Diese Arbeit untersucht Zusammenhänge zwischen der Zeitschrift Die TAT mit ihren Hauptautoren, dem TAT-Kreis, und dem Scheitern der Weimarer Republik und geht der Frage nach, welche Bedeutung die TAT als Wegbereiter für den Nationalsozialismus hatte. Nach einer Einführung in die Thematik, in der die Entstehung und Entwicklung der Zeitschrift dargelegt wird, wird der Zeitraum auf die aktivste Pha-se der TAT eingegrenzt (1929-1933) und die Ideologie ihrer Autoren in Bezug auf die Fragstellung erörtert. Im Anschluss folgt eine kurze Exkursion zum Umgang mit Kritik an der TAT, woraufhin Verstri-ckungen des TAT-Kreises mit der NSDAP untersucht werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die TAT
3 Die TAT 1929-1933
4 Die Protagonisten des TAT-Kreises
4.1 Hans Zehrer
4.2 Ernst Wilhelm Eschmann
4.3 Ferdinand Friedrich Zimmermann
4.4 Giselher Wirsing
5 Grundlagen und Ziele der TAT
5.1 Die neue Volksgemeinschaft
5.2 Die Rolle Ferdinand Frieds
6 Kritik an der TAT
7 Die TAT und die NSDAP
7.1 Der TAT-Kreis über Adolf Hitler
8 Zusammenfassung
9 Literaturverzeichnis
9.1 Quellen
9.2 Sekundärliteratur
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Rolle der Zeitschrift „Die TAT“ und des sie tragenden „TAT-Kreises“ als intellektuelle Wegbereiter und Ideengeber für den Nationalsozialismus in der Endphase der Weimarer Republik. Dabei wird analysiert, inwiefern die Zeitschrift durch die Verbreitung völkischer und antiliberaler Konzepte zur Salonfähigkeit nationalsozialistischer Denkweisen beitrug.
- Ideologie und Programmatik des TAT-Kreises
- Soziologische Verortung der Mittelschicht als „neue Elite“
- Publizistisches Wirken von Hans Zehrer und Ferdinand Fried
- Das komplexe Spannungsfeld zwischen TAT und NSDAP
- Die Krise der Weimarer Republik als Resonanzboden für die TAT
Auszug aus dem Buch
Die neue Volksgemeinschaft
Zunächst werden nun die idealistischen Grundlagen Hans Zehrers beleuchtet, da er durchaus als Kopf des TAT-Kreises bezeichnet werden kann und seine Vorstellungen auch von den anderen Autoren getragen wurden. Zehrer lehnt die liberal-demokratische Weimarer Republik ab, sie sei nicht der Staat, der den sozialen Kräften und Ideen der Epoche entspreche. Die Zukunft habe noch keine Gestalt angenommen, die Parteien samt dem Nationalsozialismus verkörpern nicht den wahren deutschen Zukunftswillen. Sowohl die linksradikale als auch die rechtsradikale Bewegung sei in eine Sackgasse einmarschiert und lediglich letzte Ausläufer der alten Positionen. Zehrer formuliert es so:
„Während sich also die Ebene der alten Positionen mehr und mehr zersetzt und sich dem Chaos nähert, wächst außerhalb dieses Prozesses eine neue Position heran. […] Der Augenblick des Handelns ist für diese Position noch nicht gekommen. Man muß einstweilen abwartend die Notwendigkeit des Zersetzungsprozesses bejahen.“
Zehrer deutet mit der neuen Position den TAT-Kreis an, jedoch fehlt in seiner Formulierung die Basis, auf die der TAT-Kreis aufbaut. Es ließ sich beobachten, dass die Redakteure Ausschau nach soziologischen Gruppierungen hielten, die eine solche Basis für die verheißende Neuorientierung der Nation bilden könnten. Der TAT-Kreis gliederte die deutsche Gesellschaft in drei Blöcke: Zwei große Blöcke bilden zum einen das Kapital, damit ist die Großindustrie und deren Interessensvertretungen gemeint und zum anderen die „Masse“, also die organisierte Arbeiterschaft, ihre Verbände und Parteiorganisationen. Die Gruppe dazwischen bezeichnet Sontheimer als „eine große Gruppe weder wirtschaftlich noch politisch festgefügter Menschen“, die so genannte Mittelschicht.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Darstellung der Fragestellung hinsichtlich der Bedeutung der TAT als Wegbereiter für den Nationalsozialismus im Zeitraum 1929-1933.
