In dieser Ausarbeitung soll auf eine weitere immer wichtigere Dimension im Einkauf
hingewiesen werden. Neben Qualität, Kosten und Zeit wird der Aspekt des
„anständigen Einkaufens (Clean Purchasing)“ immer wichtiger und wirft die Frage
auf, warum sich der Einkäufer um ökologisches und sozial verantwortliches Handeln
kümmern soll.
Der globale Wettbewerb drückt massiv auf die Margen der Endverkaufspreise. Die
Kosten steigen in allen Bereichen. Die Rohstoffpreise erhöhen sich, sowie die
Logistikkosten, durch die steigenden Erdölpreise, und die Energiekosten. Der Druck
auf den Einkauf wird immer höher, um noch kostengünstig produzieren und
verkaufen zu können. Viele Unternehmen haben die Lösung im Ausland gesucht und
ihre Produktionsstandorte in sogenannte Schwellenländer verlegt. Oder sie lassen
über die verlängerte Werkbank dort Ihre Erzeugnisse fertigen, ohne sich mit den
verbundenen Schwierigkeiten befasst zu haben. Vermehrt werden durch die Presse
skandalöse Arbeitsbedingungen oder Kinderarbeit in solchen Zulieferunternehmen
aufgedeckt und dadurch die internationalen Unternehmen in ihrem Ansehen
geschädigt. Doch nicht nur in diesen Schwellenländern treten diese sozial und
ökonomisch fragwürdigen Bedingungen zu Tage, sondern auch in den
Industrieländern. Die Liste der Negativthemen, mit denen Unternehmen in den
vergangenen Jahren in die Kritik geraten sind, ist sehr lang, wie zum Beispiel
Subventionsmissbrauch, Steuerhinterziehung, Veruntreuung von Geldern sowie
Bilanzmanipulationen und Schmiergeldaffären. Die spektakulären
Wirtschaftsskandale der jüngeren Zeit haben in vielen Unternehmen ein gründliches
Umdenken eingeleitet. Die ethisch orientierten Kräfte in den Unternehmen, die nicht
nur auf den kurzfristigen Gewinn, sondern auch auf den langfristigen Erfolg ihres
Unternehmens schauen, gewinnen an Boden. Dabei geht es ihnen nicht um
inszenierte Imagepflege. Auch fordert der Kapitalmarkt, sowie Mitarbeiter und
Endverbraucher, ein sozial-ökologisches Handeln. Im Kern geht es darum
Wertesysteme direkt in die Prozesse der Unternehmen zu implementieren.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Green & Social Sourcing
2.1 Corporate Governance
2.1.1 Ziele der Corporate-Governance-Kodexe
2.1.2 Corporate-Governance-Grundsätze im Einkauf
2.2 Wertesystem implementiert als „Grundgesetz für den Einkauf“
2.2.1 Wettbewerbsvorteile durch sozial-ökologische Nachhaltigkeit im Einkauf
2.2.2 Schritte zur Einführung eines „Grundgesetzes für den Einkauf“
3 Korruption
3.1 Korruptionsindex
3.2 Fakten und Gründe für die Korruption
3.3 Beispiele zur Ausnutzung des Einkäufers für korrupte Handlungen
3.4 Maßnahmen zu Korruptionsbekämpfung und -vermeidung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die zunehmende Notwendigkeit ethischen Verhaltens im strategischen Einkauf und beleuchtet, wie Unternehmen durch klare Wertesysteme und präventive Maßnahmen gegen Korruption sowohl ihre soziale Verantwortung wahrnehmen als auch ihre Wettbewerbsfähigkeit sichern können.
- Bedeutung des "anständigen Einkaufens" (Clean Purchasing)
- Implementierung von Corporate-Governance-Grundsätzen im Einkauf
- Entwicklung eines "Grundgesetzes für den Einkauf"
- Analyse von Korruptionsrisiken und -ursachen in Beschaffungsprozessen
- Maßnahmen zur Korruptionsprävention und -bekämpfung
Auszug aus dem Buch
2.2.2 Schritte zur Einführung eines „Grundgesetzes für den Einkauf“
In einem Unternehmen sollten im Einkauf zwei Aspekte Hand in Hand gehen und nicht gegeneinander arbeiten, nämlich die Effizienz und die Revisionssicherheit. Ein sogenanntes Grundgesetz für den Einkauf kann dabei helfen die Spannungen zwischen diesen beiden Aspekten aufzulösen. Bei der Entwicklung dieses Grundgesetzes sollten verschiedene Dinge beachtet werden.
1. Zunächst sollte man systematisch vorgehen und mit der Sichtung aller bereits vorhanden Dokumenten beginnen. In den meisten Fällen liegt eine Vielzahl von verschiedenen Dokumenten vor, die den Einkauf durch Anweisungen regeln sollen, wie z.B. allgemeine Einkaufsbedingungen, Einkaufsrichtlinien, Rundschreiben des Einkaufsleiters, Prozessbeschreibungen usw. oder Schreiben der Geschäftsführung zur Handhabung bestimmter Einkaufsthemen.
Diese Regelungswut bewirkt, dass die meisten Regeln nicht bekannt oder einfach nicht befolgt werden. Es ist für den Einkäufer einfach keine klare Linie erkennbar. Es kann nicht mehr unterschieden werden wann welche Regel im Zweifelsfall gilt oder ob sie überhaupt noch aktuell und relevant ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung thematisiert die wachsende Bedeutung des ethisch verantwortungsvollen Einkaufs im globalen Wettbewerb angesichts zunehmender Skandale und steigender Anforderungen durch Kapitalmarkt und Öffentlichkeit.
