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Die Orientpolitik des Triumvirn M. Antonius

Verrat an der Heimat oder diplomatisches und strategisches Kalkül?

Title: Die Orientpolitik des Triumvirn M. Antonius

Term Paper (Advanced seminar) , 2008 , 34 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Sonja Denefleh (Author)

World History - Early and Ancient History
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Liest man die antiken Quellen des Plutarch oder Cassius Dios, so erscheint die Orientpolitik des römischen Triumvirn Marcus Antonius wie eine Aneinanderreihung politischer Fehlentscheidungen und strategischer Niederlagen. Antonius‘ Liebesbeziehung zu Kleopatra, die Scheidung von seiner römischen Ehefrau Octavia, der missglückte Partherfeldzug und die Annahme einer hellenistischen Lebensweise und orientalischer Herrscherrepräsentation wurden durch die Propaganda Octavians als Verrat an der Heimat und als eine demonstrative Abkehr von Rom dargestellt. Geschickt nutzte Octavian in einem bis dato unbekannten Ausmaß eines Propagandakrieges Antonius‘ Ostpolitik, um die Römer gegen ihn aufzuhetzen. Dieses negative Bild M. Antonius‘, welches die antiken Quellen zeichneten und das durch die literarische Verwertungen dieses Geschichtsstoffes, wie in Shakespeares Drama, über Jahrhunderte tradiert wurde, beeinflusst noch bis in die Moderne eine objektive Beurteilung von Antonius‘ Orientpolitik.
Diese Hausarbeit wird sich deshalb den drei zentralen Bereichen der Orientpolitik des Antonius – dem Bündnis mit Kleopatra, den Feldzügen gegen die Parther und Armenier und der Indienstnahme orientalischer Apotheose als Herrscherrepräsentation – widmen und untersuchen, inwieweit Antonius sich von der römischen Tradition lossagte und nicht mehr im Dienste Roms agierte. Es erfolgt demnach keine detaillierte Darlegung der Ereignisgeschichte; vielmehr geht es um die Motive, die den Handlungen zu Grunde liegen und somit eine problemorientierte, anachronistische und themengebundene Vorgehensweise erfordern. Dabei wird sich diese Arbeit intensiv mit den antiken Quellen auseinandersetzen, Forschungskontroversen aufzeigen und durch die eigene Meinung ergänzen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Quellenkritik

3 Das Bündnis mit Kleopatra - Verhängnisvolle Liebe oder ein Bündnis von politischer und finanzieller Relevanz?

4 Die Feldzüge gegen die Parther und Armenier – Wege in ein neues Großreich im Osten?

5 Die Indienstnahme orientalischer Apotheose – Beweis einer Abkehr vom römischen Glauben und seinen Sitten?

6 Zusammenfassende Beurteilung der Ostpolitik des Antonius

7 Literaturverzeichnis

8 Quellenverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Ostpolitik des römischen Triumvirn Marcus Antonius vor dem Hintergrund der antiken Quellen und historischer Forschungskontroversen. Ziel ist es, die Motive für sein politisches Handeln – insbesondere sein Bündnis mit Kleopatra, die militärischen Feldzüge und seine herrscherliche Repräsentation – zu analysieren, um das bis heute wirksame negative Bild eines "Verräters an der Heimat" kritisch zu hinterfragen und als Ergebnis machtpolitischer Kalkulationen einzuordnen.

  • Kritische Analyse antiker Quellen wie Plutarch, Cassius Dio und Appian.
  • Untersuchung des Zweckbündnisses zwischen Antonius und Kleopatra.
  • Beurteilung der strategischen Intentionen hinter den Parther- und Armenierfeldzügen.
  • Deutung der orientalischen Apotheose als Instrument zur Festigung der Machtbasis.
  • Einordnung der Ostpolitik in die machtpolitische Rivalität mit Octavian.

Auszug aus dem Buch

Die Indienstnahme orientalischer Apotheose – Beweis einer Abkehr vom römischen Glauben und seinen Sitten?

Als letzten Punkt der Orientpolitik des Antonius soll seine herrscherliche Repräsentation im Osten bewertet werden. In der Propagandaschlacht nutzte Octavian Antonius‘ Annahme einer orientalischen Lebensweise und sein Auftreten als Gottheit als Beleg für seine angebliche Abwendung von Rom. In den antiken Quellen wird Antonius als Philhellene dargestellt, dessen Begeisterung für die griechische Kultur sich vor allem in Besuchen griechischer Philosophen-Schulen, der Beschäftigung mit dem religiösen Kult der Griechen und der Übernahme ihrer Art sich zu kleiden zeigte. Mit seinem Interesse für den Osten wird bei Plutarch auch sein Hang zu Vergnügungen in Verbindung gesetzt. Mit Kleopatra soll er viel Zeit mit ausschweifenden Festen und allerlei Annehmlichkeiten verbracht haben. Unter den Römern galt der Hof Kleopatras als der Inbegriff an Pomp und Prasserei und so war es ein leichtes für Antonius‘ Gegner, ihn als hedonistischen und pflichtvergessen Menschen zu diskreditieren.

