Gegenstand
der vorliegenden Arbeit ist keine Beurteilung und Wertung des jeweiligen
Schulsystems, sondern lediglich ein Vergleich einer Basisqualifikation, der Lernfähigkeit,
die in Grundschulen grundgelegt werden soll. Der Zugewinn an, sowie die Förderung
von Lernfähigkeit ist ein Ergebnis von verschiedensten Handlungs- und Wirkungszusammenhängen.
Es geht hier also nicht darum, herauszuarbeiten, wo welches Schulsystem dem anderen
inwiefern überlegen ist, sondern darum, darzustellen, ob eine bestimmte Lernkultur,
die einem jeweiligen Schulsystem eigen ist, auf die Lernfähigkeit der SchülerInnen
Einfluss nimmt. Es geht um einen Vergleich, wobei im Kapitel 9 (Zusammenfassung
und Diskussion) einige Kriterien festgemacht werden, welche von Regelschulklassen
bzw. Montessoriklassen mehr oder weniger beachtet werden, und die
für die Entwicklung hin zu einem lernfähigen Menschen unerlässlich sind.
Inhaltsverzeichnis
VORWORT
Einleitung
1 Lerntheoretische Grundlagen
1.1 Instruktionalismus
1.1.1 Lernbedingungen
1.2 Konstruktivismus
1.2.1 Lernen
1.2.2 Lernbedingungen
1.2.3 Rolle der Lehrenden
1.2.4 Rolle der Lernenden
1.2.5 Systemische Benotung
1.2.6 Evaluation
2 Institution Schule
2.1 Differenzierung Regelschule und Alternativschule
2.1.1 Die Regelschule
2.1.1.1 Geschichtlicher Abriss
2.1.1.2 Rechtsgrundlage
2.1.1.3 Allgemeines Bildungsziel
2.1.1.4 Unterrichtskonzept
2.1.1.5 Leistungsbeurteilung
2.1.2 Montessorischule bzw. -klassen
2.1.2.1 Allgemeiner geschichtlicher Abriss
2.1.2.2 Die österreichische Montessori-Bewegung
2.1.2.3 Rechtsgrundlage
2.1.2.4 Bildungs- und Erziehungsaufgabe
2.1.2.5 Unterrichtskonzept
2.1.2.6 Leistungsbeurteilung
2.1.2.7 Sittliche Persönlichkeit
3 Das Kind im Grundschulalter – ein entwicklungspsychologischer Abriss
3.1 Kognitive Entwicklungstheorie von Jean Piaget
3.1.1 Stufe der „sensomotorischen Intelligenz“
3.1.2 Stufe des symbolischen oder vorbegrifflichen Denkens
3.1.3 Stufe des anschaulichen Denkens
3.1.4 Stufe des konkret-operativen Denkens
3.1.5 Stufe des formalen Denkens
3.2 Soziale und moralische Entwicklung des Kindes
4 Lernfähigkeit
4.1 Definition und Abgrenzung
4.2 Faktoren bzw. Beschreibungsdimensionen der Lernfähigkeit
4.2.1 Neugier
4.2.2 Motivation
4.2.2.1 Motivation allgemein
4.2.2.2 Leistungsmotivation
4.2.2.2.1 Das Risiko-Wahl-Modell
4.2.2.2.2 Attribution von Erfolg und Misserfolg
4.2.2.3 Lernmotivation
4.2.3 Volition
4.2.4 Strategische Komponenten
4.2.4.1 Kognitive Lernstrategien
4.2.4.2 Metakognitive Lernstrategien
4.2.4.3 Ressourcenmanagement
4.2.5 Lerntypen
4.2.5.1 Lernstile
5 Intelligenz
5.1 Intelligenzdiagnostik
5.2 Intelligenztheorien und -modelle
5.3 Intelligenztests
5.4 Intelligenz gleich Lernfähigkeit?
6 Fragestellung
6.1 Forschungsfragen & Hypothesen:
7 Erhebungsmethode
7.1 Zugang
7.1.1 Die untersuchten Klassen
7.1.2 Rolle im Feld
7.2 Erhebung
7.2.1 Das Multidimensionale Lernprofil (MLP)
7.2.2 Statistische Merkmale des MLP
7.2.3 Testdurchführung
7.2.4 KLI 4 – 5
7.2.4.1 Testaufbau Intelligenzteil (Teil I)
7.2.4.2 Statistische Merkmale des KLI 4 – 5
