1. Einleitung
Das Thema dieser Arbeit ist der Sprachkontakt zwischen der englischen und der
spanischen Sprache in den USA. Das Spanische der Migranten aus den süd- und
mittelamerikanischen Ländern und deren Kultur stand permanent in Kontakt zum
Englischen der Anglo-US-Amerikaner und deren Kultur. Es entstanden sprachliche
Veränderungen, vor allem die Varietät Spanglish. Dieses linguistische Phänomen besteht
aus englischen und spanischen Elementen. Zwei Sprachen scheinen sich hier zu
vermischen. Die relevantesten und interessantesten sprachlichen Merkmale des
Spanglishen sind das ‚Codeswitching’, bei dem innerhalb eines Gesprächs zwischen den
Sprachen gewechselt wird und die ‚Entlehnung’, bei der englische Elemente an die
spanische Sprache angepasst und in diese integriert werden. Spanglish ist eine
Minderheitensprache, wird trotzdem von mehr und mehr Sprechern verwendet und
erlangt immer größere Bedeutung. Dies nicht zuletzt, weil die Sprecher die größte
Minderheit in den USA darstellen, die rasend schnell wächst.
Um im Detail über Sprachkontakt, Spanglish und deren Phänomene zu sprechen, bedarf
es der Definition einiger Grundbegriffe, die zu Beginn, im ersten Kapitel, stattfindet.
Dabei werden die Phänomene ‚Sprachkontakt’, ‚Bilingualismus’ und ‚Diglossie’ erklärt.
Das anschließende Kapitel befasst sich zum Einen mit der aktuellen Situation und zum
Anderen mit der Immigrationgeschichte der Sprecher des Spanglishen, den Hispanics,
in den USA. Die Historie der mexikanischen, puerto-ricanischen und kubanischen
Migranten wird dabei separat betracht. Anhand einer Karte der USA wird ein Überblick
über die Verteilung der Hispanics in den USA geschaffen.
Das Spanglishe und seine sprachlichen Merkmale werden im darauf folgenden Kapitel
zum Thema gemacht. Die Beschreibung des Codeswitchings, seiner Arten und
Beschränkungen, sowie die Beschreibung des Phänomens der Entlehnung erfolgt mit
Hilfe zahlreicher Beispiele.
Ebenfalls mittels Beispielen findet im Anschluss die Aufzählung und Erläuterung
weiterer Besonderheiten im US-Spanischen statt. Während beim Codewitching und der
Entlehnung die Lexik der Sprache verändert wird, wird in diesem Kapitel beschrieben,
wie sich durch die Orientierung des Spanischen an der englischen Sprache auch die
Morphologie und Syntax verändert. ...
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Allgemeine Begriffe der Soziolinguistik
2.1 Sprachkontakt
2.2 Bilingualismus
2.3 Diglossie
3. Hispanics in den USA
3.1 Aktuelle Situation
3.2 Mexikaner
3.3 Puerto-Ricaner
3.4 Kubaner
4. Spanglish
4.1 Codeswitching
4.1.1 soziolinguistische Perspektive
4.1.2 grammatikalische Perspektive
4.2 Entlehnung
4.2.1.Substantive
4.2.2 Verben
4.2.3 syntaktische Konstruktionen
5. weitere Besonderheiten des US-Spanischen
6. Spanglish in den Medien
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den englisch-spanischen Sprachkontakt in den USA mit Fokus auf das Phänomen Spanglish. Ziel ist es, die sprachlichen Veränderungen, die durch die Interaktion der beiden Sprachen entstehen, sowie deren soziolinguistische Ursachen und Ausprägungen fundiert darzustellen.
- Soziolinguistische Grundbegriffe wie Sprachkontakt, Bilingualismus und Diglossie
- Demografische und historische Situation der Hispanics in den USA
- Das Phänomen Codeswitching aus linguistischer Perspektive
- Strukturen und Arten der lexikalischen Entlehnung
- Verbreitung des Spanglish in modernen Medien und Alltagskontexten
Auszug aus dem Buch
4.1 Codeswitching
Codeswitching ist ein essentieller Teil des Spanglish. Es definiert sich als das Wechseln von einer Sprache in eine andere. Die Voraussetzung ist auch hier eine gewisse bilinguale Kompetenz des Sprechers. Der Sprecher verwendet die Sprache im Rahmen ihres eigenen grammatikalischen Systems. Die Sprachen werden dabei weder morphologisch noch syntaktisch oder phonologisch verändert. Elemente der einen Sprache sind nicht Bestandteil der anderen. Die interne Struktur der jeweiligen Sprache wird beibehalten. Die beiden Sprachsysteme überschneiden sich nicht, sondern koexistieren. Dies trägt zur Widerlegung der früheren Annahme bei, dass Spanglish lediglich ein Sprachmischmasch von ungebildeten Menschen sei.
