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Der Judenstaat

Versuch einer modernen Lösung der Judenfrage

Titre: Der Judenstaat

Classique , 2008 , 86 Pages

Autor:in: Theodor Herzl (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Allemande Moderne
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Vorrede.
Der Gedanke, den ich in dieser Schrift ausführe, ist ein uralter. Es ist die Herstellung des Judenstaates.
Die Welt widerhallt vom Geschrei gegen die Juden, und das weckt den eingeschlummerten Gedanken auf.
Ich erfinde nichts, das wolle man sich vor Allem und auf jedem Punkte meiner Ausführungen deutlich vor Augen halten. Ich erfinde weder die geschichtlich gewordenen Zustände der Juden, noch die Mittel zur Abhilfe. Die materiellen Bestandtheile des Baues, den ich entwerfe, sind in der Wirklichkeit vorhanden, sind mit Händen zu greifen; jeder kann sich davon überzeugen. Will man also diesen Versuch einer Lösung der Judenfrage mit einem Worte kennzeichnen, so darf man ihn nicht „Phantasie“, sondern höchstens „Combination“ nennen.
Gegen die Behandlung als Utopie muß ich meinen Entwurf zuerst vertheidigen. Eigentlich bewahre ich damit nur die oberflächlichen Beurtheiler vor einer Albernheit, die sie begehen könnten. Es wäre ja keine Schande, eine menschenfreundliche Utopie geschrieben zu haben. Ich könnte mir auch einen leichteren literarischen Erfolg bereiten, wenn ich für Leser, die sich unterhalten wollen, diesen Plan in den gleichsam unverantwortlichen Vortrag eines Romans brächte. Aber das ist keine solche liebenswürdige Utopie, wie man sie vor und nach Thomas Morus so häufig producirt hat. Und ich glaube, die Lage der Juden in verschiedenen Ländern ist arg genug, um einleitende Tändeleien überflüssig zu machen.
Um den Unterschied zwischen meiner Construction und einer Utopie erkennbar zu machen, wähle ich ein interessantes Buch der letzten Jahre: „Freiland“ von Dr. Theodor Hertzka. Das ist eine sinnreiche Phantasterei, von einem durchaus modernen, national-ökonomisch gebildeten Geist erdacht, und so lebensfern, wie der Aequatorberg, auf dem dieser Traumstaat liegt. „Freiland“ ist eine complicirte Maschinerie mit vielen Zähnen und Rädern, die sogar ineinander greifen; aber nichts beweist mir, dass sie in Betrieb gesetzt werden könne. Und selbst, wenn ich Freilands-Vereine entstehen sehe, werde ich es für einen Scherz halten.
Hingegen enthält der vorliegende Entwurf die Verwendung einer in der Wirklichkeit vorkommenden Treibkraft. Die Zähne und Räder der zu bauenden Maschine deute ich nur an, in aller Bescheidenheit, unter Hinweis auf meine Unzulänglichkeit und im Vertrauen darauf, dass es bessere ausführende Mechaniker geben wird, als ich einer bin.
Auf die treibende Kraft kommt es an. Und was ist diese Kraft? [...]

Extrait


Inhaltsverzeichnis

Vorrede

Einleitung

Allgemeiner Theil

Die Judenfrage

Bisherige Versuche der Lösung

Gründe des Antisemitismus

Wirkung des Antisemitismus

Der Plan

Palästina oder Argentinien?

Bedürfniss, Organ, Verkehr

Die Jewish Company.

Grundzüge

Immobiliengeschäft

Der Landkauf

Bauten

Arbeiterwohnungen

Die „ungelernten“ Arbeiter. (Unskilled Labourers.)

Der Siebenstundentag

Die Arbeitshilfe

Der Marktverkehr

Andere Kategorien von Heimstätten

Einige Formen der Liquidation

Bürgschaften der Company

Einige Thätigkeiten der Company

Industrielle Anregungen

Ansiedlung von Facharbeitern

Die Geldbeschaffung

Ortsgruppen.

Die Verpflanzung.