7.2.4.3 Testdurchführung
7.2.4.4 Ermittlung des Intelligenzquotienten
7.2.5 Beobachtung der Lehrpersonen
7.2.5.1 Gütekriterien
7.2.5.2 Unterrichtsvorbereitungen
8 Ergebnisdarstellung
8.1 Beobachtung
8.2 Unterrichtsvorbereitung
8.3 KLI 4 - 5 und MLP
8.3.1 Erste Ergebnisübersicht
8.3.2 Unterschied bezüglich LQ zwischen R-Klasse und M-Klasse (Frage 1)
8.3.3 Unterschied innerhalb der Subtestwerte zwischen der R-Klasse und der M-Klasse (Frage 2)
8.3.4 Zusammenhang zwischen den Konstrukten Intelligenz (IQ) und Lernfähigkeit (LQ) von SuS der 4. Klassen Grundschule – R-Klasse und M-Klasse (Frage 3)
8.3.5 Signifikanter Unterschied zwischen „SuS mit guten Schulleistungen“ und „SuS mit ausreichenden Schulleistungen“ bezogen auf die Höhe ihres LQ – R-Klasse und M-Klasse(Frage 4)
8.3.6 Signifikanter Unterschied zwischen „SuS mit guten Schulleistungen“ und „SuS mit ausreichenden Schulleistungen“ bezogen auf ihren IQ – R-Klasse und M-Klasse (Frage 5)
9 Zusammenfassung und Diskussion
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht vergleichend, welchen Einfluss die unterschiedlichen Lernkulturen einer Regelschulklasse und einer Montessoriklasse auf die Lernfähigkeit von Kindern in der vierten Schulstufe haben. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, ob die spezifischen pädagogischen Ansätze signifikante Unterschiede in der Ausprägung der Lernfähigkeit und deren Teilkomponenten bewirken.
- Vergleich zwischen Regelschulsystem und Montessoripädagogik
- Konzeptualisierung und Messung von Lernfähigkeit (MLP)
- Rolle von Intelligenz und Motivation im Grundschulalter
- Bedeutung von Unterrichtsvorbereitung und Lehrerinteraktion
- Analyse von Leistungsmotivation und Lernstrategien
Auszug aus dem Buch
4.2.1 Neugier
„Sei nicht so neugierig!“, wer hat diesen Satz Kindern gegenüber nicht schon einmal gehört bzw. selbst ausgesprochen. Es ist noch nicht lange her, dass Neugierde bei Kindern eine nicht gern gesehene Eigenschaft war und deshalb auch immer wieder beanstandet wurde. Inzwischen hat sich diese Einstellung gewandelt und zunehmend werden Forschungsdrang und Wissbegierde der Kinder gefördert. Es herrscht weitgehende Übereinstimmung darin, dass das aktive Erkunden der Umwelt einen positiven Effekt auf die Entwicklung eines jungen Menschen ausübt. In der allgemeinen Entwicklungspsychologie wird seit den Untersuchungen von Jean Piaget in den 40er und 50er Jahren das Neugierverhalten als zentrale Antriebskraft für die Eigentätigkeit des Kindes in seiner Auseinandersetzung mit der Umwelt betrachtet. (vgl. Piaget, 1972)
Lernwillige (Neugierige) suchen Situationen auf, die sich durch Überraschung, Widersprüchlichkeit, Komplexität oder Inkongruenz auszeichnen. (vgl. Paulus, 1999, S. 22). Ein kognitiver Konflikt entsteht. Berlyne (1974, S. 352ff) unterscheidet die Konflikte nach ihrem Auslöser:
Zusammenfassung der Kapitel
1 Lerntheoretische Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Ansätze des Instruktionalismus und Konstruktivismus, die als Basis für das Verständnis der zwei untersuchten Schultypen dienen.
