Auch der modische Bubikopf beraubte die Männerwelt des Privilegs des Kurzhaarschnittes – der äußere Typus der Neuen Frau war geschaffen.[28]

Die neue Selbstständigkeit der Frau wurde zum Symbol der Zeit und doch galten die einst für die Wirtschaft unverzichtbaren Frauen bald als Ursache der hohen Arbeitslosigkeit bei Männern und wurden nun in der Politik, der Presse und in wissenschaftlichen Publikationen diffamiert und bekämpft. Frauen sollten sich wieder auf ihr Natur gegebenes Wesen als Hausfrau und Mutter zurück besinnen und ihre Arbeitsplätze den Männern überlassen.[29] Die Verfassungsnorm von der Gleichberechtigung wurde durch Demobilisierungsmaßnahmen konterkariert: so mussten die Frauen ihre Arbeitsplätze zugunsten der Kriegsheimkehrer aufgeben. Diese Ausgrenzungsstrategien männlicher Machteliten wie auch die Inflation und Massenarbeitslosigkeit zerstörten viele Hoffnungen von Frauen auf eine gesellschaftliche Gleichstellung.[30]

1.3. Jugend in der Weimarer Republik

Es lässt sich unter anderem durch die florierende Jugendliteraturproduktion der Zwanziger Jahre erkennen, dass ein regelrechter ‚Jugendwahn’ bestand: die Jugend symbolisiert – damals wie heute – Hoffnung und Erneuerung, man sieht in ihr den Motor für gesellschaftlichen Fortschritt, da sie überkommene Werte und Normen in Frage stellt. Die jugendliche Schaffenskraft wird zum Sinnbild der ersten deutschen Demokratie. Auf dem Weg in ein neues, dynamisches Zeitalter braucht Deutschland eifrige Arbeiter, die den Wirtschaftsaufschwung voller Enthusiasmus unterstützen. Dazu bedient man sich in den massenmedialen Darstellungen des Jugendlichen, der Lebensfreude und Elan verkörpert und Idealfigur des deutschen Arbeiters ist.

Dabei waren die Erwartungen an die Jugend mit ihrem „jugendlich-reinen Idealismus“[31] eng verknüpft mit den Folgen der industriellen Produktionsweise. Es kam dadurch zu einer generellen Aufwertung der Jugend. Da die neuen Wirtschafts- und Arbeitsprozesse die Qualifikationsanforderungen erhöhten, wurden die Ausbildungszeiten verlängert und verschafften durch diese Zwischenphase den Heranwachsenden Toleranzräume, in denen sie Generationsinteressen formulieren und ausleben konnten.[32]

Das Phänomen der Jugend befindet sich am Ende der Weimarer Republik unter der gesellschaftlich-politischen Präferenz. In den Blickpunkt der literarischen Öffentlichkeit tritt vor allem die Erlebniswelt des proletarischen Jugendlichen. Denn während die bürgerliche Jugend in einer Art ‚Schonraum’ lebt, da sie sich ganz den typischen pubertären Verhaltensweisen der Introversion, dem Streben nach absolutem Handeln, der Hinwendung zur Natur und der künstlerischen Betätigung hingeben kann, werden Arbeiterjugendliche schon früh mit den ökonomischen, sozialen und politischen Problemen der Erwachsenenwelt konfrontiert. Wenn Kinder aus dem proletarischen Milieu mit 14 oder 15 Jahren die Schule verlassen und eine Lehre beginnen, müssen sie mit den gleichen Problemen wie ihre Eltern kämpfen, denn nun sind sie auch mitunter von Arbeitslosigkeit, Arbeitskampf und niedrigen Löhnen betroffen.

Nach dem Schulabschluss muss sich der proletarische Jugendliche entscheiden, ob er eine Ausbildung beginnen will oder durch die Aufnahme ungelernter Arbeiten direkt in die Erwachsenenrolle hinein steigt. Wenn er sich für die Ausbildung entscheidet, dauert diese drei bis vier Jahre und er befindet sich dadurch, ebenso wie bürgerliche Schüler, in einer Zwischenphase zwischen Kindheit und Erwachsenenalter. In dieser Zeit muss der Jugendliche allerdings in finanzieller Abhängigkeit der Eltern und der Erfahrung eines fremdbestimmten Lebensrhythmus’ leben.[33]

Man assoziiert mit der Lebensphase ‚Jugend’ dementsprechend eine vorübergehende Abhängigkeit, welche folgend durch die ökonomische und politisch-gesellschaftliche Selbstständigkeit der Erwachsenenrolle abgelöst wird.[34]

Die Phase der ‚Jugend’ wurde in gewisser Weise auch durch den Staat konstruiert, wenn man die Jugendgesetzgebung der Weimarer Republik betrachtet. Mit 14 Jahren wurden die proletarischen Jugendlichen aus der Volksschule entlassen und waren von nun an vollerwerbsfähig, doch unterlagen sie besonderen Jugendschutzbestimmungen. Eigentlich verlangte die Verfassung einen Schulbesuch bis zum 18. Lebensjahr, doch der sich an die Volksschule anschließende Besuch der Berufsschule erfüllte die Klausel.

Mit 14 Jahren wurden Mädchen und Jungen zudem strafmündig, sie erfuhren allerdings eine andere Jurisdiktion als Erwachsene. Die Ehemündigkeit erreichten Mädchen mit 16 Jahren, allerdings bis zum 21. Lebensjahr nur mit Zustimmung der Eltern: Jungen durften generell erst mit 21 heiraten.[35]

In der Weimarer Republik beginnt die Jugend, sich auf sich selbst zu besinnen, da sie nicht mehr aus dem öffentlichen Leben ferngehalten wird und bloß das passive Anhängsel einer älteren Generation ist. Die Jugendlichen beginnen unabhängig von den Gewohnheiten und Konventionen der Alten, selbst ihr Leben zu gestalten. Selbsterziehung ist ein Schlagwort, was mittels Jugendbünden realisiert werden sollte.[36] Die klassische deutsche Jugendbewegung, in der viele Jugendliche damals organisiert waren, nahm ihren Anfang um die Jahrhundertwende und bestand bis in die nationalsozialistische Zeit. Während dieser Zeit hatte sie einen bemerkenswerten Einfluss auf die Gesellschaftsentwicklung Deutschlands. In den meisten Bünden waren Mädchen ausgeschlossen, nur sozialistische Jugendorganisationen erlaubten gemischte Bünde. Von den Wandervögelbünden und der Freideutschen Jugend ausgehend entwickelten sich viele andere Jugendorganisationen wie deutsch-jüdische, katholische, evangelische, sozialdemokratische, kommunistische sowie auch völkisch-nationale.[37] Haywood konstatiert, dass eine gelungene Indoktrination der Werte und Normen des Jugendlichen Aushängeschild der Jugendbünde ist, welchen sich der Jugendliche anschließt, aber nicht selbst initiiert:

„Charakteristisch für die Jugendbewegung des frühen 20. Jahrhunderts ist paradoxerweise eine Illusion von Emanzipation und Freiwilligkeit: Nicht durch einen übernommenen Wertekodex, sondern scheinbar selbstständig und aus eigener Überzeugung, sozusagen von innen heraus und unabhängig von den Erwachsenden, eignen sich diese Jugendlichen ‚richtiges’ Handeln und eine neue Ich-Identität an.“[38]

In den Jugendbünden wurden vielfach Jugendfahrten durchgeführt, die einen Ausweg aus dem alltäglichen Arbeitszwang darstellten. In der Natur konnten vor allem die jungen Männer unbeobachtet und unkontrolliert zusammen sein und Werte des Gemeinschaftslebens erfahren. Es war eine Möglichkeit, sich dem Ordnungs- und Statusdenken ihrer Herkunft zu entziehen, welches ihnen in Schule, Beruf und Universität begegnete.[39]

Das Erwachen des Naturgefühls wurde von der Jugendbewegung als typisch für das Jugendalter angesehen sowie die Entwicklung einer eigenen Sexualität, die allerdings offiziell ausgeschlossen wurde. Auch lebten viele junge Menschen mit ihrer Naturverbundenheit das Credo ‚Körperkultur’, die gleichzeitig als befreiende Kulturrevolution wirken sollte, doch etwas stilisiert war.[40] Mit der gelebten Körperkultur geht eine Art sexuelle Befreiung einher, denn ein körperbewusster Mensch ist sich auch seiner Sexualität bewusst.

