Die zunehmend heterogen gewucherte IT-Landschaft in vielen Unternehmen ist mittlerweile zu einem Kostenfaktor von bedeutendem Ausmaß angewachsen. In Zeiten knapper Finanzmittel, bedingt durch die niedrige Konjunktur, werden in vielen Unternehmen und Behörden Kürzungen des IT-Budgets notwendig. Durch den Einsatz eines Thin-Client-Konzepts soll eine Kostenreduktion erreicht werden.
Die folgenden Ausführungen gliedern sich in drei Bereiche auf. Im ersten Abschnitt erfolgt eine Erläuterung des Client/Server-Konzept, mit einer anschließenden Spezialisierung auf das Prinzip des Thin-Client.
Desweiteren folgt eine kurze Erläuterung des "Total Cost of Ownership-Modell" (TCO) der Gartner Group, das erstmals nicht nur die Anschaffungskosten, sondern auch die Folgekosten einer IT-Infrastruktur analysiert. Anhand des Total Cost of Ownership-Modells wird eine Nutzenanalyse des Thin-Client-Konzepts durchgeführt. Abschließend werden in diesem Teilabschnitt weitere Argumente angeführt, die nicht unter Kostenargumente fallen.
Zum Abschluss der Ausführungen wird ein Ausblick der künftigen Entwicklung des Thin-Client-Konzepts gegeben und es schließt sich eine Erörterung der Möglichkeiten eines sinnvollen betrieblichen Einsatzes an.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung und Abgrenzung des Themas
2 Das Client/Server-Konzept als Rahmendefinition
2.1 Das klassische Client/Server-Konzept
2.2 Das Konzept des Thin-Client
3 Nutzenanalyse des Thin-Client-Konzept
3.1 Das Modell der Total Cost of Ownership (TCO) der Gartner Group
3.2 Analyse der TCO beim Einsatz eines Thin-Client-Konzepts
3.2.1 Direkte Kosten
3.2.1.1 Hard- und Software
3.2.1.2 Operations
3.2.1.3 Verwaltung
3.2.2 Indirekte Kosten
3.2.2.1 End-User-Operations
3.2.2.2 Downtime
3.3 Nicht monetäre Argumente
3.4 Argumente gegen den Einsatz des Thin-Client-Konzepts
4 Abschlussbetrachtung, Empfehlung und Prognose
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit untersucht das Potenzial von Thin-Client-Konzepten als Alternative zu klassischen PC-Architekturen in Unternehmen. Ziel ist es, durch eine Analyse der Total Cost of Ownership (TCO) und weiterer betriebswirtschaftlicher Faktoren zu beurteilen, unter welchen Bedingungen der Einsatz von Thin-Clients sinnvoll ist.
- Grundlagen des Client/Server-Computing
- Struktur und Definition des Thin-Client-Modells
- Analyse direkter und indirekter IT-Kosten nach dem TCO-Modell der Gartner Group
- Evaluierung monetärer und nicht-monetärer Nutzenaspekte
- Kritische Betrachtung von Gegenargumenten und technologischen Herausforderungen
Auszug aus dem Buch
3.2.1.1 Hard- und Software
Nach Auffassung der bol Behörden Online GmbH besitzt eine Thin-Client-Lösung im Bereich der Anschaffungskosten ein Einsparpotential von bis zu 50 Prozent gegenüber dem Einsatz von vollwertigen Arbeitsplatzrechnern. Thin-Clients bestehen aus einer geringen Anzahl von Bauteilen die für Defekte anfällig sind, daher verlängert sich deren Einsatzzeit ebenfalls.
Eric Tierling vom Computermagazin c´t sieht beim Einsatz von Fat-Clients als Arbeitsplatzrechner vor allem die Gefahr der „Wintel“-Spirale: “Es kommen immer schnellere PCs auf den Markt, für immer leistungsfähigere Anwendungen, aber auch ressourcenhungrigere Betriebssysteme erscheinen.“
Wird dagegen das Thin-Client-Konzept eingesetzt, liegt die Performance auf der Server-Seite und nicht auf der Seite des Client. Wird eine höhere Leistung benötigt, müssen somit nicht die Clients ausgetauscht werden, sondern nur die Leistung der Server erhöht werden. Eine Leistungssteigerung der zentralen Server-Systeme kann erreicht werden, indem weitere Server in eine bereits bestehende Serverfarm implementiert werden. Abschließend kann also festgehalten werden, dass durch den Einsatz des Thin-Client-Konzept ein hoher Investitionsschutz gewährleistet wird.