Die Sprecher, die das Codeswitching benutzen, besitzen zwei linguistische Systeme, zwischen denen sie wechseln und somit eine doppelte Sprachkompetenz.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema Sprachkontakt in den USA ein und definiert Spanglish als hybrides Phänomen zwischen Englisch und Spanisch.
2. Allgemeine Begriffe der Soziolinguistik: Hier werden die theoretischen Grundlagen wie Sprachkontakt, Bilingualismus und Diglossie erläutert, die für das Verständnis der Arbeit notwendig sind.
3. Hispanics in den USA: Dieses Kapitel beleuchtet die aktuelle Situation sowie die Migrationsgeschichte der mexikanischen, puerto-ricanischen und kubanischen Bevölkerungsgruppen.
4. Spanglish: Der Hauptteil analysiert detailliert die Phänomene Codeswitching und Entlehnung, unterteilt in soziolinguistische und grammatikalische Aspekte sowie Wortarten.
5. weitere Besonderheiten des US-Spanischen: Hier werden weiterführende phonologische und morphosyntaktische Anpassungen des Spanischen an das Englische, wie z.B. beim Futur oder Konjunktiv, beschrieben.
6. Spanglish in den Medien: Dieses Kapitel zeigt auf, wie Spanglish durch Medien wie Fernsehen, Zeitungen und Radio zunehmend an Bedeutung und Verbreitung gewinnt.
7. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse und einem Ausblick auf die zukünftige Entwicklung des Spanglish in den USA.
Schlüsselwörter
Sprachkontakt, Spanglish, USA, Bilingualismus, Diglossie, Hispanics, Codeswitching, Entlehnung, Soziolinguistik, Sprachwandel, US-Spanisch, Migration, Sprachmischung, Sprachkompetenz, Identität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit dem intensiven Sprachkontakt zwischen dem Englischen und dem Spanischen im Kontext der USA und der daraus resultierenden hybriden Varietät, dem Spanglish.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Zentrum stehen soziolinguistische Definitionen, die soziologische Situation der Hispanics, die sprachstrukturellen Besonderheiten von Codeswitching und Entlehnung sowie die mediale Verbreitung.
Was ist das primäre Forschungsziel?
Das Ziel ist die linguistische Analyse der Entstehung und Ausprägung von Spanglish sowie die Erläuterung der soziokulturellen Hintergründe, die diesen Prozess in der US-amerikanischen Gesellschaft vorantreiben.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?
Die Autorin nutzt eine literaturgestützte, deskriptive Methode, bei der soziolinguistische Theorien auf empirische Beispiele von Sprachkontaktphänomenen angewendet werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Auseinandersetzung mit den Mechanismen des Codeswitching und der Entlehnung, wobei sowohl grammatikalische Regeln als auch soziale Funktionen beleuchtet werden.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Publikation?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Sprachkontakt, Codeswitching, Entlehnung, Bilingualismus und Hispanics geprägt.
Wie unterscheidet die Arbeit zwischen Codeswitching und Entlehnung?
Während Codeswitching den Wechsel zwischen zwei intakten Sprachsystemen innerhalb eines Satzes oder Gesprächs beschreibt, bezeichnet Entlehnung die dauerhafte Integration und Anpassung einzelner Wörter aus dem Englischen in das spanische Sprachsystem.
Welche Rolle spielen die Medien bei der Verbreitung von Spanglish?
Medien wie Radio, Telenovelas und Printanzeigen fungieren als Multiplikatoren, die Spanglish aus dem informellen häuslichen Umfeld in den öffentlichen Raum tragen und somit dessen gesellschaftliche Akzeptanz und Verbreitung stärken.
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- Susann Piersig (Autor), 2008, Englisch-Spanischer Sprachkontakt in den USA - Spanglish, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/119777