Es gibt eine Diskrepanz zwischen der jugendlichen Realität und der von Pädagogen und Psychologen konstruierten Jugend, denn diese forderten eine ‚idealistische Lebensphase’. Stattdessen waren die Heranwachsenden geprägt von jugendlicher Selbstinszenierung, welche die Loslösung vom Elternhaus, die sexuelle Freiheit, das Boheme-Leben und Selbstverwirklichung mit einschloss. Die ältere Generation des bürgerlichen und proletarischen Milieus versuchte mitunter, die jugendliche Sexualität zu sanktionieren. Bürgerliche Gegner forderten die Sublimierung der Sexualität zugunsten der Kulturentwicklung, kommunistische Parteien ermahnten zur Abstinenz, da alle Energie zum Klassenkampf benötigt werde. Die Elterngeneration verwehrt also den Bereich der Sexualität und sichert sich dadurch in der Familien- bzw. Altershierarchie die Vormachtstellung, während die Jugendlichen in ihrem Abhängigkeitsverhältnis verharren.[41]

Der Psychologe Bernfeld gibt seiner Zeit eine Art Erklärungsversuch zur Jugend in der Weimarer Republik, wobei seine Forschungsergebnisse bei proletarischen und bürgerlichen Jugendlichen einen Unterschied des Pubertätsverlaufes aufweisen: bei den wohlhabenden, städtischen Jugendlichen des Bürgertums tritt eine ‚neurotische’ Pubertät auf, da sich ein Ideal von Jugend entwickelt hat, dem sie sich krampfhaft anzupassen versuchen. Bernfeld stellt eine - im Vergleich zur vorhergehenden Generation - veränderte Pubertät fest, wenn diese bei Kindern zwischen 1914 und 1923/25 beginnt. Diese bürgerlichen, städtischen Jugendlichen haben dann viel früher Geschlechtsverkehr, der laut Bernfeld zu Neurosen führt, da die Jugendlichen sexuell verwahrlost sind.

Berndfeld sieht für die proletarische Jugend eine gegenteilige Entwicklung, jedoch nur, wenn sie in sozialdemokratischen oder ähnlichen Jugendverbänden organisiert sind. Diese Jugendlichen entwickeln erst viel später sexuelle Kontakte. Bernfeld geht davon aus, dass sich die Kindheit im Lauf der kulturellen Entwicklung verlängert hat und sich nun bis in das 14. Lebensjahr fortsetzt, an welches sich noch zwei Jahre Pubertät anschließen und ein Jugendlicher von 16 Jahren also voll entwickelt ist[42], was mittlerweile von der Wissenschaft widerlegt wurde.

Eine andere Studie zeigt das authentische Empfinden von Jugendlichen der Weimarer Republik in Hinblick auf ihre soziale Realität: Benninghaus untersuchte 1400 anonym verfasste Schulaufsätze von Jugendlichen, die in den Zwanzigern entstanden sind. Sie kam unter anderem zu der Erkenntnis, dass sich die Wahrnehmung des eigenen Lebenslaufs bei Arbeiterkindern von der Wahrnehmung bürgerlicher Jugendlicher der Weimarer Republik unterscheidet. Heranwachsende aus dem proletarischen Milieu erleben ihren Lebenslauf strukturiert durch kollektive Ereignisse, wie die Schulentlassung, der Übergang in neue Lebensphase erfolgte strukturierter und abrupter als bei den bürgerlichen Jugendlichen. Oft beklagen sich die ‚jungen Autoren’ über fehlende Zulassung ihrer Gedanken und Wahrnehmung ihrer selbst als Erwachsene – sie haben zu handeln, nicht zu denken.