2 Green & Social Sourcing: Dieses Kapitel erläutert die Sensibilisierung für Nachhaltigkeit durch Endverbraucher und Investoren sowie die strategische Bedeutung von Unternehmensethik und Corporate-Governance-Grundsätzen im Beschaffungsumfeld.
2.1 Corporate Governance: Hier wird die Rolle von Leitungs- und Überwachungsstrukturen beleuchtet, die durch Kodexe definiert werden, um ethisches Verhalten im Unternehmen sicherzustellen.
2.1.1 Ziele der Corporate-Governance-Kodexe: Dieser Abschnitt beschreibt das Ziel, durch ethisches Verhalten das Vertrauen aller Interessensgruppen in das Unternehmen zu stärken und gesetzliche Rahmenbedingungen zu wahren.
2.1.2 Corporate-Governance-Grundsätze im Einkauf: Hier werden konkrete Verhaltensregeln für Einkäufer definiert, um Integrität in der Lieferantenbeziehung zu gewährleisten und Interessenkonflikte zu vermeiden.
2.2 Wertesystem implementiert als „Grundgesetz für den Einkauf“: Das Kapitel behandelt die Notwendigkeit, bestehende Regelungen effizient und revisionssicher in Form eines Grundgesetzes im Einkauf zu bündeln.
2.2.1 Wettbewerbsvorteile durch sozial-ökologische Nachhaltigkeit im Einkauf: Hier wird dargelegt, wie „Clean Purchasing“ zu operativen Verbesserungen, Innovationskraft und einer gesteigerten Reputation führt.
2.2.2 Schritte zur Einführung eines „Grundgesetzes für den Einkauf“: Dieser Teil beschreibt einen systematischen Fünf-Stufen-Plan zur Erstellung und Implementierung eines solchen Grundgesetzes.
3 Korruption: Dieses Kapitel definiert Korruption als Missbrauch von Vertrauensstellungen und erörtert deren verheerende wirtschaftliche und ethische Auswirkungen auf Unternehmen und Gesellschaft.
3.1 Korruptionsindex: Dieser Abschnitt stellt die Arbeit von Transparency International bei der Risikoanalyse und der Veröffentlichung des Korruptionsindex vor.
3.2 Fakten und Gründe für die Korruption: Hier werden statistische Daten über Täterprofile, Risikobereiche im Einkauf und die psychologischen Ursachen für korruptes Handeln analysiert.
3.3 Beispiele zur Ausnutzung des Einkäufers für korrupte Handlungen: Dieser Abschnitt veranschaulicht anhand praktischer Szenarien, wie Einkäufer in betrügerische Machenschaften eingebunden oder instrumentalisiert werden können.
3.4 Maßnahmen zu Korruptionsbekämpfung und -vermeidung: Das Kapitel schließt mit den rechtlichen Konsequenzen gemäß StGB und der Empfehlung präventiver Kontrollsysteme sowie der Nutzung branchenübergreifender Verhaltenskodexe.
Schlüsselwörter
Ethischer Einkauf, Clean Purchasing, Corporate Governance, Nachhaltigkeit, Lieferantenmanagement, Korruptionsprävention, Compliance, Wertesystem, Grundgesetz für den Einkauf, Transparenz, Korruptionsindex, Beschaffungsmanagement, Unternehmensethik, Risikomanagement.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit thematisiert die zunehmende Notwendigkeit, ethische Standards und soziale Verantwortung fest in die Prozesse des strategischen Einkaufs zu integrieren, um langfristigen Unternehmenserfolg zu sichern.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Schwerpunkte liegen auf "Green & Social Sourcing", der Implementierung von "Corporate-Governance-Grundsätzen" im Einkauf sowie der Analyse und Prävention von Korruption.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Einkäufern eine Orientierungshilfe zu bieten, wie sie durch ein strukturiertes Wertesystem (ein "Grundgesetz für den Einkauf") sowohl die Effizienz steigern als auch die Revisionssicherheit gegen unethisches Verhalten erhöhen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Ausarbeitung, die auf Fachliteratur, Wirtschaftsberichten, Studien von Organisationen wie Transparency International sowie Praxisbeispielen basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Einführung von Nachhaltigkeit im Einkaufsprozess, den Aufbau eines Einkaufshandbuchs zur Regelung ethischer Standards und eine detaillierte Auseinandersetzung mit dem Thema Korruptionsbekämpfung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie "Ethischer Einkauf", "Clean Purchasing", "Korruptionsprävention" und "Corporate Governance" beschreiben.
Warum ist die Implementierung eines "Grundgesetzes für den Einkauf" so wichtig?
Ohne eine klare, strukturierte Vorgabe herrscht oft eine unübersichtliche Regelungswut, die die Einhaltung ethischer Standards erschwert und die Revisionssicherheit gefährdet.
Wie gehen Täter bei korrupten Handlungen im Einkauf typischerweise vor?
Häufig nutzen Täter ihre Position aus, um gezielt bevorzugte Lieferanten zu begünstigen, Materialengpässe vorzutäuschen oder durch Komplottschäden mit anderen Abteilungen die firmeninternen Kontrollen zu umgehen.
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- Vincent Clemens (Autor), 2008, Ethischer Einkauf, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/119755