Die Gruppenwanderung

Unsere Seelsorger

Vertrauensmänner der Ortsgruppen

Stadtpläne

Der Zug des Mittelstandes

Das Phänomen der Menge

Unser Menschenmaterial

Kleine Gewohnheiten

Society of Jews und Judenstaat

Negotiorum Gestio

Der Gestor der Juden

Die Landergreifung

Verfassung

Sprache

Theokratie

Gesetze

Das Heer

Die Fahne

Reciprocität und Auslieferungsverträge

Vortheile der Judenwanderung

Schlusswort

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Das Hauptziel der Arbeit ist die Darlegung eines konkreten, realisierbaren Plans zur Lösung der Judenfrage durch die Errichtung eines souveränen Judenstaates, um die dauerhafte Unterdrückung und Verfolgung der jüdischen Bevölkerung in verschiedenen Ländern zu beenden. Es wird dabei argumentiert, dass diese Transformation nicht durch sentimentale Hoffnung auf Assimilation, sondern durch eine organisierte, völkerrechtlich legitimierte nationale Bewegung gelingen kann.

  • Die politische und ökonomische Analyse des Antisemitismus als nationale Frage.
  • Die organisatorische Strukturierung durch die „Society of Jews“ und die „Jewish Company“.
  • Die schrittweise, geordnete Umsiedlung und Ansiedlung auf Basis wissenschaftlicher Prinzipien.
  • Die wirtschaftliche Reorganisation des jüdischen Volkes in einem eigenen Staat.
  • Die Bedeutung der Arbeit als Grundlage für die nationale Identität und Selbstbehauptung.

Auszug aus dem Buch

Die Judenfrage.

Die Nothlage der Juden wird niemand leugnen. In allen Ländern, wo sie in merklicher Anzahl leben, werden sie mehr oder weniger verfolgt. Die Gleichberechtigung ist zu ihren Ungunsten fast überall thatsächlich aufgehoben, wenn sie im Gesetze auch existirt. Schon die mittelhohen Stellen im Heer, in öffentlichen und privaten Aemtern sind ihnen unzugänglich. Man versucht sie aus dem Geschäftsverkehr hinauszudrängen: „Kauft nicht bei Juden!“

Die Angriffe in Parlamenten, Versammlungen, Presse, auf Kirchenkanzeln, auf der Strasse, auf Reisen – Ausschliessung aus gewissen Hotels – und selbst an Unterhaltungsorten mehren sich von Tag zu Tag. Die Verfolgungen haben verschiedenen Charakter nach Ländern und Gesellschaftskreisen. In Russland werden Judendörfer gebrandschatzt, in Rumänien erschlägt man ein paar Menschen, in Deutschland prügelt man sie gelegentlich durch, in Oesterreich terrorisiren die Antisemiten das ganze öffentliche Leben, in Algerien treten Wanderhetzprediger auf, in Paris knöpft sich die sogenannte bessere Gesellschaft zu, die Cercles schliessen sich gegen die Juden ab. Die Nuancen sind zahllos. Es soll hier übrigens nicht eine wehleidige Aufzählung aller jüdischen Beschwerden versucht werden. Wir wollen uns nicht bei Einzelheiten aufhalten, wie schmerzlich sie auch seien.

Ich beabsichtige nicht, eine gerührte Stimmung für uns hervorzurufen. Das ist Alles faul, vergeblich und unwürdig. Ich begnüge mich, die Juden zu fragen, ob es wahr ist, dass in den Ländern, wo wir in merklicher Anzahl wohnen, die Lage der jüdischen Advocaten, Aerzte, Techniker, Lehrer und Angestellten aller Art immer unerträglicher wird? Ob es wahr, dass unser ganzer jüdischer Mittelstand schwer bedroht ist? Ob es wahr, dass gegen unsere Reichen alle Leidenschaften des Pöbels gehetzt werden? Ob es wahr, dass unsere Armen viel härter leiden, als jedes andere Proletariat?

Zusammenfassung der Kapitel

Die Judenfrage: Analysiert den allgegenwärtigen Druck und die Verfolgung, denen Juden weltweit ausgesetzt sind, und fordert die Erkenntnis, dass dies eine nationale und keine soziale oder religiöse Frage ist.

Bisherige Versuche der Lösung: Kritisiert bisherige Ansätze der Migration und landwirtschaftlichen Ansiedlung als unzureichend oder falsch konzipiert.

