Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Law - Civil / Private, Trade, Anti Trust Law, Business Law

Die Strukturprinzipien der gesetzlichen Krankenversicherung im Lichte der jüngeren Rechtsentwicklung

Title: Die Strukturprinzipien der gesetzlichen Krankenversicherung im Lichte der jüngeren Rechtsentwicklung

Diploma Thesis , 2008 , 137 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Diplom-Wirtschaftsjurist (FH) Reinhard Wittag (Author)

Law - Civil / Private, Trade, Anti Trust Law, Business Law
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Die „Krankheit“ ist ein vom größten Teil der Bevölkerung nicht allein tragbares Lebensrisiko, da mit ihr oftmals erhebliche finanzielle Aufwendungen (Arztkosten, Krankenhauskosten) und Einbußen (Verdienstausfall) verbunden sind, die die Leistungsfähigkeit des Einzelnen schnell übersteigen. Das Risiko der Krankheit „ruft“ geradezu nach einer versicherungsmäßigen Absicherung, durch die es auf viele Schultern verteilt wird, wie dies auch bei anderen typischen Lebensrisiken der Fall ist (Arbeitsunfall, Arbeitslosigkeit, Invalidität, Alter). Durch die öffentlich-rechtlich organisierte gesetzliche Krankenversicherung (GKV) auf der einen Seite und die private Krankenversicherung (PKV) auf der anderen Seite erfolgt die Vorsorge gegen das Risiko der Krankheit. Beamte werden mittels der auf dem beamtenrechtlichen Dienstverhältnis beruhenden Beihilfe abgesichert. Die große Bedeutung der gesetzlichen Krankenversicherung wird nicht zuletzt auch dadurch deutlich, dass zur jetzigen Zeit ca. 71 Millionen Bundesbürger, also über 85 Prozent der Bevölkerung, in ihr versichert sind, wohingegen in der privaten Krankenversicherung mit etwa acht Millionen Bürgern „nur“ rund 10 Prozent der Bevölkerung vollversichert sind. Die Zahl der Versicherten der GKV und PKV wird bedingt durch die ab dem 1. Januar 2009 geltende, allgemeine Versicherungspflicht sicherlich noch zunehmen und soll nach den Plänen der Bundesregierung 100 Prozent erreichen.
Das Recht der gesetzlichen Krankenversicherung ist ein Teil des Sozialrechts und gehört somit zum besonderen Verwaltungsrecht. Noch genauer ist es ein Teil des Sozialversicherungsrechts, welches seinerseits einen Teilbereich des Sozialrechts darstellt. Eine wichtige Rechtsgrundlage für das Krankenversicherungsrecht ist neben den für alle Teile des Sozialrechts geltenden Büchern SGB I und SGB X daher zunächst das SGB IV als der „Allgemeine Teil des Sozialversicherungsrechts“. Das System der Absicherung des Krankheitsrisikos beruht in Deutschland auf dem „Gesetz betreffend die Krankenversicherung der Arbeiter (KVG) vom 21. Juni 1883“. Die gesetzliche Krankenversicherung ist somit auch der älteste Zweig der Sozialversicherung in Deutschland.
Kennzeichnend für das System der GKV in Deutschland sind einige Strukturmerkmale, die seit Ende des 19. Jahrhunderts bis heute erhalten geblieben sind.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

