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Politikberatung durch Kommissionen und Räte

Título: Politikberatung durch Kommissionen und Räte

Trabajo Escrito , 2004 , 19 Páginas , Calificación: 2

Autor:in: Philipp Braitinger (Autor)

Politíca - Otros temas
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Für das abendländische Mittelalter, in der die monarchische Staatsform die vor-herrschende war, war die Beratung des Monarchen von nicht minderer Bedeutung als in der Antike. Man wird sich nicht lange mit einem herausragenden mittelalterlichen Herrscher beschäftigen können, ohne auf die Menschen zu stoßen, die ihn und seine Entscheidungen durch Ratschläge maßgeblich beeinflussten. Der Monarch kann als einzelner nicht alles Wissen und ist auf Rat an-gewiesen. Die Fürstenspiegel des Mittelalters, aber auch der frühen Neuzeit und der Antike, nennen deshalb die Bereitschaft des Herrschers, guten Rat an-zunehmen als eine der zentralen Tugenden. Die heutige politische Elite ist ebenfalls, aus Mangel an ausreichenden eigenen Spezialkenntnissen, in zunehmendem Maße auf die Beratung durch Sachverständige angewiesen. Diese Beratung kann in vielen verschiedenen Formen stattfinden. Als telefonische Auskunft, Anhörung oder schriftliches Gutachten. Es werden vom Rat über den Arbeitskreis bis zum Ausschuss Gremien eingerichtet um externen Sachverstand nutzbar zu machen. Ein hoher Bedarf an fachkundiger Beratung besteht zunächst für die Staatsleitung, d. h. in erster Linie für die Regierung und ihren Verwaltungsapparat, die Ministerialbürokratie. Die Regierung setzt die politischen Maßstäbe im Staat. Sie ist, obwohl dies nicht ihre klassische Aufgabe, der Motor der Gesetzgebung. Von ihr werden die mit Abstand meisten Gesetzentwürfe im Parlament eingebracht. [...] Wie ist die Beratung der Experten aus demokratietheoretischer Sicht zu bewerten? Ist das deutsche Beratungswesen mit seinen beachtlichen Möglichkeiten der Einflussnahme ein Konkurrent zum gewählten Parlament? Wie kann den unerwünschten Begleiterscheinungen der Politikberatung begegnet werden? [...] Eine allgemeine Betrachtung der kontroversen Argumente von Gegnern und Befürwortern der Politikberatung soll in eine Anwendung dieser Argumente auf die Regierung Schröder führen. Der öffentliche Vorwurf, Bundeskanzler Gerhard Schröder würde durch exzessive Ausweitung der deutschen Beratungskultur der Entmachtung des Parlaments Vorschub leisten oder er würde, wie es seine Anhänger gerne formulieren, durch die frühzeitige Einbeziehung der betroffenen Gruppen einen besonders konsensorientierten Politikstil pflegen, soll anhand empirischer Daten untersucht werden.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Entwicklung der Politikberatung in Deutschland

3. Formen der Beratung und Typologisierung

4. Motive für die Einsetzung eines Expertengremiums

5. Pro und Contra

6. Die Regierung Schröder

7. Resümee

8. Literatur

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht die Rolle der Politikberatung durch Kommissionen und Räte in der Bundesrepublik Deutschland, mit einem Fokus auf demokratietheoretische Aspekte und die Auswirkungen auf die parlamentarische Entscheidungsfindung. Dabei wird analysiert, inwieweit die Nutzung von Expertenwissen zur Entmachtung des Parlaments beitragen kann oder eine notwendige Ergänzung in komplexen politischen Entscheidungsprozessen darstellt.

  • Historische Entwicklung der Politikberatung in Deutschland
  • Typologisierung und Formen von Beratungsgremien
  • Rationale und taktische Motive für die Einsetzung von Experten
  • Demokratische Legitimation und Einfluss auf das Parlament
  • Analyse der Politikberatung unter der Regierung Schröder

Auszug aus dem Buch

4. Motive für die Einsetzung eines Expertengremiums

Wie in der Einleitung bereits erwähnt lassen sich zwei große Gruppen von Motivationen zusammenfassen. Auf der einen Seite die rationalen und auf der anderen Seite die politischen Motive, wobei auch hier in der Praxis die Mischformen am häufigsten vertreten sein werden.

Die rationalen, also nur an Information interessierten Motive haben ihre Ursache in der immer weiter fortschreitenden Vermehrung des verfügbaren Wissens. Ein Entscheidungsträger war, wie bereits erwähnt, und ist nie in der Lage auf allen Politikbereichen mit ausreichendem Fachwissen zu glänzen und mit der Zunahme des Wissens ist er immer weniger in der Lage dazu und bedarf deshalb verstärkter fachlicher Unterstützung. Die Verkomplizierung der Themen, u. a. entstanden durch eine steigende Ausdifferenzierung sowie Technisierung der Gesellschaft, mit denen sich die Politik befassen muss hat zur Folge, dass politische Entscheidungen immer komplexer werden. Ein weiteres daraus folgendes Phänomen ist die Verlängerung der kausalen Wirkungsketten von Entscheidungen sowie oftmals eine Querlage zum traditionellen Ressortzuschnitt der Ministerialbürokratie. In Deutschland kommt zu diesen Punkten noch die komplizierte Mehrebenenverflechtung hinzu, welche eine Beratung der Politik nötig macht. Allerdings muss bei den hochwertigen wissenschaftlichen Diensten des Staates und dem hohen Sachverstand in den Ministerien immer geprüft werden, inwieweit eine Thematik nicht vom internen Sachverstand behandelt werden kann. Kommt man zu dem Ergebnis, dass die Informationsbeschaffung nicht als Motiv überzeugt, muss ein Motiv der zweiten Gruppe vermutet werden.