Während der Übergang von der Kindheit zu Jugend für bürgerliche Jugendliche oft problematisch verlief, da sie die Übergänge diffus erlebten, sehnten sich proletarische Altersgenossen nach einem Ende der Kindheit und konnten sich damit sozial eindeutig verorten.[43]

Das äußere Auftreten war dabei ein wichtiges Symbol für die Jugendlichen, die zum Erwachsenen reifen. Mit dem Beginn ihrer Ausbildung schnitten sich die Mädchen im städtischen Bereich oft die Haare ab und trugen andere Kleider. Auch die Jungen gingen mit der Konfirmation dazu über, lange Hosen zu tragen und so markierte vor allem die Kleidung den Status des Heranwachsenden.[44] Auch durften mit dem Eintritt in die Phase der Jugend neuen Freizeitbeschäftigungen, wie dem Tanzen und Spazieren gehen, ausgeübt werden. Es schickte sich nicht mehr, kindgleich zu spielen. Eine Verbindung gab es mit der äußerlichen Veränderung der Mädchen und dem Anrecht auf Bekanntschaft mit ‚Herren’. Dabei war das Auftreten des Mädchens von entscheidender Bedeutung, denn den Blick der Männerwelt auf sich lenken zu können, war nach der Meinung der Schülerinnen gleichbedeutend mit dem Übergang in die Welt des Erwachsenen.[45]

Für Jugendliche aus dem proletarischen Milieu war es unter anderem selbstverständlich, mit ihrem Lohn zum Familieneinkommen beizutragen. Im Durchschnitt hatten Mädchen stets später als Jungen die volle Verfügungsgewalt über ihr Einkommen. Während Jungen früher Kostgeld abgaben, wurde Mädchen mehr Taschengeld zugestanden, da sie sich gern selbst Kleidungsstücke kaufen wollten, während Jungen sich von ihren Müttern die benötigte Kleidung besorgen ließen.[46] Mädchen waren auch noch häufig dafür verantwortlich, die jüngeren Geschwister zu betreuen, doch sie wurden genauso oft wie Jungen bei der Hausarbeit als Hilfskraft von den Eltern heran gezogen. Benninghaus stellt fest, dass Mädchen eindeutig mehr im Haushalt helfen mussten als Jungen.[47]

Auch herrschte eine unterschiedliche familiäre Einbindung in die Haushaltspflichten, je nachdem, ob der Jugendliche dem proletarischen Milieu oder dem Bürgertum, das Hausmädchen beschäftigen konnte, angehörte:

„Für Arbeiterkinder, die noch zur Schule gingen, war die Mithilfe im Haushalt ein üblicher Bestandteil ihres Alltagslebens. Anders als im Fall der bürgerlichen Altersgenossen, die Musikunterricht bekamen und Hausaufgaben erledigen konnten, waren die Eltern der Volksschüler und -schülerinnen häufig auf die Arbeitskraft der Kinder angewiesen.“[48]

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die Jugendzeit in der Weimarer Republik je nach sozialer Stellung in der Gesellschaft unterschiedlich gelebt wurde. Während proletarische Jugendliche schon früh erwachsen werden mussten, konnten sich Heranwachsende des Bürgertums ganz ihrer Selbstfindung widmen. Hintergrund dafür ist die wirtschaftliche Lage der jeweiligen Familie – eine proletarische Familie konnte es sich schlichtweg nicht leisten, ihren Heranwachsenden große Schonzeiten einzuräumen, in denen sie die Welt auf ihre Weise entdecken konnten. Schon früh wurden Arbeiterkinder mit der harten sozialen Realität konfrontiert, mussten im Gegensatz zu den bürgerlichen Jugendlichen, arbeiten, um das Überleben der gesamten Familie zu sichern. Diese Beanspruchung zerstörte natürlich die freie Entfaltung des Kindes, andererseits wurde es so früh zu Eigenverantwortung und Durchsetzungsfähigkeit erzogen.