A. Krankheit als Lebensrisiko

B. Die GKV im deutschen System der sozialen Sicherung

C. Strukturelemente des Systems der GKV

D. Anlass und Zweck der Arbeit

E. Gang der Darstellung

Erstes Kapitel: Geschichte und Aufgaben der GKV

A. Entstehung und Grundlagen der Sozialversicherung

I. Begriffsklärung

II. Der Wandel der überkommenen Sicherungsformen

III. Die Bismarcksche Sozialversicherung

B. Entstehung und Entwicklung der gesetzlichen Krankenversicherung

I. Das Krankenversicherungsgesetz von 1883

II. Die Reichsversicherungsordnung von 1911

III. Die Gesetzliche Krankenversicherung in den 30er Jahren

IV. Die Entwicklung der gesetzlichen Krankenversicherung ab 1945

V. Zur jüngeren Entwicklung des Krankenversicherungsrechts

C. Aufgaben der gesetzlichen Krankenversicherung

I. Der soziale Auftrag

II. Versicherungsfremde Leistungen

III. Der Rahmen für die Aufgabenerfüllung der GKV

Zweites Kapitel: Die Strukturprinzipien der GKV

A. Solidarität und Eigenverantwortung in der gesetzlichen Krankenversicherung

I. Allgemein

1. Solidarität und Eigenverantwortung als Grundprinzipien der GKV

2. Gesetzesbegründung zu § 1 SGB V

II. Solidarität

1. Allgemeine Umschreibung

2. Kern des Solidaritätsprinzips

III. Eigenverantwortung

1. Allgemein

2. Bedeutung und Kernaussage des Prinzips der Eigenverantwortung

3. Subsidiarität und Eigenverantwortung

4. Beispiele für die Eigenverantwortung der Versicherten im SGB V

IV. Problematik des Solidaritätsprinzips

V. Spannungsverhältnis zwischen Solidarität und Eigenverantwortung

VI. Solidarität und Sozialversicherung

VII. Die Grenzen der Solidarität

VIII. Zusammenfassung

B. Sachleistungsprinzip und Kostenerstattung

I. Das Sachleistungsprinzip

II. Die Kostenerstattung als Gegenstück zum Sachleistungsprinzip

III. Sachleistungs- oder Kostenerstattungsprinzip? – Argumentationen

IV. Zusammenfassung

C. Die gegliederte Krankenversicherung

I. Ursprünge der Kassenvielfalt

II. Versicherungsprinzip, Träger der GKV und Kassenarten

III. Wahlrechte der Versicherten

IV. Kündigung der Versicherten

V. Mitgliedschaft und Zuständigkeitsbestimmung

VI. Zusammenfassung

D. Selbstverwaltung und gemeinsame Selbstverwaltung

I. Das Selbstverwaltungsprinzip

II. Gemeinsame Selbstverwaltung

1. Zusammenwirken von Krankenkassen und Leistungserbringern

2. Der Gemeinsame Bundesausschuss

a. Die Institution

b. Die Aufgaben

c. Verfahren zum Richtlinienerlass

d. Kontrolle und Ersatzvornahme durch das BMG

e. Verbindlichkeit der Richtlinien

III. Staatliche Eingriffe in die Selbstverwaltung

IV. Kritik am Prinzip der gemeinsamen Selbstverwaltung

V. Zusammenfassung

E. Das Wirtschaftlichkeitsgebot

I. Wirtschaftlichkeit als Grundprinzip

II. Das Wirtschaftlichkeitsgebot und die Struktur seiner Regelung

1. Einordnung des Wirtschaftlichkeitsgebots

2. Innere Struktur des § 12 Abs. 1 Satz 1 SGB V

III. Effizienz und Effektivität

IV. Prinzipien des Leistungsrechts

V. Ausgangssituation

VI. Funktion des Wirtschaftlichkeitsgebots

VII. Die Bedeutung der Einzelmerkmale des Wirtschaftlichkeitsgebots

1. Zweckmäßig

a. Finalität

b. Eignung und Wirksamkeit

2. Ausreichend

3. Maß des Notwendigen

4. Wirtschaftlich

VIII. Zweck-Mittel-Relation

IX. Wirksamkeitsnachweis

X. Prüfungskompetenz

XI. Qualität und Qualitätssicherung

XII. Beurteilungsmaßstab

XIII. Zusammenfassung

F. Wettbewerb der Krankenkassen versus Risikostrukturausgleich

I. Risikostrukturausgleich

1. Überblick

2. Rechtsgrundlage und Verfassungsmäßigkeit

3. Bedeutung und Zweck des RSA

II. Der Wettbewerb der Krankenkassen

III. Gesundheitspolitische Kontroversen

IV. Zusammenfassung

Drittes Kapitel: Interdependenzen und Bewertungen

A. Bereichsübergreifende Interdependenzen der Strukturprinzipien

I. Allgemein

II. Solidaritätsprinzip und Sachleistungsprinzip

III. Solidaritätsprinzip und Wirtschaftlichkeitsgebot

IV. Solidaritätsprinzip und Risikostrukturausgleich

V. Subsidiarität und Selbstverwaltung

B. Auswirkungen der Gesundheitsreform 2007

I. Überblick

II. Strukturprinzipienorientierte Bewertung der Gesundheitsreform von 2007

III. Zusammenfassung

Ausblick

A. Kostenentwicklung in der GKV versus Zusatzleistungen

B. Weniger Beitragszahler

C. Beitragssatzsteigerungen und Leistungskürzungen

Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit analysiert die Strukturprinzipien der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) unter Berücksichtigung der jüngeren Rechtsentwicklung. Dabei liegt der Fokus auf der kritischen Würdigung der zentralen Prinzipien, die das deutsche Gesundheitssystem in Zeiten gesellschaftlicher und ökonomischer Veränderungen prägen und steuern.

  • Solidaritätsprinzip und Eigenverantwortung der Versicherten.
  • Sachleistungsprinzip im Vergleich zur Kostenerstattung.
  • Organisation und Selbstverwaltung der Träger der gesetzlichen Krankenversicherung.
  • Wirtschaftlichkeitsgebot als Leitnorm der medizinischen Versorgung.
  • Interdependenzen der Prinzipien unter Einfluss aktueller Gesundheitsreformen.

Auszug aus dem Buch

Die Bismarcksche Sozialversicherung

Der entscheidende Durchbruch in die Richtung der Sozialversicherung, wie wir sie heute kennen, gelang in den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts durch den damals amtierenden Reichskanzler Fürst von Bismarck: Die sogenannte „Kaiserliche Botschaft“ vom 17. November 1881, welche auch heute noch als sozialpolitischer Schachzug Bismarcks gilt, schaffte die Basis für die Arbeiterversicherungsgesetze (1883 bis 1889) als Ergebnis mehrerer Gesetzgebungsverfahren und für die spätere Reichsversicherungsordnung (RVO) von 1911. Durch die Arbeiterversicherungsgesetze war es gelungen, dass für die damals vorherrschende Arbeiterklasse eine Unfall-, Kranken- sowie eine Invaliditäts- und Altersversicherung kodifiziert wurde. Allerdings wurde diese Sozialversicherung nicht in Form eines einheitlich kodifizierten Gesetzbuches geschaffen, sondern in Form von Einzelgesetzen. Von der „Kaiserlichen Botschaft“ bis zur Zusammenfassung der drei „Erstgesetze“ mit der Reichsversicherungsordnung im Jahr 1911 dauerte es noch einmal 30 Jahre.