Zur Zeit lassen sich sogar Synergieeffekte auf der Lizenzkosten-Seite erzielen, da die meisten Hersteller ihre Lizenzgebühren an die Zahl der CPU´s anknüpfen. Bei Netzwerk-Lizenzen gehen die Hersteller davon aus, dass eine lokale Kopie erstellt wird, für die dann ebenfalls Lizenzgebühren anfallen. Gerade diese lokalen Kopien sind auf einem Thin-Client nicht ausführbar. Für die Zukunft ist davon auszugehen, dass die Software-Hersteller bei einer weiteren Verbreitung von Thin-Clients ihre Lizenzbedingungen dahingehend ändern werden, dass eine Lizenz zukünftig an die Zahl der User und nicht an die Zahl der CPU´s gebunden ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung und Abgrenzung des Themas: Hinführung zur Problematik heterogener IT-Landschaften und Erläuterung der Zielsetzung, Kosten durch Thin-Client-Konzepte zu reduzieren.
2 Das Client/Server-Konzept als Rahmendefinition: Theoretische Einordnung des Client/Server-Modells und Erläuterung der spezifischen Architekturmerkmale von Thin-Clients.
3 Nutzenanalyse des Thin-Client-Konzept: Untersuchung des TCO-Modells zur Bewertung von Einsparpotenzialen sowie eine Analyse der direkten, indirekten und qualitativen Faktoren.
4 Abschlussbetrachtung, Empfehlung und Prognose: Synthese der Ergebnisse mit der Empfehlung einer situativen Entscheidung für Thin-Client-Lösungen und ein Ausblick auf zukünftige Marktentwicklungen.
Schlüsselwörter
Thin-Client, Client/Server-Konzept, TCO, Total Cost of Ownership, IT-Kosten, IT-Infrastruktur, Hard- und Software, Administrationskosten, Netzwerkinfrastruktur, Investitionsschutz, Lizenzkosten, IT-Controlling, Fat-Client, Serverfarm, Rechnerverbund.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Seminararbeit untersucht den Nutzen und die Einsatzmöglichkeiten von Thin-Client-Konzepten als Alternative zu herkömmlichen PC-Arbeitsplatzrechnern in Unternehmen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Client/Server-Architektur, das TCO-Modell der Gartner Group zur Kostenanalyse und der Vergleich zwischen Thin-Clients und klassischen Fat-Clients.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, das Einsparpotenzial sowie die Vor- und Nachteile von Thin-Client-Umgebungen auf Basis von IT-Kostenanalysen wissenschaftlich zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine Literaturanalyse sowie eine modellbasierte Nutzenanalyse nach dem Total Cost of Ownership (TCO)-Konzept der Gartner Group angewandt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Rahmendefinition, die detaillierte Analyse direkter und indirekter Kosten sowie eine Diskussion über nicht-monetäre Argumente und Gegenargumente.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen gehören Thin-Client, Total Cost of Ownership, IT-Infrastruktur, Administrationsaufwand und Investitionsschutz.
Welche Rolle spielt die "Wintel"-Spirale in dieser Arbeit?
Die Arbeit beschreibt die "Wintel"-Spirale als Problem von Fat-Clients, bei denen ständig neue Hardware für ressourcenhungrige Software angeschafft werden muss, was durch Thin-Client-Lösungen vermieden werden kann.
Sind Thin-Clients für alle Einsatzbereiche geeignet?
Nein, die Arbeit stellt fest, dass Thin-Clients besonders in Bereichen ohne Multimedia-Anforderungen sinnvoll sind und bei Netzwerkengpässen oder für Anwendungen, die lokale Rechenleistung benötigen, an ihre Grenzen stoßen.
- Quote paper
- Alexander Popp (Author), 2002, Der Thin Client im Internetzeitalter: Wohin entwickeln sich (PC-)Endgeräte?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/12002