Deutlicher als bei Plutarch, lässt sich bei Cassius Dio eine Abwertung des Hellenismus gegenüber der römischen Kultur finden. So stellt Cassius Dio in einer fingierten Rede Octavians an seine Soldaten die bevorstehenden Schlacht bei Actium als eine Art „Kampf der Kulturen“ dar, in der die Überlegenheit des Römischen Reiches über den Osten entschieden werden sollte. Galt Antonius zunächst noch als römischer Bürger, bekommt er nun, da er anscheinend ganz unter Kleopatras negativem Einfluss stehe und sich offenkundig mehr zum Osten als zu seinem Vaterland zugehörig fühlt, von Octavian den Status eines Ausländers auferlegt, der damit den eigentlichen Bürgerkrieg zu einem bellum externum umetikettiert, um nicht als Friedensbrecher zu gelten. In der Quelle des Cassius Dio lebt damit ohne Zweifel die Propaganda Octavians weiter, der sich zum Retter des Römertums vor Dekadenz des griechischen Hellenismus stilisierte.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die durch Propaganda geprägte historische Rezeption des Marcus Antonius und formuliert das Ziel, dessen Ostpolitik anhand von Motiven statt rein ereignisgeschichtlich zu untersuchen.

2 Quellenkritik: Dieses Kapitel analysiert die Zuverlässigkeit der antiken Hauptquellen Plutarch, Appian und Cassius Dio unter Berücksichtigung ihrer methodischen Ansätze und ihrer Verstrickung in die augusteische Propaganda.

3 Das Bündnis mit Kleopatra - Verhängnisvolle Liebe oder ein Bündnis von politischer und finanzieller Relevanz?: Hier wird nachgewiesen, dass die Beziehung primär ein strategisches Zweckbündnis war, um Ressourcen für den Partherfeldzug und die politische Machtbasis im Osten zu sichern, und weniger aus privater Leidenschaft resultierte.

4 Die Feldzüge gegen die Parther und Armenier – Wege in ein neues Großreich im Osten?: Diese Untersuchung zeigt auf, dass der Feldzug eher der militärischen Sicherung und Verteidigung der römischen Vorherrschaft diente und nicht zwingend den Aufbau eines eigenständigen ptolemäisch-orientalischen Großreiches unter Antonius als Ziel hatte.

5 Die Indienstnahme orientalischer Apotheose – Beweis einer Abkehr vom römischen Glauben und seinen Sitten?: Die herrscherliche Repräsentation wird als bewusste Inszenierung zur Konsolidierung der Herrschaft im Osten gedeutet, die den Gepflogenheiten orientalischer Herrscher entsprach, ohne zwangsläufig einen Bruch mit dem römischen Status als Triumvir zu bedeuten.

6 Zusammenfassende Beurteilung der Ostpolitik des Antonius: Das Fazit revidiert das negative Bild des Antonius als willenloses Werkzeug Kleopatras und betont, dass seine Maßnahmen auf rationalen politischen Sachzwängen und legitimen Herrschaftsinteressen basierten.

Schlüsselwörter

Marcus Antonius, Kleopatra, Ostpolitik, Octavian, Partherfeldzug, Propaganda, Apotheose, Herrscherrepräsentation, Römische Republik, Klientelfürstentum, Historische Quellenkritik, Machtpolitik, Hellenismus, Triumvirat, Actium.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Ostpolitik des Triumvirn Marcus Antonius und untersucht kritisch, ob dessen Handlungen als Verrat an Rom oder als strategisch kalkulierte politische Maßnahmen zu verstehen sind.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Im Fokus stehen das Bündnis mit Kleopatra, die Feldzüge gegen die Parther und Armenier sowie die herrscherliche Repräsentation durch orientalische Apotheose.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage ist, inwieweit sich Antonius von der römischen Tradition löste und inwieweit sein Handeln durch die politische Rivalität mit Octavian in einem verzerrten Licht der Überlieferung dargestellt wurde.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin wendet eine problemorientierte, themengebundene Analyse der antiken Quellen (Plutarch, Appian, Cassius Dio) an und setzt diese in Bezug zu Forschungskontroversen der modernen Altertumswissenschaft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die drei Bereiche Bündnispolitik, militärische Strategie und religiös-politische Selbstinszenierung im Osten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Marcus Antonius, Kleopatra, Ostpolitik, Propaganda, Partherfeldzug, Apotheose und die Rivalität mit Octavian.

Inwiefern hat Octavians Propaganda das Geschichtsbild über Antonius beeinflusst?

Octavian nutzte Antonius' Interaktion mit der orientalischen Kultur gezielt, um diesen als "Ausländer" zu brandmarken und den Bürgerkrieg in ein "bellum externum" umzudeuten, was bis in die moderne Rezeption nachwirkt.

Ist das Testament des Antonius ein Beweis für seine Abkehr von Rom?

Das Testament wird in der Arbeit als leichtsinniger politischer Fehler bewertet, der jedoch eher Anlass zur Kritik bot als einen tatsächlichen Beweis für die Gründung einer dynastischen Herrschaft im Osten zu liefern.

Warum war der Feldzug gegen die Parther militärisch so entscheidend?

Der Feldzug war als Maßnahme zur Wiederherstellung der römischen Ehre nach der Niederlage des Crassus geplant; sein Scheitern lieferte Octavian jedoch die Angriffsfläche, Antonius' gesamte politische Urteilsfähigkeit in Frage zu stellen.

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Details

Title
Die Orientpolitik des Triumvirn M. Antonius
Subtitle
Verrat an der Heimat oder diplomatisches und strategisches Kalkül?
College
University of Mannheim  (Historisches Institut)
Course
Augustus und die römische Welt
Grade
1,3
Author
Sonja Denefleh (Author)
Publication Year
2008
Pages
34
Catalog Number
V119742
ISBN (eBook)
9783640236473
ISBN (Book)
9783640238484
Language
German
Tags
Orientpolitik Triumvirn Antonius Augustus Welt
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sonja Denefleh (Author), 2008, Die Orientpolitik des Triumvirn M. Antonius, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/119742
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