Die Einführung der Mediation als aktive Streitkultur, und somit Grundlage für Innovation und Wandel, soll über die Unternehmensethik - daraus folgend - die Unternehmensphilosophie integriert werden.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Fragestellung, in wie weit ethische Überlegungen in Unternehmen eine Rolle spielen. Dabei wird besonderer Bezug auf die Mediation, das Mediationsverfahren und die Wirtschaftsmediation genommen.
Die Mediation sieht den Konflikt als eine Chance zum Wandel. Ein Konflikt auf der Beziehungsebene ist die Grundlage für viele Konflikte. Aus diesem Grund soll Mediation ein Konfliktlösungsinstrument im Unternehmen integrieren, welches Wandlungschancen und Innovationen begünstigt.
Wie diese Konzentration auf die Chancen des Konfliktes zum Wandel, im Gegensatz zu den Risiken, erreicht werden kann, wird in der Arbeit herausgearbeitet. Dazu werden ethische und moralische Überlegungen herangezogen, die sich in der Unternehmensphilosophie niederschlagen sollen.
Gez. Florian Trost
Wirtschaftsmediator
Inhaltsverzeichnis
1. Das Mediationsverfahren
1.1 Ablauf
1.1.1 Vorgespräch
1.1.2 Phase 1: Eröffnungsphase
1.1.3 Phase 2: Sachverhaltsdarlegung, Positionenermittlung & Themenfindung
1.1.4 Phase 3: Interessenklärung, Ziele und Bedürfnisse
1.1.5 Phase 4. Lösungsphase
1.1.6 Phase 5: Abschlussvereinbarung
1.2 Schlussüberlegung zum Mediationsverfahren
2. Wirtschaftsmediation
3. Ethik - Das sittliche Verständnis
4. Wirtschaftsethik
5. Unternehmensethik
6. Integration des Mediationsverfahrens im Unternehmen
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen des Mediationsverfahrens und deren Anwendung in einem wirtschaftlichen Kontext, um eine Integration ethisch fundierter Konfliktlösungsmechanismen in die Unternehmenskultur aufzuzeigen.
- Struktur und Phasenmodell des Mediationsverfahrens
- Anwendungsbereiche der Wirtschaftsmediation
- Ethische Begründungszusammenhänge in Wirtschaft und Unternehmen
- Verbindung von Mediation, Unternehmenskultur und nachhaltiger Konfliktlösung
Auszug aus dem Buch
1. Das Mediationsverfahren
Die Mediation ist ein Konfliktbewältigungswerkzeug, welches unter Einschaltung eines unparteiischen Dritten, die Parteien in Ihrem Lösungsprozess unterstützt, dieser jedoch keinerlei Lösungsvorschläge macht, daher auch über keinerlei Entscheidungskompetenz verfügt.
Es kann in weiterem Sinne mit einer Vermittlung, oder einem Ausgleich zwischen den Parteien verglichen werden. Dabei handelt es sich bei der Mediation (Übersetzung aus dem Lateinischen von „Vermittlung“) um ein strukturiertes Verfahren zur konstruktiven Beilegung oder Vermeidung eines Konfliktes. Es ist wichtig den Konfliktparteien - Medianten genannt - dabei nahe zu bringen, dass es sich um ein freiwilliges Verfahren handelt. Sie werden mit Unterstützung einer dritten unparteiischen Person (Mediator) befähigt zu einer einvernehmlichen Vereinbarung gelangen, die ihren Bedürfnissen und Interessen entspricht.
Es existiert eine Vielzahl von Definitionen. Der Begriff des Mediators ist rechtlich nicht geschützt. So stellt sich die Frage welches die zentralen Elemente der Mediation sind. Eine Definition vertritt die Auffassung, dass Mediation dann aus einem Vermittlungsverfahren entsteht, wenn der Vermittler neutral ist, die Beteiligten der Lösung zuführt und ihnen behilflich ist, die Lösung aber nicht vorgibt, sondern die Beteiligten die Lösung selbst erarbeiten müssen. Eine andere Definition sagt, Mediation sei ein von neutralen Dritten moderiertes Konfliktlösungsverfahren, dessen charakteristisches Merkmal ein von den Konfliktparteien gemeinsam erarbeiteter, akzeptierter und vereinbarter Ausgang sei. Aufgabe des Mediatoren sei es die Beteiligten zur Kanalisation ihrer Interessen und Bedürfnisse zu befähigen und diese in einen konzeptionellen Rahmen zu überführen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Das Mediationsverfahren: Dieses Kapitel definiert Mediation als strukturiertes, freiwilliges Konfliktlösungsverfahren mit einem neutralen Dritten und erläutert dessen fünf Phasen von der Vorbereitung bis zur Abschlussvereinbarung.
2. Wirtschaftsmediation: Hier wird das Verfahren speziell auf den wirtschaftlichen Kontext angewendet, wobei Wirtschaftsmediatoren als fachkundige Begleiter für Konflikte zwischen Marktteilnehmern agieren.
3. Ethik - Das sittliche Verständnis: Das Kapitel bietet eine philosophische Einführung in die Ethik als praktische Disziplin und unterscheidet zwischen allgemeiner, deskriptiver und normativer Ethik.
4. Wirtschaftsethik: Es wird die Anwendung ethischer Normen auf ökonomische Probleme und Wirtschaftssysteme mittels verschiedener Analyseebenen untersucht.
5. Unternehmensethik: Dieses Kapitel beleuchtet, wie Unternehmen ihre Philosophie durch ethische Werte legitimieren und die Vereinbarkeit von Gewinnstreben mit moralischen Idealen sichern können.
6. Integration des Mediationsverfahrens im Unternehmen: Der Abschlussteil erörtert die Notwendigkeit einer konstruktiven Streitkultur und die praktische Einbindung von Mediation in das Unternehmensleitbild zur Steigerung der Innovationsfähigkeit.
Schlüsselwörter
Mediation, Wirtschaftsmediation, Konfliktlösung, Ethik, Wirtschaftsethik, Unternehmensethik, Konfliktmanagement, Streitkultur, Interessenklärung, Mediationsverfahren, Corporate Social Responsibility, Unternehmensführung, Kommunikation, Kooperation, Freiwilligkeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die theoretische und praktische Verknüpfung von Mediationsverfahren mit ethischen Prinzipien innerhalb wirtschaftlicher Strukturen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentral sind die Mediation als Verfahren, die Wirtschaftsmediation, die philosophische Ethik sowie deren spezifische Anwendungen in Form der Wirtschafts- und Unternehmensethik.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie das Mediationsverfahren als Instrument in die Unternehmenskultur integriert werden kann, um eine ethisch fundierte und zukunftsorientierte Konfliktlösung zu etablieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der systematisierenden Aufarbeitung bestehender Definitionen und Ansätze aus der Mediationstheorie und Ethik.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des fünfstufigen Mediationsprozesses sowie die theoretische Herleitung der verschiedenen Ethik-Disziplinen im Wirtschaftskontext.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Mediation, Wirtschaftsmediation, Unternehmensethik, Konfliktlösung und Streitkultur geprägt.
Warum ist die Unterscheidung von Sachebene und Gefühlsebene in der Mediation so wichtig?
Die Trennung ermöglicht es den Medianten, hinter den oft blockierenden Positionen die zugrunde liegenden Bedürfnisse und Interessen zu erkennen, was erst eine nachhaltige Problemlösung ermöglicht.
Wie unterscheidet sich die Unternehmensethik vom allgemeinen Gewinnstreben?
Während das Gewinnstreben ein ökonomisches Ziel darstellt, hinterfragt die Unternehmensethik die moralische Legitimation des Handelns und stellt sicher, dass dieses im Einklang mit gesellschaftlichen Werten steht.
Welche Rolle spielt das Unternehmensleitbild bei der Integration von Mediation?
Das Leitbild dient als formeller Rahmen, der Mitarbeitern das Recht und die Pflicht zur konstruktiven Konfliktthematisierung einräumt und Mediation als festen Bestandteil der Unternehmenskultur verankert.
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- Bachelor of Arts (Hotel- & Gastronomiemanagement) i.A./ Wirtschaftsmediator Florian Trost (Autor), 2008, Mediation und Unternehmensethik - Eine Integration des Mediationsverfahrens in die Unternehmensethik, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/119988