2 Die TAT: Historischer Überblick über die Entwicklung der Zeitschrift vom kulturellen Forum zur politisch-radikalen Plattform.
3 Die TAT 1929-1933: Analyse der organisatorischen Formung der Redaktionsgemeinschaft unter Hans Zehrer.
4 Die Protagonisten des TAT-Kreises: Biografische Porträts der zentralen Akteure Hans Zehrer, Ernst Wilhelm Eschmann, Ferdinand Friedrich Zimmermann und Giselher Wirsing.
5 Grundlagen und Ziele der TAT: Erläuterung der Konzepte zur neuen Volksgemeinschaft und der wirtschaftspolitischen Agitation Ferdinand Frieds.
6 Kritik an der TAT: Untersuchung der zeitgenössischen Gegenpositionen, insbesondere durch die Frankfurter Zeitung.
7 Die TAT und die NSDAP: Erörterung des ambivalenten Verhältnisses zwischen der TAT und dem Nationalsozialismus sowie der Haltung zu Adolf Hitler.
8 Zusammenfassung: Fazit zur Rolle der TAT bei der Diskreditierung der Weimarer Demokratie.
9 Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärquellen.
Schlüsselwörter
Die TAT, TAT-Kreis, Hans Zehrer, Ferdinand Fried, Weimarer Republik, Nationalsozialismus, Konservative Revolution, neue Volksgemeinschaft, Mittelstand, Antiliberalismus, antikapitalistische Bewegung, autoritärer Staat, politische Ideengeschichte, Publizistik, Krise der Moderne.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die publizistische Rolle der Zeitschrift „Die TAT“ in der Weimarer Republik und ihre intellektuelle Mitwirkung am Ende der parlamentarischen Demokratie.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf der Ideologie einer „neuen Volksgemeinschaft“, dem Kampf gegen den Kapitalismus und der Suche nach einer autoritären Staatsordnung.
Was ist die Forschungsfrage der Arbeit?
Es wird untersucht, welche Bedeutung die TAT als Wegbereiter für den Nationalsozialismus hatte und wie die Redakteure die politische Krise der Jahre 1929 bis 1933 deuteten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer zeithistorischen Analyse von Primärquellen der Zeitschrift sowie der Auswertung einschlägiger wissenschaftlicher Fachliteratur.
Was steht im Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil befasst sich mit den Akteuren des TAT-Kreises, ihren theoretischen Programmentwürfen und dem ambivalenten Verhältnis zur NSDAP.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den zentralen Begriffen zählen TAT-Kreis, Konservative Revolution, Mittelschicht, Antiliberalismus und der Untergang der Weimarer Republik.
Wie positionierte sich die TAT gegenüber Adolf Hitler?
Die TAT-Autoren zeigten eine ambivalente Haltung: Einerseits erkannten sie in der NS-Bewegung eine revolutionäre Kraft, andererseits unterschätzten sie Hitler persönlich oder hielten ihn für eine bloße Übergangsfigur.
Warum wird Ferdinand Fried in der Arbeit gesondert betrachtet?
Fried war der wirtschaftspolitische Theoretiker des Kreises und maßgeblich an der Popularisierung einer radikalen Kapitalismuskritik in bürgerlichen Kreisen beteiligt.
- Quote paper
- Malte Sorgenfrei (Author), 2007, Die ‚TAT’ und der ‚TAT’-Kreis 1929 bis 1933, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/120017