2. Die Neue Sachlichkeit

2.1. Zum Begriff der Neuen Sachlichkeit

Der Name der Literaturströmung ‚Neue Sachlichkeit’ ist Programm: Die Autoren der Bewegung hatten das Bedürfnis nach Vereinfachung und Versachlichung, der Gegenwartsbezug ist von zentraler Bedeutung. Entgegen den „Vergeistigungstendenzen“[49] des ‚schwülstigen’ Expressionismus entsteht die Forderung nach Sachlichkeit, also Bescheidenheit, Nüchternheit, Klarheit und Einfachheit.

Im Wesentlichen war die Neue Sachlichkeit eine Suche nach der Wirklichkeit, ringend um Objektivität:

„Sie forderte eine realistische Darstellung, genaue Berichterstattung, die Rückkehr zu naturalistischer Redeweise und, wenn es schon Idealismus geben mußte, einen nüchternen Idealismus. Es war eine Bewegung zu Einfachheit und Klarheit […].“[50]

Die Neue Sachlichkeit wird kulturgeschichtlich „[…] in eine Hochphase der modernen Industriegesellschaft situiert, die ihren Ausgang im Wilhelminismus genommen und von den Modernebewegungen des Naturalismus über den italienischen Futurismus bis zu Frühexpressionismus und Dadaismus sich als Auseinandersetzung mit der technisierten und urbanisierten Welt kontinuierlich entwickelt […]“[51] hat.

Es ist nach Fähnders nötig, die Literatur der Neuen Sachlichkeit von der neusachlich konzipierten Massen- und Unterhaltungskultur zu trennen, denn als gesamtkulturelle Bewegung gesehen, bezieht sich die umfassende Strömung auf die Akzeptanz und Entwicklung von massendemokratischen und konsumkulturellen Gütern. Zudem hat die Literatur der Neuen Sachlichkeit auch kritische Stimmen zur Modernität hervor gebracht.[52]

Gay sieht eine eindeutige Verbindung zwischen Politik und literarischer Strömung: Die gesamte Kultur der Weimarer Republik und damit auch die Neue Sachlichkeit, stand in einer Wechselbeziehung zur Gesellschaft und behandelte die politische Wirklichkeit. Die neue Sachlichkeit gilt für Gay – der den Begriff der Neuen Sachlichkeit umfassend als „nicht nur […] exklusive Kunstströmung, sondern auch als Massenkultur“[53] definiert - als allgemeinkulturelles Phänomen, da unglaublich viele Leser durch die verstärkte Buchproduktion und die Ausweitung der Kunstströmung auf dem Sektor der Unterhaltungsliteratur in den Genuss der entsprechenden aktuellen Literatur kommen konnten. Zudem wurde der Begriff nicht nur im kulturellen Bereich verwendet, sondern auch als Kategorie für Politik, Gesellschaft und Lebensphilosophie.[54] Becker allerdings sieht die Neue Sachlichkeit nicht wie Lethen als eine Art ‚literarische Anthropologie’, sondern viel pragmatischer und differenzierter als eine literarische Bewegung, die ihre ästhetischen Strategien immer mit dem Blick auf die politische Wirksamkeit und Funktionalität von Literatur konzipierte.[55]

Autoren der politischen Mitte, aber auch aus den rechten und linken Lagern wenden den neusachlichen Schreibstil an. Jedoch wird gleichzeitig aus den politisch extremen Lagern die Neue Sachlichkeit angegriffen. Dadurch entsteht eine begriffliche Problematik, denn wenn die Neue Sachlichkeit lediglich als Stilbegriff verstanden wird, bleiben ideologische Differenzen ungeklärt. Will man allerdings diese politisch festlegen, umschließt der Begriff nicht mehr die gesamte Bewegung.[56] Die Neue Sachlichkeit konnte durch die begrifflichen Schwierigkeiten nicht als eine Bewegung der bürgerlichen Mitte, die eine neutrale Position vertritt, definiert werden. Aufgrund dieser Differenzen kann der Literaturströmung keine politische Richtung zugewiesen werden.[57]