Die politischen oder taktischen Motive für die Einberufung eines Expertengremiums sind, auch wenn man zunächst vom offiziell verkündeten Zweck ausgehen sollte, von nicht minderer Bedeutung oder Häufigkeit.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die historische Notwendigkeit und den wachsenden Bedarf an fachkundiger Politikberatung ein, von der Antike bis zur heutigen Ministerialbürokratie.

2. Entwicklung der Politikberatung in Deutschland: Es wird die historische Genese von Beratungsgremien in Deutschland nachgezeichnet, von der Interessenvermittlung im 19. Jahrhundert bis hin zur wissenschaftlichen Beratungsoffensive der 1970er Jahre.

3. Formen der Beratung und Typologisierung: Dieses Kapitel erläutert verschiedene Ad-hoc- und ständige Beratungsformen und stellt ein Schema zur Typologisierung von Gremien nach Sven Siefken vor.

4. Motive für die Einsetzung eines Expertengremiums: Hier werden die rationalen Gründe des Informationsbedarfs den taktischen Motiven gegenübergestellt, die auf politische Stärkung und Legitimation abzielen.

5. Pro und Contra: Das Kapitel diskutiert die Auswirkungen der Politikberatung auf das Parlament, insbesondere hinsichtlich Transparenz, öffentlicher Diskussion und demokratischer Verantwortung.

6. Die Regierung Schröder: Es wird untersucht, ob sich unter der Regierung Schröder tatsächlich eine exzessive Ausweitung der Beratungspraxis feststellen lässt und wie empirische Daten hierzu interpretiert werden können.

7. Resümee: Das Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die Politikberatung zwar eine notwendige Ergänzung bietet, das Parlament jedoch seine Eigenverantwortung stärken muss.

8. Literatur: Verzeichnis der in der Arbeit verwendeten Quellen und Internetressourcen.

Schlüsselwörter

Politikberatung, Expertengremien, Kommissionen, Räte, Regieren in der BRD, Parlamentarismus, Ministerialbürokratie, Demokratische Legitimation, Sachverständigenrat, Interessenverbände, Beratungswesen, Politische Motive, Wissenschaftliche Beratung, Entscheidungsfindung, Regierung Schröder.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die institutionelle Beratung der Politik durch Experten, Gremien und Kommissionen in Deutschland und hinterfragt deren Einfluss auf den politischen Willensbildungsprozess.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die historische Entwicklung der Politikberatung, die Typologisierung von Gremien, die Differenzierung zwischen rationalen und taktischen Motiven der Politik sowie die Auswirkungen auf die parlamentarische Demokratie.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, die Rolle der Politikberatung im Spannungsfeld zwischen fachlicher Notwendigkeit und der drohenden Entmachtung des Parlaments zu bewerten und kritisch zu prüfen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt eine politikwissenschaftliche Literaturanalyse sowie eine kritische Untersuchung existierender Berichte und Daten über Gremienbesetzungen, um Trends und demokratische Folgen abzuleiten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil umfasst eine historische Einordnung, die Klassifizierung von Beratungsformen, eine Analyse der Motive für die Experteneinbindung sowie eine Fallbetrachtung zur Regierungspraxis unter Gerhard Schröder.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Politikberatung, Expertengremien, demokratische Legitimation, Parlamentarismus und Entscheidungsfindung.

Gibt es einen klaren Beleg für eine Entmachtung des Parlaments durch Experten?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass es zwar ein Spannungsfeld gibt, aber eine direkte Kausalität zwischen Beratung und einer massiven Parlamentsentmachtung durch die bloße Zahl der Gremien empirisch nicht eindeutig belegt werden kann.

Welche Rolle spielt die Regierung Schröder in der Untersuchung?

Die Ära Schröder dient als Fallbeispiel, um die Vorwürfe einer exzessiven Nutzung von Kommissionen und der "Umgehung" des Parlaments empirisch anhand vorhandener Daten zu prüfen.

Welche "taktischen Motive" werden bei der Politikberatung identifiziert?

Neben der Informationsbeschaffung nennt der Autor die Stärkung der eigenen politischen Position, die "Feigenblattfunktion" zur Legitimation von Entscheidungen sowie das Aufschieben oder "Abschieben" strittiger Themen.

Final del extracto de 19 páginas  - subir

Detalles

Título
Politikberatung durch Kommissionen und Räte
Universidad
Catholic University Eichstätt-Ingolstadt
Calificación
2
Autor
Philipp Braitinger (Autor)
Año de publicación
2004
Páginas
19
No. de catálogo
V119904
ISBN (Ebook)
9783640240050
ISBN (Libro)
9783640244355
Idioma
Alemán
Etiqueta
Politikberatung Kommissionen Räte
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Philipp Braitinger (Autor), 2004, Politikberatung durch Kommissionen und Räte, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/119904
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