Die eigentliche Fernwirkung der „Kaiserlichen Botschaft“ ist indes unbestritten: Sie bestand darin, die Unfall-, Kranken- sowie die Invaliden- und Altersversicherung unter eine gemeinsame sozialpolitische Zielsetzung zu stellen und damit die Zusammenfassung der drei „Erstgesetze“ zu einer systematisch geschlossenen Sozialversicherung zu dokumentieren. Dadurch wurde letztlich die Grundlage für ein vom Prinzip her auch jetzt noch geschlossenes soziales Sicherungssystem geschaffen, welches zwei Weltkriege, Inflation, Hitlerdiktatur, Spaltung und Wiedervereinigung Deutschlands überdauert hat.

Zusammenfassung der Kapitel

Erstes Kapitel: Geschichte und Aufgaben der GKV: Dieses Kapitel erörtert die historische Entstehung der deutschen Sozialversicherung sowie die spezifische Entwicklung und die sozialen Aufgaben der gesetzlichen Krankenversicherung.

Zweites Kapitel: Die Strukturprinzipien der GKV: Hier werden die zentralen Funktionsprinzipien wie Solidarität, Eigenverantwortung, das Sachleistungsprinzip, die Selbstverwaltung und das Wirtschaftlichkeitsgebot eingehend analysiert.

Drittes Kapitel: Interdependenzen und Bewertungen: Das abschließende Hauptkapitel bewertet das Zusammenwirken der Strukturprinzipien und reflektiert die Auswirkungen der Gesundheitsreform 2007 auf das System der gesetzlichen Krankenversicherung.

Schlüsselwörter

Gesetzliche Krankenversicherung, GKV, Sozialversicherung, Solidaritätsprinzip, Eigenverantwortung, Sachleistungsprinzip, Kostenerstattung, Selbstverwaltung, Wirtschaftlichkeitsgebot, Gesundheitsreform 2007, Risikostrukturausgleich, SGB V, Sozialrecht, Gesundheitsfonds, medizinische Versorgung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Diplomarbeit untersucht die fundamentalen Strukturprinzipien, die das System der gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland definieren und deren Anpassung an die aktuelle Rechtsentwicklung.

Welche Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Zentrale Themen sind Solidarität, Eigenverantwortung, das Sachleistungsprinzip, die Rolle der Selbstverwaltung sowie die Anwendung des Wirtschaftlichkeitsgebots bei medizinischen Leistungen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, ein Verständnis für das komplexe Regelwerk der GKV zu schaffen und die Prinzipien unter Einbeziehung aktueller Reformen kritisch zu würdigen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit basiert auf einer juristischen Analyse, die durch die Auswertung von Gesetzen, sozialrechtlicher Fachliteratur sowie höchstrichterlicher Rechtsprechung fundiert wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die einzelnen Strukturprinzipien im Detail beleuchtet, deren jeweilige Anwendungsbereiche abgegrenzt und ihr Zusammenspiel bei der Leistungserbringung dargestellt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie GKV, Solidarität, Selbstverwaltung, Wirtschaftlichkeitsgebot und Gesundheitsreform geprägt.

Welche Rolle spielt das Wirtschaftlichkeitsgebot?

Es fungiert als zentrale Leitnorm, die sicherstellen soll, dass medizinische Leistungen ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich sind, ohne das notwendige Maß zu überschreiten.

Was sind die Konsequenzen der Gesundheitsreform 2007?

Die Reform führte unter anderem zur allgemeinen Versicherungspflicht und zur Einführung eines morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleichs, um das System finanziell stabiler und gerechter zu gestalten.

Excerpt out of 137 pages  - scroll top

Details

Title
Die Strukturprinzipien der gesetzlichen Krankenversicherung im Lichte der jüngeren Rechtsentwicklung
College
Westfälische Hochschule Gelsenkirchen, Bocholt, Recklinghausen  (Abteilung Recklinghausen)
Grade
1,3
Author
Diplom-Wirtschaftsjurist (FH) Reinhard Wittag (Author)
Publication Year
2008
Pages
137
Catalog Number
V119935
ISBN (eBook)
9783640236657
ISBN (Book)
9783640238590
Language
German
Tags
Strukturprinzipien Krankenversicherung Lichte Rechtsentwicklung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Diplom-Wirtschaftsjurist (FH) Reinhard Wittag (Author), 2008, Die Strukturprinzipien der gesetzlichen Krankenversicherung im Lichte der jüngeren Rechtsentwicklung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/119935
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  137  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint