Lesetexte im Anfangsunterricht


Seminararbeit, 2003

15 Seiten, Note: 3


Leseprobe

Inhaltsangabe

1. Einleitung

2. Was müssen Lehrer bei einer Fibelwahl beachten?

3. Vergleich der Fibeln:
- „Alle lernen Lesen“
- „Lesestart“

4. Eigener Textvorschlag

5. Literaturangabe

1. Einleitung

In der vorliegenden Hausarbeit möchte ich zwei Fibeln miteinander vergleichen und ihre Auswahlkriterien herausstellen. Anschließend möchte ich einen besser geeigneten Text für den Anfangsunterricht vorstellen und diesen untersuchen.

Drei wichtige Kriterien für die Wahl einer Fibel sind: Inhalt, Wortwahl, Bilddarstellungen und weitere formale Aspekte. Es ist entscheidend, ob diese realitätsbezogen sind, ob sie die Phantasie der Kinder wecken, oder wie Mädchen und Jungen, Mütter und Väter dargestellt werden u.s.w.

Schrift, Zeichensetzung und Illustrationen spielen eine bedeutende Rolle für eine Fibel und für das Leselernen, deswegen ist es wichtig auch diese Punkte zu untersuchen.

Auf die Methode soll ein besonderes Augenmerk gerichtet werden, da sie für den Erfolg des Leselernprozesses von vorrangiger Bedeutung ist.

2. Was müssen Lehrer bei einer Fibelwahl beachten?

Es ist nicht einfach für Lehrer sich für die „richtige“ Fibel zu entscheiden. Die Kinder müssen von Beginn des ersten Schuljahres in der Schule lernen. Die Erstklässler haben hohe Erwartungen und möchten schnelle Resultate sehen. Es ist wichtig, dass die Lehrer diese Erwartungen ernst nehmen und den Unterricht danach ausrichten. Aus diesem Grund müssen Lehrer genau überlegen, wie sie den Unterricht gestalten und welche Literatur und Medien sie hierzu verwenden. Das Arbeitsmaterial muß vielfältige Angebote und Anregungen bieten und individuelle Lernwege unterstützen, da Kinder mit unterschiedlichen Voraussetzungen den Leselernprozeß bewältigen müssen. Dazu ist auch auf methodische Vielfalt zu achten.

Ein fächerübergreifender und handlungsorientierter Ansatz ist sinnvoll, weil die Kinder erleben, daß Lesen nicht nur ein isolierter Vorgang ist, der nur von der Schule eingefordert wird, sondern einen lebensbedeutsamen Aspekt hat.

Den Kindern sollten Texte angeboten werden, die sich sehr stark auf ihre Lebenswelt bezieht.

Ich entschied mich für zwei Fibeln von dem selben Verlag – „Ferdinand Kamp GmbH & Co“ in Bochum. Die erste Fibel trägt den Titel „Lesestart“ von Ruth Thiele und Ursula Ricke, die zweite „Alle lernen lesen“, von dem Autor Rüdiger Urbanek.

Beide Fibeln gehen analytisch und synthetisierend vor, sind realitätsbezogen und beide bieten reichlich Übungsmaterial an. Außerdem gehört zu jeder Fibel ein Schreiblehrgang. Damit entsprechen sie den wichtigsten Grundanforderungen, die W. Menzel zu Integration der Methoden stellt.

„(1) ... Integration der Lehrgänge des Schreibens und Lesens von Anbeginn an; (2) Integration der Methoden des Schreibenlernens...

(3) Integration der Aktivitäten: Eine systematische Durchdringung- und sprechmotorische sowie kognitive Lernvorgänge“[1]

3. Vergleich der Fibeln:

a) „Alle lernen Lesen“

Beim ersten Durchblättern der Fibel „Alle lernen lesen“ fällt es auf, daß diese in Druckschrift ausgegeben wurde. Am Anfang ist sie wie ein “Frage-Antwort-Spiel“ aufgebaut, das heißt in den meisten Texten werden Fragen gestellt und sofort beantwortet. Eine solche Textart ist für das Vorlesen und Nachspielen gut geeignet.

In einigen Texten sind manche Sätze farbig unterlegt, diese Markierung ist hilfreich für Kinder bei wechselseitigem Vorlesen, da jedes Kind an den Farben erkennen kann, wann es vorzulesen hat.

Diese Fibel verwendet eine Doppelseite für einen neueingeführten Buchstaben, (der direkt in Klein- und Großschrift gezeigt wird). Auf der linken Seite befindet sich ein großes Bild und auf der rechten Seite steht der Lesetext, mit den neuen Buchstaben, der sich auf das Bild bezieht. Diese Gestaltungsart ist sehr übersichtlich. Sie hilft den Text zu verstehen, dadurch die Einzeldarstellungen das Wort erst zu erschließen und dann kann dieses gelesen werden. Das erhöht vor allem bei schwächeren Schülern die Lesemotivation und stellt Anregungen zum Lesen zur Verfügung.

Der zu lernende Buchstabe und die entsprechende Abbildung befinden sich in einem Rahmen auf jeder rechten Seite. Die kleinen und die großen Buchstaben werden gleichzeitig eingeführt. Einige Wörter sind fett, andere grau geschrieben. Es sollen nur die fett gedruckten Wörter gelesen werden und diese kommen dann entweder in einer Geschichte vor, oder sie sind aus den neugelernten Buchstaben zusammengesetzt, die die Schüler schon kennen. Die grau geschriebenen Wörter sollen lediglich durch die Abbildungen erschlossen werden. Der neue eingeführter Buchstabe – hier das e kann so in weiteren Lautierungsvarianten von den Schülern erschlossen werden. „Das Phonem /e/ ist ein Gebilde, das die unzähligen Vorkommnisse, die Phone des e, umfaßt. Die sind genau genommen untereinander nie ganz gleich und oft einander nicht einmal ähnlich... Die Bildung einer Klasse, in unserem Fall des Phonems /e/, ist eine hochabstrakte Leistung des Zusammenfassens. Dazu müssen Kinder Daten sammeln und diese ordnen...“[2] Deshalb kommt in vielen Bildern der Laut am Wortanfang (senkrechte Reihe) oder in der Wortmitte oder am Ende vor (obere und untere Rehen).

Die Bilder, die über den Wörtern stehen, erleichtern den Kindern neue Laute zu erlernen, die mit dem großen Bild oder mit dem Lesetext in Beziehung stehen. Sie erweitern auch über das unmittelbare Textangebot hinaus situativ den Wortschatz der Schüler. Außerdem spielen die Bilder eine große Rolle für die ausländischen Kinder, weil sie helfen die richtige Wortbedeutung zu erlernen oder zu verstehen.

In jedem Bildkästchen befindet sich in der oberen linken Ecke ein Symbol. Dies kann ein schwarzes Quadrat sein, ein weißer Kreis oder ein schraffiertes Dreieck. Mit diesen Symbolen wird das grammatische Geschlecht gekennzeichnet. Das schwarze Quadrat bedeutet männlich, der weiße Kreis deutet auf weiblich hin und das schraffierte Dreieck zeigt, dass das Wort sächlich ist.

[...]


[1] W. Menzel, S. 22

[2] H. Balhorn

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Lesetexte im Anfangsunterricht
Hochschule
Bergische Universität Wuppertal  (FB Pädagogik)
Veranstaltung
Erstlesen & Erstschreiben
Note
3
Autor
Jahr
2003
Seiten
15
Katalognummer
V11999
ISBN (eBook)
9783638180160
Dateigröße
482 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Lesetexte, Anfangsunterricht, Erstlesen, Erstschreiben
Arbeit zitieren
Tatiana Hoyer (Autor), 2003, Lesetexte im Anfangsunterricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/11999

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