Gründe des Antisemitismus: Erläutert, dass der moderne Antisemitismus eine direkte Folge der Judenemanzipation und der resultierenden ökonomischen Konkurrenz ist.

Wirkung des Antisemitismus: Beschreibt den Teufelskreis von Druck und Feindseligkeit und lehnt sentimentale Hoffnungen auf Menschlichkeit als utopisch ab.

Der Plan: Skizziert die grundlegende Strategie, durch eine völkerrechtlich anerkannte Souveränität und die Schaffung zweier Organisationen den Judenstaat zu begründen.

Palästina oder Argentinien?: Diskutiert die Wahl zwischen den beiden Gebieten unter Berücksichtigung historischer Bedeutung und ökonomischer Machbarkeit.

Bedürfniss, Organ, Verkehr: Argumentiert, dass durch die Schaffung einer machtvollen Organisation (Jewish Company) der wirtschaftliche Verkehr im neuen Land zwangsläufig entstehen wird.

Die Jewish Company: Detailliert die Struktur und Aufgaben der juristischen Person, die für die wirtschaftliche Liquidation und Ansiedlung zuständig ist.

Ortsgruppen: Beschreibt die organisatorische Aufteilung der Siedler in Gruppen, die den Prozess der Verpflanzung und Wanderung handhabbar machen.

Society of Jews und Judenstaat: Erläutert die politische Rolle der Society als moralische Instanz und Repräsentantin des jüdischen Volkes im Prozess der Staatsgründung.

Schlüsselwörter

Judenstaat, Judenfrage, Antisemitismus, Zionismus, Jewish Company, Society of Jews, Migration, Assimilation, Souveränität, Siedlung, Arbeitshilfe, Siebenstundentag, Wirtschaft, Emanzipation, Staatsgründung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Schrift grundsätzlich?

Es geht um die konzeptionelle Ausarbeitung einer Lösung für die globale jüdische Notlage durch die Gründung eines souveränen Judenstaates, basierend auf Vernunft und planvoller Organisation.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Themen umfassen die politische Analyse der Judenfeindschaft, die Schaffung effizienter Institutionen zur wirtschaftlichen Abwicklung und Ansiedlung sowie die strategische Führung der jüdischen Masse.

Was ist das primäre Ziel des Autors?

Das primäre Ziel ist es, aus der Utopie einen „taghellen Gedanken“ zu machen und die Juden zur organisierten Selbsthilfe zu bewegen, um eine geordnete Abwanderung in einen eigenen Staat zu ermöglichen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor nutzt eine Kombination aus politischer Analyse, ökonomischer Kalkulation und soziologischer Betrachtung des Massenverhaltens, um einen praktischen Durchführungsplan zu entwickeln.

Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?

Der Hauptteil behandelt die operative Gründung der „Jewish Company“ und der „Society of Jews“, die Methoden der Immobilien-Liquidation, die Organisation der Ansiedlung durch Ortsgruppen und technische Details wie den Siebenstundentag.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Judenstaat, Souveränität, planvolle Ansiedlung, wirtschaftliche Liquidation und das Ende des Antisemitismus durch politische Eigenstaatlichkeit.

Warum lehnt der Autor die Assimilation als Lösung ab?

Er argumentiert, dass die Assimilation durch den Antisemitismus, der die Juden stets als Fremde betrachtet, verhindert wird und somit das angestrebte Gleichwerden in Sinn und Art unmöglich macht.

Was bedeutet das Konzept der „Negotiorum Gestio“ im Kontext der Staatsgründung?

Es beschreibt die Rolle der „Society of Jews“ als geschäftsführende Instanz für das Volk, die in einer Notlage (Diaspora) das Mandat übernimmt, ohne dass zuvor eine explizite Beauftragung durch jedes einzelne Individuum möglich war.

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Résumé des informations

Titre
Der Judenstaat
Sous-titre
Versuch einer modernen Lösung der Judenfrage
Auteur
Theodor Herzl (Auteur)
Année de publication
2008
Pages
86
N° de catalogue
V119867
ISBN (ebook)
9783640234172
ISBN (Livre)
9783640234486
Langue
allemand
mots-clé
Judenstaat
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Theodor Herzl (Auteur), 2008, Der Judenstaat, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/119867
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Extrait de  86  pages
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