2 Institution Schule: Hier erfolgt eine Abgrenzung zwischen Regelschule und Alternativschule hinsichtlich ihrer Rechtsgrundlagen, Unterrichtskonzepte und der Rolle der Lehrperson.
3 Das Kind im Grundschulalter – ein entwicklungspsychologischer Abriss: Dieser Abschnitt bietet eine Übersicht über die kognitive, soziale und moralische Entwicklung von Kindern in der vierten Schulstufe.
4 Lernfähigkeit: Hier wird das Konstrukt der Lernfähigkeit definiert und in seine Teilfaktoren wie Neugier, Motivation, Volition und Lernstrategien zerlegt.
5 Intelligenz: Dieses Kapitel behandelt Intelligenztheorien, Diagnostikmethoden und das Verhältnis zwischen Intelligenz und Lernfähigkeit.
6 Fragestellung: Die Autoren leiten aus der Theorie die zentralen Forschungsfragen und Hypothesen für ihre quasiexperimentelle Studie ab.
7 Erhebungsmethode: Dieser Teil beschreibt das Forschungsdesign, die eingesetzten Messinstrumente (MLP, KLI 4-5) sowie die Vorgehensweise bei der Unterrichtsbeobachtung.
8 Ergebnisdarstellung: Hier werden die erhobenen Daten analysiert, statistisch ausgewertet und die Hypothesen anhand der Ergebnisse überprüft.
9 Zusammenfassung und Diskussion: Das Kapitel reflektiert die Ergebnisse der Untersuchung kritisch und diskutiert die pädagogischen Implikationen für den schulischen Alltag.
Schlüsselwörter
Lernfähigkeit, Regelschule, Montessoripädagogik, Multidimensionales Lernprofil (MLP), Konstruktivismus, Instruktionalismus, Leistungsmotivation, Intelligenz, KLI 4-5, Grundschule, Lernstrategien, Volition, Unterrichtsbeobachtung, Schulleistungen, Entwicklungspsychologie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Diplomarbeit primär?
Die Arbeit untersucht, ob die unterschiedlichen Schulphilosophien der Regelschule und der Montessoripädagogik einen messbaren Einfluss auf die Lernfähigkeit von Kindern der vierten Schulstufe haben.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Felder umfassen die Lerntheorien (Instruktionalismus vs. Konstruktivismus), die Entwicklung von Kindern im Grundschulalter, das Konstrukt der Lernfähigkeit und die Intelligenzdiagnostik im schulischen Kontext.
Was ist das primäre Ziel der Forschung?
Das Ziel ist es, empirisch zu prüfen, ob Kinder aus einem Montessori-orientierten Unterricht eine höhere Lernfähigkeit aufweisen als Kinder aus einem Regelschulsystem.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine quasiexperimentelle Studie, die mittels standardisierter Fragebögen (MLP), Intelligenztests (KLI 4-5) und strukturierter Unterrichtsbeobachtungen Daten erhebt und auswertet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte theoretische Aufarbeitung der Lern- und Entwicklungstheorien sowie den empirischen Teil, der die Erhebungsmethode, Datenauswertung und Ergebnisdarstellung der untersuchten Klassen beschreibt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Lernfähigkeit, Regelschule, Montessori, MLP, Intelligenz, Motivation und Lernstrategien sind die prägenden Begriffe dieser Studie.
Welche Rolle spielt die Intelligenz für die Lernfähigkeit laut den Ergebnissen?
Die Studie zeigt einen positiven, mittleren Zusammenhang zwischen Intelligenz und Lernfähigkeit, wobei die Intelligenz einen signifikanten Einfluss auf die Schulleistungen ausübt.
Wie unterscheiden sich die Unterrichtspraktiken laut der Beobachtung?
Die Regelschule ist durch eine hohe Lehrerdominanz und Frontalunterricht geprägt, während in der Montessoriklasse selbstständige Arbeitsphasen überwiegen und die Lehrerin eher moderierend im Hintergrund agiert.
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- Mag.a Heike Niederreiter (Author), Maria Prommegger (Author), 2007, Lernkompetenzförderung von Kindern in der Grundschule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/120123