Die Literaturströmung ‚Neue Sachlichkeit’ verlangt nach einem Programm, denn der Terminus entwickelte sich seit 1926 zu einem Modewort. Kritische Stimmen häuften sich, denn die Literaturströmung hat nie ein verbindliches Manifest hervorgebracht, doch im Gegensatz zur expressionistischen Programmatik erreichte sie ein hohes Niveau an Selbstreflexion.[58] Wie Lethen sieht auch Fähnders die Neue Sachlichkeit lediglich als Schlagwort, welches nicht leisten kann, ideologische und formalästhetische Tendenzen gültig zusammenzufassen.[59]

2.2. Zur literarischen Produktion

Die Weimarer Republik scheint ein Experimentier- und Ausdrucksfeld der Moderne zu sein, aufgrund der nicht vorhandenen künstlerischen Dominante – denn verschiedenste literarische Generationen arbeiteten in ihrem eigenen Stil, wie dem Expressionismus, Dadaismus, der Neuen Sachlichkeit oder der proletarisch-revolutionären Dichtung. Doch alle Autoren zeigten in einer Sache Einheitlichkeit: sie beschäftigten sich alle mit den Lebensumständen ihrer Zeitgenossen und hatten dabei ein großes Aktualitätsbewusstsein.[60]

[...]


[1] Vgl. Fähnders, Walter: Avantgarde und Moderne1890 – 1933. Verlag J.B. Metzler. Stuttgart. 1998. S.208

[2] Vgl. Fülberth, Georg: Zwischenspiel und Wendekreuz. Die Weimarer Republik. In: Die wilden Zwanziger. Weimar und die Welt 1919 – 33. Rowohlt Verlag. Reinbek bei Hamburg. 1986. S.63

[3] Vgl. Ebd., S.66

[4] Vgl. Fülberth 1986, S.78

[5] Vgl. Ebd., S.84f.

[6] Vgl. Ebd., S.86

[7] Vgl. Ebd., S.88ff.

[8] Vgl. Kleindienst, Jürgen: 1914-1933. Zwanzig Jahre im Überblick. In: Kleindienst, Jürgen (Hrsg.): Zwischen Kaiser und Hitler : Kindheit in Deutschland 1914 – 1933. JKL Publikationen. Berlin. 2002. S.9f.

[9] Vgl. Gay, Peter: Die Republik der Aussenseiter. Geist und Kultur der Weimarer Zeit: 1918 – 1933. S. Fischer Verlag. Frankfurt am Main. 1970, S.17f.

[10] Vgl. Fähnders 1998, S.209

[11] Vgl. Gay 1970, S.14f.

[12] Vgl. Benninghaus, Christina: Die anderen Jugendlichen. Arbeitermädchen in der Weimarer Republik. Campus Verlag. Frankfurt am Main. 1999, S.200

[13] Vgl. Koch, Christina: Arme Zeiten – Heiße Stimmung. Alltag der zwanziger Jahre. In: Die wilden Zwanziger. Weimar und die Welt 1919-33. Rowohlt Verlag. Rheinbeck bei Hamburg. 1988. S.34ff.

[14] Vgl. Ebd., S. 37f.

[15] Vgl. Ebd., S.38ff.

[16] Vgl. Ebd., S.50f.

[17] Vgl. Ebd., S.44ff.

[18] Vgl. Ebd., S.48

[19] Vgl. Brandt, Kerstin: Sentiment und Sachlichkeit. Der Roman der Neuen Frau in der Weimarer Republik. Böhlau Verlag. Köln. 2003. S.1

[20] Vgl. Koch 1988, S.42f.

[21] Vgl. von Soden, Kristine: Frauen und Frauenbewegung in der Weimarer Republik. In: Die wilden Zwanziger. Weimar und die Welt 1919-33. Rowohlt Verlag. Reinbeck bei Hamburg. 1986. S.164.

[22] Ebd., S.186 – Alle orthografischen Abweichungen werden folgend vom zitierten Text übernommen

[23] Vgl. Klönne, Irmgard: Jugend in der deutschen Gesellschaft von 1900 bis in die Fünfziger Jahre. Fernuniversität- Gesamthochschule. Hagen. 1998. S.24

[24] Ebd., S.19

[25] Vgl. von Soden 1986, S.166

[26] Vgl. Benninghaus 1999, S.15f.

[27] Vgl. Klönne 1998, S.22

[28] Vgl. Koch, 1988, S.40ff.

[29] Vgl. von Soden 1986, S.165

[30] Vgl. Klönne 1998, S.28f.

[31] Klönne 1998, S.7

[32] Ebd.

[33] Vgl. Sommer, Monika: Literarische Jugendbilder zwischen Expressionismus und Neuer Sachlichkeit. Studien zum Adoleszenzroman der Weimarer Republik. Peter Lang. Frankfurt am Main. 1996. S.197f.

[34] Vgl. Benninghaus 1999, S.13

[35] Vgl. Benninghaus 1999, S.38f.

[36] Vgl. Eick, Hans-Joachim: Geschichtsbewusstsein und Gegenwartsbedeutung Jugendlicher in der Weimarer Republik im Spiegel der Zeitschrift „Junge Menschen“ (1920 – 27). Verlag Shaker. Aachen. 1994. S.50

[37] Vgl. Klönne 1998, S.3ff.

[38] Haywood, Susanne: Kinderliteratur als Zeitdokument. Peter Lang. Frankfurt am Main. 1998. S.147

[39] Vgl. Klönne 1998, S.9

[40] Vgl. Eick 1994, S.105

[41] Vgl. Sommer 1996, S.196

[42] Vgl. Bernfeld, Siegfried: Sisyphos oder die Grenzen der Erziehung. Wien 1925. S.87ff. In: Sommer 1996, S.83f.

[43] Vgl. Benninghaus 1999, S.45f.

[44] Vgl. Ebd., S.58f.

[45] Vgl. Ebd., S.61

[46] Vgl. Ebd., S.77f.

[47] Vgl. Ebd., S.86

[48] Ebd., S.85

[49] Becker, Sabrina: Neue Sachlichkeit.Band 1: Die Ästhetik der neusachlichen Literatur (1920-1933). Böhlau Verlag. Köln. 2000. S.116f.

[50] Gay 1970, S. 162

[51] Fähnders 1998, S.246

[52] Vgl. Ebd., S. 246f.

[53] Lethen, Helmut: Neue Sachlichkeit: 1924 – 1932; Studien zur Literatur des »weißen Sozialismus«. Verlag J. B. Metzler. Stuttgart. 1975. S. 5

[54] Vgl. Lethen 1975, S. 8ff.

[55] Vgl. Becker 2000, S.31

[56] Vgl. Fähnders 1998, S.244

[57] Vgl. Becker 2000, S.19f.

[58] Vgl. Fähnders 1998, S.231ff.

[59] Vgl. Ebd., S. 229 vgl. Lethen 1975, S.5

[60] Vgl. Fähnders 1998, S. 224f.

Ende der Leseprobe aus 89 Seiten

Details

Titel
Clara Hohraths „Hannelore erlebt die Großstadt – Eine vorzügliche Geschichte von den heutigen Schwaben“ als Adoleszenzroman der Neuen Sachlichkeit
Hochschule
Universität Potsdam
Note
2,0
Autor
Jahr
2007
Seiten
89
Katalognummer
V119725
ISBN (eBook)
9783640231577
ISBN (Buch)
9783640231737
Dateigröße
3285 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Clara, Hohraths, Großstadt, Eine, Geschichte, Schwaben“, Adoleszenzroman, Neuen, Sachlichkeit
Arbeit zitieren
Elisabeth Bunge (Autor), 2007, Clara Hohraths „Hannelore erlebt die Großstadt – Eine vorzügliche Geschichte von den heutigen Schwaben“ als Adoleszenzroman der Neuen Sachlichkeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/119725

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